56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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Ausgabe Nr. 11 Monat Dezember 2004
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2005
SPENDENAUFRUF


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Offener Brief an H.H. Bischof M. Pivaruns


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Ad multos annos - Herrn Prof. Dr. D. Wendland zu seinem 80. Geburtstag


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2004
Eberhard Heller: Besuch aus Mexiko


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
Open Letter to most Reverend Bishop M. Pivarunas


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
ROTHKRANZ Y LAS INVESTIGACIONES...


Ausgabe Nr. 10 Monat Dezember 2004
Sobre Monseñor Thuc y Monseñor Carmona


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2005
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN ...


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Offener Brief an H.H. Prof. Dr. August Groß


Ausgabe Nr. 2 Monat März 2003
Wer in der modernen Welt


Ausgabe Nr. 3 Monat April 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2003
The Roman Catholic Diaspora Church


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
Zitate: Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat September 2003
Rothkranz in Untiefen


Ausgabe Nr. 8 Monat October 2003
L’Eglise Catholique-Romaine de la diaspora


Ausgabe Nr. 11 Monat December 2003
De Monseñor Pierre Martin Ngô-dinh-Thuc


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 2 Monat Mars 2002
ES MONSEÑOR LEFEBVRE UN OBISPO ORDENADO VALIDAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat Juli 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 5 Monat September 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Pfarrer Carl Sonnenschein


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
Satanische Tendenzen in der Rock Musik


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 8 Monat December 2002
Is Mgr. Lefebvre a validly consecrated bishop?


Ausgabe Nr. 7 Monat Diciembre 2001
LA IGLESIA CATOLICO-ROMANA EN LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2001
Papsttum als eines Wesens-Elementes der Kirche


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
Über das Papsttum der römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
DIE SCHÖPFUNG - EIN GÖTTLICHER PLAN - Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 8 Monat Januar 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2000
Kurze Antwort auf eine Anfrage zum Sedisvakanzproblem


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
WAR MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 2000
Zum Problem des innerkirchlichen Klerikalismus


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 1999
IN MEMORIAM FRAU ELSE KETTERER


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?- Fortsetzung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
AUS EINEM BRIEF AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1993
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1993
LESERBRIEF


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1994
ZUM PROBLEM DER ERFORDERLICHEN INTENTION BEI DER SAKRAMENTENSPENDUNG


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1995
NUR NOCH AUSLAUFMODELL?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1994
IST MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 11 Monat Juli-Sondernr. 1992
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
DER FALL ESCRIVA


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1992
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RELIGION?


Ausgabe Nr. 4 Monat Mai 2006
DIASPORA


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundes-Republik Deutschland


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundesrepublik Deutschland


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli, Sondernr 2/3 1990
ÜBER DIE GRÜNDUNG DER Una et Sancta ECCLESIA, Vorwort


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1990
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1991
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1991
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1989
MYSTERIUM FIDEI


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1989
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Januar 1989
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE KIRCHE?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1988
LESERBRIEF IN AUSZÜGEN


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Über die christliche Taufe und das Tauf-Sakrament


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
STELLUNGNAHME ZU DEM ARTIKEL DIE KRISE DER APOSTOLISCHEN SUKZESSION...


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Aus EINEM BRIEF VON S.E. MGR. MOÍSES CARMONA


Ausgabe Nr. 3 Monat Sept./Okt. 1987
THEOLOGISCH-PHILOSOPHISCHE REFLEXION ÜBER DEN TRINITARISCHEN GOTT


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1986
Was ist das eigentlich: Die Häresie?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1986
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1986
... DEN LEIB DES HERRN NICHT MEHR UNTERSCHEIDEN...


Ausgabe Nr. 5 Monat Januar 1987
ZUM 'MYSTERIUM FIDEI'


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
... UND SPIEEN IHM INS ANGESICHT ...


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
Die Todsünde der Gotteslästerung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1985
OFFENER BRIEF


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1985
Es WÄRE ZU BEDENKEN


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
EINIGES ÜBER DEN BEGRIFF UND DAS WESEN DES CHRISTLICHEN GLAUBENS


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
BRIEF VON HERRN PROF. DR. D. WENDLAND AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar/März 1986
DAS GLAUBENSBEKENNTNIS DER KIRCHE ?


Ausgabe Nr. 6 Monat Oktober 2006
Der Teufel im Kino


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2006
Und ihr werdet sein wie Gott


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
Y seréis como Dios (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
And thou wilt be like God (Gen. 3,5)


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
Et vous serez comme Dieu


Ausgabe Nr. 11 Monat February 2008
ARE POST CONCILIAR RITES VALID?


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
LA VALIDEZ CE LOS RITOS POSTCONCILIARES CUESTIONADA


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
BIBLIOGRAFIA: VALIDEZ CUESTIONADA DE LOS NUEVOS RITOS POSTCONCILIARES


Ausgabe Nr. 13 Monat Diciembre 2009
L’EGLISE CATHOLIQUE-ROMAINE DE LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2010
Mitteilungen der Redaktion - wichtige Hinweise


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. a-b Ist das sakramentale Priestertum in der Konzilskirche erhalten


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. e-f Die fehlende ‚Intention’ bei der Weihe nach dem Montini-Ritus


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
In memoriam Prof. Wendland


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
Mitteilungen


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
E sarete come Dio (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2011
Zitate aus:Über (...) eine Kirche ohne Papst


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2013
Null und nichtig – der Ritus der Bischofsweihe von 1968


Ausgabe Nr. 3 Monat August 2015
Tuet dies zu meinem Gedächtnis (Lk. 22,19)


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2022
In Erinnerung an Dr. Ante Križić


DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -
 
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE
- FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


von
Prof. Diether Wendland

Fortsetzung:

"WIDER DIE HOFFNUNG HOFFEN"

Nicht erst heute stellt sich im Gesamtbereich der röm.-kath. Diaspora-Kirche die bedrückende Frage, ob die o.g. drei Hauptursachen ihrer Schwäche nach noch zu heilen sind? Ich bin mit anderen der Auffassung, daß dies heute nach 25 Jahren verfehlter Zielsetzungen und abwegiger Experimente nicht mehr möglich ist - es sei denn, es würde ein besonderes Wunder geschehen, und zwar durch den HERRN und das HAUPT der Kirche selbst, indem ER diese Schwäche, da sie ja eine allgemeine ist und zum großen Teil nur auf Menschenfurcht beruht, auf irgendeine Weise behebt, so daß von vielen auch deutlich erkannt werde, daß Er die Seinen nie verläßt und dies insbesondere nicht in der Zerstreuung, an der viele nicht selbst ursächlich schuld sind, da Fremdverschulden vorliegt.

Die Kraft von einzelnen, die die Dinge sehen, wie sie sind und geworden sind, reicht nicht aus, um diese Schwäche zu beseitigen. Im übrigen liebt Christus keine Feiglinge und Schwächlinge, wohl aber Starkmütige, die auch die Kraft aufbringen, "wider die Hoffnung zu hoffen" und nur von Ihm alles zu erhoffen, nicht aber von irgendwelchen Menschen, die sich als Hoffnungsträger aufspielen. Eine Kirche in der Diaspora ist schwach, aber ihre Schwäche darf nicht zu einer selbstverschuldeten werden! Denn sonst wirkt Christus kein Wunder, weil dies dann sinnwidrig wäre! Solche Scheinwunder wirken nur der Antichrist und seine Vorläufer, die "falschen Messiasse" und die "falschen Propheten". Schon Christus hat vor diesen Leuten gewarnt, die immer in Schafskleidern daherkommen, aber in ihrem Innern reißende Wölfe sind. Heute findet man dieses immer so fromm und menschenfreundlich blickende Gesindel überall in der 'Christenheit' und insbesondere in den 'ökumenischen Kirchen'.

EINE LÖSUNG DER KRISE?

Nicht wenige (noch) orthodoxe Katholiken haben geglaubt - vermutlich weil sie die Diaspora-Situation der Ecclesia Romana nicht klar genug und zu wenig realistisch erfaßten -, daß sich die kirchliche Situation ändern werde, wenn, wie sie sagten, wir wieder "wahre katholische Bischöfe haben". Tatsache jedoch ist, daß sich die Situation überhaupt nicht geändert hat, obwohl es einige solcher Bischöfe vereinzelt gibt, die man dafür halten kann. Indessen hilft das Faktum, daß wahre Bischöfe existieren, nicht im mindesten, um eine kirchliche Diaspora-Situation zu bewältigen und durchzuhalten, wie die bisherige Erfahrung belegt. Dazu ist nämlich mehr erforderlich und hier insbesondere ein missionarisches Laienapostolat mit Zielsetzungen, die auch verwirklichbar sein müssen, um unmittelbar greifen zu können. Dies alles kann aber nicht funktionieren in einer arroganten und neuen häretischen "Bewegung für Papst und Kirche", sondern in einer äußerst bescheidenen und demütigen "Bewegung für Christus und Seine Kirche"! (Der christliche Begriff der Demut hat zu seinem Inhalt den beständigen Mut zum Dienen im Gehorsam Christi. Zu diesem "Dien-Mut" sind Schwächlinge und feige Personen unfähig.)

Der göttliche Menschensohn hatte bereits im Zuge der Gründung Seiner Kirche nicht bloß Apostel, sondern auch Jünger gebraucht und gesendet. Es ist betrüblich und peinlich zugleich, wenn Katholiken davon nichts mehr wissen oder, wenn sie es wissen, dennoch falsche Wege gehen. Viele machen bestenfalls den Eindruck, als seien sie die geistigen Nachkommen der beiden Jünger von Emmaus, nämlich unverständig und voller Menschenfurcht. Muß das sein? Sicherlich nicht! Aber warum ist das so? Weiß man es denn nicht mehr, daß Jesus Christus, der Herr, gebeten sein will, eben weil Er der Herr ist? Niemand, weder ein Kleriker noch ein Laie, wird etwas erreichen und zum Guten wenden ohne IHN! Geht das denn nicht in die Köpfe derjenigen Erwachsenen, die sich für religionsmündig halten und als Christgläubige bezeichnen? Eine Diaspora-Situation erfordert mehr als eine fromme Gesinnung und ein privates Beten um sein Seelenheil. Wer sein Leben wird behalten wollen, der wird es verlieren, hat Christus geoffenbart.

Niemand kann wissen, wie lange die weltweite Diaspora-Situation der in ihrer Apostolizität so schwer geschädigten Ecclesia Romana noch andauern wird, die doch nur Christus beenden kann, wann ER es will! Unser Wollen und Trachten ist dabei ohne Bedeutung. Denn wer kann von sich selber sagen, er sei an diesem elenden Zustand nicht auf irgendeine Weise mitschuldig? Weit haben wir's gebracht, wir, die Katholiken, und zwar zuerst die Kleriker und dann die Laien (was man nicht übersehen sollte!). Natürlich müssen wir auch etwas tun, ja sogar eine Menge, um einen Beitrag zu leisten für eine Besserung der Lage. Wer aber "nicht mit IHM sammelt, der zerstreut" und verschlechtert dadurch diese Diaspora-Situation noch um ein Vielfaches. Es gibt aber kein Sammeln mit Christus, unserem Herrn, ohne ein missionarisches Laienapostolat, was auch gewisse "Diaspora-Bischöfe" erst noch begreifen lernen müssen. Bislang scheint das nur ein einziger begriffen zu haben, falls die mir zugänglichen Berichte stimmen. Man lebt, nach rückwärts gewendet, in falschen kirchlichen Traditionen, die völlig ungeeignet sind, die Gegenwart mit ihren besonderen Problemen, die es früher nicht gab, zu bewältigen!

Vor kurzem erschien in den U.S.A. ein Buch mit dem Titel "Will the Catholic Church survive the twentieth century?" ("Wird die katholische Kirche das zwanzigste Jahrhundert überleben?"). Doch schon diese falsche Fragestellung nervöser Traditionalisten, die auf eine unmögliche Weise die katholische Kirche retten zu können glauben, beweist, daß man von der wirklichen und wahren Lage der apostolischen Ecclesia Romana in der Gegenwart nicht die geringsten Kenntnisse hat, geschweige denn die nötigen Erkenntnisse. Der Wiederaufbau einer Ecclesia, die in ihrer Struktur von oben her ruiniert worden ist, läßt sich nur von unten her realisieren, indem man die dafür nötigen Wege beschreitet - mit der Hilfe Christi. Andernfalls baut man auf Sand und Sumpf.

STRAFE GOTTES

Die schon seit über 25 Jahren andauernde und leider von vielen immer noch nicht erkannte Diaspora-Situation der röm.-kath. Kirche ist eine Strafe Gottes (des trinitarischen), aber keine Vergeltungsstrafe, sondern eine Medizinalstrafe. Warum aber wehrt man sich dagegen? Ist es nicht kindisch und dumm, eine heilsame Arznei von sich zu weisen und nicht zu trinken, auch wenn sie bitter schmeckt? Das Leben einer Kirche in der Diaspora ist nun einmal bitter und in keinerlei Hinsicht ein Honigschlecken. Es gibt mancherorts fromme Katholiken, die viel beten, indessen ständig lamentieren: "Ach, wir haben noch immer keinen Papst, ja nicht einmal einen Bischof!" Na und, so lautet meine Antwort auf dieses Gejammer, ist denn das so schrecklich? Oder genügt euch Jesus Christus nicht mehr, der nicht bloß Wege aufzeigt, sondern welcher der Weg ist?!

Aber man beschreitet ja nicht einmal die sich auf IHN hin eröffnenden Wege, die sich gerade in einer Diaspora-Situation zeigen, die an jeden religionsmündigen Erwachsenen ganz andere Ansprüche stellt als die gewöhnlichen. Diesbezüglich sollte man gründlich umdenken und von den tatsächlichen Gegebenheiten ausgehen. Warum wendet man sich nicht ab von den "toten Gliedern" der apostolischen Ecclesia Romana und sucht die lebendigen? Päpste und Bischöfe sind nicht "das Licht der Welt", selbst wenn sie in der Nachfolge der Apostel stehen und rechtmäßig Papst oder Bischof sind. Tut man denn nur so unwissend, um sich vor den Verpflichtungen zu drücken, die sich auf das Wohl des Nächsten in Christo und auf das Gemeingut der Ecclesia Jesu Christi beziehen?

Man darf nicht bloß an den (wahren) traditionellen Lehren der Ecclesia Romana festhalten und sich an sie klammern, sondern man muß sie auch vernunftgemäß tradieren und auf diese Weise fruchtbar werden lassen. Denn sie beziehen sich wie jede echte Religionslehre im Unterschied zu den überall verbreiteten Ideologien oder sog. religiösen Weltanschauungen auf die Vernunft und den Verstand des Menschen. Selbst die spezifisch christlichen Glaubenslehren sind Unterscheidungslehren, nicht jedoch vernunftswidriges Glaubenstohuwabohu. Warum um Himmels willen hören katholische Christen nicht auf den, der die Wahrheit nicht bloß hat, sondern der die Wahrheit IST, und laufen anstatt dessen Irrlehrern nach und halten sie noch für 'Theologen'? Weiß man denn nicht mehr, was diesbezüglich Christus und die Apostel gelehrt, getan und zu tun befohlen haben? Warum liest man nicht mit Vernunft die Apostelgeschichte, indem man sie auch sinngemäß und möglichst realistisch auf die heutige kirchliche Situation überträgt? Vielleicht werden dann einige bemerken, daß vieles Neue von heute gar nicht so neu, sondern schon sehr alt ist. Es wiederholt sich eben so manches auch in der Heils- und Unheilsgeschichte. Eine wahrhaft christliche Ecclesia militans war und ist nie am Ziel, sondern immer nur auf dem Weg "in dieser Welt" und - was man nicht übersehen sollte - immer ortlos, so daß sie in ihr auch nicht heimisch werden kann. Denn sie ist kein rein natürliches Gebilde.

Auch die römisch-katholische Diasporakirche entbehrt nicht, trotz ihrer Schwäche, des Merkmals einer Ecclesia militans - im Unterschied zur röm. 'Konzilskirche', die sich "der Welt" und dem "Geist dieser Welt" angepaßt hat. Man schaue sich um und wird es auf allen Gebieten feststellen können. Wenn Leute gegen Abtreibung sind und sogar aus Protest Kirchenglocken läuten lassen, dann folgt daraus nicht notwendig, daß es sich um Christen handelt; denn auch Heiden sind gegen Abtreibung. Dies sei nur als Beispiel dafür angeführt, wie leicht doch die Dinge verwirrt werden können. Darum sollte man sich vor den großen Verwirrern genau so hüten wie vor den großen Vereinfachern.

Es ist auch der röm. 'Konzilskirche', die sonst alle katholischen Sektierer in ihren Gruppen und Vereinigungen in sich aufgenommen hat, nicht gelungen, die röm.-kath. Diasporakirche - trotz ihrer allgemeinen Schwäche (!) - zu zerstören, da ihr "Eckstein", Jesus Christus, ihr einziger Herr ist. Einen anderen Herrn kennen ihre Glieder nicht, gleichgültig wie er sich bezeichnen läßt, ob als 'Papst' oder 'Kardinalstaatssekretär' oder als 'Bischof oder 'Primas' von irgendetwas. Auch darin unterscheiden sich die Zerstreuten der apostolischen Ecclesia Romana, der alten "mater et magistra", von denjenigen Irrgläubigen, die sich als Katholiken bezeichnen, ohne in Wirklichkeit römisch-katholisch zu sein. Das läßt sich leicht in Erfahrung bringen und eindeutig feststellen, auch auf einem indirekten Wege. Denn die sich ihrer Diaspora-Situation bewußt gewordenen katholischen Christen sind entschiedene christo-zentrische Fundamentalisten und zugleich echte Sedisvakantisten (die man nicht mit den Semi-Sedisvakantisten verwechseln sollte, die auf falschen traditionalistischen Wegen wandeln).

Es ist höchste Zeit, daß sich die röm.-kath. Diasporakirche ihrer selbst bewußt wird, wenigstens regional in vielen ihrer Glieder, und daß sie trotz der allgemeinen Schwäche vor allem die Menschenfurcht überwindet, die ein großes Hemmnis ist und lähmend wirkt, weshalb man Christus, dem allein "guten Hirten", nicht konsequent nachfolgt und auch nicht das tut, was Er zu tun befohlen hat. "Steht auf, und fürchtet euch nicht!" (Mt 17,7) "Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht!" (Apg. 18,9) Warum weist man eine Gnade von sich, die nun gerade einer Kirche in der Diaspora gegeben wird? Niemand kennt eine kirchliche Situation besser als Christus selbst. Warum läßt man sich von IHM nicht belehren, dem wahren und höchsten Lehrer, und trennt sich nicht von den falschen Lehrern (und Lehrerinnen), die im 'kirchlichen' und schulischen Bereich ihr Unwesen treiben? Kein orthodoxer Katholik schickt seine Kinder zu diesen Leuten. Auch so kann man sich "vor Ort" von den anderen unterscheiden. Ein verheimlichter 'Kirchenaustritt' ist jedoch nicht nur nichts wert, sondern auch Heuchelei. Um sich darüber klar zu werden, braucht man keine Moraltheologie studiert zu haben.

DIE RÖM.-KATH. DIASPORAKIRCHE IM SCHATTEN DER 'KONZILSKIRCHE'

Die häretische und apostatische 'röm. Konzilskirche' mit ihrem neuen Kult, ihren neuen Riten und ihrem neuen 'CIC' ist in 25 Jahren trotz mancherlei Schwierigkeiten dennoch zu einer gesellschaftlichen Realität geworden und dies so sehr, daß sie die Existenz der röm-kath. Diasporakirche weitgehend verdeckt und dem Blick der Öffentlichkeit entzieht. Darum wird sie auch vom liberalen demokratischen Staat und von der profanen Gesellschaft überhaupt nicht wahrgenommen. Nicht einmal die neugierigen Massenmedien (und die deutschen 'C'-Parteien) wissen etwas von ihr, verständlicherweise... Darüber aber braucht man nicht traurig sein, da nicht jede Stupidität oder geistige Blindheit bemitleidenswert ist. Außerdem existiert vieles am Rande der Gesellschaft und in ihrem Untergrund, was nur von wenigen deutlich erkannt zu werden vermag. Auch eine Diasporakirche ist in ihren kirchlichen Wesensmerkmalen nur mehr oder weniger sichtbar. Und was das Heiligkeitsmerkmal betrifft, so war es immer schon das am wenigsten sichtbare, obwohl es niemals fehlte. Die römische 'Konzils-Kirche' wird von allen wahrgenommen, gleichgültig ob von Katholiken oder Nicht-Katholiken. Wie viele von ihnen aber erkennen klar und deutlich, daß dieses monströse Gebilde nichts mehr zu tun hat mit der uralten apostolischen Ecclesia Romana? Die öffentliche Meinung hinwiederum interessiert das alles nicht, da hierfür kein öffentliches Interesse besteht, weder in Europa noch anderswo.

Die Kirche, die ein religiöses Sozial-Gebilde "in dieser Welt" ist, wurde vom göttlichen Menschensohn gegründet und dann "auf die Apostel und Propheten gebaut", wodurch ihr Aufbau begann. Gleichzeitig aber hatte Christus Sakramente (sinnlich wahrnehmbare Gnadenmittel) eingesetzt, und zwar in einer bestirnten Ordnung. An diesen komplexen Prozeß, der sich in der Heilsgeschichte auf eine eigentümliche Weise von Generation zu Generation wiederholt, sollten sich die lebendigen Glieder der röm.-kath. Diasporakirche unbedingt erinnern und sich ganz klar zu Bewußtsein bringen. Denn auch das wäre eine große Hilfe, um ihre Schwäche mit der gnadenhafte Mithilfe Christi zu überwinden und um nicht falsche Wege einzuschlagen, die eine Diaspora-Situation doch nur verschlimmern. Zudem sollten sich gerade Diasporakatholiken daran erinnern, daß Christus, der Herr, immer nur mit den Schwachen war, nie jedoch mit den Starken. Nur sollte man diese Schwachen nicht verwechseln mit jenen Schwächlingen, deren moralisches Hauptmerkmal die Feigheit ist. Die meisten Friedfertigen sind, besehen bei Licht, auch nur feige. Sie schauen einfach zu oder verdrücken sich, wenn Christus in aller Öffentlichkeit (in Wort und Bild) gelästert, verunglimpft und verballhornt wird. Das ist heute überall der Fall und sogar 'gesetzlich' geschützt.

Den röm.-kath. Diasporakatholiken ist trotz vieler Verwirrungen und Ablenkungsmanöver eines immer deutlicher geworden (nachdem sie sich von der römischen 'Konzils-Kirche' getrennt hatten), nämlich die Tatsache: es gibt keine christliche Ecclesia ohne das Sakrament der Taufe und ohne das Sakrament der Ehe. Für manche, unter denen sich auch einige Kleriker befanden, war diese Erkenntnis durchaus neu, so daß bei ihnen ein Umdenken einsetzte. Denn für die rituelle Spendung der sakramentalen Taufe ist ja ein Priester nicht unbedingt erforderlich, ganz abgesehen davon, daß ein kirchlicher Diaspora-Zustand ipso facto eine Notsituation ist. Es ist ein großes und nie wieder gutzumachendes Verbrechen, Kinder nicht zu taufen und sie dadurch der Gefahr auszusetzen, frühzeitig zu sterben (sei es durch eine plötzliche Krankheit oder beim nächsten Autounfall auf der Straße), ohne ein Glied am "Corpus Christi mysticum" (am mystischen Leib Christi) zu sein. "Lasset die Kinder zu mir kommen", hat Christus befohlen, "denn ihrer ist das Himmelreich"!

Für die Spendung und den Empfang des Sakramentes der Ehe hinwiederum ist ein Priester grundsätzlich unvermögend. Er hat nur Assistenzfunktion.

Nun aber war und ist es die Aufgabe und Pflicht einer Kirche in der Diaspora, diese beiden fundamentalen Dinge neu zu ordnen und normativ zu regeln, was doch nur ein regionaler Zentral-Rat zu leisten imstande ist, von dem wir oben gesprochen haben. Man sollte nicht nach rückwärts in die Vergangenheit schauen, sondern die echten Probleme in der Gegenwart deutlich erfassen und die Realitäten so sehen, wie sie nun einmal sind, nicht wie man sie sich wünscht.

Niemand kennt die Zukunft, nicht einmal die des eigenen Lebens, da sie im Ratschluß Gottes verborgen ist. Nur manchmal lüftet der Herr der Geschichte ein wenig den Schleier, bisweilen auch indirekt, indem Er z.B. falsche religiöse Wege erkennbar werden läßt. Im Hinblick auf die berühmt-berüchtigten "Zeichen der Zeit" aber sollte man unterscheiden können, ob sie von Gott oder vom Teufel kommen. Ist es denn nicht merkwürdig genug, daß heutzutage so viele auch "im Zeichen der Freiheit" moralisch verkommen und religiös verderben? Wer indessen hindert denn die röm.-kath. Diasporakirche, sich zu zeigen und ein sichtbares "Zeichen des Widerspruchs" aufzurichten, wenigstens regional? Natürlich erfordert das Mut und Entschlossenheit, aber auch Ausdauer trotz aller Rückschläge, die doch immer zu erwarten sind. Wer hilft den Verzagten, die nicht verzagen möchten, und stärkt ihre Hoffnung? Nun aber wurde "auf (vernünftige) Hoffnung unser Heil gestellt; eine Hoffnung aber, die gesehen wird, ist keine Hoffnung; denn wenn jemand etwas sieht (bzw. was jemand schon sieht), was soll er da noch hoffen? Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen (bzw. noch nicht schauen), so erwarten wir es mit Geduld" (Rom 8,24 f.)- Geduld aber ist nicht dasselbe wie ein untätiges Sichverhalten. Die christliche Tugend der Hoffnung ist jedoch keine vage oder unbestimmte, sondern eine begründete, indessen nur in Dem, der "der Weg und die Wahrheit IST".

DER VERPASSTE WIEDERAUFBAU DER KIRCHE

Je klarer die Realität der häretischen und apostolischen 'römischen Konzils-Kirche' erfaßt und ihr Wesen durchschaut wird, um so deutlicher tritt die Diaspora-Situation der apostolischen Ecclesia Romana in Erscheinung, deren konkrete Schwächen überall und generell die gleichen sind. Die schon seit 1958 andauernde Vakanz des Apostolischen Stuhles ist nicht ihre einzige Schwäche. Dies zeigte sich bereits am Anfang ihres Weges in die Zerstreuung und dann später an dem verfehlten und leider auch fehlgeleiteten Widerstand gegen gänzlich unwesentliche Übel als Folge des Konzils, ohne die Grundübel und Defekte im kirchlich-katholischen Bereich klar zu erkennen, die auch einen Wiederaufbau der Kirche von vornherein verhinderten, nicht bloß erschwerten. Heute aber ist es bereits "fünf Minuten nach zwölf Uhr", wenn man sich die kirchliche Situation regional betrachtet. Wie sie universal aussieht, das kann niemand sagen. Dies wissen nur der HERR und das Haupt der Kirche und diejenigen, denen ER die ganze Situation "offenbaren will". Wir, die in der Zerstreuung leben, wissen es nicht, sondern "hoffen auf den Herrn", solange noch ein wenig Leben in uns ist. Wir haben weder Privatoffenbarungen noch Traumgesichte noch seltsam-lächerliche sog. 'Marienerscheinungen' und hören auch keine Stimmen (weder innere noch äußere), die uns prophezeien, was in nächster oder naher Zukunft geschehen wird, oder uns darüber belehren, was wir zu denken und zu tun haben. Wer einmal in diesen religiösen Sumpf gerät, kommt nie mehr aus eigener Kraft von ihm los. Das weiß niemand besser als ein orthodoxer Diaspora-Katholik, da er seine Feinde kennt, die unter verschiedenen Gestalten auftreten und seinen Weg kreuzen. Denn eine Diasporakirche ist schwach und von vielen Seiten angreifbar. Christus, der Herr, aber erbarmt sich und hilft allen unverschuldet Schwachen. Das braucht niemand vernunftwidrig zu glauben, denn das weiß man "per fidem et rationem" (durch den Glauben und die Vernunft).

ISOLIERT!

Als die römische 'Konzils-Kirche' den erstrebten Bruch mit der apostolischen Ecclesia Romana vollzogen hatte - vorausgegangen war die überall verbreitete und von vielen mit Jubel begrüßte Parole: "Lasset uns in einem 'rückgreifenden Vorgriff einen ganz neuen Anfang machen!", wodurch zwangsläufig auch das Gebilde einer Gegen-Kirche entstehen mußte -, da veränderte sich nicht das Wesen der röm.-kath. Kirche, sondern nur ihre konkrete Lebenslage und ihr kirchlicher Zustand. Diese Veränderung wurde zwar von vielen mit großer Sorge gesehen, aber leider nur von wenigen in ihrer wahren Bedeutung erkannt. Außerdem befanden sich die wenigen, die bereits wie Vertriebene in der Zerstreuung lebten, in der mißlichen Lage, keine Möglichkeit mehr zu finden, sich darüber publizistisch äußern zu können. Überall traf man auf Katholiken (Verleger oder Verlagslektoren), die bereits Mauern oder Gummiwände um sich herum errichtet hatten und böse Blicke um sich warfen, wenn man nicht in das Horn des 'heiligen Konzils' und seiner Bischöfe blies. Es war oft erstaunlich, wie schnell doch gewisse Leute der höheren sog. 'katholischen Bildungsschicht' die Fronten gewechselt hatten. Hier war nur noch das ironische Bittgebet am Platze: "Heiliger Angelo Roncalli, Bruder Johannes, erhöre uns". Es zeigte sich bereits eine Grenzlinie, die sich quer durch die kath. Kirche zog, aber ständig verschob, so daß vielen gar nicht bewußt wurde, auf welcher Seite sie sich befanden in dem sich von oben nach unten ausbreitenden revolutionären Prozeß, der 1962 begann, zunächst leise, dann aber immer lauter und mißtönender. Das konnten nicht einmal die römischen Fanfaren übertönen, wenn sie zu den Konzilssitzungen bliesen. Der sog. 'feierliche Abschluß des Konzils' im Jahre 1965 hinwiederum war zugleich der reale Anfang des Weges der röm.-kath. Kirche in die Diaspora.

Damals stellten sich auch so manche alten Probleme neu, die ungelöst waren und immer vor sich hergeschoben wurden, z.B. das Problem der besonderen Einheit von Klerus und Laienschaft in der Ecclesia Jesu Christi, einer Einheit, die in der kath. Kirche schon lange zerbrochen war. Der beste Beweis dafür ist der verheerende Klerikalismus, der auch im Widerspruch stand zur apostolischen Ecclesia Romana. Nicht wenige Katholiken, die durchaus noch orthodox katholisch waren, sahen gar nicht die Parallelität im Entstehen der 'römischen Konzils-Kirche' und der röm.-kath. Diasporakirche, aber nicht weil sie naiv waren, sondern weil sie durch unwesentliche und bedeutungslose Dinge abgelenkt wurden, mit denen man sie ständig konfrontierte (angefangen mit den Machenschaften einer vermeintlichen Liturgiereform und einer vermeintlich besseren Pastoral, obwohl es in Wirklichkeit um ganz andere Dinge ging).

Vieles hatte nur den Zweck, den Bruch mit der apostolischen Ecclesia Romana zu verschleiern und von ihm abzulenken. Dazu gehörte auch, um die kritiklose Masse der Kirchengläubigen zu täuschen, die Beibehaltung einer sakrilegischen 'Eucharistiefeier' mit 'Herrenmahl' "una cum Roncalli oder Montini". Diejenigen, die so etwas mitmachten, waren und blieben unbelehrbar und begriffen auch nicht, was wirklich vor sich ging. Dadurch wiederum stellte sich das schwierige Problem: welche Katholiken (vor allem mit höherer Schulbildung) sind noch religiös belehrbar und an einer zweckdienlichen Aufklärung interessiert und wie kann man sie erreichen? Persönliche Gespräche unter Freunden und Bekannten genügten nicht, auch wenn sie hie und da Erfolge zeitigten. Denn es fehlte, wie sich bald herausstellte, ein grundlegendes Konzept für ein besonderes und neuartiges missionarisches Apostolat von orthodoxen Diaspora-Katholiken, das aber von (relativ) vielen hätte mitgetragen oder wenigstens unterstützt werden müssen. Letzteres war nicht unmöglich. Denn ein gutes, nützliches und zweckdienliches Konzept weckt das Interesse vieler, insbesondere wenn um einen herum ein religiöses Chaos in Erscheinung tritt. Diese Chaotik jedoch sahen alle, wenn sie nicht schon geistig blind waren.

DIE DIASPORA-KIRCHE - EINE UNLEUGBARE REALITÄT

In den 60er Jahren schien den meisten, mit denen wir ekklesiologische Probleme diskutierten, die Sache mit der röm.-kath. Diasporakirche eine Fiktion zu sein. In den 70er Jahren war die Anzahl dieser Zweifler schon erheblich zusammengeschrumpft. Und in den 80er Jahren sprach von ihnen, sofern sie noch am Leben waren, keiner mehr von einer Fiktion. Manchem ist sogar fühlbar bewußt geworden, selbst in der eigenen Familie zu einem Diasporakatholiken geworden zu sein, so daß nun guter Rat teuer ist. Söhne und Töchter, Schwiegersöhne und Schwiegertöchter, Verwandte und Bekannte machen sich über ihn lustig und halten ihn bestenfalls für ein noch lebendes Museumsstück, das die "Zeichen der Zeit" immer noch nicht erkannt hat. Ein solcher Mensch lebt nicht mehr bloß am Rande der Gesellschaft, sondern bereits außerhalb derselben, indessen nach wie vor innerhalb der röm.-kath. Diaspora-Kirche. Er ist schwach dem Anschein nach, aber in Wirklichkeit stärker als alle anderen um ihn herum. Denn er kennt den Weg, auf den er gestellt ist und von dem er nicht abweicht. Er flieht auch nicht, um sich irgendwo zu verstecken, sondern er geht auf einem Wege vorwärts, der zwar sehr schmal ist, aber gerade deswegen zum Ziel führt. Breit ist nur der Weg in die Hölle und vielspurig wie eine Autobahn. Der Weg, auf dem die 'römische Konzils-Kirche' wandelt, ist zwar schon am Anfang an breit, sondern zusätzlich auch krumm. Die Spuren, die sie im Treibsand der offenen und/oder multikulturellen Gesellschaft hinterläßt, ähneln jenen Spuren im Sande, die gewöhnlich von Schlangen hinterlassen werden, solange sie der Wind noch nicht verwischt hat.

Die apostolische Ecclesia Romana, die man fälschlicherweise als "Papstkirche" bezeichnete (um sie zu diffamieren!), war trotz ihres lebendigen Apostolischen Stuhles schon lange nicht mehr so stark und mächtig, wie insbesondere von klerikalistischen Priestern und Theologen immer behauptet wurde, um anderen Sand in die Augen zu streuen. Dies zeigte sich dann an der offenkundigen Schwäche und ihren Ursachen, als die apostolische Ecclesia Romana mehr und mehr zu einer röm.-kath. Diaspora-Kirche wurde, die einen anderen Weg durch die Zeit gehen mußte als den gewöhnlichen. Darauf aber war niemand vorbereitet, so daß dafür auch keine Vorsorge getroffen werden konnte. Wenn ein Kind erst einmal in den Brunnen gefallen ist, dann kann man es bestenfalls lädiert wieder aus ihm herausziehen, falls seine Hilferufe gehört wurden. Nach 1962/65 fielen die "Kinder der kath. Kirche" massenhaft in einen tiefen Brunnen. Es hätte vieler "Knechte" bedurft, um sie wieder herauszuziehen. Außerdem war von einem "Weinberg des Herrn" auch nicht mehr viel zu sehen, da sich dort Wühlmäuse und Maulwürfe rapide vermehrt hatten. Manche fragten sich, woher denn dieses Getier so plötzlich hergekommen sein könnte? Andere jedoch waren besser informiert, indem sie darauf hinwiesen, daß es doch schon da war.

Es gab in den 60er Jahren (was sich insbesondere in den sog. kath. Ländern oder Gebieten zeigte) erstaunlich viele Katholiken, die, obwohl sie früher nichts auf die heilige-katholische Kirche kommen ließen und sie immer verteidigten, sich nun plötzlich von der (wie sie meinten) 'kath. Amtskirche' mit Abscheu fernhielten und nichts mehr mit ihr zu tun haben wollten. Wie war so etwas zu verstehen? Es herrschten bei denen, die sich mit dieser Bewegung befaßten, zwei Meinungen vor, die aber beide nicht stimmten. Die einen meinten, es handele sich um eine "innere Emigration" oder "geistige Auswanderung" aus der kath. Kirche, die auf einen Abfall von ihr hinauslaufen würde. Die anderen aber - meist Kleriker - redeten ohne viel Federlesens von einem "Abfall vom katholischen Glauben" und hielten diese Katholiken bereits für Ungläubige, da sie auch am Sonntag nicht mehr in der Kirche zu sehen waren. In Wirklichkeit jedoch handelte es sich bei diesen durchaus nicht ungläubigen Katholiken nur um eine Art instinktiver Abwehrhaltung und unreflektierter Schutzmaßnahme persönlicher Natur gegen offenkundige Übel, die ständig zunahmen und auch in einem inneren Zusammenhang standen mit den Auswirkungen des angeblichen Reformkonzils. Diese Katholiken, die einer bestimmten Gesellschafts- und Bildungsschicht angehörten, waren weder "Aussteiger" noch "Abtrünnige", auch wenn sie manchmal mit Nachdruck betonten, sich auch in Zukunft "von allem Kirchlichen" fernhalten zu wollen. Das war nicht so ernst zu nehmen, wie es klang. Denn darin kam nur eine aufgestaute Verärgerung zum Ausdruck, nachdem man ganz üble Dinge erlebt hatte und zu hören bekam, einschließlich der Verunglimpfungen. Im Grunde nämlich wichen diese Katholiken, ohne sich dessen bewußt zu sein, nur dem "Geist des Konzils" und seinem generellen Wirken auf die katholische Kirche aus. Wer aber klärte diese Katholiken auf und half ihnen, die bereits eingetretene Diaspora-Situation der röm.-kath. Kirche zu erkennen? Heute weiß man nicht mehr, wo diese verärgerten Katholiken geblieben sind oder was aus ihnen geworden ist. Sie gingen auf dem Wege der röm.-kath. Kirche in die Zerstreuung einfach verloren und konnten auch später nicht mehr oder nur vereinzelt wiedergefunden werden. Alle - gleichgültig ob es sich um Traditionalisten oder Progressisten, Altkonservative oder Neomodernisten handelt -, die aus Mangel an Erkenntnis nichts von der Diaspora-Situation der apostolischen Ecclesia Romana und ihren Ursachen wissen, halten die römische 'Konzils-Kirche' seit ihrem Entstehen nur für eine andersartige katholische mit einem neuen Glauben, obwohl sie auch das Merkmal einer Gegen-Kirche an sich trägt. Diese 'Katholiken' bewegen sich, mehr oder weniger störrisch, wie Zirkuspferde im Kreise, die ein geistlicher 'Dompteur' an einer langen Leine in ständiger Bewegung hält, beklatscht von viel Publikum, das schließlich Eintritt (d.s. Kirchensteuern!) bezahlt hat und nun auch etwas Besonderes sehen will. Die Masse eines Kirchenvolkes aber bewegt sich nicht; denn sie ist von Natur aus träge. Was eine 'religiöse Masse' von der Kirche erwartet, ist nicht das Heil, sondern 'Brot und Spiele' verschiedenster Art, vor allem aber keine Belastungen.

AUSSICHTEN AUF ÜBERLEBEN

Was können einzelne, die in der Zerstreuung leben, in Ansehung einer solchen Sachlage noch tun, die ihnen heute doch wahrhaftig keinen großen Spielraum mehr läßt? Sicherlich wird die röm.-kath. Diaspora-Kirche das 20. Jahrhundert überleben. Darüber besteht überhaupt kein Zweifel. Denn Christus ist nicht gegen sie und ihre schwachen Glieder. Die Frage ist und kann allein nur sein: Wie und auf welche Weise wird sie überleben und auch überleben können? Darüber jedoch besteht noch sehr viel Unklarheit in allen Regionen, die sich überblicken lassen (was in Europa leichter ist als anderswo). Ich persönlich und andere halten auch nichts von einem sog. "unvollständigen Konzil" für bestimmte Zwecke, bevor nicht eine besondere Organisationsform existiert und wirksam geworden ist, die der röm.-kath. Diaspora-Kirche angemessen ist (vielleicht am besten erst regional und dann überregional). Auch eine Ecclesia in der Diaspora, d.h. in der Zerstreuung, muß ihre Einheit bewahren, und zwar unter Beachtung und nach Maßgabe der Prinzipien einer ecclesiologischen Einheit.

Die römische 'Konzils-Kirche' existiert nicht bloß in Rom - dort sitzt nur ihr Oberhaupt, wenn es sich nicht gerade auf einer 'Pilgerreise befindet -; vielmehr hat sie sich auch in allen Diözesen häuslich eingerichtet, nachdem sie diese Territorien ohne Wiederstand übernehmen konnte. Nur diese Sache kann man als Okkupation bezeichnen. Was jedoch die Okkupanten selbst betrifft, so sind sie nichts anderes als Diebe und Räuber fremden Eigentums, das ihnen leider noch niemand streitig gemacht hat, weil man eben auch in dieser Beziehung zu schwach ist. Indessen wird doch niemand gezwungen, an diese Okkupanten Steuern und andere Abgaben zu zahlen! Kann man Leute, die so etwas tun, als katholische Christen bezeichnen? An solchen und anderen Merkmalen war immer schon leicht erkennbar, wo und in welcher Richtung man orthodoxe Diaspora-Katholiken nie finden und vergeblich suchen wird. (Die seltenen Ausnahmen, die sich von der 'römischen Konzils-Kirche' zu lösen versuchten, bestätigen hier nur die Regel.) Diese wiederum waren sich dessen bewußt, in Zukunft nur noch hartes Brot essen zu können.

Wenn orthodoxe Katholiken nicht durch Selbstmitleid, Bewegungslosigkeit und Untätigkeit oder Stummbleiben an ihrer Seele oder an dem, was man als "lebendigen Glauben" bezeichnet, Schaden leiden wollen, dann sollten sie zuerst einmal zwei gefährliche Übel in der Gegenwart deutlich erfassen, die jedoch von einander grundverschieden sind:

1. den monströsen Koloß der häretischen und apostatischen 'römischen Konzils-Kirche' und
2. die außerhalb derselben existierende röm.-kath. Diaspora-Kirche in ihrer Schwäche, die zum großen Teil selbstverschuldet ist.

Denn man kann, wie doch jeder vernünftige Mensch weiß, gegen physische und moralische Übel nur dann etwas tun, wenn man sie als solche klar erkannt hat und auch ihre Ursachen kennt. Andernfalls gerät man unversehens auf falsche Wege, die nicht zum Ziele führten bzw. führen. So geht es doch schon viele Jahre lang, ohne daß sich generell und vor Ort an der kirchlichen Situation irgend etwas zum Besseren geändert hätte. Das ist eine Tatsache, die niemand leugnen kann und aus der man dann aber auch die richtigen Schlüsse ziehen sollte.

Zudem sollten sich orthodoxe Diaspora-Katholiken davor hüten, ihre sog. 'traditionalistischen' Feinde zu verkennen, da diese Leute für so manchen genau so gefährlich sind wie die 'konziliaren'. Es hat doch keinen Sinn und führt keinen Schritt weiter, wenn Katholiken sich immer nur über "die Zukunft der kath. Kirche" Sorgen machen und darüber wilde Spekulationen anstellen, indessen die kirchliche Situation der röm.-kath. Kirche in der Gegenwart nicht sehen, wie sie wirklich ist und welche Forderungen sie an jeden einzelnen als ein Glied der Kirche stellt. Denn alle Glieder der Kirche sind, wie der hl. Paulus sagt, auch untereinander Glieder, und wo ein Glied schwach ist, dort sind es auch die anderen, die mit ihm zusammenhängen. Die röm.-kath. Diaspora-Kirche aber ist als ganze von einer offenkundigen Schwäche betroffen, die ihre Ursachen hat. Also versuche man wenigstens, die Hauptursachen dieser Schwäche zu erkennen und zu beheben, vielleicht sogar durch eine gemeinsame Aktion auf regionaler Ebene, falls das noch möglich ist. Eine kirchliche Diaspora-Situation hat einen zeitlichen Anfang. Warum soll sie dann nicht auch ein zeitliches Ende haben? Also bitte man diesbezüglich Christus, den Herrn um Seine Hilfe.

 
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