56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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Ausgabe Nr. 8 Monat März 1989
AARON LUSTIGER


Ausgabe Nr. 7 Monat März 1984
REFLEXIONEN UND MOMENTE EINER KRITISCHEN ANALYSE


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1981
JUIF ET CHRETIEN: RÉPONSE DE J. M. LUSTIGER À L'AGENCE TÉLÉGRAPHIQUE JUIVE


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1981
JUDE UND CHRIST


Ausgabe Nr. 4 Monat November 2016
Et regnabunt cum Christo mille annis


AARON LUSTIGER
 
AARON LUSTIGER:
EIN JUDE AUF DEM ERZBISCHÖFLICHEN STUHL VON PARIS



von
Eberhard Heller


AARON JEAN-MARIE LUSTIGER: EIN 'KATHOLISCHER' JUDE. - Aaron Lustiger, ein gebürtiger polnischer Jude, mit Hilfe seines Landsmannes Wojtyla zum 'Kardinal' und 'Erzbischof' von Paris avanciert, nachdem er mit 14 Jahren vorgeblich zum Christentum übergetreten ist, präzisiert seine Auffassung bezüglich des Verhältnisses zwischen Juden und Christen wie folgt. Am 4. Februar 1941 äußerte er sich gegenüber der AGENCE TELEGRAPHIQUE JUIVE: "Ich bin Jude, und ich (...) werde es bleiben; die Konversion eines Juden zum Christentum kann nur als eine Verleugnung angesehen werden." Am 3. Febr. 1981, nachdem er bereits 'in Amt und Würden' steht, modifiziert er diese Aussage: "Ich bin Jude; für mich sind die beiden Religionen (die jüdische und die christliche) nur eine einzige." Seinen Eltern hatte er erklärt, daß er den jüdischen Glauben bewahren wolle, als er zur Taufe wegging. Den Namen Aaron wolle er behalten, um dadurch anzuzeigen, daß er levitischer Herkunft sei.

Ausdrücklich sagte er später, daß der Neue Bund, der durch Christus gegründet wurde, den sinaitischen Bund nicht beendet hätte, ein Satz den die ganze christliche Tradition verurteilt. Diese Häresie erlaubt ihm zu sagen, daß Christus nur ein Prophet Israels gewesen sei, der Welt präsentiert, um den Heiden das Licht des jüdischen Messianismus zu bringen. Lustiger weist die Hauptschuld am Tode Christi den Römern zu und der Menschheit. Sicherlich nahm Christus den Tod auf sich, um die Sünden der Menschen zu sühnen. Gewiß ist aber auch, daß Christus selbst die Hauptschuld an der unmittelbaren Herbeiführung seiner Hinrichtung dem jüdischen Hohen Rat anlastete (vgl. Joh. 19,11). Was bedeutet für Lustiger die hl. Messe (n.b. die er sogar den Traditionalisten in Latein anbietet und selbst lesen will - im Zusammenhang mitd. Heimholung der 'verirrten' Gläubigen, die doch eher dem 'Hl. Vater' als dem Bischof Lefebvre folgen wollen)? "Sie ist wesentlich ein Mahl", welches "in eine Opfersymbolik" eingebettet ist und das "ganz und gar seinen Sinn verliert, wenn man es ohne Beziehung sieht zu dem früheren jüdischen Ostermahl". Hier behauptet Lustiger gleich zwei Häresien. Einmal ist die hl. Messe wesentlich Opfer, Sühnopfer. Und zum anderen ist das alttestamentliche Paschamahl wohl Vorläufer und Vorbild der hl. Messe, aber es hat keine konstitutive Bedeutung für die hl. Messe. Diese hat ihren absoluten Sinn - als Opfer, als Sühnopfer - in und aus sich selbst.

Die Juden sind nach Lustiger seit Anbeginn der Welt Verfolgte, denn sie stellen die Repräsentanten des leidenden Messias dar, den Isaias als Knecht Jahwes bildhaft vorstellte. Jeder Angriff auf das Judentum ist nach Lustiger eine Gotteslästerung. Die Kirche ist nach ihm eine jüdische Angelegenheit, in der "die Juden bei sich selbst sind."

(nach Abbé Henri Mouraux: "Aaron Lustiger, égragé dans l'épiscopat catholique..." in BONUM CERTAMEN vom März/April 1988; Zitate in der Übersetzung der SAKA-INFORMATIONEN Nr.7/8, 1988.)


 
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