Leserbrief zum Thema:
»Kleider machen Leute«
22. Ostermond 2004
Lieber Glaubensbruder in Christus, geschätzter Herr Dr. Eberhard Heller!
Weil Sie in der Ostermond-Ausgabe wieder auf Ihr Thema "Kleider machen
Leute" zu schreiben kamen, will ich auch meine Meinung kundtun.
Die verwilderten Kleidersitten, insbesondere das Tragen der Mädchen und
Frauen von Hosen ist auch ein äußerliches Erkennungszeichen vom großen
Abfall, der in der kath. Kirche herrscht. Wenn nun ein Priester, was
m.E. eine Seltenheit ist, ein Mädchen oder eine Frau, die mit einer
Hose zum Beichten kommt, zurückweist, mit der Begründung, sie soll sich
fraulich kleiden, wie es sich für das Weibe ziemt, so habe ich vor
einem solchen Priester hohen Respekt. Er sieht die Lehre der Kirche und
er ist Hüter der wahren Ordnung. Er ist Verwalter der hl.
Überlieferung. Frauen: NIEMALS HOSENKLEIDER! "Ein Greuel (Sünde) vor
Gott." (5. Mos. 22,5) Anscheinend haben Sie und Ihre Frau diese
Erziehung zur standesgemäßen Kleidung versäumt. Ihre Entrüstung ist aus
kath. Sicht nicht zu verstehen. Und wenn die meisten Weiber heute in
Hosen daherkommen, so sind sie alle mehr oder weniger vom Weltgeist -
der der Geist Satans ist - Verführte. Ihr natürliches Mädchen- und
Frausein büßt an Wert ein und zieht noch andere Übel nach sich.
Es grüßt Sie ergebenst und mit hohem Respekt vor Eurer Schrift EINSICHT.
(sig.:) A. L.
***
Sehr geehrter Herr L.,
haben Sie vielen Dank für Ihre Zeilen. Da wir das Thema "Kleider machen
Leute" offen in unserer Familie diskutiert haben, hat auch meine
16jährige Tochter Kenntnis von Ihrem Brief erhalten, zu dem sie als
mögliche Betroffene Stellung nehmen möchte. Herzliche Grüße E. Heller
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Sehr geehrter Herr L.,
heute morgen las ich Ihren Brief an meinen Vater. Ehrlicherweise war
ich über diesen ein wenig entrüstet. Da Sie in Ihrer Stellungnahme
wider den Artikel "Kleider machen Leute" auch die Kinder des Autors,
also auch mich, erwähnen, fühle ich mich gedrängt, Ihren Brief zu
beantworten.
Zuerst will ich Ihnen mitteilen, daß meine Eltern mir und meinen
Geschwistern - meiner Meinung nach - eine äußerst gute Erziehung haben
zukommen lassen. Ich finde, eine gute Erziehung läßt sich nicht
hauptsächlich daran messen, welche Kleidung die zu Erziehenden tragen.
Nun zu Ihrer Meinung bezüglich der Hosen: Niemand kann bestreiten, daß
eine Hose wesentlich praktischer ist als ein Rock, besonders beim
Arbeiten oder Bergsteigen. Das ist auch der Grund, weshalb es sich auch
für Frauen eingebürgert hat, Hosen zu tragen, welche ebenfalls schick
und weiblich sein können.
Was nun den Skandal bei Fr. Krier angeht, so kann ich als Jugendliche
nur folgendes sagen: Schauen Sie sich einmal in den Schulen um. Wer
glaubt überhaupt noch an Gott, wirklich? Es bleiben Ihnen von zehn
höchstens zwei. Wenn nun junge Menschen zu Gott zurückfinden, und dazu
noch zum wahren Glauben, sollte dies nicht von Leuten verhindert
werden, denen die Kleidung der Jugendlichen unangebracht scheint - was
vielleicht richtig sein mag. Auch Jesus hat die Magdalena zu sich
geholt, obwohl die Jünger protestierten. Und deshalb bewundere ich
einen Priester wie Father Krier, der junge Menschen zu sich holen kann,
und habe kein Verständnis für Priester, die Reumütigen die Beichte
wegen des Tragens einer Hose versagen.
Mit freundlichen Grüßen
Katharina Heller
***
Achtung!
Die Redaktion beabsichtigt, das Interview, welches Herr Olles mit mir
über die derzeitige Lage der Kirche führte (und welches eigentlich für
die Veröffentlichung in der JUNGEN FREIHEIT vorgesehen ist), als
Sonderdruck herauszugeben. Es kann zu Werbezwecken kostenlos bei der
Redaktion bestellt werden. |