Warnung vor einem sektiererischen Bischof
von
Eberhard Heller
Von verschiedenen Seiten wird in letzter Zeit Propaganda für einen
gewissen Bischof (oder 'Bischof') Franck gemacht, der sich leider
selbst noch als gültiger und legitimer Bischof des katholischen
Widerstandes empfiehlt. Dieser Vorgang veranlaßt mich, über Franck und
seinen kirchlichen Status einiges zu sagen. Einige Aufklärung in dieser
Hinsicht ist auch deshalb von nöten, weil der Mangel an rechtgläubigen
Priestern in der Seelsorge und der Sakramentenspendung eine ganze Reihe
von Gläubigen bei der Einladung von unbekannten Klerikern leichtfertig
werden läßt.
Franck (ein Belgier) war 1974 zum Priester und am 20.9.1975 von Bischof
Josef Maria Thiesen unter Assistenz von Brom, Smekal und Beyer zum
Bischof konsekriert worden - alles Angehörige der von Thiesen
gegründeten sog. "Alt-römisch-katholischen Kirche", deren Vorsitz
Thiesen später von Bischof Schmitz / Villingen streitig gemacht wurde.
(Franck läßt sich seine Rundbriefe von einem gewissen Ralf, einem
ehemaligen Angestellten, der sich ihm angeschlossen hat, stilistisch
überarbeiten.)
Damit gehört Franck dieser - bestenfalls (!) - schismatischen Sekte an.
Daran ändert sich auch nichts, wenn Franck in jüngster Zeit post factum
unter Berufung auf CIC, Kanon 2261, §2, behauptet, der
Sakramentenempfang von Exkommunizierten - so schätzt er inzwischen
selbst Thiesen ein -, sei nicht nur gültig, sondern unter Umständen
auch erlaubt, denn es bestand überhaupt kein öffentliches Interesse
seitens der Gläubigen, daß sich der theologisch nicht versierte und bis
dato am Kirchenkampf uninteressierte und unengagierte Franck zum
Priester und Bischof weihen lassen mußte, und es ist auch nicht bekannt
geworden, daß Franck sich unter Berufung auf diesen Paragraphen des
Kirchenrechtes weihen ließ. Gegen Franck spricht auch, daß er in all
den Jahren - seit 1975! - keinen Kontakt zu den katholischen Bischöfen
des Widerstandes aufgenommen und um Rekonziliation gebeten hat. (N.b.
Franck hat 1977 den verheirateten Herrn Schneider zum Priester und
später zum Bischof geweiht, der z.Zt. als sog. "Schwert-Bischof" sein
sektiererisches Unwesen in der Schweiz treibt und Ableger in
Deutschland unterhält.) Mir ist auch von Vergehen, die man Franck
vorwirft, berichtet worden, die ich aber hier ignorieren kann.
Der Konsekrator von Franck, Josef Maria Thiesen (später auch "Justinos"
oder "Mar Markarios"), einst Arbeiter in einer Kölner Druckerei, war
von dem verheirateten Sektierer Stumpfl (auch "Mar Timotheus II", aus
der Vilatte-Sukzession, der zeitweise Baptist, dann Herford-Priester
war und 1924 konsekriert und 1947 re-konsekriert wurde) am 17.4.1949
zum sog. "Chorbischof" geweiht worden. Weil er Zweifel an der Weihe
durch Stumpfl hatte, ließ sich Thiesen von dem Sektierer Tollenaar am
4.11.1951 re-konsekrieren. Thiesen betätigte sich in Köln als
"Friedhofspfarrer" und lebte von der 'kirchlichen' Beerdigung
exkommunizierter Gläubigen. Von ihm wurden eine ganze Reihe theologisch
ungebildeter junger Männer zu sog. Arbeiterpriestern geweiht, die "die
sozialistische Welt in der Kirche" "im Geiste des heiligen Charles de
Foucould" vertreten sollten. (Thiesen, der sich mit Titeln wie
"Chevalier de Justice de L'Ordre Dynastique et Chevaleresque d'Albert
de la Vallee" oder "Comte et Attache au et Siege Primatial" auf seinen
Visitenkarten schmückte, soll inzwischen verstorben sein.)
An der Gültigkeit all dieser Weihen sind meines Erachtens mehr als erhebliche Zweifel angebracht.
Besonders perfide finde ich es, wenn man Personen, die die Empfehlungen
für diesen sektiererisch-schismatischen Bischof Franck nicht annehmen
und ihn nicht als rechtmäßigen katholischen Bischof anerkennen, mit der
ewigen Verdammnis bedroht.
***
Quellen:
Plazinski, Edmund: "Mit Krummstab und Mitra" St. Augustin-Buisdorf 1970, S. 152 ff.
Haack, Friedrich-Wilhelm: "Die freibischöflichen Kirchen im deutschsprachigen Raum" München 1980.
Zins, V. M.: "Cri d'alarme!", Sonder-Nummer von "Sub Tuum praesidium" vom Okt. 1992, Tours.
Franck, Gerhard: "Rundschreiben" vom 28.2.1993.
Franck, Gerhard: Pastoral-Schreiben vom 29.11.93. |