IN ERINNERUNG AN S.E. BISCHOF ADOLFO ZAMORA HERNANDEZ
von
Eberhard Heller
In der Nacht auf den 3. Mai dieses Jahres ist S.E. Mgr. Adolfo Zamora /
Mexiko überraschend nach kurzer Krankheit gestorben. Seine Todesanzeige
erschien erst am 13.5.87 in der Tageszeitung EL UNIVERSAL. Die traurige
Nachricht vom Tode des mexikanischen Bischofs erhielt ich erst gegen
Ende des Mai-Monates, nachdem ich noch etliche Wochen vorher mit ihm in
Briefwechsel gestanden hatte.
S.E. Mgr. Adolfo Zamora Hernandez war am 2.7-19 lo in Orizaba bei
Veracruz / Mexiko geboren worden. Von 1928 bis 1934 studierte er am
Diözesanseminar Theologie. 1939 trat er in den Orden der Mercedarier in
Puebla ein, in dem er seine Studien beendete und im gleichen Jahr noch
zum Priester geweiht wurde. Danach unterrichtete er als Lehrer für
Latein, Moral- und Pastoraltheologie, für Kirchenrecht und
Kirchengeschichte und spanische Literatur über 3o Jahre lang an der
dortigen Ordenslehranstalt. Außerdem war Pater Zamora noch
schriftstellerisch tätig, u.a. schrieb er Gedichte. Die Zeitschrift
"Ecos Mercedarios" ("Stimmer der Mercedarier") wurde von ihm 1947
gegründet und redigiert. 1978 verließ er den Orden mit allen
Konsequenzen, nachdem ihm dort ein weiteres Verbleiben aus
Glaubensgründen unmöglich geworden war.
Als Traditionalist abgestempelt und beschimpft, übernahm er bald darauf
die Seelsorge und Betreuung der katholisch gebliebenen Gläubigen von
Gemeinden um Cuernavaca und im Bundesstaat Morelos. Etwa 25ooo Seelen
galt seine pastorale Aufmerksamkeit. Dabei geriet er auch in offene
Konfrontationen mit den Modernisten, die - weiß Gott - nicht zimperlich
waren und teilweise gewaltsam vorgingen. Wir lernten Mgr. Zamora
zusammen mit Bischof Cannona bei ihrem Besuch in München Mitte Oktober
1981 kennen. Eine Übereinstimmung in theologischen und kirchlichen
Fragen war bald hergestellt, zumal wir alle große Verehrer von dem
bereits verstorbenen Pater Saenz Arriaga waren. Es eitstand ein
herzlich vertrautes Verhältnis trotz sprachlicher Schwierigkeiten: wir
mußten uns mit Latein und Italienisch behelfen. Von München begleiteten
wir die beiden mexikanischen Priester nach Toulon in Frankreich zu S.E.
Erzbischof Pierre Martin Ngo-dinh-Thuc, der sie am 18. Oktober 1981 zu
Bischöfen weihte. Auf diese Weise wollte er beitragen, die apostolische
Sukzession zu sichern. Ich denke gerne an die heiter-ernsten Gespräche
zurück, die nach den Weihefeierlichkeiten in Toulon geführt wurden.
Unvergessen bliebt mir aber auch die leidenschaftlich unmittelbare
Anbetung der eucharistischen Gestalten von Mgr. Zamora während der hl.
Messe. Beten wir, daß Gott seinen Diener zu sich in sein himmliches
Reich nimmt. R.i.p.
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