AUS DER ERKLÄRUNG DES ST. PETRUS CANISIUS-KONVENT
ZUR BUNDESTAGSWAHL 87
Immer mehr Christen stellen sich heute die Frage, ob man unter den
gegenwärtigen Umständen die sogenannten christlichen Parteien (gemeint
sind CDU und CSU) noch wählen kann. Viele haben unter dem Gesichtspunkt
des "kleineren Übels" bisher die sogenannten christlichen Parteien
unterstützt. Inzwischen hat aber bei diesen Parteien die Vertretung
christlicher Grundsätze derart abgenommen, daß ein Christ im Gewissen
verpflichtet ist, diese Parteien nicht mehr zu wählen.
1. Sämtliche Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen sind durch die
Gesetzgebung der sozialliberalen Koalition dazu verpflichtet worden,
durch ihre Beiträge die Abtreibung mitzufinanzieren. Sie werden dadurch
zu einer Sünde gezwungen, die dazu führt, daß tausende von Kindern in
der Bundesrepublik Deutschland im Mutterleib ermordet werden. Die
sogenannten christlichen Parteien haben es gegen den Willen großer
Bevölkerungsteile unterlassen, diese für das Gewissen des Christen
unerträgliche Situation zu ändern oder eine Änderung anzustreben.
2. Die sogenannten christlichen Parteien haben auch direkt keine
Initiative ergriffen, um die gesetzliche Lage im Hinblick auf die
Abtreibung zu verbessern, und dies bei geschätzten 3ooooo Abtreibungen
jährlich in der Bundesrepublik Deutschland.
3. Die angeblich christlichen Parteien vertreten immer mehr eine mit
dem Christentum nicht mehr zu vereinbarende Gleichberechtigungsidee.
Die Heilige Schrift und die christliche Lehre verurteilen eine
Frauenemanzipation, wie sie heute getrieben wird. Auf diese Weise wird
die Grundlage der christlichen, ja der natürlichen Familie zerstört.
4. Die angeblich christlichen Parteien haben keinen Anlaß gesehen, das
gegenwärtige Ehegesetz im Hinblick auf seine Scheidungsfreundlichkeit
zu ändern. Es ist heute leichter, eine Ehe vor dem Staat aufzulösen als
einen Kaufvertrag. Eine solche Situation ist mit dem Grundgesetz, das
den Schutz von Ehe und Familie gebietet, unvereinbar. Erst recht muß
man als Christ ein solches Ehegesetz, das für eine Vielzahl von
nichtehelichen Verhältnissen mitverantwortlich ist, ablehnen.
5. Die angeblich christlichen Parteien haben, obwohl sie verpflichtet
sind, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden, durch die Verweigerung
einer überlegten aktiven Familienpolitik es zugelassen, daß auf die
Bundesrepublik Deutschland eine "Bevölkerungskatastrophe" - wie man es
mit Recht genannt hat - zukommt. Diese wird ganz erhebliche
wirtschaftliche und kulturelle Schäden nach sich ziehen. Siet über 2o
Jahren steht die Bundesrepublik in einer negativen
Bevölkerungsentwicklung, seit längerer Zeit ist sie das
geburtenschwächste Land der Welt-C-")
DIE REDAKTION DER EINSICHT SCHLIESST SICH DIESER ERKLÄRUNG AN.
Als Alternative zur CDU stellt sich die DEUTSCHE ZENTRUMSPARTEI in NRW
und Baden-Württemberg zur Wahl, deren politische Prinzipien auf dem
göttlichen Sittengesetz basieren. |