56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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Ausgabe Nr. 11 Monat Dezember 2004
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2005
SPENDENAUFRUF


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Offener Brief an H.H. Bischof M. Pivaruns


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Ad multos annos - Herrn Prof. Dr. D. Wendland zu seinem 80. Geburtstag


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2004
Eberhard Heller: Besuch aus Mexiko


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
Open Letter to most Reverend Bishop M. Pivarunas


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
ROTHKRANZ Y LAS INVESTIGACIONES...


Ausgabe Nr. 10 Monat Dezember 2004
Sobre Monseñor Thuc y Monseñor Carmona


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2005
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN ...


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Offener Brief an H.H. Prof. Dr. August Groß


Ausgabe Nr. 2 Monat März 2003
Wer in der modernen Welt


Ausgabe Nr. 3 Monat April 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2003
The Roman Catholic Diaspora Church


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
Zitate: Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat September 2003
Rothkranz in Untiefen


Ausgabe Nr. 8 Monat October 2003
L’Eglise Catholique-Romaine de la diaspora


Ausgabe Nr. 11 Monat December 2003
De Monseñor Pierre Martin Ngô-dinh-Thuc


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 2 Monat Mars 2002
ES MONSEÑOR LEFEBVRE UN OBISPO ORDENADO VALIDAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat Juli 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 5 Monat September 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Pfarrer Carl Sonnenschein


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
Satanische Tendenzen in der Rock Musik


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 8 Monat December 2002
Is Mgr. Lefebvre a validly consecrated bishop?


Ausgabe Nr. 7 Monat Diciembre 2001
LA IGLESIA CATOLICO-ROMANA EN LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2001
Papsttum als eines Wesens-Elementes der Kirche


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
Über das Papsttum der römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
DIE SCHÖPFUNG - EIN GÖTTLICHER PLAN - Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 8 Monat Januar 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2000
Kurze Antwort auf eine Anfrage zum Sedisvakanzproblem


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
WAR MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 2000
Zum Problem des innerkirchlichen Klerikalismus


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 1999
IN MEMORIAM FRAU ELSE KETTERER


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?- Fortsetzung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
AUS EINEM BRIEF AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1993
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1993
LESERBRIEF


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1994
ZUM PROBLEM DER ERFORDERLICHEN INTENTION BEI DER SAKRAMENTENSPENDUNG


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1995
NUR NOCH AUSLAUFMODELL?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1994
IST MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 11 Monat Juli-Sondernr. 1992
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
DER FALL ESCRIVA


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1992
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RELIGION?


Ausgabe Nr. 4 Monat Mai 2006
DIASPORA


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundes-Republik Deutschland


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundesrepublik Deutschland


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli, Sondernr 2/3 1990
ÜBER DIE GRÜNDUNG DER Una et Sancta ECCLESIA, Vorwort


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1990
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1991
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1991
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1989
MYSTERIUM FIDEI


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1989
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Januar 1989
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE KIRCHE?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1988
LESERBRIEF IN AUSZÜGEN


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Über die christliche Taufe und das Tauf-Sakrament


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
STELLUNGNAHME ZU DEM ARTIKEL DIE KRISE DER APOSTOLISCHEN SUKZESSION...


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Aus EINEM BRIEF VON S.E. MGR. MOÍSES CARMONA


Ausgabe Nr. 3 Monat Sept./Okt. 1987
THEOLOGISCH-PHILOSOPHISCHE REFLEXION ÜBER DEN TRINITARISCHEN GOTT


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1986
Was ist das eigentlich: Die Häresie?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1986
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1986
... DEN LEIB DES HERRN NICHT MEHR UNTERSCHEIDEN...


Ausgabe Nr. 5 Monat Januar 1987
ZUM 'MYSTERIUM FIDEI'


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
... UND SPIEEN IHM INS ANGESICHT ...


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
Die Todsünde der Gotteslästerung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1985
OFFENER BRIEF


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1985
Es WÄRE ZU BEDENKEN


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
EINIGES ÜBER DEN BEGRIFF UND DAS WESEN DES CHRISTLICHEN GLAUBENS


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
BRIEF VON HERRN PROF. DR. D. WENDLAND AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar/März 1986
DAS GLAUBENSBEKENNTNIS DER KIRCHE ?


Ausgabe Nr. 6 Monat Oktober 2006
Der Teufel im Kino


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2006
Und ihr werdet sein wie Gott


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
Y seréis como Dios (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
And thou wilt be like God (Gen. 3,5)


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
Et vous serez comme Dieu


Ausgabe Nr. 11 Monat February 2008
ARE POST CONCILIAR RITES VALID?


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
LA VALIDEZ CE LOS RITOS POSTCONCILIARES CUESTIONADA


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
BIBLIOGRAFIA: VALIDEZ CUESTIONADA DE LOS NUEVOS RITOS POSTCONCILIARES


Ausgabe Nr. 13 Monat Diciembre 2009
L’EGLISE CATHOLIQUE-ROMAINE DE LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2010
Mitteilungen der Redaktion - wichtige Hinweise


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. a-b Ist das sakramentale Priestertum in der Konzilskirche erhalten


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. e-f Die fehlende ‚Intention’ bei der Weihe nach dem Montini-Ritus


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
In memoriam Prof. Wendland


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
Mitteilungen


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
E sarete come Dio (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2011
Zitate aus:Über (...) eine Kirche ohne Papst


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2013
Null und nichtig – der Ritus der Bischofsweihe von 1968


Ausgabe Nr. 3 Monat August 2015
Tuet dies zu meinem Gedächtnis (Lk. 22,19)


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2022
In Erinnerung an Dr. Ante Križić


DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE
 
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE „RÖMISCHE KONZILSKIRCHE“


von

Prof. Dr. Diether Wendland


EINLEITUNG
:
EINIGE NOTWENDIGE PRÄLIMINARIEN ZU EINEM ALLSEITIG VERDUNKELTEN PROBLEM


"Das sagt, der die sieben Geister Gottes hat und die sieben Sterne: Ich weiß um deine Werke: du hast den Namen, als ob du lebest, aber du bist tot." (Offb. 3,1)

Wenn heutzutage 'katholische' Bischöfe und Priester, die in Wahrheit weder Bischöfe noch Priester sind, von fast allen Katholiken dennoch dafür gehalten werden, dann stellen sich doch zwangsläufig und unvermeidbar zumindest drei Fragen, denen man nicht aus dem Wege gehen darf und sollte:

1. wie so etwas bei religionsmündigen Erwachsenen eigentlich und überhaupt möglich ist;
2. warum kein bohrender Zweifel die Gemüter dieser Katholiken, denen man überall begegnen kann, beunruhigt;
3. ob es in Anbetracht einer solchen Situation wohl noch einen Sinn hat, sich erneut  mit dem Problem der, wie man zu sagen pflegt, „Ungültigkeit“ der „neuen Weihen“ zu befassen?

Außerdem sei doch, wie vielerorts gemeint wird, schon öfters hierzu das Nötige und Zureichende gesagt und geschrieben worden, dem nichts mehr hinzuzufügen wäre. („Entweder man begreift die Sache oder man läßt es bleiben!“) Aber ist dem wirklich so? Oder hat man sich hier wieder einmal nur etwas vorgemacht? Denn nach wie vor halten nicht wenige die sich auf die „Ungültigkeit“ dieser 'Weihen' beziehenden Beweise für nicht zwingend, so daß sich trotz allem immer wieder echte Zweifel einstellen, die an der erforderlichen Gewißheit nagen. Darum ist es unser Bestreben, diese Zweifel soweit wie möglich zu beheben, was jedoch nicht gelingen kann ohne ein Mitdenken und Umdenken und das Durchdenken einer vorgegebenen religiösen Sache (res religiosa) spezifisch christlicher Natur. Der 'religiöse Glaube' spielt dabei gar kein Rolle, wie leider zu oft angenommen wird, da es sich in dieser Sache um eine ausgesprochen philosophischtheologische Problematik handelt, die im übrigen schon eine ziemlich lange Geschichte hat, auf die wir jedoch nicht einzugehen brauchen, da sie unsere Thematik auch nur unnötigerweise ausweiten und erschweren würde.

Zudem muß man im Rahmen unseres Themas in der heutigen kirchlichen Gesamtsituation mit ihren Verwirrungen und Absurditäten noch andere Erschwernisse beachten, die ebenfalls nicht unterschätzt werden sollten. Denn es gibt eine Menge Katholiken und Protestanten, die tatsächlich der Überzeugung sind, daß es doch gleichgültig sei, ob dieser oder jener 'Bischof’ oder 'Priester' oder 'Geistlicher' „geweiht“ ist oder nicht. Von allgemeiner Bedeutung und entscheidend sei doch nur, daß eine solche Amtsperson ein 'gläubiger Christ' und 'moralisch integer' sei, insbesondere heutzutage, wo doch die „Kirchen“ endlich „aufeinander zugehen“ würden, und alle 'Gläubigen' sich auf eine „ökumenische Einheit“ hinbewegten, um die „konfessionellen Divergenzen“ zu überwinden und endgültig zu begraben. Niemandem nütze ein „Theologengezänk“ mit seinen theologischen „Spitzfindigkeiten“, die von den 'einfachen Gläubigen' doch sowieso nicht verstanden würden. Man müsse die "Zeichen der Zeit“ beachten, wie auch das „Konzil“ gelehrt habe, und vor allem „menschlich“ und „praktisch denken“, anstatt in Sachen Gültigkeit oder Ungültigkeit von 'Weihen' viel Lärm um nichts zu machen. So wird heute überall geredet, wenn jemand ernsthaft versucht, die „mündigen Christen“ eines Besseren zu belehren und sie von ihren Irrtümern abzubringen. Diese weit verbreitete 'religiöse Überzeugung' hat bereits eine geistige Atmosphäre erzeugt, in der die notwendige Wahrheitsfrage entweder gar nicht mehr gestellt oder von vornherein ausgeschaltet wird, selbst wenn es sich um schwerwiegende Sachverhalte religiöser und heilsgeschichtlicher Natur handelt, zu denen eben auch und nicht zuletzt die neuen 'Weiheriten' gehören. Wie aber sollen dann darüber die nötigen Erkenntnisse vermittelt werden, wenn nicht mehr gewußt wird, was ein religiöser Ritus im allgemeinen und ein Weiheritus im besonderen ist? Wir werden noch zeigen, welche Illusionen man sich diesbezüglich gemacht hat und macht, nachdem eine komplexe Sache simplifiziert oder in eine Pseudomystik getaucht worden war. Schon das kritiklos gebrauchte und die Realität beeinträchtigende bzw. verfehlende deutsche Wort „heilige Weihe(n)" wurde nicht wenigen zum Fallstrick und so manchen zum Verhängnis. Das ist eine altbekannte Tatsache, vor der man nicht die Augen verschließen darf, wie es so oft der Fall ist. Jede Religion, gleichgültig, ob es sich um eine wahre oder falsche (unwahre) handelt, hat ihren Kult und ihre besonderen Riten, so daß es nicht angeht, so einfachhin und bedenkenlos von „heiligen Weihen“, „heiligen Riten“ oder auch „heiligen Handlungen“ u.dgl. zu reden. Hier ist größte Vorsicht und ein kritisches Bewußtsein am Platze, wenn man nicht einem Blendwerk auf den Leim gehen will, je feierlicher, um so verführerischer.

Riten sind zunächst nichts anderes als geordnete religiöse Handlungen (im Unterschied zu rein profanen) im Rahmen und auf dem Fundament einer öffentlichen Religionsausübung, wobei diese Handlungen auf einem überlieferten religiösen Brauchtum (mos) aufgrund alter Gewohnheit (consuetudo) beruhen  nicht mehr und nicht weniger. Jeder, der einen religiösen Ritus vollzieht, welcher im übrigen als ein solcher immer zweckbestimmt ist, übt, ob er will oder nicht, eine Religion aus und ist in diesem Sinne ein ReligionsDiener, gleichgültig, ob er dabei Gott oder dem Teufel oder irgendwelchen Dämonen oder selbsterfundenen 'Göttern' dient. Die ebenfalls aus dem Profanen herausgehobenen 'heiligen Riten' (ritus sacri) der Satanisten, Fetischisten, Freimaurer und anderer Götzendiener sind dafür Beweis genug. Es können aber auch spezifisch christliche Riten durchaus sowohl dämonisiert als auch profaniert werden, was dann die ganze Sache so zwielichtig und verwirrend macht. Im übrigen stellt sich die Frage: Wer von den heutigen 'Geistlichen' und vermeintlich 'Geweihten', die sich für große Theologen halten und auf ihre theologische Bildung immer so stolz sind, weiß und begreift noch etwas von dem Wesensunterschied, der seit alters her zwischen einer „res sacra“ und „res non sacra“ oder einer „res sacra“ und „res sancta“ besteht? Es ist auch in der Tat erstaunlich, was nicht alles als 'heilige Handlung' ausgegeben wird. Wie sagte schon ein alter römischer Komödiendichter? „Duo cum faciunt idem, non est idem“. („Wenn zwei das Gleiche tun, so ist es nicht das Gleiche.“)

Nun aber hatte bereits, was immer allzugern verschwiegen wird und woran man sich doch erinnern sollte, die von einem Häretiker und Apostaten einberufene "Heilige Kirchenversammlung" (Sancta Synodus), die sich betrügerischerweise als Zweites Vatikanisches Konzil ausgab , 1963 u.a. beschlossen: "Die liturgischen Bücher sollen baldigst revidiert werden; dazu sollen ( ... ) Fachleute herangezogen und Bischöfe befragt werden.  Die Riten mögen den Glanz edler Einfachheit an sich tragen, kurz und durchschaubar sein und zugleich unnütze Wiederholungen vermeiden; sie seien der Fassungskraft der Gläubigen angepaßt und sollen im allgemeinen auch nicht vieler Erklärungen bedürfen.  Die Weiheriten (ritus ordinationum) sollen hinsichtlich der Zeremonien und Texte revidiert werden. ( ... ) Bei der Bischofsweihe dürfen alle anwesenden Bischöfe die Hände auflegen." (Liturgiekonstitution, Kap. I, Nr.23, 34; Kap. II, Nr.76) Damit war der Weg frei gemacht für Revisionen übelster Natur, die dann auch nicht lange auf sich warten ließen, angefangen mit der neuen 'Bischofs' und 'Priester'„weihe“, promulgiert 1968.
In der Zwischenzeit jedoch ging die vom ganzen konziliaren Klerus (bis herunter zum Kaplan) freudig begrüßte und getragene Pseudoreform der "Sacra Liturgia" des "Sacrosanctum Concilium" munter weiter und lenkte von allem Wesentlichen ab. Sogar die Verwirrungen waren vorprogrammiert, um zu testen, wie die Sache läuft, welche Schwierigkeiten sich eventuell zeigen etc. Dem katholischen Kirchenvolk in seinem 'traditionell' irrationalen und alogischen 'katholischen Glauben', auf den es fixiert war und blieb, konnte dies alles leicht verschleiert werden. Den 'Kirchengläubigen' blieb generell verborgen, worum es letztlich bei den verschiedensten Neuerungen in Wirklichkeit ging, selbst wenn man sie bemerkte. Nur wenige theologisch gebildete Laien, die nicht bischofshörig waren und sich nicht von diesem sog. „Pastoralkonzil“, einer unheiligen Räuber und Revolutionssynode, beeindrucken und einfangen ließen, erkannten mit zunehmenden Entsetzen, was mit derartigen Reformen und Revisionen in der katholischen Kirche bezweckt und schließlich auch erreicht wurde, Viele waren in Ansehung dessen, was da vor sich ging, wie gelähmt. Andererseits konnte man dagegen auch gar nichts als ein katholischer Laie tun, da dieser in der Kirche nichts zu sagen hatte, nicht einmal in Form eines qualifizierten Rates. Zwischen 1963 und 1968 wurden die Weichen gestellt und viele Wege in den Abgrund geebnet und leicht gemacht. Das ganze Übel begann nicht erst, wie später aufgeregte Liturgiker und Ritualisten immer behaupteten, mit der Promulgation und Durchsetzung des NOM, auf den man sich dann gleichsam 'einschoß' und jahrelang in dieser Perspektive verharrte, ja von ihr regelrecht absorbiert wurde. Die Zerstörung des sakramentalen Priestertums aber blieb dabei völlig im Dunkeln und trat nirgendwo in ein öffentliches kirchliches Bewußtsein. Sowohl die sog. abständigen als auch die praktizierenden 'Kirchengläubigen' glaubten nach wie vor trotz aller sichtbaren Veränderungen und Deformationen im kirchlichen Bereich, alle katholischen 'Geistlichen' des Welt und Ordensklerus seien eo ipso wie eh und je „geweihte Priester“, da „Priesterweihen“ stattfanden und Primiz gefeiert wurde. Daran hat sich doch seit zwanzig Jahren nichts geändert. Oder ist da jemand, der an einer Primiz teilnahm, aufgestanden und hat dann öffentlich erklärt, daß dieser 'Neupriester' gar nicht das ist, was er zu sein glaubt und vorgibt? Uns ist ein solcher Fall noch nie bekannt geworden. Dies liegt aber auch daran, daß es eben vielen in den 'Gemeinden' gleichgültig ist, ob ihr 'Vorsteher' und Zelebrant geweiht ist oder nicht.

Es ist in Sachen „Weihen“ oder auch „neue Weihen“ gar nicht so einfach, die im deutschsprachigen Raum generell eingetretene Dunkelheit und Verworrenheit zu überwinden, da hierbei zugleich eine weit verbreitete Unwissenheit und Phantastik vorliegt. Insbesondere fromme Katholiken sind oft geradezu schockiert, wenn man sie darauf hinweist, daß das Konzil von Trient das Begriffswort „Priesterweihe“ gar nicht kennt und deshalb auch nicht gebraucht hat. Die deutsche Sprache hat eben auch ihre Tücken, einschließlich des emotional aufgeladenen Wortes „Weihe“, das in den verschiedensten Wörterverbindungen gebraucht wird. Im übrigen kennt die alte Ecclesia Romana weder „geweihte Priester“ noch „geweihte Bischöfe“ noch so etwas wie „geweihte Amtspersonen“ (einer Amtskirche), sondern nur in einem ganz bestimmten Sinne und für besondere Zwecke „geweihte Diener“ („ministri sacri“  nicht: sancti), d.h. Personen männlichen Geschlechtes, die in einem kirchlich geheiligten Ritus (ritus sacralis), der jedoch kein Einweihungs oder Initiationsritus ist, dazu gemacht und befördert werden, um hernach durchaus etwas Besonderes und anderen gegenüber Herausgehobenes zu sein. Indes: je feierlicher und zeremonienreicher ein solcher Ritus gestaltet und vollzogen wird, um so weniger kommt sein eigentlicher Sinn und Zweck zum Ausdruck, so daß auch ein mitfeiernder 'gläubiger' Zuschauer, der sogar als ein 'Zeuge' dabei ist, in der Regel das Wesentliche vom Unwesentlichen nur noch mit Mühe oder auch gar nicht mehr unterscheiden kann. Das aber ist eine altbekannte Tatsache, die nur eingefleischte Traditionalisten leugnen. Damit war immer schon die Gefahr gegeben, daß, wie jeder vernünftige Mensch doch weiß, der Anschein trügen und sogar betrügen kann. Hier liegt ein Punkt, der auch heutzutage viele Leichtgläubige in Verwirrung bringt und zu irrigen Annahmen verleitet, so daß sie einen 'heiligen Ritus' für katholisch halten, obwohl er mitnichten kirchlichkatholisch ist. Es werden in ihm keine "ministri sacri" hervorgebracht, sondern nur profane Amtspersonen, die sich dann den Titel „Hochwürden“ oder „Hochwürdiger Herr“ zulegen (englisch: „Most Reverend“ oder „Very Reverend“ oder „Reverend Sir“).

In diesem Zusammenhang aber sollte man sich doch einmal die Frage stellen, warum wohl das berühmte Apostolische Siegelschreiben (Bulla) „Apostolicae Curae“ Papst Leo's XIII. vom 18.9.1896, das die anglikanischen „Weiheriten“ für ungültig und für null und nichtig erklärte, so gut wie überhaupt keine positiven Auswirkungen gehabt hat, weder auf die ritualistischen Anglikaner noch auf die ritualistische katholische Geistlichkeit noch auf andere „getrennte Brüder“, die sich ebenfalls 'Bischöfe' genannt haben und nennen. Es schien auch diese lehramtliche Entscheidung eines Papstes nicht mehr zu greifen und bereits ins Leere zu gehen. Warum sind Leute, die sich als Katholiken bezeichnen, nicht bereit, sich daran zu erinnern und einzusehen, daß in der 'heiligenkatholischen' Kirche schon lange vieles faul war? Das Verderbnis begann nicht erst mit dem Vatikanum 2 mit seiner LiturgieDeform und den 'neuen Weihen'. Dies alles sind nur Träumereien von klerikalen und laikalen Traditionalisten, die längst vergangenen Zeiten nachtrauern und immer noch das Heil von 'Bischöfen' erwarten, unbelehrbar, obwohl sie doch das Vatikanum 2 eines Besseren belehren könnte.

Es ist auch ohne Bedeutung, wer alles an der Produktion der neuen 'Weiheriten' beteiligt gewesen war, weil sie von allen konziliaren 'Bischöfen' und 'Priestern' (nicht bloß von den 'Neupriestern') akzeptiert wurden und auch nur so ihre negative Wirksamkeit entfalten konnten. Darum glaubt ja auch das naive Kirchenvolk bei dem, was es sieht, daß es sich um katholische Riten handeln müsse und daß man nach wie vor Bischöfe und Priester vor sich habe. Wenn andere das Gleiche tun, 'wenn auch etwas anders', was macht das schon aus?! Im übrigen sei die Sache mit den Riten eine Angelegenheit der 'Geistlichkeit' und insbesondere der Bischöfe und der Ritenkongregation in Rom, die schon wissen wird, was richtig ist. Es sei doch letztlich gleichgültig, ob nach altem oder neuem Ritus „geweiht“ werde. Besser jedenfalls sei der neue, weil einfacher und leichter durchschaubar. Man solle dem großen Montini'Papst' doch dankbar dafür sein, daß er die Forderungen des Konzils erfüllt und alles Unnütze und Überflüssige beseitigt habe, das sich im Laufe der Zeit angesammelt hatte. Gegen einen solchen tiefsitzenden Stumpfsinn läßt sich nichts mehr tun.

Oft wird auch die einfältige Meinung vertreten, daß die Gültigkeit oder Ungültigkeit einer Weihe von Personen anhand des praktischen Kriteriums erkennbar sei: „an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“. Dies aber ist ein großer Irrtum, der zudem noch beweist, daß man die Hl. Schrift nicht versteht. Denn auch ein gültig Geweihter kann die schlechtesten Früchte hervorbringen und in die Häresie fallen, so daß dann bei offenkundiger Häresie jeder orthodoxe Katholik streng verpflichtet ist, eine solche Person unbedingt zu meiden und, da es sich um eine ‚Amtsperson’ handelt, auch öffentlich an den Pranger zu stellen. Das ist man dem HAUPT und HERRN der Kirche schuldig, die keine Spielwiese für Kinder ist. Im übrigen kann im Unterschied zu einem 'nur' amoralischen und sündigen Menschen ein Häretiker niemals „gültig geweiht“ werden, auch wenn er dem Anschein nach 'geweiht' wird. Das macht dann die Sache so pikant und für viele gänzlich undurchsichtig. Zudem bringt ein damit verbundener und nur in einem 'religiösen Gefühl' wurzelnder Gefühls und Aberglaube viele um ihren Verstand und dann zum Schweigen, weil sie (wie sie selber sagen) ständig das 'dunkle Gefühl' haben, daß dieser oder jener fromme und menschenfreundliche Mann vielleicht doch noch Bischof oder Priester sein könnte. „Nur der liebe Gott und Vater im Himmel, an den doch alle glauben, kann das wissen.“ So wird überall geredet, wenn man Zweifel anmeldet. Die offiziellen Träger der „römischen Konzilskirche“ haben in deren Diözesen und Pfarrgemeinden mit diesen 'Gläubigen' und (seit neuestem) 'Glaubenden' ein ganz leichtes Spiel. Denn auch eine katholische Gesellschaftsmasse gewöhnt sich wie jede Massengesellschaft in ihren Gruppen sehr schnell an ihre bestellten 'Amtspersonen' und an ihr vermeintlich ’heiliges Tun' und 'pastorales Wirken'. Eine religiöse Hammelherde gewöhnt sich sogar an Wölfe im Schafspelz. Dies kann doch nur jemand leugnen, der eine kirchliche Wirklichkeit einfach nicht mehr sehen will, wie sie tatsächlich ist.

Wenn emotionslos, ohne religiöse Anwandlungen und ohne Mystizismen von (wie leider allgemein üblich) Bischofs und Priesterweihen gesprochen wird, dann ist damit vernünftigerweise zunächst nichts anderes gemeint, als daß ein getaufter Mensch männlichen Geschlechtes in einem kirchlichen Ritus und kraft desselben zum Bischof oder Priester gemacht und innerlich bestimmt wird (determinatio actualis concretiva), wenn er dazu nach menschlichem Ermessen fähig und geeignet ist. Ob er dies aber auch wirklich (realiter) ist und nicht bloß zu sein scheint, das freilich steht auf einem anderen Blatt. Indes wird dadurch das Weiheproblem als solches gar nicht berührt, ganz abgesehen davon, daß zu allen Zeiten auch unfähige und ungeeignete Leute geweiht worden sind und was sich nicht immer erst hinterher herausstellte. Es ist deshalb auch überflüssig, auf dieses düstere Kapitel einzugehen, obwohl es seine Aktualität noch nicht verloren hat. Jeder Katholik weiß oder wußte schon vom Religionsunterricht her, daß alle Bischöfe Priester sind, aber nicht alle Priester Bischöfe, und was sich ja nicht bloß an der Kleidung oder an anderen Äußerlichkeiten zeigte. Sie waren sozusagen auch „innerlich“ nicht gleich, weil sie verschiedene Befugnisse besaßen, wie jedermann wußte und leicht erkennen konnte. Die Diözesanbischöfe hinwiederum waren etwas ganz Besonderes, und zwar schon deswegen, weil sie (wie auch unser H.H. Pfarrer sagte) „die Nachfolger der Apostel“ wären und vom „Heiligen Geist“, wenn auch nicht gerade erfüllt, so doch zumindest geleitet seien. Damit war der Bischof für die Gläubigen, aber auch für die sog. einfachen Priester, sakrosankt, d.h. schlechthin tabu, und somit ebenfalls seine 'Weihe'. Nun aber hatte das Vatikanum 2 bereits am Anfang diesen weit verbreiteten Irr und Aberglauben durch eine blanke Häresie noch 'vertieft', indem es verbindlich lehrte und hochmütig verkündete: „Im Bischof sehe man den (genauer: der Bischof ist anzusehen und anzuerkennen als der) Hohepriester (!) seiner Herde, von dem das Leben seiner (!) Gläubigen in Christus gewissermaßen abgeleitet wird und abhängt (!)“ (Liturgiekonstitution, Kap. I, Nr.41) Somit wurden spätestens ab 1968 in der katholischen Kirche sowohl Priester als auch NichtPriester sogar zu 'Hohenpriestern' 'geweiht', von denen nunmehr auch das Leben der und insbesondere ihrer 'Gläubigen' abhing, d.h. abhängig gemacht und bestimmt wurde. Auch eine dumpfe religiöse Hammelherde braucht einen geistlich 'erleuchteten' Leithammel oder 'guten Hirten' mit Stab und Mitra.

In dieser erstaunlichen Lehraussage eines 'Heiligen Konzils', bei der es einem kalt den Rücken herunterläuft, muß man jedes Wort genießen. Welchem „ehrenwürdigen Konzilsvater“ ist hier nicht das Herz im Leibe vor Freude gehüpft? Und welchen Hochwürdigsten Herren ist dabei der allseitig beschworene „Geist des Konzils“ nicht unter die Haut gefahren? In der Tat, eine „Revolution von oben“ war bereits im vollen Gange und warf ihre Schatten voraus. Katholische Christen, die noch orthodox katholisch waren, hatten jedoch genauso wie die Apostel Jesu Christi nur einen einzigen Hohenpriester und erinnerten sich sofort an den hl. Paulus, der damals schon (noch wissend, was ein Hoherpriester ist) an die Hebräer und gegen die hochmütigen Juden schrieb: „Schaut auf Jesus (ChristusJesus), den (einzig) Gesandten und (wahren) Hohenpriester unseres Bekenntnisses. ( ... ) Denn er wurde größerer Verherrlichung gewürdigt als Moses ( ... ). 'Moses war wohl treu in seinem ganzen Hause als ein Diener' (Num 12, 7) zum Zeugnis dessen, was geoffenbart werden sollte. Christus aber steht als Sohn über seinem Hause. Sein Haus sind wir (= alle wahrhaft Christgläubigen), wenn wir nur die Zuversicht und den Ruhm unserer Hoffnung bis ans Ende festhalten.“ Ja, mehr noch! Denn wir haben nicht bloß einen einzigartigen Hohenpriester, sondern einen über alles „erhabenen Hohenpriester, der die Himmel durchschritten hat.“ (Hebr. 3, 1 f.; 4, 14) So also und nur so verhält es sich in Wahrheit, nicht aber so, wie es Häretiker und Wahnsinnige wollen.
Der von einem unreinen Geiste gesalbte Gesamtepiskopat des Vatikanums 2, der sich in der „römischen Konzilskirche“ gesammelt hatte, bildete sich ein, aus über 2000 'Hohenpriestern' zu bestehen... und alle, alle glaubten das und glauben es noch heute! Seit dieser Zeit führt ein jeder sich zu einem Hohenpriester selbsternannter 'Bischof' den, wie es in der Liturgiekonstitution so schön heißt, „Vorsitz über die gesamte Herde seiner (!) Kirche“. Auch dazu wird dieser 'Hohepriester' 'geweiht'. Die 'gläubige' katholische Gesellschaftsmasse jedoch, gleichgültig, ob es sich um Kleriker oder Laien handelt, ist in ihrem allgemeinen Irrglauben außerstande, dies alles zu erfassen und zu erkennen, daß aufgrund einer Häresie auch alle Bischofsstühle vakant sind. Der bloße Nachweis der Ungültigkeit von Bischofsweihen verfängt hier nicht und geht ins Leere, wie die Erfahrung seit vielen Jahren lehrt.

Man hat sich oft darüber beklagt, daß die bombastischen Konzilstexte so viele ambivalente, vage und mehrdeutige Formulierungen enthalten, ganz abgesehen von den falschen Übersetzungen und den Verfälschungen beim Zitieren alter Texte, einschließlich der Hl. Schrift. Solche Klagen aber waren höchst überflüssig, weil dies alles kein Zufall war, sondern mit Absicht geschah, um möglichst viele leichter täuschen zu können. Außerdem war doch von vornherein klar und voraussetzbar, daß nach dem Auftreten des 'charismatischen Roncalli' und anderer Illuminaten, alte und neue Häresien in einem katholisierenden Gewande und Sprachschleier unter das verheißene neue „Volk Gottes“ gebracht werden und es prägen sollten, angeführt von den 'Konzilsvätern' und ihren Nachfolgern. Darum war dann auch zu diesem Zweck eine durchgreifen der Revision der kirchlichen Riten unbedingt erforderlich, um sie angeblich zu „vereinfachen und durchsichtiger zu machen“, worauf dann darauf alle liturgiebeflissenen Ritualisten und neuliturgischen Zeremonienmeister hereinfielen. Der laikale Durchschnittskatholik, dem eingeredet werden konnte, man schaffe nur den „Triumphalismus“ ab, paßte sich alledem sehr schnell an und wurde auch dadurch leicht der „römischen Konzilskirche“ eingegliedert. „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“, sagt ein altes Sprichwort, und er gewöhnt sich sogar an religiös Unsinniges, „weil das auch alle anderen machen“. Die von der LiturgieRe(De)form es Vatikanums 2 ausdrücklich angestrebte „pastoralliturgische Bewegung“ (actio pastoralis liturgica) zeigte bald ihre Erfolge und gab ohne Zweifel „dem gesamten religiösen Fühlen und Handeln unserer Zeit eine eigene Note.“ Die 'hohenpriesterlichen Konzilsväter' bezeichneten aufgrund ihrer 'Erleuchtungen' diese Bewegung als ein „Hindurchgehen des Hl. Geistes in seiner Kirche“ („transitus Spiriti Sancti in sua Ecclesia“)! Indes, welch ein ’Wunder’, wenn man bedenkt, daß der vermeintlich Hl. Geist bei seinem Hindurchgehen dann auch noch „neue Weiheriten“ produzierte, ja sogar häretischer Natur! In der Tat, der „Geist des Konzils“ hat erfolgreiche Arbeit geleistet. Wer hört nicht sein Gelächter?!

„Das Konzil“ mit all seinen Trabanten redete ständig und bis zum Überdruß von einer „Erneuerung der Heiligen Liturgie“, aber meinte eine revolutionäre Revision, bei der alle „Texte und Riten so geordnet werden sollen, daß sie das (all das Heilige, was sie bezeichnen, deutlicher zum Ausdruck bringen, und so, daß das christliche Volk sie möglichst leicht erfassen und daran partizipieren kann in voller, tätiger und eigenpersönlicher Feier.“ (Liturgiekonstitution, Kap. I, Nr.21) Mit einem solchen begriffsunklaren Gerede wurde nur verschleiert, daß auch mit Hilfe von Riten und den sie begleitenden Texten das „christliche Volk“, also nicht bloß die Katholiken, in Häresien hineingezogen werden sollten  zuerst die alles wohl ganz leicht verstehenden Gebildeten und dann die Ungebildeten, in 'natürlich' inniger und tätiger liturgischer Gemeinschaft. Zugleich aber sollte darauf geachtet werden, „daß sich zwischen den Riten benachbarter Gegenden keine zu auffallenden Differenzen ergeben.“ (ebd., Nr.23) Wenn schon häretische neue Riten, dann aber auch gemeinsame in feierlicher Gemeinschaft! Über alles das aber sollten die neuen 'Hohenpriester' im „Geiste des Konzils“ wachen!

Man darf somit die Verantwortung nicht allein einem Montini, dem obersten dieser neuen 'Hohenpriester', in die Schuhe schieben und schon gar nicht von „MontiniRiten“ (oder einer „MontiniKirche“) reden, aber auch nicht so tun, als ob die neuen 'Weiheriten' urplötzlich und zu einer allgemeinen Überraschung vom Himmel heruntergefallen wären, womit sich doch nur verlogene Kleriker ein Alibi verschaffen wollten. Nein, es verhält sich so nun ganz und gar nicht. Denn vieles Üble hatte sich schon lange vorbereitet und stand bereits im kirchlichen Raum, angefangen damit, daß nicht mehr sachlich klar und einer vorgegebenen Ordnung gemäß unterschieden wurde zwischen: Religion, Kult, Liturgie, Ritus und Zeremonie. Alles wurde durcheinander gebracht oder auf den Kopf gestellt. Aufgeblasene Liturgiker vernebelten den christlichen Kult und primitive pragmatische Ritualisten machten nur noch 'Dienst nach Vorschrift'. Jeder nüchterne und wache katholische Christ durchschaute die offenkundige Theatralik dieser Kleriker und machte sich dann seine eigene Gedanken. Es gab nämlich und gibt immer noch nicht nur einen (leeren) anglikanischen Ritualismus, sondern auch einen katholischen, der dem unbedarften 'Kirchengläubigen' nicht einmal bewußt wurde; er gab sich damit zufrieden, daß es wieder einmal 'sehr schön und feierlich gewesen war'. In einem solchen religiösen Dunstkreis lassen sich keine Kult und Ritenprobleme diskutieren.

Wie aber und woran erkennt man einen häretischen religiösen Ritus und insbesondere einen derartigen 'Weiheritus'? Das ist eine leider nie beachtete Frage, die immer schon hinter dem Problem der Gültigkeit oder Ungültigkeit der 'neuen Weihen' gestanden hat. Warum weicht man dieser Frage aus und verdunkelt dann das ganze Problem, indem man großspurig (aber typisch für einen im katholischen Ritualismus befangenen Kleriker) die Behauptung aufstellt: „Die neue Priesterweihe ist kein katholischer Ritus mehr“, weil ihr vor allem die „katholische Intention“ fehle, „die ja dem Ritus selbst eingeschrieben ist und in ihm zum Ausdruck kommt“. Damit aber dürfte dann auch Papst Leo XIII. umsonst gelehrt haben, daß sich beim „Weiheritus“ die sog. Intention nicht auf einen „katholischen Ritus“ bezieht, sondern direkt und ausdrücklich auf das Sakrament des Priestertums, ansonsten man eben nicht getan hat, was die Kirche tut – „ex institutione Christi“ und somit wiederum weder von sich selber her noch aus sich selbst. Unter einem „katholischen Ritus“ aber versteht man nur einen solchen, den die apostolisehe Ecclesia Romana zu eigen hat und gebraucht. Die „römische Konzilskirche“ mit ihren nur katholisierenden Riten aber ist keine apostolische Kirche, auch wenn sie ein katholisches Vokabular und traditionelle Zeremonien verwendet. Das macht dann die Sache für viele so verwirrend, zumal da es ihnen bereits schwer fällt, Schein und Wirklichkeit zu unterscheiden. Es sei jedem angeraten, in religiösen Dingen seine Finger, von etwas zu lassen, von dem er herzlich wenig oder auch gar nichts versteht.

Schon lange vor dem Vatikanum 2 haben viele klerikalistische Bischöfe und Priester immer nur getan, was die katholische Kirche tut, nicht aber, was die Kirche tut, obwohl es damals noch keine 'Hohenpriester' en masse gab. Dies hängt nicht zuletzt aber auch damit zusammen, daß der echte Intentio – Begriff mehr und mehr  aus der Lehrtradition der Kirche verschwand, teils aus Mangel an Wissen, teils durch Verdrängung.
Es war und ist jederzeit möglich, religiöse und kirchliche Riten zu verändern, ja sogar neue zu schaffen, da sie, wie schon gesagt, auf Brauchtum und Gewohnheit beruhen, und wobei man nicht selten ihren zeitlichen Ursprung gar nicht kennt. *) Es ist jedoch schlechterdings unmöglich, an die Stelle eines alten Ritus einen neuen zu setzen. Ein solches Bemühen ist aus vielerlei Gründen immer zum Scheitern verurteilt. Dies aber wissen alle Häretiker sehr genau, und deswegen beschreiten sie dann auch einen anderen Weg, nämlich den Weg einer „mutatio rituum“, d.h. einer geschickten Veränderung von Riten und Zeremonien, einschließlich der sie begleitenden Texte ('Gebete'), um ihnen ihren eigentlichen Sinn und Zweck zu nehmen. Das ist ein alter Trick. Als Motiv für eine solche Veränderung aber wird sehr oft mit der Behauptung operiert und den 'Gläubigen' ständig suggeriert, daß sich die „religiöse Situation“ grundlegend verändert habe und man sich „in Kirche und Welt“ der neuen Lage 'zum Wohle' des christlichen oder katholischenVolkes und 'zum Heil’ aller „anpassen“ müsse. Das gläubige 'Kirchenvolk' sieht diese „mutatio rituum“, aber es versteht und begreift sie nicht; es hält sie sogar für berechtigt, weil sie 'von oben' kommt, ohne die sich darin verbergende Lüge und das Häretische zu erkennen. Das kann katastrophale Ausmaße annehmen. In diesem Zusammenhang aber lehrte bereits Leo XIII. in der o.g. Bulle: „Wenn ein (kirchlicher) Ritus verändert wird, und zwar 'eo manifesto consilio' (in der offensichtlichen Absicht), damit ein anderer eingeführt wird (= an seine Stelle gesetzt wird), der von der (apostolischen) Kirche nicht aufgenommen (bzw. nicht angenommen) worden ist, und so auch zurückgewiesen wird, was die Kirche tut( ... ), dann ist es offenkundig, daß nicht bloß die dem Sakramente notwendige Intention fehlt, sondern damit auch eine dem Sakramente entgegengesetzte und sich widersetzende Intention notwendig verbunden sein muß.“ Ohne das Begreifen dieser Lehraussage bleibt die Häresie der 'neuen Weihen' im Verborgenen und wird gar nicht erkannt, so daß sie ungehindert ihr zerstörerisches Werk fortsetzen kann.

Auch Papst Pius XII. wendete sich (leider ebenfalls vergeblich!) gegen die sich im Klerus der katholischen Kirche überall ausbreitende häretische „mutatio rituum“, die und weil sie ganz bewußt aus der „christlichen Religion“ mit ihren Riten einen "leeren Ritus macht" und aus dem rituellen „ex opere operantis ecclesiae“ eine sinnwidrige Farce. (Enzyklika „Über die Hl. Liturgie“ von 1947). „Die christliche Religion verlangt nämlich, richtig gepflegt, daß vor allem (zuerst) der Wille Gott geweiht werde (... )“, nicht jedoch, wie heute viele phantasieren, dem 'Göttlichen' oder 'dem Heiligen' oder sogar dem 'Heiligsten Vater' in Rom oder irgendwelchen 'Hohenpriestern' im Bischofsornat, die weder Bischöfe noch Priester sind, auch wenn sie 'heilige Handlungen' vollziehen. Warum nimmt man nicht in Nachahmung des HERRN der Kirche einen Strick und treibt diese Leute aus dem 'katholischen Tempel'? Eine verwirrte Herde blökt nur und hört nicht einmal die Wölfe im Schafspelz heulen. Was kann man dagegen noch tun, wenn heute überall im liturgischen Bereich Häresien das Denken verdunkeln und das Tun prägen?

Wir können in Ansehung der heutigen Situation keinen anderen Rat geben als den: man lege, bildlich gesprochen, in allen katholischen Kathedralen, Kirchen und Kapellen ein geweihtes Schwert auf den dortigen „Tisch der Dämonen“ (1 Kor. 10, 21) und zerstöre dann in einer rituellen Handlung diesen 'Volksaltar' mitsamt den 'heiligen Gefäßen' und 'heiligen Gewändern' der Konzelebranten und tätigen Partizipanten, damit in Religion und Kult die Nacktheit und Leere zum Vorschein komme. Hernach aber vollziehe man nach uraltem christlichen Brauch den feierlichen kirchlichen Exorzismus. Vielleicht hilft das noch in den „dunklen Zeiten der Gnade“.

Die dem „populus christianus“ und zuerst den 'Kirchengläubigen' lange Zeit von Klerikern verheimlichte Zerstörung des sakramentalen Priestertums kann auf die verschiedenste Weise geschehen, insbesondere aber in einem religiösen Ritus (ritus sacralis), da dieser keine einfache Sache, sondern von seinem Wesen her eine „res complexa et ordinata“ ist. Und wenn ein solcher Ritus zudem noch in Verbindung mit eindrucksvollen Zeremonien vollzogen wird, dann besteht immer die Gefahr, ihn selbst mit diesen Äußerlichkeiten, die völlig unwesentlich sind, zu verwechseln. Dann sieht man sozusagen vor lauter Weihrauch den Räucherer nicht mehr, der da 'weiht'. Man hört ihn nur noch oder auch nicht. Ob er aber auch wirklich tut, „was die Kirche tut“, das steht auf einem ganz anderen Blatt. Es ist heutzutage viel Nüchternheit und auch ein kritisches Denken erforderlich, wenn bei einer rituellen religiösen Weihung (dedicatio religiosa vel sacra) einer Person das eigentümliche „munus consecrationis“ (religiöse DienstLeistung einer Weihe oder sakralen Weihung) in seiner Problematik deutlich erfaßt werden soll. Im übrigen war es schon lange ein großes Übel gewesen, in einer pseudomystischen 'Weihe'Phantastik aus einer bescheidenen „res sacra“ im Handumdrehen eine hochmütige „res sancta“ gemacht zu haben. Die Quittung, die man dafür erhalten hat, liegt seit über zwanzig Jahren für alle Katholiken greifbar auf dem Tisch. Die „römische Konzilkirche“ mit ihren 'Hohenpriestern' redet indessen nur noch von einer merkwürdigen „ordinatio Presbyterorum“ und „ordinatio Episcopi“, die nicht einmal mehr „sacer“ ist. Das in der „römischen Konzilskirche“ integrierte 'Kirchenvolk', einschließlich der 'Religiosen', aber glaubt, dies seien 'heilige Weihen' und hat sich auch inzwischen daran gewöhnt. Das 'Konzil' verhieß Durchsichtigkeit, Vereinfachung und leichtes Verstehen der sakralen „res religiosae“, um das 'christliche Volk' und die 'Kirchengläubigen' zu täuschen. Denn gleichzeitig betrieb es vermittels einer angeblichen Liturgiereform eine zerstörerische Revision aller fundamentalen „Riten und Texte“, angefangen mit der 'Priester- und Bischofs- Weihe'.

Wir haben am Anfang unserer Ausführungen drei simple Fragen gestellt und sie als unvermeidbar bezeichnet. Vielleicht wird man jetzt aber auch erkennen, daß sie in ihrer Gewichtigkeit und tieferen Bedeutung gar nicht so leicht zu beantworten sind, da sie im Raum einer allseitig verdunkelten Problematik stehen, welche die Wahrheit und den Wert des sakramentalen Priestertums zum Gegenstand hat. Es ist jedoch bekanntlich jeder Erkenntnisweg aus dem Dunkel zum Licht immer ein recht schwieriger, der niemandem erspart werden kann.

Anmerkung:
*) Nach den Darlegungen des verstorbenen H.H. Dr. Katzer dürfen Veränderungen in den Riten nur "ad meliorem" durchgeführt werden, d.h. wenn sie eine inhaltliche Verbesserung darstellen.

 
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