DIE HL. KATHARINA VON SIENA AN PAPST GREGOR XI.
Zunächst sollen Sie im Garten der heiligen Kirche, dessen Hüter Sie
sind, die stinkenden Blumen ausrotten. Sie sind voll Unrat und Geilheit
und vom Stolz aufgeblasen. Ich meine die schlechten Hirten und
Verwalter, die diesen Garten verpesten und ihn vermodern lassen. Um
Gottes willen, gebrauchen Sie Ihre Macht, reißen Sie diese Blumen aus,
und werfen Sie sie hinaus, damit sie nichts mehr zu regieren haben. Sie
sollen sich selbst erkennen und regieren lernen in einem heiligen und
gutem Leben. Pflanzen Sie duftende Blumen hinein, Hirten und Regenten,
die wahre Diener des Gekreuzigten sind, die nur die Ehre Gottes und das
Heil der Seelen im Auge haben und wahre Väter der Armen sind.
0 weh! Wie sehr muß man sich schämen, wenn man jene, die ein Vorbild an
freiwilliger Armut sein und das Kirchengut an die Armen austeilen
sollten, in Würden, Pomp und Eitelkeiten der Welt schwelgen sieht.
Tausendmal schlimmer treiben sie es, als wenn sie Weltleute wären. Ja,
viele Laien beschämen durch ihr gutes und heiliges Leben diese Prälaten.
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