DER HL. VINZENZ VON PAUL
von
Eugen Golla
Frankreich, das einzige romanische Land, welches zum Teil die
Reformation annahm, mußte dadurch bedingt in der Folge einen etwa 3o
Jahre dauernden Bürgerkrieg, die sog. Hugenottenkriege, erleiden. Erst
mit der Thronbesteigung Heinrichs IV. brachen bessere Zeiten an, nicht
nur in materieller und wirtschaftlicher, sondern auch in religiöser
Hinsicht. Denn der bis dahin sich zum Protestantismus bekennende.:
König von Navarra, der als rückfälliger Ketzer nicht nur von den streng
katholischen Parteien, sondern auch vom Papst jahrelang als
Thronbewerber abgelehnt und bekämpft wurde, hielt nach seiner
Konversion - und damit verbunden: seine Anerkennung als König - das
Versprechen, den katholischen Glauben zu fördern, wenn auch viele
Mißstände nur langsam beseitigt werden konnten. Es steht aber fest, daß
die einsetzende Restauration des katholischen Glaubens, die besonders
durch die Reform und die Neugründungen von religiösen Orden ihren
Antrieb erhielt, Frankreich eine große Zahl vorbildlicher Christen
geschenkt hat, von denen einige sogar von der Kirche heiliggesprochen
wurden.
Zu den bekanntesten unter diesen Heiligen zählt Vinzenz von Paul. Der
der südwestlichen Ecke Frankreichs, der Gascogne (dem Landstrich
zwischen der Garonne und den Vorbergen der Pyrenäen) entstammende Sohn
armer Bauern wurde wahrscheinlich 1581 geboren. Bereits 1595 befand er
sich in einem Franziskanerkloster und wurde 1600 zum Priester geweiht.
Da er zu dieser Zeit somit erst 19 Jahre alt gewesen sein konnte,
setzten frühere Hagiographen sein Geburtsjahr auf 1576 fest.
Berücksichtigt man aber, daß damals die Reformdekrete des Tridentinums
in Frankreich noch nicht angenommen worden waren, somit Priesterweihen
von kaum Zwanzigjährigen nicht selten vorkamen, kann 1581 als
Geburtsjahr sehr wohl als zutreffend angenommen werden.
Bald nach dem Abschluß seiner theologischen Studien setzte eine alte
fromme Dame den jungen Priester als Erben ihres kleinen Vermögens ein,
das ihr aber ein übler Galgenstrick schuldete. Zur Eintreibung dieses
Kapitals begab sich Vinzenz nach Marseille, veranlaßte dort die
Inhaftierung des Schuldners und fuhr dann auf dem Seeweg zurück, wobei
das Schiff gekapert und er von tunesischen Korsaren gefangen genommen
wurde.
Als einzige Quelle über die in Tunis verbrachte zweijährige
Gefangenschaft dienen zwei Briefe des Vinzenz an einen früheren
Wohltäter. Obwohl die darin wiedergegebenen Berichte in etwa den
Schicksalen mancher Christensklaven recht ähnlich waren, wurden bald
Stimmen laut, welche diese Episode als erfunden bezeichneten und in das
Reich der Legende verwiesen, zumal Vinzenz in seinen letzten
Lebensjahren vehement die Rückgabe dieser Briefe verlangte.
Gerechterweise wird man aber dazu neigen anzunehmen, daß dieses
Verhalten nicht als Eingeständnis zu werten ist, sondern daß sich der
Greis, der auf ein langes, Gott geweihtes Leben zurückblicken konnte,
dieser im Stil eines Abenteuerromans abgefaßten Berichte, obwohl sie
der Wahrheit entsprachen, schämte.
Die nächsten Jahre nach der Befreiung aus den Händen der Piraten
verbrachte Vinzenz in Paris. Nichts kündete in dieser Zeit sein später
so heroisches Leben an: sein Streben ging nicht weiter, als eine
Pfründe zu erlangen, die ihm ein ausreichendes Einkommen gewährte. Ein
Glücksfall war es, daß er 16o9 die Stellung eines Almosenverwalters und
Ratgebers bei der Königin Margarethe von Valois, der aufgrund einer
kirchlichen Nichtigkeitserklärung geschiedenen Gattin Heinrichs IV.,
erhielt. Margartehe, die früher durch ihre Liebesabenteuer viel
Ärgernis gegeben hatte, jetzt aber mit caritativen Werken Armut und
Elend zu lindern suchte, wollte nunmehr keinen 'galanten', sondern
einen einfachen Priester für dieses Amt. In dieser Stellung wurde der
bäurisch-derb wirkende Mann mit der großen Nase, den Güte
ausstrahlenden Augen - "Herr Vinzenz" oder "Herr von Paul" genannt -
bald mit der Betreuung Kranker vertraut gemacht, was für sein späteres
Wirken so wichtig war. So kehrte er oft schmutzbedeckt zurück, nachdem
er den Tag über in dem von den Barmherzigen Brüdern geleiteten "Spital
der Nächstenliebe" Dienst getan hatte.
In dieser Zeit lernte er auch jenen Mann kennen, der sein spirituelles
Leben prägte: Pierre Berulle, den Gründer der französischen
Oratorianer, einen der bedeutendsten Erneuerer des religiösen Lebens
des damaligen Frankreichs. Auf seine Veranlassung übernahm Vinzenz für
kurze Zeit seine erste praktische Seelsorgstelle, die Pfarrei Clichy am
Rande von Paris. Berulle war es auch, der ihn schon nach Ablauf weniger
Monate wieder versetzte, um ihm die Erziehung zweier Jungen, der Söhne
des Grafen Gondi, des Generals der Galeeren, anzuvertrauen. Aber sein
Verlangen nach einer Tätigkeit in der Seelsorge bewog ihn, ohne sich
abzumelden, die Pfarrei von Chatillon des Dombes zu betreuen.
Nur einige Monate wirkte er dort. Aber diese Zeit bedeutete für Vinzenz
durch die Organisation von Hausbesuchen bei Notleidenden und Kranken
der Gemeinde den Anfang einer karitativen Tätigkeit, die im Laufe der
Zeit ein kaum glaubliches Ausmaß erreichen sollte. Seine in minutiöser
Genauigkeit festgelegten Regeln, z.B. über die Aufnahme Kranker und die
Art, wie ihnen zu helfen sei, wurden vom Erzbischof von Lyon genehmigt.
Bald erfuhr aber die Familie Gondi von seiner neuen Wirkungsstätte.
Obwohl sich Vinzenz für unfähig und unwürdig erklärte, Erzieher in
einem so vornehmen Hause zu sein, war er schließlich doch bereit,
wieder ins Haus der Gondi zurückzukehren. Da seinem Dienstherren die
Galeerensklaven unterstanden, wurde er mit dem schrecklichen Los dieser
in einem großen Verließ aneinandergeketteten Sträflingen bekannt.
Vermochte er auch ihr furchtbares Leben nicht zu ändern, so vermochte
er doch bei seinen häufigen Besuchen Worte des Trostes an sie zu
richten, ja er hielt sogar Missionen für sie ab.
Im Jahre 1625 erfolgte dann die Gründung seiner eigenen Mission, deren
Aufgabe es war, das arme Landvolk im Glauben zu unterweisen, ihm zu
predigen und es zur Ablegung einer Generalbeichte zu veranlassen. Bald
darauf bezogen die ersten Priester, die sich ihm angeschlossen hatten,
das baufällige Kollegium "Zum Guten Hirten". Wenige Monate später starb
Frau Gondi. Sie hatte Vinzenz 45 000 Livres vermacht.
Damals hatte Vinzenz von Paul die Seelenführung einer Frau übernommen,
die ihren Frieden in Gott durch Hingabe an die Armen suchte: Frau Luise
de Gras, geborene Marillac, einer Witwe. Er unterzog daher die geprüfte
Frau einem Jahre dauernden Exerzitium, um festzustellen, ob sie
wirklich imstande sei, den in damaligen Zeiten für eine vornehme Dame
skandalösen Dienst an den Notleidenden zu übernehmen. Ab 1629 besuchte
sie dann in einer ärmlichen Kutsche mit einigen Begleiterinnen Gebiete,
in welchen die Not besonders groß war, um wohltätige Bruderschaften zu
unterstützen und Kranke zu pflegen. Einige Jahre später konnte Vinzenz
ihr bereits einige junge Mädchen unterstellen, die von ihr in der
Krankenpflege geschult werden und die sie in der Pflege unterstützen
sollten. So entstand bis zum Jahre 1634 sukzessive die aus 12
Dorfmädchen bestehende Gemeinschaft der "Filles de Charité", der
"Töchter der Nächstenliebe" oder die "Barmherzigen Schwestern", denen
Vinzenz eine feste Regel vorschrieb und Frau Le Gras als Oberin gab. Im
gleichen Jahr wurden auch die "Dames de la Charité", die "Barmherzigen
Frauen" gegründet, an deren Organisation Frau Le Gras ebenfalls
beteiligt war.
Der hl. Vinzenz nannte seine Stiftung das Erbe der Frau von Chantal,
und dies nicht zu Unrecht. Wollte doch ursprünglich auch der vom hl.
Franz von Sales in Gemeinschaft mit der hl. Johanna Franziska von
Chantal errichtete Orden der "Heimsuchung Maria"
(Salesianerinnen-Orden) im Gegensatz zu den weiblichen Genossenschaften
des Mittelalters auf die Strenge der Klausur verzichten, um sich in
großem Maßstabe der Krankenpflege widmen zu können. Aus diesem Grunde
sträubte sich Vinzenz auch, seine Gründungen als Kongregationen zu
bezeichnen, denn dies hätte leicht zur Folge haben können, daß später
einmal die Klausur hätte eingeführt werden können. Dieser Verzicht auf
die Klausur hinderte ihn aber nicht, von seinen Schwestern dieselbe
Strenge in der Einhaltung der evangelischen Räte, Gehorsam, Keuschheit
und Armut, zu verlangen, wie dies die Ordensgemeinschaften taten.
Besondere Sorgen bereiteten Vinzenz das Los der vielen Findelkinder.
Diese Kinder - in Paris wurden damals jährlich bis zu 400 Säuglinge
ausgesetzt - mußten entweder verhungern oder auf der Straße sterben,
wenn sie nicht um 30 Livres an den erst-besten verkauft wurden, und
unter den Käufern gab es nicht wenige, welche diese Kinder
verstümmelten, um sie dann als mitleiderregende Bettler einsetzen zu
können. Anfangs waren die Gelder, welche für die Aufnahme der Kinder
zur Verfügung standen, äußerst gering. Aber Vinzenz ruhte nicht eher,
als bis er auch für diesen Zweck seine Barmherzigen Schwestern
einsetzen konnte und über 12 000 Livres Einnahmen verfügte.
Mit folgenden Worten feuerte er die Schwestern an, sich für die
Findelkinder einzusetzen: "Diese Kindlein gehören ganz besonders Gott,
da sie von Vater und Mutter verlassen worden sind. Sie gehören sogar
ausschließlich Gott, der bei ihnen Vater- und Mutterstelle vertritt und
für das sorgt, was sie brauchen. Seht, meine Töchter, was Gott für sie
und euch tut. Von aller Ewigkeit her hat er gerade unsere Zeit
bestimmt, um vielen Damen das Verlangen einzuflößen, diese Kindlein zu
betreuen und zu führen, die er als die seinen ansieht. Von aller
Ewigkeit her hat er euch, meine Töchter, zu ihrem Dienste erwählt.
Welche Ehre für euch! Betrachten es die Weltkinder als Ehre, den
Kindern der Großen zu dienen, wieviel mehr ehrt es dann euch, berufen
zu sein, den Kindern Gottes zu dienen."
In der Zwischenzeit hatte sich Vinzenz aber nicht minder hervorragende
Verdienste um die Förderung des Priesternachwuchses erworben: Zuerst
betreute er die Weihekandidaten nach einem Konzept, das auf die
Initiative des Bischofs von Beauvais in dieser Stadt anlief. Die guten
Ergebnisse veranlaßten den Erzbischof von Paris, Vinzenz zu
beauftragen, für 14 Tage die Weihekandidaten unentgeltlich aufzunehmen,
um sie für die Weihe vorzubereiten. Die nicht zu strenge Tagesordnung
umfaßte vormittags die Hauptpunkte der Moraltheologie, abends folgten
Vorträge über Pflichten und Tugenden des geistlichen Standes. Ein
großer Teil des französischen Klerus bewährte sich nach diesen
Grundsätzen in seinem Stand.
Inzwischen war das halbverfallene Kollegium "Zum Guten Hirten" längst
viel zu klein geworden. Da bot ihm der Prior des Hospitals Saint
Lazaire, einer bischöflichen und königlichen Gründung, die ursprünglich
zur Pflege Aussätziger bestimmt, inzwischen aber zweckentfremdet,
dieses als Zentrum für seine Missionspriester an. Erst nach längerem
Zögern und Zureden seines Beichtvaters vermochte sich der bescheidene
Sohn armer Landleute dazu zu entschließen, diesen mächtigen Baukomplex
zu übernehmen. Nach Saint Lazaire erhielt die von Vinzenz gegründete
Priestervereinigung später den Namen "Lazaristen". Sie ist ebenfalls
kein Orden im eigentlichen Sinne, sondern eine Vereinigung von
Weltpriestern, die allerdings die in normalen Orden gepflegten und
abgelegten Gelübde der Einhaltung der drei evangelischen Räte, jedoch
nur in einfacher Form, auch ablegte.
Frühzeitig setzte sich diese Kongregation für die Missionierung fremder
Länder ein: so landeten 1648 Lazaristen. auf Madagaskar, das sie jedoch
nach zahlreichen Schwierigkeiten einige Jahrzehnte später wieder
verlassen mußten. 1650 wurde der Lazaristenpriester Le Vacher zum
Apostolischen Vikar von Algier ernannt, wo er sich besonders um die
Seelsorge für die Christensklaven sowie die Bekehrung der Mohammedaner
bemühte.
1643 wurde der hl. Vinzenz an das Sterbebett des wenig geliebten und
farblosen Königs Ludwig XIII. gerufen, der im Schatten seines großen
Vaters Heinrich IV. und vor allem seines allmächtigen Ministers
Kardinal Richelieu gestanden hatte. Die Königin-Witwe, Anna von
Österreich, die mit der Vormundschaft für ihren minderjährigen Sohn
Ludwig, den nachmaligen König Ludwig XIV., lange Zeit im Verein mit
Richelieus Nachfolger Kardinal Mazarin, die Regierungsgeschäfte führte,
berief Vinzenz in den Geistlichen- oder Gewissensrat, der sich unter
ihrem Vorsitz aus Mazarin und anderen, vielfach kirchlichen
Würdenträgern zusammensetzte. Vinzenz wurde durch dieses Amt von vielen
Bittstellern bedrängt. Und um welche Angelegenheiten konnte es sich
dabei handeln! So wollte z.B. ein Pfarrer Genugtuung erlangen, weil er
in Gegenwart seiner Pfarrkinder von seinem adeligen Grundherrn blau
geschlagen worden war.) Er nahm aber an den Sitzungen dieses Rates nur
teil, wenn es sich um kirchliche Fragen, insbesondere um die Besetzung
freigewordener Bischofsstühle handelte. Dabei ging es für den
bescheidenen, demütigen und schlichten Vinzenz bisweilen nicht ohne
Kränkungen ab. So faßte eines Tages Kardinal Mazarin seinen Gürtel und
zeigte ihn der ganzen vornehmen Versammlung mit den Worten: "Sehen Sie
nur, in welcher Kleidung Herr Vinzenz an den Hof kommt und was für
einen schönen Gürtel er trägt!" Mit Kränkungen dieser Art begnügte sich
der Kardinal-Minister aber nicht: er suchte Vinzenz's Tätigkeit zu
hindern, wo er nur konnte, da er in dem Wahn lebte, Vinzenz benütze
seinen Einfluß auf die Regentin, nur um ihn zu stürzen.
Vinzenz sah, daß Mazarins Politik Frankreich schweren Schaden zufügte.
Zwar verbot er seinen Kongregationsmitgliedern, sich aktiv in die
Politik einzumischen, was ihn aber selbst nicht daran hinderte, einer
der größten Wohltäter seines Vaterlandes zu werden, als es durch den
Dreißigjährigen Krieg, den Krieg mit Lothringen sowie den Aufstand der
Fronde, d.i. der Erhebung des französischen Hochadels gegen das
absolutistische Königtum, weithin verwüstet wurde und Not und Elend ein
unvorstellbares Ausmaß erreichten. Da stellten die "Damen der
Barmherzigkeit" Geldsummen für das Nötigste zur Verfügung und seine
Missionspriester besuchten mitsamt den Laienbrüdern die verwüsteten
Ortschaften.
Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß Vinzenz von Paul außer diesen
Kongregationen noch eine Reihe weiterer religiöser Gesellschaften und
frommer Vereinigungen sowie Anstalten der sozialen Fürsorge errichtete.
In seine Lebenszeit fällt auch die Entstehung und Verbreitung des
Jansenismus, jener Häresie, die nicht allein der französischen Kirche
Generationen hindurch schwere Wunden zufügte. Saint Cyran, ein
Landsmann Vinzenz, neben dem Holländer Jansenius Gründer dieser Sekte,
war mit ihm lange in Freundschaft verbunden gewesen. Als Saint Cyran
auch Vinzenz gegenüber solche häretischen Ansichten vertrat wie die
"Calvin habe richtig gedacht, aber sich schlecht ausgedrückt" oder
"seit 600 Jahren gäbe es überhaupt keine Kirche mehr", trennte er sich
von ihm. Er hielt zwar seine Kongregation davon ab, offen gegen die
Jansenisten vorzugehen, erreichte es aber durch seine Beziehungen, wenn
auch erst nach größeren Mühen, daß die Bischöfe Frankreichs an den
Papst eine Bittschrift richteten, mittels einer Entscheidung die
jansenistischen Streitigkeiten zu beenden. Wenn auch letztendlich
diesen Bemühungen kein durchgreifender Erfolg beschieden war, so
bedeutete doch die infolge dieses Schreibens erfolgte päpstliche
Verurteilung einen wichtigen Schritt im Abwehrkampf gegen den
Jansenismus.
Die Gesundheit Vinzenz war schon lange angegriffen, litt er doch seit
Jahrzehnten an einer Art Malaria. In seinen letzten Lebensjahren wurden
seine Beine von eitrigen Geschwüren zerfressen. Infolge von
Lähmungserscheinungen war er nur mit Hilfe von Krücken imstande, sich
in die Kirche zu schleppen. Am 27. September I660 verschied er im Alter
von 79 Jahren in Paris. 1729 sprach ihn Papst Benedikt XIII. selig und
sein Nachfolger, Klemens XII. 1737 heilig. Die Kirche feiert sein Fest
am 19. Juli. Seine Reliquien ruhen zu Saint Lazaire in Paris. Die
bildliche Darstellung zeigt den Heiligen in der schlichten Soutane,
meist ein Findelkind in den Armen haltend oder umgeben von befreiten
Sklaven.
Benutzte Literatur:
Auclair, Marcelle: "Vinzenz von Paul, Genie der Nächstenliebe" Freiburg 1978.
Rogier, L.J.: "Geschichte der Kirche" Bd.3, Einsiedeln 1965.
Pastor, Ludwig Freiherr von: "Geschichte der Päpste" Bd. XIIl/1 und XIV/1.
Saint-René Taillandier: "Heinrich IV. von Frankreich" München 1975.
***
GEBET ZUR MUTTER GOTTES
Heilige Jungfrau,
inmitten der Tage deiner Herrlichkeit vergiß nicht die Betrübnisse der Erde.
Schau voll Güte auf alle, die Leid tragen,
auf alle, die mit Schwerem zu kämpfen haben,
auf alle, die ohne Unterlaß die Bitterkeit des Lebens verkosten müssen.
Habe Mitleid mit denen, die sich lieben und getrennt sind,
habe Mitleid mit der Einsamkeit des Herzens,
habe Mitleid mit der Schwäche unseres Glaubens,
habe Mitleid mit denen, die wir lieben,
habe Mitleid mit allen, die weinen, die flehen, mit denen, die zittern.
Gib ihnen Hoffnung und Frieden.
hl. Ephräm der Syrer (4. Jahrhundert)
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