56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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Ausgabe Nr. 5 Monat August 2005
Rundschreiben Mediator Dei et hominum


Ausgabe Nr. 8 Monat Januar 2002
Die Synode von Pistoja


Ausgabe Nr. 9 Monat Dezember 1971
TUET BUSSE!


Ausgabe Nr. 12 Monat März 1972
QUELLEN DER GLAUBENSLEHRE


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1993
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1994
WAS BEDEUTET DIE UNZERSTÖRBARKEIT DER KATHOLISCHEN KIRCHE?


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar-März 1993
Zum Problem der gegenwärtigen Vakanz des römischen Stuhles


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1991
WER WAR JOHANNES XXIII.?


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1990
ANMERKUNGEN ZUR THEOLOGIE VON H.H. P. GROSS


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1990
ZWISCHEN ZWEI STÜHLEN


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1989
UNBESETZTER APOSTOLISCHER STUHL


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1981
DIE EMSER PUNKTATION


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1981
LITURGISCHE EXPERIMENTE DES DEUTSCHEN RATIONALISMUS


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1980
DIE HERZ-JESU- UND HERZ-MARIÄ-VEREHRUNG


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 1981
DIE SYNODE VON PISTOJA UND DIE BULLE 'AUCTOREM FIDEI'


Ausgabe Nr. 7 Monat April 1979
VERE ANTIQUI ERRORIS NOVI REPARATORES!


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1977
WAS BEZWECKT DIE NEUE PRIESTERWEIHE ?


Ausgabe Nr. 7 Monat April 1978
DIE LITRUGISCHE SPRACHE


Ausgabe Nr. 7 Monat Oktober 1972
DIE LOGIK EINES THEOLOGEN


Ausgabe Nr. 6 Monat September 1973
VOLKSSPRACHE IN DER LITURGIE?


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2017
Die Synode von Pistoja


Zum Problem der gegenwärtigen Vakanz des römischen Stuhles
 
Zum Problem der gegenwärtigen Vakanz des römischen Stuhles

von
Gloria Riestra De Wolff
übers, von Annemarie Leutenbauer

- Fortsetzung -


Die verborgene Häresie in der Lehre der letzten Pseudopäpste

Nun zur Frage der letzten drei Pseudopäpste. Wie kann man beweisen, daß sie Häretiker sind? Gewiß habe sie kein Dogma offen geleugnet. In ihren Dokumenten und Verfügungen ist jedoch die Häresie verborgen vorhanden. Dies ist die modernistische Form der Häresie, vor der uns der hl. Pius X. warnte, die gefährlichste und für die Zerstörung der Kirche zugleich effektivste; ohne daß der Gläubige es merkt, führt sie ihn in den Irrtum bis hin zur völligen Leugnung der fundamentalen Glaubenswahrheiten. Mit dieser Art des Vorgehens haben die Postkonziliaren die Kirche in eine totale Revolution geführt, die ihresgleichen in der Geschichte nicht hat, so daß es schon nicht mehr möglich ist, in der postkonziliaren Kirche die katholische Kirche zu erkennen. Für sie ist diese Art des Vorgehens nur logisch. Denn wurden sie unverfroren herausreden, käme man ihnen sofort auf die Schliche und ihr ganzer Plan geriete durcheinander. Die Taktik, derer man sich schon zwei Jahrhunderte lang bedient, ist vor allem die der Infiltration. Die Infiltration ist von schlauer Umsicht, von gewundener Undurchschaubarkeit, gibt den Änderungen dermaßen den Anstrich des Guten, daß sie in kurzer Zeit erreicht, daß sich "Sinn und Satz" der Glaubenslehre umdrehen. Wie gestern der Erdkreis vor einem Erwachen im Arianismus erzitterte, so zittert er heute vor einem solchem im Modernismus, einem Erwachen infolge des geschickten Manövrierens jahrhundertealter Feinde.

Wenn auch die letzten Pseudopäpste die katholischen Dogmen nicht ausdrücklich geleugnet haben, so ist doch das, was hinter den Veränderungen in Lehre und Liturgie steht, eine stillschweigende Verletzung von Dogmen der Kirche. Dies wurde in den Jahren nach dem "Konzil" auf der ganzen Welt reichlich bewiesen, angefangen vom Dokument der Kardinale Ottaviani und Bacci, dem Aufruf zum Widerstand gegen die neue Messe, der Paul VI. vorgelegt wurde. Innerhalb dieser diabolischen Intrige gibt es wesentliche Punkte, die für jedermann leicht erkennbar sind. Zum Beispiel ist sogar der Begriff "Kirche" bei den Postkonziliaren nicht mehr derselbe. Für sie existiert die hl. Kirche nicht mehr als die einzige Institution Jesu Christi, der man angehören muß, um das Heil zu erlangen; was da existiert, ist eine "Kirche, die "in der katholischen Kirche verwirklicht (ist)" (CIC 1983, can. 204); innerhalb derselben kann die eucharistische Kommunion von Schismatikern und Protestanten empfangen werden (CIC 1983, can. 844, ß 2). Es ist offenkundig, daß hier die gesamte Lehre über die Einzigartigkeit und Einheit der Kirche mitbetroffen ist, die Lehre über den Glauben an die Eucharistie als Zeichen dieser Einheit, über die Notwendigkeit, zur katholischen Kirche zu gehören, um das Heil zu erreichen und vieles mehr. Dieses einzige Beispiel dürfte genügen, um die ganze Tragweite der "verborgenen Häresie" zu begreifen.

So stillschweigend aber diese Häresie auch sein mag, so dürfen wir doch nicht aufhören, uns bewußt zu machen, daß die Kirche Johannes Pauls II. und seiner unmittelbaren Vorgänger ein komplettes Attentat auf das Depositum fidei darstellt. Der Begriff des Depositum fidei sich ursprünglich in den beiden Briefen des hl. Paulus an Timotheus und bezeichnet diejenigen Glaubensdinge, die zu bewahren sind. Später gebrauchte ihn die Kirche vor allem, wenn sie davon spricht, was es zu verteidigen gilt. Das Depositum fidei setzt sich zusammen aus den Dogmen, der Moral, den Sakramenten, der Hl. Schrift und dem hierarchischen Aufbau der Kirche. Dieses Depositum fidei kommt von Gott und wurde den Aposteln, insbesondere dem hl. Petrus, anvertraut. Die Kirche spricht von diesem wie von einer unzerstörbaren Gesamtheit. Dieses Depositum fidei ist in der "Kirche" Johannes Pauls II. nicht mehr zu erkennen. Alle Welt wurde betrogen mit dem Sophismus der Notwendigkeit, die Kirche zu verändern und zu öffnen. Aber die Mahnung der hl. Kirche, nichts zu erneuern, was das Depositum fidei gefährden könnte, ergeht ausdrücklich an die Römischen Päpste:

"Den Nachfolgern des Petrus wurde der Heilige Geist nämlich nicht verheißen, damit sie durch seine Offenbarung eine neue Lehre ans Licht brächten, sondern damit sie mit seinem Beistand die durch die Apostel überlieferte Offenbarung bzw. die Hinterlassenschaft des Glaubens heilig bewahrten und getreu auslegten." (I. Vatikanum, Dogmatische Konstitution De Ecclesia, IV. Sitzung, 18. Juli 1870, D 1836, DS/DH 3070, COeD 816(5-8); deutsche Übersetzung nach DH)

Über dieses hl. Depositum haben sich die Pseudopäpste und deren Anhänger mokiert, und, was noch schlimmer ist, im Namen der katholischen Kirche. Mögen sich an ihm früher sämtliche Häretiker und Schismatiker vergangen haben, solche landeten (faktisch) außerhalb der Kirche. Daß aber in der Gegenwart die Zerstörung des Depositums in dem Sinne, daß es verletzt wird, obwohl es ja an sich unverletzlich ist, im Namen der Kirche betrieben wird, das ist das Unerhörte. Deswegen war die Subversion erfolgreich.

Wir können den Schluß ziehen, daß die Pseudopäpste zwar kein einziges Dogma explizit geleugnet haben, die doktrinäre Richtung aber, aus welcher die postkonziliare "Kirche" gespeist wird, in dem Sinne apostatisch ist, daß sie zur totalen Apostasie führt. Diese Apostasie ist schon in den zerstörerischen Prinzipien über die Einheit des Glaubens enthalten und führt so nicht nur zu einem aufgelösten, verdünnten und dem katholischen Glauben entgegengesetzten Panchristentum, sondern aufgrund dieser zweifelhaften Prinzipien, die sich jederzeit auf Dokumente des "Zweiten Vatikanischen Konzils" stutzen können, zum religiösen Synkretismus, der alle Religionen, selbst Juden- und Heidentum umfaßt.

Johannes Paul II. ist Fortsetzer eines schon offenkundigen Programms. Ermuntert durch die Beihilfe der Hierarchie rollt er ungestört dessen Phasen auf und entfaltet sie.

Anklage gegen Johannes Paul II. wegen Vertretens der Häresien der nachkonziliaren neomodernistischen Reform

Die Situation des Häretikers Johannes Paul II. ist nur im Zusammenhang mit dem Erbe von "Vatikanum II" zu verstehen. Es handelt sich weder um eine neu aufgekommene, von ihm gestützte Häresie noch um eine Erfindung von ihm, sondern um die Kontinuität unter seiner Scheinregierung, um den Zustand der Häresie und des Schismas in der postkonziliaren Kirche. Sicher hat er den Häresien von "Vatikanum II" noch neue Ausformungen hinzugefügt, die sich schon in den häretischen Textzusammenhängen des "Konzils" ankündigten, die er aber deutlich herausstellt und entwickelt, indem er auf derselben Linie weitermacht.

So verlängert und intensiviert Johannes Paul II. die neomodernistische, postkonziliare Reform. Man kann "Reform" sagen, weil diese Wort so etwas wie "neue Form geben" bedeutet, auch wenn diese Reform keine gute ist. So sprach man historisch von der "protestantischen Reform(ation)" und nannte die Aktion der Kirche gegen sie die "katholische Gegenreform(ation)".

Man kann diese Reform neomodernistisch nennen, weil im Modernismus, der vom hl. Pius X. "Summe aller Häresien" genannt und verurteilt wurde, explizit oder im Keim die Häresien des "II. Vatikanums" enthalten sind.

Man nennt diese Reform die postkonziliare, weil sie auf dem "II. Vatikanischen Konzil" basiert und sogleich nach dessen Abschluß die Arbeit an der "Reform" der Kirche auf der Grundlage seiner Beschlüsse vor sich geht. Dabei werden die "Konzilsdokumente" konkret in die Tat umgesetzt. Auf diese Weise vollzieht sich die Reform der Glaubenslehre, der Liturgie, des Kirchenrechtes etc.

Es handelt sich also nicht nur um eine Häresie allein oder um ein einzelnes Faktum von Häresie und Schisma Pauls VI. und Johannes Pauls II. (inclusive Johannes Pauls I.), sondern die Häresien fügen sich ein in den Zusammenhang der Ausführung jahrhundertealter, von seiten der Feinde der hl. Kirche kommender Plane, die ausgeheckt wurden, um dieselbe auf dem Wege der Infiltration zu vernichten.

Wir wollen konkret die Argumente für die Anklage gegen Johannes Paul II wegen Häresie zusammenfassen. Vor allem: wer klagt ihn an? Die ganze Kirche ! Es sind die dogmatischen Konzilien, deren unabänderliche Kanones verletzt wurden. Es sind die Dokumente der Päpste, die kraft ihres höchsten und unwandelbaren Lehramtes sprechen, gegen deren Lehre sich Johannes Paul II. und diese ganze verruchte Reform richtet; sie sind es, die den falschen Hirten anklagen und verurteilen. Es ist die Hl. Schrift selbst, die zugunsten der Häresien verfälscht wird. So sehr steht die hl. katholische Kirche zweier Jahrtausende zur sog. postkonziliaren durch die Urheber dieser Apostasie selbst im Gegensatz, daß sogar die Laien erkennen, daß das, was sich heute noch als katholische Kirche präsentiert, nicht mehr die Kirche der Zeit vor "Vatikanum II" ist.

Bei der Behandlung der vorliegenden Themen wird eine Auflistung und Kommentierung der Häresien erfolgen und gezeigt werden, wie ihnen die Taten Johannes Pauls II. entsprechen.

Als Anhänger des "II. Vatikanischen Konzils" und Nachfolger seiner Vorgänger Paul VI. und Johannes Paul I. vertritt Johannes Paul II. folgende Lehren:

1. Modernismus - In seiner wesentlichen Ausformung als dogmatischer Evolutionismus und Relativismus ist er eine Lehre von der sich ändernden Kirche, die sich den Zeitlaufen anzupassen hat. Im vorliegenden Fall paßt sich die Reform unter Verzicht auf das katholische Dogma, die Lehre, den Kult und die Disziplin dem
Protestantismus an unter Begünstigung des Judentums und der heidnischen Religionen.

Johannes Paul II. zieht sich die von den Kanones des Tridentinischen Konzils vorgesehenen Exkommunikationen zu, die bereits auf alle Zeiten Dekretiertes über die Riten der hl. Messe und der Sakramente verletzen, indem die Lehre geändert wurde. (D 844-982, DS/DH 1601-1812, COeD 684-713, 732-737, 742-744, 753-759) Auch zieht er sich die Verurteilungen zu, die über die Sätze der Synode von Pistoja verhängt wurden. (Pius VI., Konstitution Auctorem fidei, 28. August 1794, D 1501-1599, DS/DH 2600-2700) Der Modernismus ist gemäß S. Pius X. die "Surrune aller Häresien". (S. Pius X., Motu proprio Praestantia Scripturae, 18. November 1907, D 2114, in DS/DH nicht mehr enthalten 1) Die Pseudopäpste der postkonziliaren Reform sind der Prototyp des Modernisten.

2. Ökumenismus - die Arbeit zur Annäherung an die protestantischen "Kirchen", nicht aus der Absicht heraus, deren Mitglieder zu bekehren, sondern in dem Bestreben, jene unmöglich irenische und dem katholischen Glauben abträgliche Vereinigung zu realisieren, die aus der kath. Kirche und den protestantischen "Kirchen" einen einzigen Leib machen will. Der Ökumenismus ist zu wiederholten Malen von den Rom. Päpsten verurteilt worden. Die Idee ist protestantischen Ursprungs und wird als schädlich und gefährlich zurückgewiesen. (Neueste Instruktion De motione Oecumenica des hl. Officiums aus dem Jahre 1949).

Johannes Paul II. verleiht im Gefolge Pauls VI. diesem von "Vatikanum II" vorgeschlagenen Modus der Annäherung Wirksamkeit. Es existiert eine untragbare "Interkonfessionalität", in deren Zuge man sich Gotteshauser und Riten teilt, gemeinsame Bibelausgaben herstellt und gemischte Studien einrichtet, die im Verfall des kath. Glaubens enden; bis hin zu dem Greuel der Spendung der Sakramente an Häretiker und Schismatiker, wobei diese ohne Bekehrung zum Empfang der Eucharistie zugelassen werden.

3. Liberalismus - Johannes Paul II. bekennt sich öffentlich zum antikatholischen Liberalismus und lehrt ihn in der Form von Laizismus, Religionsfreiheit, Gewissensfreiheit und falschem Humanismus (= Hominismus). Er stützt sich auf die Dokumente des "II. Vatikanums" über die Religions- und Gewissensfreiheit, denen er eigene Formulierungen hinzufügt. Der Liberalismus hat durch die Kirche, vornehmlich in den Enzykliken Mirari vos von Gregor XVI. (15. August 1832, D 1613-1616, DS/DH 2730-2732 mit Lücken), Quanta Cura samt Syllabus von Pius DC. (8. Dezember 1864, D 1688-1780, DS/DH 2890-2980 mit Lücken) sowie Immortale Dei und
Libertas von Leo XIII. (1. November 1885, D 1866-1888, DS/DH 3165-3179 mit Lücken und 20. Juni 1888, D 1931-1936, DS/DH 3245-3255) seine Verurteilungen bereits erfahren.

4. Freimaurerei - Bei Johannes Paul II. zeichnet sich besonders die Spielart des freimaurerischen Liberalismus ab, der er huldigt und die er begünstigt. Dabei ist es nicht nötig, daß er namentlich eingetragenes Mitglied dieser Organisation sein muß. Er drückt sich wie ein Freimaurer aus und benimmt sich wie ein solcher in seinen engen freundschaftlichen Beziehungen zu den distinguiertesten Zweigen der Maurerei, vornehmlich zu der des "B'nai Brith", der Freimaurerei für die Juden, sowie bei seinen Besuchen in der Organisation der Vereinten Nationen (UNO) und seinen Lobreden an sie; eine Gesellschaft freimaurerischen Ursprungs, deren Postulate von einem unverhohlenem Liberalismus sind und infolgedessen zur katholischen Kirche im Widerspruch stehen. Groß ist die Zahl der durch die hl. Kirche erfolgten Verurteilungen gegen die Freimaurer, denen zufolge all jene exkommuniziert sind, die namentliche Mitglieder sind, sowie auch alle, die sich öffentlich zu ihren liberalen Grundsätzen bekennen.

5. Indifferentismus - Das gesamte Werk Johannes Pauls II. ist von der Lehre des "religiösen Indifferentismus" durchtränkt, die da lehrt, daß jede Religion aus der "Immanenz" bzw. dem religiösen Gefühl hervorgeht und deshalb gut ist, ohne daß dabei die Notwendigkeit der Offenbarung und der durch Unseren Herrn Jesus Christus vollzogenen Erlösung bestünde. Aufbauend auf den Lehren des "II. Vatikanums" sind Paul VI. und Johannes Paul II. in der "Erklärung über die Beziehung zu den nichtchristlichen Religionen", wo u.a. gelehrt wird, daß durch den Buddhismus "die Menschen (...) einen Zustand vollkommener Befreiung erreichen oder, sowohl durch eigene Anstrengungen als auch gestützt auf höhere Hilfe, zu höchster Erleuchtung zu gelangen vermögen" (Vatikanum II, Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen Nostra Aetate, Kap. 2, DH 4196, COeD 969B.16) weit über den "panchristlichen" Ökumenismus hinausgegangen. Es erübrigt sich zu sagen, daß der Indifferentismus von der Kirche verurteilt wurde. Die Verurteilungen finden sich insbesondere im Syllabus Pius DC. von 1864, Nr. 15 - 18 (D 1715-1718, DS/DH 2915-2918). Die Verurteilungen des Indifferentismus
sozial-politischen Typs liberaler Prägung, zu dem sich Johannes Paul II. ebenfalls bekennt, bildet einen Teil desselben Dokuments.

So stark war der Vorstoß dieser synkretistischen Bewegung freimaurerischer Prägung unter Johannes Paul II. - über den Judaismus sprechen wir weiter unter in einem gesonderten Abschnitt -, daß die Katholiken allmählich schon daran gewöhnt sind, nach den "Konferenzen für den Frieden" von Assisi und Rom in den katholischen Kirchen die höchsten Vertreter der heidnischen Religionen anzutreffen, und dadurch, daß sie diese als hohe Persönlichkeiten empfangen, am infamsten Zerstörungswerk an der katholischen Kirche mitzuarbeiten. So ist nun der Dalai Lama eine andere "Heiligkeit" neben "Seiner Heiligkeit" Johannes Paul II. Im Eiltempo macht sich nunmehr die postkonziliare Kirche an die Verwirklichung dessen, was die in die Kirche eingeschleusten Freimaurer, wie Abbé Rocca, angekündigt hatten: nämlich eines "Konzils", an dem Vertreter aller heidnischen Religionen und christlichen Sekten teilnehmen werden, unter dem Vorwand einer Vereinigung für Frieden und Fortschritt, dessen wahres Ziel aber sein wird, zu beweisen, daß die kath. Kirche auf triumphale Weise erledigt wurde und sich nunmehr nur noch als eine unter anderen Religionen betrachtet. All dies verläuft nach einem perfekt vorgezeichneten Plan. Johannes Paul II. vollendet das Werk der Großen Synarchie, und es wird nicht mehr lange dauern, bis wir das besagte Konzil, von ihm einberufen, erleben werden.

6. Judaisierung der Kirche - Die Details dieser Anklage wurden bereits behandelt. Die judaisierende Häresien gehört in das Gebiet des Neomodernismus im Zusammenhang mit der Religionsfreiheit im besonderen und dem Liberalismus im allgemeinen. Diese Häresie geht noch viel weiter und läßt die Arbeit zur Verwirklichung der Großen Synarchie hinter sich. Sie ist die offenen Kollaboration mit dem religiösen Judentum, um den Glauben an Jesus Christus als wahren Gott und wahren Menschen sowie Sein Werk, die hl. Kirche, zu vernichten, indem sie die Welt einem politischen Reich messianischer Art entgegenfuhrt. Sie nimmt ihren Anfang mit "Vatikanum II", auf dem sie schon im Keim vorhanden ist. Sie setzt sich mit Paul VI. fort, am weitesten aber bringt sie es in den Reden und unter der "Amtsführung" Johannes Pauls II., der eine ganze "Theologie" um die brüderliche Verbundenheit beider Religionen zusammenbastelt, wobei er der unionistischen Bewegung in den Einrichtungen der Kirche starke Impuls verleiht und darüber hinaus die "Säuberung" von Bibel, Katechese und Liturgie zugunsten des Judentums kräftig vorantreibt. Die Juden-Maurerei spielte eine große Rolle in diesem Prozeß, der bei der erwiesenen Unterwanderung in der Kirche beginnt und in der offenen Anerkennung der judaisierenden Bewegung von Seiten der letzten Scheinpäpste seinen Höhepunkt erreicht.

Die judaisierende Häresie wird es sein, die schließlich mit den letzten in der postkonziliaren "Kirche" noch verbliebenen christlichen Elementen vollends aufräumt. Sie wird darüber hinaus ihre Auswirkungen auf das gesamte historische und sozio-politische Umfeld, in dem sich die Kirche bewegt, ausdehnen. Schon zeichnet sich die Ungeheuerlichkeit einer mittels falscher "Verbrüderung" erreichten "jüdisch-christlichen Religion" ab, die Elemente beider Religionen beinhalten wird. Diese Bewegung hat einen nachweisbaren politischen Hintergrund. Das Judentum ist in seiner reinsten Form ein politischer Messianismus. An diesem Plan arbeitet Johannes Paul II mit. Die judaisierende Häresie, die man innerhalb des Neomodernismus einordnen kann und die ihre Grundlage im dogmatischen Evolutionismus hat, der am Ende das Dogma zum Verschwinden bringt, wird in Zukunft spezifische Verurteilungen erforderlich machen.

7. Teilhardismus - Johannes Paul II. hat sich im Jahre 1981 der Feier des 100. Geburtstages Teilhard de Chardins vermittels einer durch "Kardinalstaatssekretär" Casaroli gesandten Grußbotschaft angeschlossen. Dieser wünschte "im Namen des Papstes, unsere Zeit möge das Werk Teilhards bewahren (...), das Werk eines Mannes, der die Ehre hatte, den Glauben und die Vernunft zugleich zu ehren." Teilhard de Chardin ist Häretiker und Erfinder phantastisch-verstiegener Theorien über die "Christogenese"; seine pantheistischen, esoterischen und völlig apostatischen Lehren wurden drei Pontifikate lang sanktioniert. Die letzte Sanktion ist ein Monitum des Hl. Offizium aus dem Jahre 1962, das vor den Irrtümern Teilhards hinsichtlich "der Erbsünde, des traditionellen Konzepts über die Schöpfung, Vermengung von natürlicher und übernatürlicher Ordnung" warnt. Teilhard leugnet die Notwendigkeit der durch Unseren Herrn Jesus Christus bewerkstelligten Erlösung, noch mehr, er verabscheut sie. Er vertritt schwerste Irrtümer, offene Häresien in Bezug auf die Fleischwerdung des Wortes und ist der Urheber des von Johannes Paul II. vertretenen, neu aufgekommenen Prinzips, das da behauptet, "der Sohn Gottes (habe) sich in seiner Menschwerdung gewissermaßen mit jedem Menschen vereinigt" (RH, Kap. 8, S. 16)

Somit ist er auch der Urheber der Synthese des christlichen Marxismus.

8. Annäherung an den Kommunismus - Johannes Paul II. betreibt weiter "Ostpolitik" bzw. die von Paul VI. initiierte Öffnung zum Osten hin. Da er sich zum sozio-politischen Indifferentismus bekennt, kann und muß die "Kirche" nach seiner Auffassung mit den marxistischen Regimen friedlich zusammenleben und -arbeiten. In seiner Enzyklika Divini Redemptoris verurteilt Pius XI. 1937 nicht nur den Marxismus, sondern jede Art der Zusammenarbeit mit ihm.

Verwendete Abkürzungen

COeD: Conciliorum Oecumenicorum Decreta, ed. Centro di Documentazione, Istituto per le
Scienze Religiose, Bologna-Freiburg-Rom 19733
D: Enchiridion symbolorum, definitionum et declarationum de rebus fidei et morum, ed.
Henricus Denzinger et alii, Barcelona-Freiburg-Rom 195731 und früher
DH: Enchiridion symbolorum, definitionum et declarationum de rebus fidei et morum, ed.
Denzinger-Hünermann, Barcelona-Freiburg-Rom 199137 (lat.-dt. Parallelausgabe)
DS: Enchiridion symbolorum, definitionum et declarationum de rebus fidei et morum, ed.
Denzinger-Schönmetzer, Barcelona-Freiburg-Rom 1963-19763236
RH: Redemptor hominis, Enzyklika Johannes Pauls II., 4. März 1979 (Verlautbarungen des
Apostolischen Stuhls, Nr. 6, Bonn 1979)


Anmerkung:
1) Mit gutem Grund von den Reformern ausgesondert! Diese Passage enthalt sowohl die berühmte Bezeichnung der modernistischen Irrtümer als "Sammelbecken aller Häresien" (tum vero maxime, cum modernistarum errores, id est omnium haereseon collectum, propugnant) als auch die Verhängung der Exkommunikation gegen jeden, der dem Syllabus Lamentabili sane exitu (3. Juli 1907) oder der Enzyklika Pascendi dominici gregis (8. September 1907) widerspricht

 
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