KROKODILSTRÄNEN
Auf der sog. Bischofssynode in Rom hat 'Kard.' Höffner die Situation
der 'Kirche' am 26.11.1985 wie folgt beschrieben: "Es läßt sich nicht
leugnen, daß sich in der katholischen Kirche Deutschlands auch
Krisenhaftes und Bedauerliches zeigt. 1. Durch den schweren
Traditionsbruch Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre sind
bei vielen Katholiken die religiösen und sittlichen Verhaltensweisen
verunsichert worden. Die Zahl der Kirchenbesucher ist gesunken. Der
religiöse Indifferentismus greift um sich. 2. Das kritische
Hinterfragen der Glaubens- und Sittenlehre der Kirche, das nicht selten
in unverantwortlicher Weise geschah und von den Massenmedien häufig
sehr oberflächlich aufgegriffen wurde, hat nicht wenige Gläubige
verwirrt. Manche fragten traurig: 'War denn alles falsch, was wir
bisher geglaubt haben?' 3. Die Weitergabe des Glaubens von der älteren
an die jüngere Generation ist gestört, teils weil viele Familien hier
versagen, teils weil auch der Religionsunterricht und die Katechese in
eine Krise geraten sind." Als weitere Krisengründe nannte Höffner den
Streit zwischen den "Progressisten"und den "Konservativen", die
Ablehnung eines Teils der Lehren und das "Hereinholen der
säkularisierten Welt in die Kirche, vor allem in der Form einer
maßlosen Emanzipation, des Subjektivismus, des Horizontalismus und des
Konsumismus". (Nach SB 51/85; vgl. auch EINSICHT Febr./März 1986,
S.173.)
Hat man vergessen, daß es der gleiche 'Kardinal' war, der den größten
Traditionsbruch - dieser Begriff ist eigentlich irreführend, da es sich
nicht bloß um Traditionen, sondern um Dogmen handelt, die gefälscht
wurden -, nämlich die Einführung des sog. 'neuen Meßbuches' am
12.9.1975 mit folgenden Worten rechtfertigte: "Papst Paul VI. legt uns
das im Geist des Zweiten Vatikanums erneuerte Missale Romanum mit
seinem Ordo Missae in die Hände. Wir können das große Werk nicht
beiseitelegen. Wir dürfen es nicht ablehnen. Wir nehmen es an." - "Wir
könnten uns nicht Christen nennen, wenn wir nicht dem gehorsamen
Christus nachfolgen. Wer vom neuen Missale bewußt abweicht, ist
ungehorsam." (Vgl. EINSICHT vom Okt. 1975, S. 165/67.) Und war es nicht
sein Chef, Johannes der 'Gute', der mit seinem Aggiornamento das
"Hereinholen der säkularisierten Welt in die Kirche" lehramtlich
verbindlich vorschrieb? Höffner verwechselt Heuchelei mit
Schuldbekenntnis.
E. Heller |