§ 12. Der kirchliche Trümmerhaufen heute
Es ist heutzutage mehr denn je notwendig, sich bei klarem Verstande und
ohne falsche Hoffnung zu erinnern an den Gründungs- und Zeugungs—prozeß
der "una et sancta Ecclesia", da sich diese einzigartige Sache in der
Heils—geschichte, im konkreten Geschehen der Erlösung durch den
göttlichen Menschensohn, auf eine eigentümliche Weise wieder—holt, ja
sogar zurück—holt in ihren Grund und Anfang. Denn Christus "lebt" nicht
bloß "in der Kirche fort", sondern Er wirkt auch in ihr fort, da Er ihr
königlicher HERR und ihr heiliges HAUPT ist; indessen wirkt Er immer
nur auf Seine Weise und nach Seinem Willen und gemäß Seiner Gnade, die
Er gibt, wem Er will und wie Er will. Ein sündiger Mensch hat darauf
überhaupt keinen Einfluß. Und wie groß ist wohl der Hochmut und die
Verlogenheit derer, die ohne mit der Wimper zu zucken vorgeben, sie
wären "mit Ihm", obwohl sie doch ganz offensichtlich in ihrem Denken,
Tun und Werken "gegen Ihn" sind? Wie viele von den Vielen standen auf
Gologotha unter dem Kreuz und waren Ihm nachgefolgt? Wie viele
verstanden den vielfachen und unausschöpfbaren Wahrheits—Sinn Seines
Wortes, als Er vom Kreuze herab mit lauter Simme rief, damit dies auch
alle hörten: "Es ist vollbracht"? Sogar einem harten römischen Offizier
und Heiden ging damals ein kleines Licht auf. Den 'lieben Christen' von
heute aber geht genau sowenig wie den netten Neuheiden ein Licht auf,
da sie in religiöser Finsternis ihr sattes Leben leben, manchmal sogar
ohne sich dessen bewußt zu sein. Darum verstehen sie auch nicht mehr
das Wort Christi, falls sie sich damit überhaupt noch befassen: "Ich
bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis
wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben" (Joh 8,12). Heute ist
es allgemein üblich, das "wahre Licht" dort zu suchen, wo es nun gerade
nicht zu finden ist, "falschen Messiassen" zu folgen und "falschen
Propheten" nachzulaufen, obwohl diese ein völlig unsinniges Heil
verkünden. Aufgrund der göttlichen Offenbarung aber wissen wir: der
"Vater der Lüge", in dem "keine Wahrheit ist", war nie dumm, einfältig
oder klug, sondern immer nur listig, schlau und verschlagen – wie auch
seine Nachfolger 'in dieser Welt'. Es verliert jedoch eine "Ecclesia
militans" jeglichen Wert und wird zu einem Monstrum in der
Gesellschaft, wenn sie ihren Maß—Grund nicht mehr in ihrem einzigen
HERRN und HAUPTE besitzt und dann zwangsläufig menschliche Wege
beschreitet, anstatt göttliche Wege zu gehen. Eine solche 'Herde' "ist
Seiner nicht wert"; sie wird 'reif', von Wölfen zerstreut um gefressen
zu werden. Am gefährlichsten aber waren immer schon die Wölfe im
Schafspelz, außerhalb und innerhalb der Kirche.
Schon früher fragten wir die 'lieben' "Priester und Gläubigen": seit
wann ist der göttliche Menschensohn von der Kirche abhängig? Man wußte
es nämlich aufgrund eines großen Vergessens nicht mehr, daß und warum
es sich genau umgekehrt verhält. Denn vieles, was reines Menschenwerk
und damit wertlos war, hatte sich zwische Ihn und Seine Ek—klesia
geschoben, so daß ihr spezifisches und spezielles Wesen kaum noch in
Erscheinung trat. Auch die ursprüngliche geistige Einheit und Realunion
von 'Klerus und Laienschaft' hatte sich aufgelöst. In concreto zeigte
sich dieser Verfall z.B. auch darin, daß den Laien eine Lehrkompetenz
in der Kirche abgesprochen wurde; man verwies sie in die Gefilde eines
sog. "Gebetsapostolates", was allerdings ein Widerspruch in sich selbst
ist. (Kritische Katholiken interpretierten diese Sache mit dem
ironischen Satz: bete kräftig, aber halte den Mund und tue nur das, was
der Pfarrer oder Bischof sagt, egal worum es sich dabei handelt! Was
dabei herauskam, ist heute weltweit offenkundig. Das Gebet ist ein Akt
der Religion, nicht jedoch ein Akt apostolischen Wirkens. Leider sind
auch Päpste von der Illusion eines bloßen "Gebetsapostolates" infiziert
gewesen.)
Die Gründung der Kirche, die eine geschaffene "res complexa et
composita" ist, der nichts Dunkles, Mysteriöses oder Unerkennbares
anhaftet, ist nicht dasselbe wie der ihr erst logisch nachfolgende
Aufbau, da dieser ein anderes Fundament hat. Darum sollte das eine vom
anderen deutlich unterschieden werden, anstatt die Dinge zu verwirren,
zu vermengen oder auf den Kopf zu stellen. Wir sprechen von einer
klaren Unterscheidung, nicht jedoch von einer vernunftwidrigen
Trennung. Vor dem Erlösungstode des göttlichen Menschen—sohnes war
dieses Problem zwar schon gegeben bzw. vorhanden, aber aus bestimmten
Gründen noch nicht akut geworden. Wir meinen die Schaffung einer
legitimen Autorität in der Kirche und für sie, d.h. zum Wohle eines und
dieses sozialen Ganzen – und die wiederum einzig und allein durch ihren
Gründer, den "rex Christus" und "Salvator". Denn jedes echte
Sozial—Gebilde hat von seinem Wesen her die Tendenz und das Bestreben,
sich aus sich selbst heraus und von sich her eine Autorität zu setzen
oder zu geben, die das lebendige Ganze zusammenhält und gemäß seiner
Zweckbestimmung leitet. Dieser Tendenz jedoch, die für eine Ek—klesia
tödlich gewesen wäre und es auch ist, schob Christus einen Riegel vor,
indem Er selbst zunächst eine derartige Autorität verhieß und dann
selbst einsetzte (imponere), damit das von Ihm geschaffene soziale
Ganze nicht auseinanderbreche, nicht wieder zu Menschenwerk werde und
entarte. Solche Entartungen gab es schon zur Zeit der Apostel, trotz
der bereits geschehenen Sendung des Hl. Geistes (was man sehr gerne
verschweigt). Darum schrieb der hl. Paulus, damit man nicht die
Perspektiven verschiebt oder aus den Augen verliert: der göttlichen
Menschen—sohn habe die Kirche "aufgebaut auf dem Fundament der Apostel
und Propheten, während Christus Jesus selbst der 'Eckstein' ist" (Eph
2,20), um ihr dadurch eine ihr angemessene Autorität (Rechtshoheit) und
innere Rechtsstruktur 'in nuce' zu geben. Aber, so wird des weiteren
erläutert: nur in Ihm und durch Ihn "zusammenfügt, wächst der ganze Bau
empor zu einem heiligen Tempel des Herrn, in dem auch ihr mit aufgebaut
werdet zu einer Wohnung Gottes im Geiste" (ebd. V.21-22). Der Aufbau
der Kirche aber setzt ihre heilsgeschichtliche Gründung im
Menschengeschlecht und unter den Menschen voraus.
Wer im Phänomen der Kirche die Sachverhalte ursprüngliche Gründung und
nachfolgender Aufbau identifizierte oder umkehrte oder von "Stiftung"
redete, was der geistigen Zeugung widerspricht, der verfälschte das
Wesen der Kirche und verbreitete einen falschen Kirchenbegriff,
gleichgültig ob bewußt oder unbewußt, denn die verheerenden
Auswirkungen waren die gleichen. Primitiver Naturalismus, flacher
Rationalismus und blinder Mystizismus zersetzten das vom göttlichen
Menschensohn geschaffene und ins Leben gerufene Sozial—Gebilde der
Kirche und machten aus diesem natürlichen und übernatürlichen
'Lebekörper' weitgehend einen Leichnam mit vielen "toten Gleidern". Man
schlug, heilsgeschichtliche betrachtet und bildliche gesprochen, im
religiösen Gesellschaftsbereich den, der "der (einzige) Weg, die
(befreiende) Wahrheit und das (heilige) Leben IST", erneut ans Kreuz.
Wie viele von den vielen waren wirklich und wahrhaftig "mit Ihm" und
was doch gar nicht möglich ist, ohne nicht zugleich gegen Seine Feinde
zu sein (in der Familie, in der Gesellschaft und im Staate)? Überall
zeigte sich trotz der Masken, die man sich aufsetzte, das wahre Gesicht
der Gesichtslosen. Man redete ständig von "christlicher Liebe", aber
meinte die seelische Selbstbefriedigung und die Konkupiszenz, den
"Zunder der Sünde" (fomes peccati), den man parfümiert hatte. Viele
Priester und Bischöfe waren davon überzeugt (wie sie selber sagten!),
"heilige Hände" zu haben; dabei hatten sie nur dreckige Pfoten, wie die
von ihnen diskriminierten laikalen "Weltmenschen" und Nicht—'geweihte'.
In dieser Atmosphäre war vom Geiste Christi nichts mehr zu spüren.
Vergessen oder dem Gelächter preisgegeben waren auch jene Worte
Christi: "Wer ist wohl der getreue und kluge Knecht, den der Herr über
seine Dienerschaft gesetzt hat, daß er ihnen Speise gebe zur rechten
Zeit? Selig jener Knecht, den sein Herr bei seinem Kommen so am Werke
findet" (Mt 24,45-46). Das erste Kommen Jesu Christi, des königlichen
HERRN und Welten—RICHTERS, aber geschieht im Tode jedes Einzelmenschen,
ohne Ansehen der Person und ohne Berücksichtigung persönlicher
Wunschvorstellungen, die man sich hochmütig eingebildet hat. Es gibt
einen Haufen von 'Gläubigen', massenhaft, die sich Christen nennen,
dies jedoch nicht im mindesten wahr haben wollen. Ja, man gibt dies
sogar blasphemischen Geistes für eine "Drohbotschaft" aus, obwohl es
sich um ein Frohbotschaft handelt, die allerdings 'die Welt', d.h. ein
"verderbtes, böses und ehebrecherisches Geschlecht", niemals zu
begreifen vermag, obwohl man doch froh darüber sein könnte, daß einmal
die göttliche Gerechtigkeit aufgerichtet und endgültig besiegelt werden
wird.
Wenn heutzutage orthodoxen Katholiken wegen der – durch Häresie und
Apostasie eingetretenen! – Vakanz des Apostolischen Stuhles das, wie
man ziemlich unklar formuliert, "Problem der Restituton der kirchlichen
Hierarchie" auf den Nägeln brennt, so ist das ein alter Denkfehler, der
zudem noch Schein—probleme produziert, die auch nicht durch eine
'Orthopraxie' beseitigt werden können. Denn man übersieht dabei, daß es
sich eben nicht um eine Restitution, d.h. um einen juridische
Wiedereinsetzung von etwas in den vorigen Stand, handelt, sondern um
eine notwendige Komplettierung und Sanierung der kirchlichen Autorität
in ihrer wesenseigenen "potestas (spiritualis) ordinaria" in der
Realunion der "tota Ecclesia", um ihre spezifische Einheit im Inneren
und nach außen wirksam und tatsächlich zu bewahren und zu festigen. Die
Einheit der Kirche selbst kann nie verloren gehen, da sie in ihrem
Gründer fundiert ist und im Gegründeten beschlossen liegt und
versiegelt ist; sie kann nur entstellt werden, und dies sogar bis zur
Unkenntlichkeit; daraus aber folgt nicht, daß sie dann nicht mehr
bestehen würde. Außerdem ist die Hierarchie in ihrer Spitze keine
Herrschaft über die Kirche – das bildeten sich nur manche
'Kirchenfürsten' ein -, sondern nur in der Kirche und über die "ganze
Kirche", d.h. über das Ganze der Kirche: außerdem ist sie nur eine
Mittel—Ursache (causa media), nicht jedoch eine "causa principalis",
was man sehr gerne vergißt, besonders diejenigen, die von der Macht
fasziniert sind. Darum lehrte der hl. Paulus ausdrücklich damit sich
die "Überapostel" (einschließlich des hl. Petrus) nicht überheben:
"Daher ist weder der Pflanzende etwas noch der Begießende (etwas),
sondern Gott, der das Gedeihen gibt. Der pflanzt und der begießt sind
eins; ein jeder aber wird seinen Lohn gemäß seiner eigenen Bemühungen
empfangen. Denn wir sind (nur) Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes
Ackerfeld, Gottes Bauwerk (nicht das von Menschen!). Nach der Gnade
Gottes, die mir gegeben ist, habe ich wie ein weiser Baumeister den
Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf. Doch sehe ein jeder, wie er
darauf baue. Denn einen anderen Grund kann niemand legen als den, der
gelegt ist, das ist Jesus Christus" (1 Kor 3,7-11).
Bereits nach dem 'feierlichen (!) Abschluß' des häretischen und
apostatischen Vatikanums 2 (1965) bestand für alle (noch) orthodoxe
Katholiken, Kleriker und Laien, das überaus schwerwiegende und
vorrangige Problem einer notwendigen "reintegratio" und "restauratio"
der "tota Ecclesia" gemäß der gar nicht so leicht zu verwirklichenden
Forderung des hl. Paulus: "ein Herr, ein Glaube, eine Taufe". Jede von
diesen Forderungen aber beinhaltet einen komplexen Sach—verhalt, der
indes nicht 'im Glauben' erfaßt wird, sondern nur "per fidem et
rationem". Es ist jedoch unmöglich, dieses drängende Problem zu
bewältigen, ohne sich um wahre Erkenntnissen zu bemühen in bezug auf
das Wesen der "Una et Sancta ECCLESIA" und ihren Gründungs- und
Zeugungs—prozeß. Das Wissen darüber war doch schon lange aus dem
religiösen Gedächnis vieler 'Kirchengläubigen' verschwunden oder
vertrieben worden, so daß aus der "Ecclesia sua" des göttlichen
Menschensohnes, aus Seiner in seinem Blute erworbenen "kleinen Herde",
Herden von 'Fremden' gemacht wurden, die diese ebenfalls 'weideten'.
Auch das geschah nicht plötzlich, sondern im Zuge eines
Unheil—prozesses, der sich im Corpus der Kirche wie eine
Krebsgeschwulst eingenistet hatte und dann Metastasen bildete, d.h.
"tote Glieder", die ebenfalls 'untereinander Glieder' sind. Wenn der
Starke wohlbewaffnet seinen Hof bewacht, so ist sein Eigentum in
Sicherheit. Wenn aber ein Stärkerer als er über ihn kommt und ihn
überwindet, so nimmt dieser ihm seine ganze Rüstung, auf die er sich
verließ, hinweg und verteilt seine Beute" (Lk 11,21-22). "Wenn jemand
nicht in mir bleibt, wird er hinausgeworfen" (Joh 15,6). Seit wann aber
ist es leicht und eine einfache Sache, wirklich und wahrhaftig in Ihm
zu bleiben? Und wie groß sind wohl immer noch die Illusionen, die man
diesbezüglich predigt oder sich selber macht? Die 'Hierarchie' ist und
war immer nur eine Gliedschaft in der Kirche, nicht jedoch etwas über
ihr. Wer sie über die hierarchische Ek—klesia stellte, machte aus den
Gliedern klammheimlich bloße 'Mitglieder' einer "kirchlichen Gemeinde"
mit Vorstehern auf dem Boden eines primitiven Naturalismus. Dabei wußte
man doch oder hätte es wenigstens wissen können, daß durch die
sakramentale Taufe, sei es de facto oder "in voto", niemand jemals in
eine 'Gemeinde' aufgenommen worden ist, sondern immer nur in die
Kirche. Eine 'Mitgliedschaft' ist nur eine zweckdienliche Zugesellung,
wie dies bei jeder Vereins—bildung der Fall ist. Christus aber hat
weder eine 'religiöse Gemeinde' noch eine 'Familie Jesu' ins Leben
gerufen noch einen 'kirchlichen Verein' gegründet und dann einen
solchen Unsinn "Ecclesia sua" genannt.
Bei einem Wiederaufbau der Kirche ist es heute mehr denn je notwendig,
in schwierigen Dingen religiöser Natur mit dem Anfang anzufangen, nicht
aber irgendwo oder mit irgend etwas, wie auch dafür die nötigen
Voraussetzungen zu schaffen, damit ein Werk gelinge. Außerdem ist es
notwendig, in aller Öffentlichkeit ein Zeugnis abzulegen und als Zeuge
aufzutreten (nicht bloß als 'Bekenner', der nichts erkannt hat), wenn
man Jesus Christus 'in dieser Welt' wirklich und wahrhaftig nachfolgen
will. Oder war etwa Sein Wort in den Wind geredet, als Er zu Pontius
Pilatus sprach, um sogar einen Heiden zu belehren: "Ich bin dazu
geboren und dazu in die Welt gekommen, daß ich für die Wahrheit Zeugnis
gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme" (Joh
18,37). Aber leider gibt es eben auch eine Menge falscher Zeugen und
Leute, die Unwahres als wahr bezeugen, weil sie aus einem 'unreinen'
Geiste 'geboren und gezeugt' sind. Darum ermahnte der hl. Paulus alle,
die sorglos dahinleben oder sich immer nur auf andere verließen: "Seht
zu, daß keiner um die Gnade Gottes komme, damit 'kein Giftzweig
aufwächst und Unheil anrichtet' (Dt 29,18) und dadurch viele vergiftet
werden" (Hebr 12,15).
Er sprach schon damals von 'vielen'. Sollten es heutzutage etwa
(verhältnismäßig) weniger sein als zu seiner Zeit? Ein einziger
Giftzweig genügt, um viele zu vergiften. Die Hirtenversammlung des
römischen "Pastoralkonzils", das sich fälschlicherweise Vatikanum 2
nannte, bestand aus mehr als 2400 Giftzweigen, so daß sich die Frage
stellt, aus welchem Stamme sie eigentlich ihren Saft bezogen? Nun weiß
aber doch schon jedes Schulkind, daß ein Baumstamm viele Wurzeln hat,
die niemand sieht, es sei denn, man gräbt sie aus und betrachtet sich
dann das Durcheinander der Verschlingungen aber auch die faulen
Stellen. Indessen gibt es einen Baum 'in dieser Welt', der nur eine
Wurzel hat und auf einem anderen Erdreich steht, selig zu preisen wäre
der Mensch, der diese Wurzel sieht. Denn das Drama der menschlichen
Heils- und Unheils—geschichte spielt sich weder oberhalb noch außerhalb
der Profangeschichte ab, sondern immer innerhalb derselben. Der beste
und durchsichtigste Beweis dafür aber ist die reale Gründung und
Zeugung der Kirche im Menschengeschlecht und unter den Menschen durch
den göttlichen Menschensohn. Denn Er allein ist der HERR, er allein
"der Heilige", Er allein der "gute Hirte", den auch nur "Seine Schafe"
kennen und Ihm folgen. "Fremden Hirten" und "Mietlingen" aber folgen
sie nicht.
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