PAPST PIUS XII. UND HITLER
- ZWEI DOKUMENTE -
PAPST PIUS XII., HITLER UND HOCHHUTH.
- Als Ergänzung zu den Ausführungen von Manfred Jacobs hier noch eine
Zeugin aus der unmittelbaren Nähe Pius XII. zu dem Vorwurf, er hätte zu
den Greueltaten der Nazis geschwiegen, Schwester Pascalina, des Papstes
deutsche Haushälterin, ausgezeichnet mit dem bayerischen Verdienstorden
in ihrem Buch: "Ich durfte Ihm dienen" Würzburg 1982: "Mit Grauen
erinnert man sich an jenen Morgen im August 1942, als die Zeitung in
großen Zeilen die Schreckensnachricht brachten, daß der öffentliche
Protest der holländischen Bischöfe gegen die unmenschliche Verfolgung
der Juden Hitler dazu veranlaßt hätte, in der Nacht 4oooo Juden zu
verhaften und vergasen zu lassen. Unter diesen befand sich auch die
bekannte Philosophin und Karmeliterin Edith Stein, deren Lebensweg Pius
XII. mit starker Anteilnahme verfolgt hatte. Man brachte die
Morgenzeitungen in das Arbeitszimmer des Heiligen Vaters, der sich
anschickte, zu den Audienzen zu gehen. Er las nur die Überschrift und
wurde kreidebleich. Zurückgekehrt von den Audienzen - es war schon 13
Uhr und Zeit zum Mittagessen - kam der Heilige Vater, ehe er ins
Speisezimmer ging, mit zwei großen, engbeschriebenen Bogen in der Hand
in die Küche, wo die einzige Möglichkeit war, am offenen Feuer etwas zu
verbrennen, und sagte: 'Ich möchte diese Bogen verbrennen, es ist mein
Protest gegen die grauenhafte Judenverfolgung. Heute abend sollte er im
Osservatore Romano erscheinen. Aber wenn der Brief der holländischen
Bischöfe schon 40.000 Menschenleben kostete, so würde mein Protest
vielleicht 200.000 kosten. Das darf und kann ich nicht verantworten. So
ist es besser, in der Öffentlichkeit zu schweigen und für diese armen
Menschen, wie bisher, in der Stille alles zu tun, was menschenmöglich
ist.' - 'Heiliger Vater', erlaubte ich mir einzuwenden, 'ist es nicht
schade, zu verbrennen, was Sie hier vorbereitet haben? Man könnte es
vielleicht einmal brauchen.' - 'Auch ich habe daran gedacht',
antwortete Pius XII., 'aber wenn man, wie es immer heißt, auch hier
eindringt und diese Blätter findet - und mein Protest hat einen viel
schärferen Ton als der holländische -, was wird dann aus den Katholiken
und Juden im deutschen Machtbereich? Nein, es ist besser, ihn zu
vernichten.' - Der Heilige Vater wartete, bis die beiden großen Bogen
vollständig verbrannt waren, und verließ erst dann die Küche." (zitiert
nach DT vom 14.4.88)
PIUS XII. UND SEINE ABSICHT ZU RESIGNIEREN, FALLS ER VON DEN NAZIS GEFANGEN GENOMMEN WÜRDE.
- (DEUTSCHE TAGESPOST vom 4.2.88) - Rom (DT) Das Verhältnis zwischen
Papst Pius XII. und dem Hitlerfaschismus ist jetzt durch die Aussagen
eines römischen Kurienkardinals weiter erhellt worden. Wie Kardinal
Pietro Palazzini jetzt in einem Gespräch mit der italienischen
Zeitschrift Trenta Giorni bekanntgab, habe Pius XII. einen
Rücktrittsbrief vorbereitet. Er wäre sofort in Kraft getreten, wenn
Hitler ihn hätte gefangennehmen und vor die Stadtmauern Roms führen
lassen. "Ich weiß", erklärte Kardinal Palazzini, der Präfekt der
römischen Kongregation für die Heiligsprechungen ist, " daß Pius XII´
seinen Rücktrittsbrief bei einer Vertrauensperson, dem Ingenieur
Stoppa, hinterlegt hatte. Im Falle, daß man ihn gefangengenommen und
aus Rom hinausgeführt hätte, wäre sein Verzicht auf den Stuhl Petri
sofort wirksam geworden. Wenn er weggeführt werde, so sei es der Wunsch
von Pius XII. gewesen, sollte Eugenio Pacelli und nicht der Papst ein
Gefangener Hitlers sein." - Pius XII. sei sich des Befehls Hitlers
bewußt gewesen, ihn festnehmen zu lassen, erklärte Kardinal Palazzini
weiter, ein Befehl, der dann allerdings nicht ausgeführt worden sei.
Der Papst habe befürchtet, daß es ihm wie Pius VI. während der
Französischen Revolution ergehen könnte. "Dieser hatte leider nicht
daran gedacht, eventuelle Rücktrittserklärungen dazulassen und man
mußte auf seinen Tod warten, bis man in Venedig ein neues Konklave
einberufen konnte", sagte Kardinal Palazzini. Deswegen habe Pius XII.
für den Fall seiner Verhaftung seinen sofortigen Rücktritt vorgesehen.
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