56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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Ausgabe Nr. 11 Monat Dezember 2004
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2005
SPENDENAUFRUF


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Offener Brief an H.H. Bischof M. Pivaruns


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Ad multos annos - Herrn Prof. Dr. D. Wendland zu seinem 80. Geburtstag


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2004
Eberhard Heller: Besuch aus Mexiko


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
Open Letter to most Reverend Bishop M. Pivarunas


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
ROTHKRANZ Y LAS INVESTIGACIONES...


Ausgabe Nr. 10 Monat Dezember 2004
Sobre Monseñor Thuc y Monseñor Carmona


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2005
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN ...


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Offener Brief an H.H. Prof. Dr. August Groß


Ausgabe Nr. 2 Monat März 2003
Wer in der modernen Welt


Ausgabe Nr. 3 Monat April 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2003
The Roman Catholic Diaspora Church


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
Zitate: Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat September 2003
Rothkranz in Untiefen


Ausgabe Nr. 8 Monat October 2003
L’Eglise Catholique-Romaine de la diaspora


Ausgabe Nr. 11 Monat December 2003
De Monseñor Pierre Martin Ngô-dinh-Thuc


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 2 Monat Mars 2002
ES MONSEÑOR LEFEBVRE UN OBISPO ORDENADO VALIDAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat Juli 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 5 Monat September 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Pfarrer Carl Sonnenschein


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
Satanische Tendenzen in der Rock Musik


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 8 Monat December 2002
Is Mgr. Lefebvre a validly consecrated bishop?


Ausgabe Nr. 7 Monat Diciembre 2001
LA IGLESIA CATOLICO-ROMANA EN LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2001
Papsttum als eines Wesens-Elementes der Kirche


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
Über das Papsttum der römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
DIE SCHÖPFUNG - EIN GÖTTLICHER PLAN - Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 8 Monat Januar 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2000
Kurze Antwort auf eine Anfrage zum Sedisvakanzproblem


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
WAR MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 2000
Zum Problem des innerkirchlichen Klerikalismus


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 1999
IN MEMORIAM FRAU ELSE KETTERER


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?- Fortsetzung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
AUS EINEM BRIEF AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1993
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1993
LESERBRIEF


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1994
ZUM PROBLEM DER ERFORDERLICHEN INTENTION BEI DER SAKRAMENTENSPENDUNG


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1995
NUR NOCH AUSLAUFMODELL?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1994
IST MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 11 Monat Juli-Sondernr. 1992
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
DER FALL ESCRIVA


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1992
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RELIGION?


Ausgabe Nr. 4 Monat Mai 2006
DIASPORA


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundes-Republik Deutschland


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundesrepublik Deutschland


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli, Sondernr 2/3 1990
ÜBER DIE GRÜNDUNG DER Una et Sancta ECCLESIA, Vorwort


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1990
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1991
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1991
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1989
MYSTERIUM FIDEI


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1989
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Januar 1989
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE KIRCHE?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1988
LESERBRIEF IN AUSZÜGEN


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Über die christliche Taufe und das Tauf-Sakrament


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
STELLUNGNAHME ZU DEM ARTIKEL DIE KRISE DER APOSTOLISCHEN SUKZESSION...


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Aus EINEM BRIEF VON S.E. MGR. MOÍSES CARMONA


Ausgabe Nr. 3 Monat Sept./Okt. 1987
THEOLOGISCH-PHILOSOPHISCHE REFLEXION ÜBER DEN TRINITARISCHEN GOTT


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1986
Was ist das eigentlich: Die Häresie?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1986
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1986
... DEN LEIB DES HERRN NICHT MEHR UNTERSCHEIDEN...


Ausgabe Nr. 5 Monat Januar 1987
ZUM 'MYSTERIUM FIDEI'


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
... UND SPIEEN IHM INS ANGESICHT ...


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
Die Todsünde der Gotteslästerung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1985
OFFENER BRIEF


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1985
Es WÄRE ZU BEDENKEN


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
EINIGES ÜBER DEN BEGRIFF UND DAS WESEN DES CHRISTLICHEN GLAUBENS


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
BRIEF VON HERRN PROF. DR. D. WENDLAND AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar/März 1986
DAS GLAUBENSBEKENNTNIS DER KIRCHE ?


Ausgabe Nr. 6 Monat Oktober 2006
Der Teufel im Kino


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2006
Und ihr werdet sein wie Gott


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
Y seréis como Dios (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
And thou wilt be like God (Gen. 3,5)


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
Et vous serez comme Dieu


Ausgabe Nr. 11 Monat February 2008
ARE POST CONCILIAR RITES VALID?


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
LA VALIDEZ CE LOS RITOS POSTCONCILIARES CUESTIONADA


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
BIBLIOGRAFIA: VALIDEZ CUESTIONADA DE LOS NUEVOS RITOS POSTCONCILIARES


Ausgabe Nr. 13 Monat Diciembre 2009
L’EGLISE CATHOLIQUE-ROMAINE DE LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2010
Mitteilungen der Redaktion - wichtige Hinweise


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. a-b Ist das sakramentale Priestertum in der Konzilskirche erhalten


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. e-f Die fehlende ‚Intention’ bei der Weihe nach dem Montini-Ritus


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
In memoriam Prof. Wendland


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
Mitteilungen


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
E sarete come Dio (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2011
Zitate aus:Über (...) eine Kirche ohne Papst


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2013
Null und nichtig – der Ritus der Bischofsweihe von 1968


Ausgabe Nr. 3 Monat August 2015
Tuet dies zu meinem Gedächtnis (Lk. 22,19)


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2022
In Erinnerung an Dr. Ante Križić


WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RELIGION?
 
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RELIGION?

- Durchblicke zu einer aufbrechenden Frage, der nicht ausgewichen werden sollte -


von
Prof. Dr. Diether Wendland




Inhaltsangabe:                             

Vorbemerkung zu einer "existentiellen Frage"

1. Der Stachel des Nihilismus

2. Das Erwachen des "religiösen Bewußtseins"

3. Die das "religiöse Bewußtsein" bewegende Frage nach Gott

4. Die Wesens-Wirklichkeit der Religion

5. Die Religion als ein sittliches Macht-Phänomen 




Anmerkungen der Redaktion:

Wir leben in einer religiösen Dauerkrise, von der alle ohne Ausnahme betroffen sind. Durch den allgemeinen Glaubensabfall hat diejenige Institution, die als von Christus gegründete Kirche das öffentliche Leben u.a. als Hüterin des Sittengesetzes beieinflußte, weitgehend aufgehört, als solche im öffentlichen Leben zu existieren. Dadurch sehen sich nicht nur die Gläubigen, die weiterhin der von Gott geoffenbarten Wahrheit treu bleiben wollen, verraten und gelegentlich vor Probleme gestellt, die sie mit dem ihnen in ihrer Jugend und/oder später vermittelten Glaubens wissen nicht (mehr) lösen können, sondern es wird auch immer schwieriger, jemandem, der den katholischen Glauben kennen lernen möchte, ihm diesen zu vermitteln.

Bisher konnte der christliche Offenbarungsglaube bei den Christen als gegeben vorausgesetzt werden. Ein moderner Katechet sieht sich heute gezwungen, gegenüber konkurrierenden Ideologien und Religionen den Beweis der absoluten und alleinigen Geltendheit der christlichen Religion zu erbringen und zu demonstrieren, d.h. er muß ein allgemeines, sich bewährendes Fundament des christlichen Glaubens errichten, auf dem dann die einzelnen Lehraussagen der Kirche aufbauen können. Dabei gewinnt die Frage, wie man heute zu einer begründeten Überzeugung gelangen kann, daß sich Gott vor 2000 Jahren in Christus offenbart hat bzw. daß Christus, der als Mensch unter uns gewohnt hat, der sich geoffenbart habende Gott ist, eine zentrale Rolle. Denn nur auf der Basis einer solchen Überzeugung läßt sich ein religiöses Leben führen, besonders heute, wo es von allen Seiten gefährdet ist.

Die folgenden Überlegungen von Prof. Wendland wollen mithelfen, Probleme dieser Art zunächst zu stellen und auch zu lösen.

Eberhard Heller


***

Vorbemerkung zu einer "existentiellen Frage"

Im folgenden soll auf diese Frage, die keine abstrakte, sondern eine konkrete ist und auch so verstanden wird, etwas näher eingegangen und ein kleines Erkenntnislicht geworfen werden, da sich besorgte katholische Christen zu dieser Frage, wie sie schreiben, "ständig gedrängt fühlen" oder sich "dauernd mit Religion beschäftigen müßten", nachdem ihnen das 'Religions-Gebilde' der sog. 'kath. Kirche' zu einem großen "Ärgernis" geworden war - aber nicht deswegen, weil es in ihr so viele ungläubige, irrgläubige, aber - gläubige und sogar glaubenslose Leute gäbe, sondern aus ganz anderen Gründen, die sich jedoch allesamt auf die christliche Religion als Religion bezogen, also nicht auf eine spezielle Religion neben anderen. M.a.W.: sie fragten und fragen auf eine konkrete Weise nach dem Wesen der Religion, einschließlich der eigenen, in der sie leben.

Die Verunsicherung in dieser Sache trat offen zutage, bewegte ihre Gemüter und machte ihnen das religiöse Leben immer schwerer. Auch der religiöse Glaube half ihnen hier nicht nur nicht weiter, sondern vertiefte noch ihre Unsicherheit, so daß sie schließlich sogar an der christlichen Religion selbst in ihrem Wert zu zweifeln begannen, in die sie einmal hineingeboren wurden und die sie hernach mehr unbewußt als bewußt, mehr unfrei als frei ausübten. Für letzteres sorgten schon das familiäre katholische Milieu und die gesellschaftliche 'kath. Umwelt'.

Mit der Frage nach der Religion aber verknüpft sich dann, wie ebenfalls bemerkt wurde, das besondere Problem von Religion und Glaube, das sich in der christlichen Religion noch verschärft und von vielen leider gar nicht erfaßt wird. Das Bedauerliche daran ist, daß man auch dies nicht ändern kann. Versuche in dieser Hinsicht stoßen an eine unüberwindbare Grenze, die in der Individualnatur des Menschen liegt.

Den o.g. Katholiken, denen aufgrund übelster Erfahrungen mit der 'Kirche' das Problem der Religion in ihrer Realität bewußt wurde und die dann nach ihrem Wesen fragten, ist, was vorher nicht der Fall gewesen war, die nackte Tatsache evident geworden, daß das Christentum überhaupt keine Selbstverständlichkeit ist und sein kann. Zugleich aber ging ihre Verunsicherung und Besorgnis so weit, daß sie sich in ihrer christlichen Existenz bzw. in ihrem Dasein als katholischer Christ von allen Seiten bedroht fühlten. Aber von wem oder was eigentlich? Das war hier die große Frage. Denn sowohl die 'kath. Kirche' als auch der 'demokratische Rechtsstaat' garantierten doch auch ihnen die berühmte "Religionsfreiheit". Das war doch nicht immer so.

Welches sind denn die Ursachen für diese um sich greifende Verunsicherung, Unsicherheit und Beängstigung, wovon nicht wenige heimgesucht werden? So etwas ist doch kein Zufall und kommt auch nicht schicksalhaft über den "homo religiosus", etwa durch ein unpersönliches, schreckliches und blind waltendes Schicksal (fatum horribile), dem man ausgeliefert sein würde. Selbst das Böse, dem alle Ungerechtigkeit entspringt und das immer in einer kreatürlichen Person wurzelt, hat seine erkennbaren Ursachen. Außerdem vermag es sogar zu faszinieren und so als etwas Werthaftes und gar nicht so Übles zu erscheinen. Warum erreichen denn im Fernsehen brutalste Kriminal- und Horrorfilme, einschließlich der widerwärtigen Sexfilme, viel höhere Einschaltquoten als ein Heimat oder Liebesfilm? Die Faszination des Bösen hat viele Erscheinungsweisen und kann sich auch in einer Religion zeigen, die nicht oder nicht mehr wahr ist. Dem gegenüber hat ein echter Heiliger der Kirche noch niemand fasziniert, auch wenn er noch so sehr bewundert und als bewundernswert erachtet wurde. - Im übrigen hätte er jede Bewunderung abgelehnt und sich ihr entzogen. (Nb.: auch Katholiken sollten es wissen, daß jeder Heiligen-Kult ambivalent und nie eindeutig ist, da er sich auf einen Menschen bezieht, Menschenwerk ist und zu einem religionswidrigen Personenkult entarten kann. Beispiele dafür gibt es genug.)

Jesus Christus, der göttliche Menschensohn, war weder ein Heiliger noch ein außergewöhnlich heiliger Mann, den das Volk heiß verehrte und innig liebte (davon steht nichts in der Hl. Schrift), sondern der Heilige Gottes, dem nichts vergleichbar war (und ist). Darum heißt es so erstaunlich nüchtern, unzweideutig und erkenntnisklar: "Wir haben seine Herrlichkeit geschaut (d.h. ganz konkret erfassen und wahrnehmen oder sehen können), eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voll Gnade und Wahrheit (= von einzigartiger und unvergleichbarer Heiligkeit und Macht)" Joh 1,14. Deshalb ist es auch gar nicht verwunderlich, daß die Dämonen beim Erfassen der Seinsgestalt Christi voller Wut aufschrien und sich so viel Haß auf den "Nazarener" konzentrierte. Aus alledem aber kann man erkennen, wie dumm und lächerlich zugleich es ist, Christus für einen 'Religionsstifter' zu halten. Dieser verheerende Irrglaube ist sogar unter 'Christen' verbreitet, nachdem man sie mit Erfolg 'aufgeklärt' hat. Im übrigen ist Heiligkeit nicht bloß ein religiös-moralischer Begriff, sondern ein metaphysischer von ontologischer Geltung, andernfalls sie mißverstanden wird. Sie ist bezüglich des Menschen eine erwerbbare Qualität, die dem Personsein inhäriert, aber nie ohne eine göttliche Gnade erworben werden kann. Es hat noch nie ein echter Heiliger den Eindruck zu erwecken gesucht oder gar von sich gesagt, er sei einer. Dies blieb den Scheinheiligen vorbehalten.

Wenn heutzutage besonders fromme Leute, die sich für Christen halten und die man insbesondere unter den 'Visionärinnen' findet, andern erzählen, sie wären "Jesus begegnet" oder es sei ihnen "Jesus erschienen", mit dem sie seither "innigen Umgang pflegen" (ja sogar dialogisierend) etc., dann müßten sie IHN doch zumindest so 'geschaut' haben und 'schauen' wie der hl. Johannes und andere Apostel... In Wahrheit jedoch sehen sie nur ein Phantom, das entweder ihrer eigenen 'religiösen Phantasie' entspringt (ähnlich einer Halluzination im Delirium) oder durch einen bösen Geist verursacht wird, der ihnen kraft und vermittels einer objektiven Materialisation einer Scheingestalt 'Jesu' etwas vorgaukelt. Solche Menschen sind nie eines Besseren belehrbar, da sie zu einer rationalen Selbstkritik und Einsicht unfähig geworden sind. Alle Religionen kennen derartige Phänomene, die aber keineswegs übernatürlich sind, sondern nur außer-natürlich, sofern sie ein objektives Fundament haben. Es ist nicht bloß traurig, wenn auch Katholiken diese beiden Seinsbereiche nicht mehr unterscheiden können.

Es ist beileibe kein schlechtes Zeichen, sondern durchaus ein Hoffnungebendes, wenn katholische Christen, denen die ganze 'kirchliche Situation' unheimlich geworden ist, sich heute zu der Grundfrage gedrängt fühlen: "Was ist das eigentlich: die Religion?", und so zielgerichtet nach ihrem Wesen fragen, zumal das Christentum doch auch eine Religion ist. Außerdem haben diese Katholiken durch leidvolle Erfahrung erkennen müssen, daß christliche Religion und Kirche nicht identisch sind, was ihnen früher gar nicht klar war, und daß sie mit der allgemeinen Meinung, Religion sei "nichts anderes als Gottesverehrung", überhaupt nichts mehr anfangen konnten - verständlicherweise, da man sich unter 'Gott' auch das Unsinnigste denken kann. Viele verehren 'Gott' - das meinen sie nicht nur, sondern sind davon auch überzeugt -, obwohl das, was sie verehren, nachweislich nicht Gott ist und auch nicht sein kann. Daraus folgt aber nicht, daß sie nichts verehren, sondern daß sie in ihrer Religion etwas anderes verehren, dem sie dennoch 'göttliche' Ehre erweisen. Der tiefere Grund hierfür liegt darin, daß es keinen religionslosen Menschen gibt. Damit wiederum stellt sich das Problem einer wahren Religion im Unterschied und Gegensatz zu einer unwahren. Eine halbe, viertel oder achtel Wahrheit indes gibt es nicht; denn die Wahrheit ist unteilbar. Es blieb dem 'Konzil', das sich das "Zweite Vatikanum" nannte, vorbehalten, die in Sachen "Religion der Menschen" sich notwendig stellende Wahrheitsfrage auf eine raffinierte Weise zu leugnen bzw. für bedeutungslos zu erklären. Darum wurde den "Glaubenden und Nichtglaubenden" 'urbi et orbi' verkündet, der Hl. Geist (genauer: ein heiliger Geist) wehe in allen großen Religionen der Menschheit, insbesondere freilich im Christentum.

Von dieser 'neuen Erkenntnis', in der sich eine in vielen Farben schillernde Häresie zeigte, waren alle Bischöfe und die meisten Priester und Ordensleute geradezu fasziniert (!). Jetzt, so glaubten sie, breche nun endlich das große Zeitalter (Äon) des Hl. Geistes an, von dem man immer schon 'dunkel gewußt' hätte. Zugleich aber verschwand mehr und mehr die Wesens-Wirklichkeit der christlichen Religion aus dem religiösen Bewußtsein vieler und machte einer Leere Platz, die bei manchen sogar den Charakter einer Bedrohung annahm. Doch sie fragten sich nicht, woher das denn komme. Nur diejenigen, die sich mit den häretischen Lehren dieses sog. 'Konzils' befaßten, erkannten die Ursachen. Es gab sogar nicht wenige Katholiken, allerdings mehr Kleriker als Laien, die der festen Überzeugung waren, der Hl. Geist beginne jetzt, alle 'Heiligen' aus allen Religionen 'zu sammeln'. Diese 'Christen' erkannten nicht, daß der Antichrist seine Schatten vorauswarf.

Wenn sich katholische Christen in der heutigen Lebenssituation die Frage nach dem Wesen der Religion stellt, dann sollten sie sich dessen bewußt werden, daß sie vor einem echten und schwerwiegenden Problem stehen und daß es sich dabei um eine "existentielle Frage" handelt, die nicht zuletzt auch das Heil oder Unheil einer menschlichen Person einschließt. Außerdem ist der Weg bezüglich der geistigen Erfassung der Religion als solcher bis hin zur christlichen ein sehr langer und oft auch ein recht mühsamer. Denn das Christentum ist nun einmal die am wenigsten selbstverständliche Religion. Darum war und ist immer sogar ein Massenabfall, d.h. ein Abfall unzählbar vieler von der christlichen Religion möglich. Ein solcher aber geschieht nicht plötzlich, sondern allmählich und von vielen unbemerkt. Auch das haben die o.g. Katholiken bei ihrer Frage nach dem Wesen der Religion erkannt. Wer jedoch ein Übel, das ihn bedrängt, wirklich erkennt und in seinen Ursachen erfaßt, der kann es auch überwinden.


 
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