56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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Ausgabe Nr. 11 Monat Dezember 2004
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2005
SPENDENAUFRUF


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Offener Brief an H.H. Bischof M. Pivaruns


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Ad multos annos - Herrn Prof. Dr. D. Wendland zu seinem 80. Geburtstag


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2004
Eberhard Heller: Besuch aus Mexiko


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
Open Letter to most Reverend Bishop M. Pivarunas


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
ROTHKRANZ Y LAS INVESTIGACIONES...


Ausgabe Nr. 10 Monat Dezember 2004
Sobre Monseñor Thuc y Monseñor Carmona


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2005
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN ...


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Offener Brief an H.H. Prof. Dr. August Groß


Ausgabe Nr. 2 Monat März 2003
Wer in der modernen Welt


Ausgabe Nr. 3 Monat April 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2003
The Roman Catholic Diaspora Church


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
Zitate: Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat September 2003
Rothkranz in Untiefen


Ausgabe Nr. 8 Monat October 2003
L’Eglise Catholique-Romaine de la diaspora


Ausgabe Nr. 11 Monat December 2003
De Monseñor Pierre Martin Ngô-dinh-Thuc


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 2 Monat Mars 2002
ES MONSEÑOR LEFEBVRE UN OBISPO ORDENADO VALIDAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat Juli 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 5 Monat September 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Pfarrer Carl Sonnenschein


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
Satanische Tendenzen in der Rock Musik


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 8 Monat December 2002
Is Mgr. Lefebvre a validly consecrated bishop?


Ausgabe Nr. 7 Monat Diciembre 2001
LA IGLESIA CATOLICO-ROMANA EN LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2001
Papsttum als eines Wesens-Elementes der Kirche


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
Über das Papsttum der römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
DIE SCHÖPFUNG - EIN GÖTTLICHER PLAN - Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 8 Monat Januar 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2000
Kurze Antwort auf eine Anfrage zum Sedisvakanzproblem


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
WAR MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 2000
Zum Problem des innerkirchlichen Klerikalismus


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 1999
IN MEMORIAM FRAU ELSE KETTERER


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?- Fortsetzung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
AUS EINEM BRIEF AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1993
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1993
LESERBRIEF


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1994
ZUM PROBLEM DER ERFORDERLICHEN INTENTION BEI DER SAKRAMENTENSPENDUNG


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1995
NUR NOCH AUSLAUFMODELL?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1994
IST MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 11 Monat Juli-Sondernr. 1992
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
DER FALL ESCRIVA


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1992
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RELIGION?


Ausgabe Nr. 4 Monat Mai 2006
DIASPORA


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundes-Republik Deutschland


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundesrepublik Deutschland


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli, Sondernr 2/3 1990
ÜBER DIE GRÜNDUNG DER Una et Sancta ECCLESIA, Vorwort


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1990
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1991
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1991
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1989
MYSTERIUM FIDEI


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1989
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Januar 1989
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE KIRCHE?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1988
LESERBRIEF IN AUSZÜGEN


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Über die christliche Taufe und das Tauf-Sakrament


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
STELLUNGNAHME ZU DEM ARTIKEL DIE KRISE DER APOSTOLISCHEN SUKZESSION...


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Aus EINEM BRIEF VON S.E. MGR. MOÍSES CARMONA


Ausgabe Nr. 3 Monat Sept./Okt. 1987
THEOLOGISCH-PHILOSOPHISCHE REFLEXION ÜBER DEN TRINITARISCHEN GOTT


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1986
Was ist das eigentlich: Die Häresie?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1986
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1986
... DEN LEIB DES HERRN NICHT MEHR UNTERSCHEIDEN...


Ausgabe Nr. 5 Monat Januar 1987
ZUM 'MYSTERIUM FIDEI'


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
... UND SPIEEN IHM INS ANGESICHT ...


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
Die Todsünde der Gotteslästerung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1985
OFFENER BRIEF


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1985
Es WÄRE ZU BEDENKEN


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
EINIGES ÜBER DEN BEGRIFF UND DAS WESEN DES CHRISTLICHEN GLAUBENS


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
BRIEF VON HERRN PROF. DR. D. WENDLAND AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar/März 1986
DAS GLAUBENSBEKENNTNIS DER KIRCHE ?


Ausgabe Nr. 6 Monat Oktober 2006
Der Teufel im Kino


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2006
Und ihr werdet sein wie Gott


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
Y seréis como Dios (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
And thou wilt be like God (Gen. 3,5)


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
Et vous serez comme Dieu


Ausgabe Nr. 11 Monat February 2008
ARE POST CONCILIAR RITES VALID?


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
LA VALIDEZ CE LOS RITOS POSTCONCILIARES CUESTIONADA


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
BIBLIOGRAFIA: VALIDEZ CUESTIONADA DE LOS NUEVOS RITOS POSTCONCILIARES


Ausgabe Nr. 13 Monat Diciembre 2009
L’EGLISE CATHOLIQUE-ROMAINE DE LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2010
Mitteilungen der Redaktion - wichtige Hinweise


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. a-b Ist das sakramentale Priestertum in der Konzilskirche erhalten


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. e-f Die fehlende ‚Intention’ bei der Weihe nach dem Montini-Ritus


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
In memoriam Prof. Wendland


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
Mitteilungen


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
E sarete come Dio (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2011
Zitate aus:Über (...) eine Kirche ohne Papst


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2013
Null und nichtig – der Ritus der Bischofsweihe von 1968


Ausgabe Nr. 3 Monat August 2015
Tuet dies zu meinem Gedächtnis (Lk. 22,19)


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2022
In Erinnerung an Dr. Ante Križić


DIASPORA
 
DIASPORA

Diaspora - das heißt Zerstreuung
- Der Begriff und seine Wandlungen -

von
Hubert Butterwegge

"Diaspora", ein griechisches Wort, heißt bekanntlich "Zerstreuung". Näherhin bezeichnet es in der ältesten griechischen Übersetzung des Alten Testamentes, der im dritten vorchristlichen Jahrhundert von jüdischen Gelehrten zu Alexandria geschaffenen "Septuaginta", die Zerstreuung des jüdischen Volkes unter den Heiden und trägt hier bereits den schmerzlichen Nebenton "Verbannung". Denn wie schon der Entstehungsort der Septuaginta zeigt, hatten damals viele Juden ihr Vaterland, freilich zumeist aus recht diesseitigen Gründen, verlassen und außerhalb Palästinas zahlreiche Gemeinden gegründet. Diese paßten sich zwar äußerlich, in Sprache und Gesittung, ihrer hellenistischen, d.h. vom Geiste Altgriechenlands genährten Umwelt an, hielten jedoch im übrigen an der religiösen Einheit mit der Heimat fest. Buchstäblich vollendet wurde dann diese Zerstreuung, als mit dem Untergange Jerusalems das Volk Israel die weltgeschichtliche Buße für seine Ablehnung des Heiles antrat.

Bemerkenswerterweise kommt das Wort "Diaspora" im Neuen Testament nur wenige Male vor. Bei Joh. 7, 33 ff. wissen die Juden auf Christi Andeutung, er werde sie bald verlassen, sie würden ihn suchen, aber nicht finden - nur die wohl gewollt einfältige Einrede: "Wohin will er denn gehen, daß wir ihn nicht mehr finden sollen? Will er etwa in die Länder gehen, wo die Juden unter den Griechen zerstreut wohnen und die Griechen belehren...?"

Bei Jak 1, 1 und Petr 1, 1 gehört "Diaspora" zur Anschrift des Briefes und weist auf die bekannte Tatsache hin, daß die Apostel, vor allem der hl. Paulus, bei der Predigt des Evangeliums in den Mittelmeerstädten sich gerne der Synagogen ihrer Landsleute, als der nächstgegebenen Anlehnungs- und Stützpunkte bedienten. So zweigte sich von der jüdischen Diaspora alsbald eine zweite ab, die christliche Gemeinde.

Angesichts der Schwierigkeiten und Widerstände, die der jungen Kirche beim Vollzuge ihrer gottverliehenen Sendung an "alle Welt" und "alle Völker" entgegentraten, mußten die Christengemeinden in den Großstädten des Römischen Reiches naturgemäß vorderhand zahlenmäßig nur sehr klein bleiben. Dennoch finden wir nicht, daß die Frühkirche jemals in sich jenes Minderheitengefühl entwickelt hätte, das sich für die Juden in dem Worte "Diaspora" aussprach. Im Vertrauen auf den Schutz ihres göttlichen Stifters und Hirten blieb die Kirche ihres Endsieges gewiß. Und hatte bereits die Synagoge, wie u. a. aus der angeführten Johannesstelle hervorgeht, sich darum bemüht, die "Griechen zu belehren", so dachte das Christentum, allen Hemmnissen zum Trotz, noch viel weniger daran, sich irgendwie diasporamäßig abzukapseln. Es begnügte sich nicht damit, eine weitere unter den unzähligen Religionsmeinungen darzustellen, die sich der versinkenden antiken Welt zur Lösung der Welträtsel anpriesen. Vielmehr war es der der christlichen Wahrheit wesenhaft eigene Ausschließlichkeitsanspruch, der seinen Bekennern den Schwung gab, noch unter Todesfoltern mit dem Apostel wider die Hoffnung zu hoffen.

Der gleiche christliche Optimismus ist es wohl auch, der sich dagegen sträubt, die Bekehrtengruppen in den heutigen Heidenländern als Diaspora aufzufassen. Durch die offensichtlich nur langsamen Fortschritte in der Verchristlichung der Menschheit, durch die nahezu unüberwindlichen Hindernisse und Störungen aus der verderbten Natur her, wie sie sich der Frohen Botschaft vielerorts entgegenstemmen und zuweilen eher sich zu versteifen als nachzugeben scheinen, soll nach dem Willen Gottes die Kirche als eine zwar vom Heiligen Geiste geleitete, immerhin von gebrechlichen Menschen getragene Körperschaft dazu erzogen werden, Demut, Hoffnung und Geduld zu bewahren. Daher betrachtet sie die bis jetzt (und wie mühsam) gewonnenen Christenschaften inmitten einer millionenköpfigen Heidenwelt nicht etwa als aussichtslos vorgetriebenen Vorposten, umringt von einer überwältigenden Feindesmacht, an deren erstarrter Masse jeder weitere Versuch des Vorrückens scheitern muß, nein, auch hier rechnet die Kirche mit den Zeiträumen Gottes und tut inzwischen getrost das Ihrige. Demnach kennt auch die Heidenmission keine Diaspora, so sehr der Name hier sachlich oft genug zuträfe.

So bleibt letztlich für den Begriff der Diaspora ein einziger gegenwartsgültiger Inhalt: Diaspora im kirchlichen Sinne bilden jene Katholiken, die weit verstreut, manchmal ganz vereinzelt, jedenfalls in fühlbarer Minderzahl, Gebiete bewohnen, deren Bevölkerung im übrigen geschlossen einem anderen christlichen Bekenntnisse anhängt.

Diese Begriffserklärung setzt nun dreierlei voraus:

Zunächst muß das fragliche Gebiet zu irgendeiner Zeit die christliche Lehre bereits gehört und angenommen haben. Danach ist echte Diaspora nur in Europa und, unter gewissen Einschränkungen, in Nordamerika möglich.
Zweitens muß die ehedem vorhanden gewesene kirchliche Einheit irgendwann und irgendwie so gesprengt worden sein, daß es praktisch den Untergang der alten Kirche bedeutete.
Drittens müssen Ursachen wirksam gewesen sein und noch fortwirken, die es begründen, daß ein geringer Bruchteil der Bevölkerung entweder dem alten Glauben treu blieb oder zu ihm zurückkehrte.

Diese Lage ist im Laufe der Kirchengeschichte wiederholt dagewesen. So etwa im vierten Jahrhundert, als nach St. Augustin's Wort der "Erdkreis erwachte und sich arianisch fand". So im elften Jahrhundert, als der Bruch Konstantinopels mit Rom die gesamte Ostkirche von der Einheit im Glauben losriß. Doch sind diese Ereignisse, an sich folgenschwer genug, nicht entfernt so welt- und kirchengeschichtlich umwälzend gewesen wie jener Riß in Lehre und Bau, der seit dem Anfange des sechzehnten Jahrhunderts durch die Christenheit geht. Es war die Geburtsstunde des herbsten aller Probleme, der Diasporaseelsorge.

Als nach den schweren Verlusten, die die Kirche damals erlitt, der Westfälische Friede den Dreißigjährigen Krieg und ein rundes Jahrhundert schärfsten Glaubenskampfes beendete, wurden in einer herben "Bilanz" alle jene staatlichen Grenzen festgelegt, die zugleich auch den territorialen Besitzstand der Konfessionen nach dem Grundsatz: "Cuius regio - eius religio" umrissen. Ein Stand, der trotz der einschneidenden Eingriffe der Säkularisation in Hoheitsrecht und weltliches Besitztum der Kirche, der Neuumschreibung einer Reihe von Bistümern, bis beträchtlich in das 19. Jahrhundert hinein unverändert blieb und im Kern noch heute die Grundfarbe aller "Konfessionskarten" abgibt. Diese Festlegungen mit allen ihren Klammern staatlicher Rechtspositionen etwa, waren so stark in das Bewußtsein, in das praktische Verhalten, in die Vorstellungswelt eingedrungen, daß sie hierin noch unverändert bestanden, als längst kleinere und mit dem fortschreitenden 19. Jahrhundert bedeutendere Umschichtungen im Gange waren, die die Farbtöne des Bildes zu verändern begannen.

Die immer stärker fortschreitende Industrialisierung des 19. Jahrhunderts mit ihren großen Binnenwanderungenstellte dann in aller Schärfe dieses Problem, das wir heute unter dem Wort "Diaspora" begreifen, heraus. Die Bekenntnisse wurden in bisher nicht gekanntem Maße durcheinander geworfen, die Geschlossenheit überwiegend katholischer Bezirke geschwächt und Hunderttausende von Katholiken der Arbeitsgelegenheit nach in die großen Räume anderen Glaubens gezogen, vielfach unter recht ungünstigen wirtschaftlichen, sozialen und sittlich-religiösen Bedingungen. Es war dies eine Entwicklung, die auch im 20. Jahrhundert nicht abklang, sondern unter anderen politischen, volkswirtschaftlichen und "weltanschaulichen" (nicht religiösen, in bestimmter Weise sogar anti-kirchlichen und anti-religiösen) Aspekten fortgesetzt und durch die Möglichkeiten der modernen Massenbeförderung noch verstärkt wurde.

So haben geschichtliche, religiöse und volkswirtschaftliche Ursachen zusammengewirkt, vor allem den deutschen Norden und Nordosten zu einem klassischen Diasporagebiet zu machen, das innerhalb der Kirche vielleicht nicht mehr seinesgleichen hat. Aber die dornige Mühe auf dieser verlassenen Flur vollzieht sich unter dem gewaltigen, ebenso ehrfurchtgebietenden wie trostspendenden Schatten einer großen katholischen Vergangenheit: wenn auch die stattliche Anzahl bischöflicher Sitze, die unser Vaterland einst von Erfurt bis an die äußersten Nordgrenzen deutschen Kultureinflusses, bis nach Island einerseits und Dünaburg andererseits, zierten, nach Gottes Willen fast restlos untergegangen ist, so ragen doch noch vielerorts die herrlichen Dome der Vorzeit gen Himmel.

Ja, hier ist der wahre Muttergrund unserer Diaspora! Dieser ehrwürdige Boden birgt noch die zwar stark beschnittenen, doch, so hoffen wir, nicht endgültig erstorbenen Wurzelstöcke, aus denen einmal für Jahrhunderte eine reiche katholisch-deutsche Lebensmeisterung erwuchs!

Menschlichem Ermessen nach ist schwerlich damit zu rechnen, daß die Glaubenslage etwa des dreizehnten Jahrhunderts sich jemals wiederherstellen werde. Gott weiß allein, ob und wann er diese bitterste Heimsuchung der deutschen Kirche beenden wird, die zugleich das tragische Schicksal unseres ganzen Volkes ist.

(aus: Hubert Butterwege und Albert Eredle: "Auf Gottes Waage - Christen in Glaubensnot und Zerstreuung" Paderborn 1956, S. 13 ff.)

***

Die Not der heimatlosen Seele

von
Otto Feige


Heimat, ein Wort, das zum Herzen spricht. Heimat, das ist die kleine, umfriedete Welt, der gesegnete Boden, in den das Herz seine stärksten Wurzeln senkt. Das Haus, in dem du geboren wurdest, wo die Mutter dich beim Namen rief und der Vater dir das Brot reichte; die braune Erde, die der Ahn schon gewendet und bebaut hat; die Linde, unter der du am Feierabend geruht und geträumt hast, der Brunnen, aus dem du schöpftest, das alles ist Heimat. Heimat, das ist für den religiösen Menschen vor allem die Kirche. Hier steht der Brunnen, wo du wiedergeboren wurdest aus dem Wasser und dem Heiligen Geist, wo der himmlische Vater dich hebend beim Namen rief. Hier steht der Tisch, wo Er dich gesättigt mit Seinem Himmelsbrot. Hier steht das Kreuz, der Baum des Lebens, in dessen Schatten du ruhtest, wenn du mühselig und beladen warst. Man sagt mit Recht, die Kirche ist die Heimat der Seele. Man kann auch sagen, sie ist die Seele der Heimat. Glücklich der Mensch, der das hat, dem die Kirche Heimat ist, Haus des Vaters, wo er weiß, hier bin ich daheim, hier ruh' ich mich aus.

Diese heimatliche Geborgenheit der Seele entbehrt der Katholik in der Diaspora. Er hat keine Kirche. Seine Seele ist hungrig, durstig und müde, aber da ist kein Tisch, an dem sie sich sättigen, kein Brunnen, an dem sie ihren Durst löschen, kein Schatten, in dem sie ruhen könnte. Ab und zu, vielleicht einmal im Monat, kommt ein Priester von weither. Dann wird ein Tisch für den Gottesdienst hergerichtet, in irgendeiner Wohnung, in einer Schule, in einem Wirtshaus, in einem Tanzlokal. Einen Augenblick brennen Kerzen, schimmert der Kelch, leuchtet die weiße heilige Hostie. Aber dann kehrt der graue Alltag zurück in den grauen Raum. Der Tisch wird abgeräumt, der Priester geht wieder weg; die Kerzen sind erloschen. Wo eben noch das erhabenste Geheimnis gefeiert wurde, wird wieder gegessen, geschlafen, getrunken, geraucht, getanzt - gesündigt. Gewiß, Architektur ist nicht das Letzte. Prunkvolle Kelche, edelsteingeschmückte Monstranzen, brokatene Gewänder sind nicht der Hochglanz des heiligen Opfers. Das Strahlende der heiligen Messe, ihre Sonne ist Christus in der heiligen Hostie. Wo Christus gegenwärtig ist, da wird die ärmste Hütte zum Hause Gottes und zur Pforte des Himmels. Aber wer sieht so tief, und wer wollte es den armen Vertriebenen, die den kultischen Reichtum des katholischen Ostens mit der Armseligkeit der Diaspora vertauschen mußten, verargen, wenn sie klagen, daß sie von der Weihe und Würde des Gottesdienstes so wenig verspüren. Im Hohen Dom zu Paris, bei einem feierlichen Weihnachtsgottesdienst, fand Paul Claudel, der bekannte französische Diplomat und Schriftsteller, den Glauben seiner Kindheit wieder. Er konnte sich nicht sattsehen an dem erhabenen Schauspiel der heiligen Messe. Die Großartigkeit des Raumes, die Schönheit der Liturgie hatten ihn überwältigt. So ist nun einmal der Mensch: die Schön-heit der Form spricht zu seinem empfänglichen Herzen, und in einer hochgewölbten, stimmungsvollen Kirche, in der ein leiser Hauch von Blumen und Weihrauch sich mischt mit der geheimnisvollen Ausstrahlung vergangener Jahrhunderte, betet es sich besser und findet das Herz leichter zu Gott als etwa in einem Tanzsaal, der noch vom Bierdunst und Zigarettenrauch der vergangenen Nacht geschwängert ist.

Vor kurzem schrieb ein schlesischer Flüchtling an seinen ehemaligen Heimatpfarrer. Er schilderte die Fremdheit seiner Umgebung, seine bedrängte Lage, seine kümmerlichen Wohnverhältnisse, seinen mageren Arbeitslohn. Der Mann hatte früher bessere Tage gesehen und litt offensichtlich schwer an den veränderten Verhältnissen. "Aber das", schrieb er am Schluß, "wäre noch zu ertragen. Der Mensch gewöhnt sich schließlich an alles. Aber das Schlimmste ist: Wir haben hier keine Kirche und keinen Priester. Nur ganz selten, acht Kilometer von hier entfernt, ist Gelegenheit, der heiligen Messe beizuwohnen. Und daran werde ich mich nie gewöhnen."

Indes, der Mann, der das schrieb, hat das Schlimmste noch nicht gesagt. Noch weiß er ja um das, was ihm fehlt. Er leidet darunter, "er kann sich nicht daran gewöhnen". Nein, das Schlimmste ist das noch nicht, wenn ein Mensch leidet, weil seine Seele Heimweh hat nach den Gnadenschätzen der Kirche. "Selig sind, die Heimweh haben, denn sie werden nach Hause kommen", so beginnt ein Buch des frommen Arztes Jung-Stilling, des Freundes Goethes. Das Schlimmste, das Allerschlimm-ste ist, wenn ein Katholik sich an die Diapora gewöhnt hat. Wenn er sich abgefunden hat, wenn das Heimweh seiner Seele eingeschlummert ist. Wieviele sind es, die in der Diaspora allmählich dieser tödlichen Gefahr erliegen.

Ein Priester der Mark Brandenburg behauptet in einer Broschüre über Diasporaseelsorge: "Ich habe meine Erfahrungen in den siebenunddreißig Jahren meiner Diasporaseelsorge gesammelt. Die an einem Ort leben, wo eine katholische Kirche steht, können hier nicht mitreden, sondern nur die andern, die zehn Kilometer und mehr von der Kirche entfernt wohnen. Sie werden mir hundertprozentig recht geben, wenn ich schlankweg behaupte: Wer zehn Kilometer und mehr von der Kirche entfernt wohnt und keine Fahrgelegenheit hat, wird mit der Zeit seinen Glauben verlieren."

Ist das nicht schrecklich?

Und können wir ermessen, was das bedeutet?

Wir haben in den schrecklichen Jahren, die hinter uns liegen, den Hunger kennengelernt. Wir wissen, daß er weh tut und wie sehr er den Körper schwächt. Wenn ein Hungriger an deine Tür klopfte und bäte um Gottes willen um ein Stückchen Brot, könntest du dann hart sein? Törichte Frage! Selbstverständlich wird man da helfen, man ist doch kein Unmensch. Da tut man doch, was man kann. Nun, es gibt eine Not, die größer ist als die Not des Leibes: die Not der hungernden, heimatlosen Seele. Haben wir ein Herz auch für diese Not? "Was weiß der, der nicht gelitten hat", fragt die Heilige Schrift. Was wissen wir denn, die wir im Schatten eines Kirchtums wohnen, wohlbehütet und wohlversorgt mit allen Reichtümern des Himmels, was wissen wir von dem Heimweh derer, die an den Flüssen Babylons sitzen und sich verzehren in Sehnsucht nach dem Hause des Herrn. Wir haben unseren Pfarrer, wir haben unsere Kirche, wir haben Altar, Tabernakel und Kommunionbank; wir haben Beichtstuhl und Kanzel. Wir haben nie gehungert, wir saßen immer an gedeckten Tischen. Wir haben nie gedürstet, uns rauschten Ströme lebendigen Wassers aus sieben nie versiegenden Gnadenquellen. Was wissen wir von der Diaspora, von dem Hunger und der Verlassenheit heimatloser Seelen. Von den Kindern, die ohne Religionsunterricht heranwachsen, von den Sterbenden, die ohne Sakrament hinübergehen, weil der Priester nicht rechtzeitig zur Stelle sein kann; von dem Heldenmut der Diasporapriester, die zwanzig Kilometer und mehr mit Fahrrad und schwer bepacktem Rucksack bei Wind und Wetter überwinden müssen, um Gottesdienst halten zu können. Von den Opfern der Gläubigen, die an Sonntagen, da Gelegenheit zur Teilnahme am Meßopfer gegeben ist, in aller Frühe noch vor Sonnenaufgang sich auf den weiten Weg machen und spät abends erschöpft und todmüde vom Kirchgang nach Hause kommen. Was wissen wir davon, und was geht das uns an? Das ist eine Frage an unseren Glauben.

(aus: Hubert Butterwege und Albert Eredle: "Auf Gottes Waage - Christen in Glaubensnot und Zerstreuung" Paderborn 1956, S. 112 ff.)

***

AUSSICHTEN AUF ÜBERLEBEN

von
Prof. Diether Wendland

(aus: DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? - EINSICHT, 22. Jahrgang, Mai 1992)

Was können einzelne, die in der Zerstreuung leben, in Ansehung einer solchen Sachlage noch tun, die ihnen heute doch wahrhaftig keinen großen Spielraum mehr läßt? Sicherlich wird die röm.-kath. Diaspora-Kirche das 20. Jahrhundert überleben. Darüber besteht überhaupt kein Zweifel. Denn Christus ist nicht gegen sie und ihre schwachen Glieder. Die Frage ist und kann allein nur sein: Wie und auf welche Weise wird sie überleben und auch überleben können? Darüber jedoch besteht noch sehr viel Unklarheit in allen Regionen, die sich überblicken lassen (was in Europa leichter ist als anderswo). Ich persönlich und andere halten auch nichts von einem sog. "unvollständigen Konzil" für bestimmte Zwecke, bevor nicht eine besondere Organisationsform existiert und wirksam geworden ist, die der röm.-kath. Diaspora-Kirche angemessen ist (vielleicht am besten erst regional und dann überregional). Auch eine Ecclesia in der Diaspora, d.h. in der Zerstreuung, muß ihre Einheit bewahren, und zwar unter Beachtung und nach Maßgabe der Prinzipien einer ecclesiologischen Einheit.

Die römische 'Konzils-Kirche' existiert nicht bloß in Rom - dort sitzt nur ihr Oberhaupt, wenn es sich nicht gerade auf einer 'Pilgerreise befindet -; vielmehr hat sie sich auch in allen Diözesen häuslich eingerichtet, nachdem sie diese Territorien ohne Wiederstand übernehmen konnte. Nur diese Sache kann man als Okkupation bezeichnen. Was jedoch die Okkupanten selbst betrifft, so sind sie nichts anderes als Diebe und Räuber fremden Eigentums, das ihnen leider noch niemand streitig gemacht hat, weil man eben auch in dieser Beziehung zu schwach ist. Indessen wird doch niemand gezwungen, an diese Okkupanten Steuern und andere Abgaben zu zahlen! Kann man Leute, die so etwas tun, als katholische Christen bezeichnen? An solchen und anderen Merkmalen war immer schon leicht erkennbar, wo und in welcher Richtung man orthodoxe Diaspora-Katholiken nie finden und vergeblich suchen wird. (Die seltenen Ausnahmen, die sich von der 'römischen Konzils-Kirche' zu lösen versuchten, bestätigen hier nur die Regel.) Diese wiederum waren sich dessen bewußt, in Zukunft nur noch hartes Brot essen zu können.

Wenn orthodoxe Katholiken nicht durch Selbstmitleid, Bewegungslosigkeit und Untätigkeit oder Stummbleiben an ihrer Seele oder an dem, was man als "lebendigen Glauben" bezeichnet, Schaden leiden wollen, dann sollten sie zuerst einmal zwei gefährliche Übel in der Gegenwart deutlich erfassen, die jedoch von einander grundverschieden sind:

1. den monströsen Koloß der häretischen und apostatischen 'römischen Konzils-Kirche' und
2. die außerhalb derselben existierende röm.-kath. Diaspora-Kirche in ihrer Schwäche, die zum großen Teil selbstverschuldet ist.

Denn man kann, wie doch jeder vernünftige Mensch weiß, gegen physische und moralische Übel nur dann etwas tun, wenn man sie als solche klar erkannt hat und auch ihre Ursachen kennt. Andernfalls gerät man unversehens auf falsche Wege, die nicht zum Ziele führten bzw. führen. So geht es doch schon viele Jahre lang, ohne daß sich generell und vor Ort an der kirchlichen Situation irgend etwas zum Besseren geändert hätte. Das ist eine Tatsache, die niemand leugnen kann und aus der man dann aber auch die richtigen Schlüsse ziehen sollte.

Zudem sollten sich orthodoxe Diaspora-Katholiken davor hüten, ihre sog. 'traditionalistischen' Feinde zu verkennen, da diese Leute für so manchen genau so gefährlich sind wie die 'konziliaren'. Es hat doch keinen Sinn und führt keinen Schritt weiter, wenn Katholiken sich immer nur über "die Zukunft der kath. Kirche" Sorgen machen und darüber wilde Spekulationen anstellen, indessen die kirchliche Situation der röm.-kath. Kirche in der Gegenwart nicht sehen, wie sie wirklich ist und welche Forderungen sie an jeden einzelnen als ein Glied der Kirche stellt. Denn alle Glieder der Kirche sind, wie der hl. Paulus sagt, auch untereinander Glieder, und wo ein Glied schwach ist, dort sind es auch die anderen, die mit ihm zusammenhängen. Die röm.-kath. Diaspora-Kirche aber ist als ganze von einer offenkundigen Schwäche betroffen, die ihre Ursachen hat. Also versuche man wenigstens, die Hauptursachen dieser Schwäche zu erkennen und zu beheben, vielleicht sogar durch eine gemeinsame Aktion auf regionaler Ebene, falls das noch möglich ist. Eine kirchliche Diaspora-Situation hat einen zeitlichen Anfang. Warum soll sie dann nicht auch ein zeitliches Ende haben? Also bitte man diesbezüglich Christus, den Herrn um Seine Hilfe.
 
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