56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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Ausgabe Nr. 11 Monat Dezember 2004
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2005
SPENDENAUFRUF


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Offener Brief an H.H. Bischof M. Pivaruns


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Ad multos annos - Herrn Prof. Dr. D. Wendland zu seinem 80. Geburtstag


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2004
Eberhard Heller: Besuch aus Mexiko


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
Open Letter to most Reverend Bishop M. Pivarunas


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
ROTHKRANZ Y LAS INVESTIGACIONES...


Ausgabe Nr. 10 Monat Dezember 2004
Sobre Monseñor Thuc y Monseñor Carmona


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2005
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN ...


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Offener Brief an H.H. Prof. Dr. August Groß


Ausgabe Nr. 2 Monat März 2003
Wer in der modernen Welt


Ausgabe Nr. 3 Monat April 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2003
The Roman Catholic Diaspora Church


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
Zitate: Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat September 2003
Rothkranz in Untiefen


Ausgabe Nr. 8 Monat October 2003
L’Eglise Catholique-Romaine de la diaspora


Ausgabe Nr. 11 Monat December 2003
De Monseñor Pierre Martin Ngô-dinh-Thuc


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 2 Monat Mars 2002
ES MONSEÑOR LEFEBVRE UN OBISPO ORDENADO VALIDAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat Juli 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 5 Monat September 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Pfarrer Carl Sonnenschein


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
Satanische Tendenzen in der Rock Musik


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 8 Monat December 2002
Is Mgr. Lefebvre a validly consecrated bishop?


Ausgabe Nr. 7 Monat Diciembre 2001
LA IGLESIA CATOLICO-ROMANA EN LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2001
Papsttum als eines Wesens-Elementes der Kirche


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
Über das Papsttum der römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
DIE SCHÖPFUNG - EIN GÖTTLICHER PLAN - Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 8 Monat Januar 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2000
Kurze Antwort auf eine Anfrage zum Sedisvakanzproblem


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
WAR MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 2000
Zum Problem des innerkirchlichen Klerikalismus


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 1999
IN MEMORIAM FRAU ELSE KETTERER


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?- Fortsetzung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
AUS EINEM BRIEF AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1993
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1993
LESERBRIEF


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1994
ZUM PROBLEM DER ERFORDERLICHEN INTENTION BEI DER SAKRAMENTENSPENDUNG


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1995
NUR NOCH AUSLAUFMODELL?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1994
IST MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 11 Monat Juli-Sondernr. 1992
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
DER FALL ESCRIVA


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1992
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RELIGION?


Ausgabe Nr. 4 Monat Mai 2006
DIASPORA


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundes-Republik Deutschland


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundesrepublik Deutschland


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli, Sondernr 2/3 1990
ÜBER DIE GRÜNDUNG DER Una et Sancta ECCLESIA, Vorwort


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1990
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1991
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1991
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1989
MYSTERIUM FIDEI


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1989
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Januar 1989
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE KIRCHE?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1988
LESERBRIEF IN AUSZÜGEN


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Über die christliche Taufe und das Tauf-Sakrament


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
STELLUNGNAHME ZU DEM ARTIKEL DIE KRISE DER APOSTOLISCHEN SUKZESSION...


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Aus EINEM BRIEF VON S.E. MGR. MOÍSES CARMONA


Ausgabe Nr. 3 Monat Sept./Okt. 1987
THEOLOGISCH-PHILOSOPHISCHE REFLEXION ÜBER DEN TRINITARISCHEN GOTT


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1986
Was ist das eigentlich: Die Häresie?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1986
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1986
... DEN LEIB DES HERRN NICHT MEHR UNTERSCHEIDEN...


Ausgabe Nr. 5 Monat Januar 1987
ZUM 'MYSTERIUM FIDEI'


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
... UND SPIEEN IHM INS ANGESICHT ...


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
Die Todsünde der Gotteslästerung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1985
OFFENER BRIEF


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1985
Es WÄRE ZU BEDENKEN


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
EINIGES ÜBER DEN BEGRIFF UND DAS WESEN DES CHRISTLICHEN GLAUBENS


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
BRIEF VON HERRN PROF. DR. D. WENDLAND AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar/März 1986
DAS GLAUBENSBEKENNTNIS DER KIRCHE ?


Ausgabe Nr. 6 Monat Oktober 2006
Der Teufel im Kino


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2006
Und ihr werdet sein wie Gott


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
Y seréis como Dios (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
And thou wilt be like God (Gen. 3,5)


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
Et vous serez comme Dieu


Ausgabe Nr. 11 Monat February 2008
ARE POST CONCILIAR RITES VALID?


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
LA VALIDEZ CE LOS RITOS POSTCONCILIARES CUESTIONADA


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
BIBLIOGRAFIA: VALIDEZ CUESTIONADA DE LOS NUEVOS RITOS POSTCONCILIARES


Ausgabe Nr. 13 Monat Diciembre 2009
L’EGLISE CATHOLIQUE-ROMAINE DE LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2010
Mitteilungen der Redaktion - wichtige Hinweise


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. a-b Ist das sakramentale Priestertum in der Konzilskirche erhalten


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. e-f Die fehlende ‚Intention’ bei der Weihe nach dem Montini-Ritus


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
In memoriam Prof. Wendland


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
Mitteilungen


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
E sarete come Dio (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2011
Zitate aus:Über (...) eine Kirche ohne Papst


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2013
Null und nichtig – der Ritus der Bischofsweihe von 1968


Ausgabe Nr. 3 Monat August 2015
Tuet dies zu meinem Gedächtnis (Lk. 22,19)


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2022
In Erinnerung an Dr. Ante Križić


DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT
 
DER MODERNE HOMINISMUS
UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT



von
Prof. Diether Wendland


Dieser oder jener Mitmensch und Zeitgenosse, sagen die Leute, sei religiös, ja sogar sehr religiös - im Gegensatz zu nur wenig oder überhaupt nicht mehr religiös. Was aber wird darunter verstanden oder für gewöhnlich damit gemeint? Eine eindeutige Antwort auf diese Frage ist gar nicht so einfach; denn es gibt hier mehrere Antworten, die "jedoch oft nur das eine Dunkle mit einem anderen ebenso Dunklen 'beantworten' und somit gar nichts erhellen, geschweige denn aufklären, so daß die Sache selbst auch weiterhin dunkel bleibt.

Indessen ist dies keineswegs verwunderlich, wenn man bedenkt, daß es sich im Hinblick auf das Religiöse (ein substantiviertes Adjektiv) um einen unbestimmten Begriff handelt, den man sogar mit unsinnigen Inhalten auffüllen kann, ähnlich wie das "Göttliche". Es wird jedoch kein vernünftiger Mensch von einem anderen sagen, dieser sei göttlich. So etwas wäre doch wohl zu absurd und bereits ein Symptom für Paranoia. Sicherlich ist der Mensch auch ein religiöses Wesen. Daraus aber folgt nicht, daß dann auch jeder Mensch religiös sei oder sein müsse. Wenn aber ein Mensch nicht religiös ist, was ist er dann und worin besteht dann wohl seine Menschenwürde? Etwa darin, irreligiös und dadurch in Wirklichkeit gottlos zu sein? Dieser Verdacht liegt nahe und kann dann auch nicht beseitigt werden, wenn sich jemand ein religiöses Mäntelchen umhängt (z.B. das 'Fromm-tun' bei jeder Gelegenheit im privaten und öffentlichen Leben). Es stimmt doch etwas nicht mit dem so hoch geschätzten 'religiösen' Menschen, gleichgültig, ob dieser nun irgendeiner 'Kirche' angehört oder nicht. Etwas Unbestimmtes schleicht durch sein Gemüt und prägt sein 'religiöses Leben', das hinter Fassaden zu verbergen gesucht wird. Das ist der wahre Sachverhalt, der sogar leicht erkannt werden kann, wenn jemand die angebliche Religiosität seiner Zeitgenossen, mit denen er allenthalben leben und auskommen muß, aus Distanz betrachtet und sich nicht von einem religiösen Gerede in Wort und Schrift beeindrucken läßt, welches - bei Licht besehen - nicht das geringste mit der christlichen Religion zu tun hat, sondern sie nur mißbraucht.

Leider gibt es kein Gesetz, das so etwas unterbinden könnte. Dadurch jedoch wird nicht bloß der religiöse, sondern jeder Mensch dem Unwahren und Bösen ausgesetzt. Es gibt heutzutage kein Massenmedium, das dies nicht tut. Man kann dies auch als die sanfte Gewalt der Verführung bezeichnen, die im übrigen nicht ohne einen beabsichtigten Mißbrauch der Freiheit gedacht werden kann.

Der moderne Hominismus bewegt sich in diesem Rahmen in Lehre und Propaganda, indem er primordial "das Menschliche" oder "die Menschlichkeit" zu einem sittlich-religiösen Prinzip von allgemeiner Geltung erhebt. (Darum ist der moderne Hominist auch der Überzeugung: wenn Gott - von dem man doch nichts wissen kann - einen Menschen sogar mit der ewigen Strafe der Hölle belegt, wie die Christen behaupten, dann ist das schlechthin unmenschlich und barbarisch. Ein solcher Gott-Barbar kann doch unmöglich Gott sein! Man müßte mit Leuten, die sich so etwas ausgedacht haben, kurzen Prozeß machen oder sie zumindest in die Wüste schicken. Aber warum? Nun, um der Menschlichkeit willen und damit in der ganzen Menschheitsfamilie allseitig Frieden einkehre.) Der moderne Hominist ist nicht so human, wie er sich gibt. Er trägt einen Januskopf und ist doppelgesichtig. Diese Doppelgesichtigkeit wiederum macht es dann anderen Mitmenschen, die nichts Böses ahnen, oft recht schwer, sein wahres Gesicht zu erkennen. Darum durchschauen sie auch nicht das Wesen des Personenkults, der sich um sog. 'Prominente' rankt, obwohl es sich um moralisch minderwertige Menschen handelt.

Zudem haben es nicht erst seit heute viele Katholiken und andere Christen gar nicht mehr so gerne, wenn sie in der Öffentlichkeit als besonders religiös bezeichnet oder dafür gehalten werden, da sie fürchten, auch dadurch in ein schiefes Licht zu geraten. Doch dafür gibt es eine einfache Erklärung. Denn schon lange standen erfahrungsgemäß sog 'religiöse Menschen' in ihrer 'Gläubigkeit' in dem Geruch, ausgesprochen einfältig, unaufgeklärt, wenig gebildet und auch ansonsten auf religiösem Gebiet geistig ziemlich beschränkt zu sein. Das ist eine unleugbare Tatsache, die jedoch keineswegs immer nur auf einer böswilligen Unterstellung von glaubens- und gottlosen Leuten beruhte, wie so manche Geistlichen wider besseres Wissen behaupteten. Wer aber möchte sich dann wohl einem solchen Geruch und Verdacht gerne aussetzen? Also tut man alles, um nicht als religiös oder zumindest nicht als besonders religiös zu gelten oder gar in Erscheinung zu treten. Außerdem kennen diese Katholiken zweifelsohne die bereits allgemein akzeptierte neue 'Glaubenslehre' von dem modernen "aufgeklärten, sich seiner selbst bewußt gewordenen und freien Menschen", der in seiner individuellen 'Persönlichkeitsentwicklung' aus Überzeugung prinzipiell a-religiös, zugleich aber auch allen seinen Mitmenschen gegenüber tolerant ist. A-Religiosität und Toleranz sind in der Persönlichkeit dieses modernen Menschen, der auf seine Weise 'fromm' ist - jedenfalls glaubt er das -, 'harmonisch verbunden'. Deshalb achtet er auch die religiösen Gefühle im Menschen, da er ja selbst, wie er behauptet, an ein "höchstes Wesen" glaubt, und hat auch nichts gegen die "Religionsfreiheit" einzuwenden... wenn alle tolerant sind, gleichgültig, ob diese nun an 'Kirchen' oder andere Religionsgemeinschaften gebunden sind oder nicht. Nur Freiheit und Toleranz sind echte Persönlichkeitswerte. (Schon der weise Dichter Goethe verkündete den humanitären Geistern seiner Zeit: "Höchstes Glück der Erdenkinder sei nur die Persönlichkeit"!)

Bereits der Persönlichkeitshominismus mit seinem Personenkult 'genialer Persönlichkeiten' reduzierte das Religiöse auf das rein Humane und machte aus dem Menschen ein a-religiöses Wesen, dem als Ideal nicht die blanke Gottlosigkeit vorschwebte, sondern die Selbstherrlichkeit. Diese Idee vom Menschen oder dieses Menschenbild liegt dem humanitären Atheismus zugrunde, der viele Gesichter hat und den sittlichen Menschen paralysiert. Zudem hat - nebenbei bemerkt - diese Idee, die einer Wahnidee gleichkommt, auch eine politische Komponente, die heute in ganz Europa zum Tragen kommt. Man analysiere nur einmal die Triebkräfte der Demokratismus-Ideologie oder der propagierten "multikulturellen Gesellschaft". Vielleicht gehen dann auch einigen konziliaren Neu-'Katholiken' in ihrem wahnhaften Ökumenismus-Glauben doch noch die Augen auf. Der moderne a-religiöse und zugleich tolerante (oder besser: tolerant sein wollende)! Hominist ist kein militanter Atheist, der Andersdenkende, die seine Haltung nicht teilen, kaltblütig ermordet (dazu ist er zu vornehm!), sondern im Kern seines Wesen ein bewußt a-theistischer Humanist, der weiß, was er will - im Gegensatz zu vielen Christen in ihrem rührseligen Gefühlsglauben und ihrer sentimentalen Liebe -, und er ist dies auch deswegen, weil seiner Meinung nach alle christlichen Bekenntnisse immer auf irgendeine Weise in-human waren und es auch sind, da sie sich u.a. nie auf karitative Tätigkeit in der menschlichen Gesellschaft beschränkten, sondern Macht über die Menschen anstrebten, um sie sich zu unterwerfen, ja sogar im Namen Gottes bzw. irgendeines Gottes.

Für den modernen Hoministen ist das Inhumane der 'Kirchen' eine schon lange ausgemachte Sache, die heute nur noch Ignoranten und Unaufgeklärte leugnen. Dies jedoch wird sich ändern, wenn das Bildungsniveau allgemein gehoben und von seinen religiösen Schlacken befreit sein wird.

Der moderne Hominist kämpft auch nicht, wie ihm so manche Theologen und Soziologen zu Unrecht unterstellen, gegen das Christentum, sondern er distanziert sich nur von ihm - aus humanitären Gründen! Dies tut er dann aber auch gründlich und kompromißlos. Er ist wirklich a-religiös bis auf die Knochen, da ihm jede Religion gleichgültig ist, nicht jedoch schlechthin anti-religiös, so daß er schließlich in seinem Hochmut und Zynismus auch dem religiösen Irrglauben verfällt, er könne sogar Jesus Christus tolerierer! Darin gipfelt seine abartige Religiosität.

Viele, ja die meisten Christen von heute, die einem begegnen und mit denen man in ein Glaubensgespräch kommt - was zu einer Rarität geworden ist -, sind keineswegs religiös im Sinne des Christentums, da ihr religiöses Denken nicht mehr in der christlichen Religion verwurzelt und von ihr geprägt ist. Vielmehr sind sie mehr oder weniger, je nach Bildungsniveau und Bewußtseinslage, a-religiöse Hoministen, die oft auch unbewußt dem fortschreitenden humanitären Atheismus verfallen, der übrigens schon im 19. Jahrhundert sein Unwesen in der Gesellschaft getrieben hatte, vor allem unter den sog. Gebildeten, die ironisch als "Bildungsphilister" apostrophiert wurden. Schon damals war der Parallelismus von humanitärem und militantem Atheismus offenkundig. Heute ist es müßig, sich darüber zu streiten, welcher Atheismus der gefährlichere ist. Denn beide hatten und haben letztendlich zum Ziel einen allgemeinen Anti-theismus anti-christlichen Charakters. Nur die Methoden und Praktiken dieser Atheismen sind verschieden, nicht aber ihre Grundtendenz. Außerdem sind die Grenzen zwischen dem einen und dem anderen Atheismus fließend, was sich zwangsläufig zu Verwirrungen führt, so daß nicht mehr erkannt wird, was eigentlich vorliegt. Darum sind auch gläubige Katholiken, die dem modernen Hominismus auf den Leim gingen, unfähig geworden, den in ihm liegenden humanitären Atheismus zu erkennen und zu begreifen. Das sind auch die gleichen Leute, die in ihrem Irrglauben immer nur das Schreckgespenst des Kommunismus an die Wand malten. Bei vielen erschöpfte sich ihre katholische Religiosität in einem weltanschaulich aufbereiteten Anti-Kommunismus, als ob der Teufel nur in dieser Gestalt erscheine oder erscheinen könne. Die strammen Katholiken waren gegen den Kommunismus... und wunderten sich dann darüber, daß das Vatikanum 2 den Kommunismus nicht dogmatisch verurteilt hat, sondern anstatt dessen alle Gläubigen sogar ermunterte, mit dem Atheismus "Dialoge" zu führen. Das muß man sich einmal ganz konkret vor Augen stellen, um dann auch das Absurde darin zu erfassen.

Schon Friedrich Nietzsche (1844-1900), der viel von Kulturanthropologie verstand, hatte die 'neue Religion' des "Freigeistes" bzw. der "Freien Geister" propagiert, indem er sehr aufschlußreich bemerkte: ein "Freier Geist" ist ein "Umwerter aller Werte" par excellence, aber nicht aus Affekt oder bösartiger Gesinnung, sondern "wie ein kalter Engel, der die ganze religiöse Lumperei durchschaut." - "Europa wird einmal freie Geister haben." - "Der Freigeist hat die Aufgabe, den gelehrten (!) Menschen Ziele der Kultur zu zeigen", die nicht durch Wissenschaft zu erreichen sind. "Der moderne Freigeist wird geboren aus dem Frieden der Auflösung", insbesondere aller Religionen und Religionssysteme, die sich 'Schmalspurtheologen' ausgedacht haben. "Dem freien Geiste geht die pia fraus (der fromme Betrug) noch mehr wider den Geschmack als die impia fraus." - "An die Stelle des Philosophen setze ich den freien Geist: den Erlöser (!) von der Moral" (Nietzsche meint hier den von ihm verabscheuten Moralismus, die verlogene Moral). Die arroganten "Freidenker" und Möchte-gern-Philosophen sind gar keine "Freien Geister", denn auch sie "gehören in die demokratische Bewegung", der es, wie dem Pöbel, eigentümlich ist, das Aristokratische des "Freigeistes" zu hassen: "dem Volke ist der freie Geist verhaßt" usf.... Über das, was heute unter dem Titel "Emanzipation" oder "Befreiungstheologie" propagiert und vertrieben wird, hätte sich Nietzsche nur noch lustig gemacht. Er hat auch die fortschreitende Zersetzung der christlichen Religion in Europa gesehen, so daß er auf die Frage "Was hat Christus verneint?" die sarkastische Antwort gab: "Alles, was heute christlich heißt." Denn das (dieses) "Christentum paßt sich an die Religionen der niederen Masse an", wobei "der religiöse Affekt die interessanteste Krankheit ist, der der Mensch bisher verfiel."

Leider gab es auch katholische Theologen, die nichts Besseres zustandebrachten, als Nietzsche zu verteufeln, anstatt den modernen Hominismus zu analysieren, der im humanitären Atheismus seine Wurzeln hat. Dieser wiederum setzt einen offenen oder geheimen Abfall vom Christentum voraus, d.h. einen Abfall von der einzig wahren Religion, und zwar sowohl im privaten als auch im öffentlichen Leben. Es ist darum verständlich, wenn viele, die sich in den 'christlichen Kirchen' tummeln und sich an sie gebunden fühlen, die wahre religiöse Situation (Sach- und Lebenslage), in der sie sich befinden, gar nicht erfassen, geschweige denn sie durchschauen. Außerdem haben ebenso viele überhaupt kein Interesse daran, sondern leben, wie man zu sagen pflegt, in den Tag hinein.

"Das Religiöse" und so auch das "christlich Religiöse", dem so manche fromme Gemüter wegen seines Verschwindens nachtrauern, anstatt sich darüber zu freuen, ist nichts anderes als ein unbestimmter und unbestimmt bleibender seelischer Gefühlszustand, der weder gut noch böse ist, da er dem sittlichen Bewußtsein, das sich im Gewissen (concientia) reflektiert, erst nachfolgt und nur nachfolgen kann. Außerdem hat dieser Zustand, den man auch als Stimmungslage oder Grundbefindlichkeit bezeichnen kann, überhaupt keinen religiösen Inhalt. Denn einen solchen besitzt nur das sittliche Bewußtsein, z.B. wenn sich der Mensch, der ein vernunftbegabtes Wesen ist, einer Sünde (peccatum) oder einer sittlichen Verfehlung (vitium morale) bewußt ist oder wird, wonach sich dann ein bleibendes Minderwertigkeitsgefühl (selbst nicht viel wert zu sein und nichts zu taugen) einstellt, das man zwar verdrängen, aber nie restlos beseitigen kann. Für gewöhnlich wird dieses Minderwertigkeitsgefühl durch folgende Mittel zu verdrängen gesucht, die heute gang und gäbe sind: hochprozentige Alkoholika, harte Drogen, ständige und wahllose Konsumierung schmerzstillender Medikamente, sexuelle Ausschweifungen mit ihren menschenunwürdigen perversen Praktiken, Vergnügungssucht (Spaßhaben) bei Freizeitgestaltungen jeglicher Art, Berieselung durch ohrenbetäubenden Lärm chaotischer Musik und Gesangsgeplärre u. dgl., um sich bloß nicht auf sich selbst besinnen und sich seine moralische Würdelosigkeit eingestehen zu müssen. Ablenkung und Zerstreuung heißt die Devise, nicht etwa Selbsterkenntnis. Die Abtötung des sittlichen Bewußtseins paralysiert das Gewissen und macht den Einzelmenschen zu einer gewissenlosen Existenz in der menschlichen Gesellschaft, so daß er sogar dem wahnhaften Irrglauben verfällt, das Böse 'verantworten' zu können (wie z.B. die Terroristen oder die Mafiosi des organisierten Verbrechens oder auch die durch und durch korrupten Leute in öffentlichen Ämtern und politischen Positionen).

Demzufolge wird aber dann auch das 'Religiöse', das nur ein seelischer Gefühlszustand ist, durch das sittliche Bewußtsein - das in der Geistigkeit (!) des Menschen liegt und das sich gegen alles Emotionale wehrt, um sich nicht verdunkeln oder einnebeln zu lassen - nicht mehr durch Zucht und Maß und rationale Normen beherrschbar, sondern es degeneriert ebenfalls zu Zuständen der Zucht-, Maß- und Zügellosigkeit wider alle Vernunft. Wer kennt nicht jene geistlosen 'frommen' Leute, die immer nach einem 'religiösen Hochgefühl' oder nach 'religiösen Erlebnissen' geradezu süchtig sind? Man kann diese seelische Verfassung sogar an ihren Gesichtern und Verhaltensweisen ablesen, wenn man genau hinschaut. Das so bestimmte 'Religiöse', das sich nur im Menschen findet und ihn bewegt - reine Geister (Engel) sind in diesem Sinne nicht 'religiös' - war immer schon ein Fallstrick für den religiösen Menschen und wirkte sich verständlicherweise bei Frauen weitaus negativer aus als bei Männern, weil auch deren Mentalität eben nicht gleich ist. (N.b. es war sehr vernünftig, daß der Gründer der Gesellschaft Jesu, der hl. Ignatius von Loyola, einen weiblichen Zweig seiner Gesellschaft abgelehnt hat. Darum gingen früher intelligente Frauen lieber bei Jesuiten zur hl. Beichte als bei anderen Ordensgeistlichen. Aber das ist lange her.)

Auch die "Erweckungsbewegungen", die sogar epidemieartig auftreten können, angeheizt von leidenschaftlichen Leuten, die sich 'Evangelisten' nennen, aktivieren nur das oben definierte 'Religiöse', indem sie es zugleich enthemmen. Indessen werden von solchen Bewegungen weder a-religiöse Menschen angesteckt noch wirklich religiöse mit einem klaren sittlichen Bewußtsein, aber nicht aus denselben Gründen. Denn dem Areligiösen ist jede Religion prinzipiell gleichgültig und bleibt deshalb auch für ihn selbst ohne jede Bedeutung. Über die 'Erweckungsenthusiasten' und ihre fanatischen Anhänger kann er nicht ganz zu Unrecht nur noch lachen.

Der in Theorie und Praxis Areligiöse, den man nicht mit einem alten Heiden verwechseln sollte, ist in seinem Wesen ein degenerierter Christ und humanitärer Atheist, der heute auf diesem Boden einem subtilen Hominismus huldigt, dem er überall und auf jedem Gebiet zum Siege verhelfen will. Er besitzt, obwohl er areligiös ist, nichtsdestotrotz drei merkwürdige 'Dogmen', nach denen er sein Leben ausrichtet, nämlich:

1. Freiheit (von allem und zu allem),
2. Selbstbestimmung (in allem) und
3. allgemeine Menschenwürde (ohne christliche Normen) -

und zwar, philosophisch gesprochen, im Sinne von bloßen Postulaten der praktischen Vernunft, die allerdings keinen Inhalt haben und erkenntnisleer sind. Es bleibt jedem wegen seiner Menschenwürde freigestellt, sich bei diesen postulatorischen 'Dogmen' zu denken, was er will und was ihm beliebt oder auch was ihm nützlich erscheint. Die offenkundige Tatsache, daß der konkrete Mensch auch eine würdelose Existenz ist und sein kann, die der Würde des Menschen restlos entbehrt, wird einfach geleugnet und/oder aus dem sittlichen Bewußtsein verdrängt. Dies alles verbirgt sich in dem überall verbreiteten Slogan von der zu erstrebenden "Bewußtseinsänderung".

Wichtig dabei aber ist auch die Erfahrung aller 'freien Menschen' hinsichtlich einer Steigerung des "Selbstwertgefühls", das alle Minderwertigkeitskomplexe beseitigt, insbesondere die religiösen, die doch nur anerzogen sein sollen. In diesem Zusammenhang hatte schon Nietzsche die interessante Bemerkung gemacht, die auf den a-religiösen Hominismus paßt: "Der Atheismus ist die Folge einer Erhöhung (!) des Menschen" durch seine Befreiung von der "Sklavenmoral", und sein oberstes 'Dogma' lautet: "Höher als 'du sollst1 steht: Ich will!" Mit anderen Worten: nicht das moralisch Gute ist der höchste Lebenswert, sondern die Freiheit. Das Böse aber gibt es nicht und somit auch nicht den Bösen. Diese Ideologie zieht durch das 'Gemüt' der modernen Gesellschaft, die a-religiös ist, und prägt ihr Bewußtsein. Die 'Kirchen' und ihre Pseudotheologen aber haben gegenüber einem solchen Bewußtseinswandel gar nichts Positives anzubieten. Es ist deshalb auch kein Wunder, daß sie ihre 'Gläubigen', wenn diese nur ein wenig zu denken anfangen, sehr bald verlieren. Die Menge der Kirchenaustritte oder auch die der Kirchenwechsler ist jedoch dafür noch lange kein Beweis. Und auch die Statistik vermag darüber überhaupt nichts auszusagen. Man muß andere Methoden anwenden, um eine religiöse Situation innerhalb und außerhalb der 'Kirchen' richtig zu analysieren. Doch auch die Sozialpsychologie ist dafür gänzlich ungeeignet.

Der im humanitären Atheismus fest verankerte moderne Hominist hält sich in seiner prinzipiellen A-religiosität (einer in Wirklichkeit abartigen Religiosität in Theorie und Praxis) für einen elitären Menschen und vertritt deshalb auch die These von der uneingeschränkten "freien Entfaltung der Persönlichkeit", worauf jeder einen Rechtsanspruch habe bzw. haben soll. Der moderne Hominist ist fasziniert von der Idee des Elite-Menschen und seiner gesellschaftlichen Stellung jenseits von Gut und Böse, die er durch freie und uneingeschränkte Entfaltung seiner (bewundernswerten) Persönlichkeit zu erreichen sucht. Er ist beileibe kein ungebildeter, irrationaler und primitiver Atheist, der immer nur seine "menschlichen Bedürfnisse" befriedigen will und sich ausleben möchte (in der Regel auf Kosten anderer); denn dieser gehört zur a-religiösen blöden Masse und hat keinen 'elitären Geist'. Ihm fehlt die Freiheit und Größe des humanitär-atheistischen Hoministen und dies bereits deswegen, weil alle Menschen eben nicht gleich sind und auch nicht die gleichen Chancen haben können. Es ist darum notwendig, den elitären Hominismus vom vulgären klar zu unterscheiden, um eine religiöse Situation deutlicher zu erfassen und auch leichter durchschauen zu können, trotz ihrer diffusen Komplexität.

Sicherlich sind beide Hominismen gottlos und unmoralisch, aber nicht auf die gleiche Weise. Hier bestehen große Unterschiede. Sie kommen nur darin überein, in Theorie und Praxis ein ideologischer Religions-Ersatz und vor allem gegen das Christentum gerichtet zu sein (nicht gegen 'Kirchen' - im Plural). Ihr gemeinsames 'Credo' lautet: ICH glaube an den Menschen als das absolut freie Wesen und hoffe auf seine Verwirklichung! Das gilt sowohl für den einzelnen als auch cum grano salis für die Gesellschaft. Die Ideologen des humanitären Atheismus, die übrigens auf philosophischer Ebene allesamt einem voluntaristischen Idealismus verfielen ("Ego volo, ergo sum", "gut ist nur der gute Wille" etc.) waren immer schon davon fest überzeugt, daß nur sie "den neuen Menschen schaffen" könnten. Diese auf eine allgemeine Bewußtseinsveränderung angelegte Zielsetzung richtete sich direkt und insbesondere gegen 2 Kor. 5,17; Eph. 4,24 und Kol 3, l0: "Ist also einer in Christus, ist er eine Neuschöpfung. Das Alte ist vergangen, siehe, es wurde neu." - "(Ihr sollte ablegen den alten Menschen)... um anzuziehen den neuen Menschen, der nach Gott (auf Gott hin) geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit." - "(Ihr habt den alten Menschen ausgezogen) und den neuen angezogen, der sich erneuert zur Erkenntnis hin, nach dem Bilde dessen, der ihn schuf." Es ist notwendig, diese Aussagen des hl. Paulus in ihrem wahren Sinn und in ihrer tieferen Bedeutung zu erfassen und zu begreifen.

(Fortsetzung folgt)
 
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