56. Jahrgang Nr. 5 / September 2026
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1. Enzyklika Humani generis
2. Enzyklika Humani generis, Fortsetzung
3. SCHADE, JAMMERSCHADE...
4. NUR FUR SEIN REICH
5. SEELSORGE IN MEXIKO
6. CHRISTLICHE BEWÄHRUNG
7. FORMEN, WIE DAS KIRCHLICHE RECHT ANZUWENDEN IST.
8. OFFENER BRIEF
9. DAS TURINER LEICHENTUCH
10. AUS DEM JUNI-RUNDSCHREIBEN VON HERRN DR. GRÖSSLER
11. VON DEN NICHT-WÄHLERN DER 'CDU INS STAMMBUCH GESCHRIEBEN
12. MEINUNG DES LESERS: EIN INTERVIEW MIT HERRN JOSEF MÜLLER
13. DIE PASTORAL-REGELN DES HL. PAPSTES GREGOR D.GR.
14. NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN
15. MITTEILUNGEN DER REDAKTION
SCHADE, JAMMERSCHADE...
 
"SCHADE, JAMMERSCHADE..."


In seinem neuesten Rundbrief (vom 14.6.85) bedauert H.H. Pfarrer Milch, daß glaubenstreue Katholiken ihn in grundsätzlichen Dingen nicht um seinen Rat fragen: "Schade, jammerschade, daß Nachgeborene des Widerstandes sich in diesen Dingen eigene Ansichten anmaßen und mit lächerlich-herablassender Gebärde die 'Ausgewogenen' spielen - Leute, die mich fragen sollten, wenn es um grundsätzliche Dinge geht. Aber das läßt offenbar ihre 'Demut' nicht zu."

Ist es wirklich "jammerschade", Pfr. Milchs Überlegungen zu ignorieren und der eigenen Einsicht (die n.b. mit der Lehre der Kirche koinzidiert) zu vertrauen? Mit folgendem Passus im gleichen Rundbrief empfiehlt er sich als 'katholischer' Vordenker in "grundsätzlichen Dingen":

"Und d i e s e UNSERE Kirche wird offiziell repräsentiert von Irreführenden und Irregeführten. Ihr ganzer, jawohl GANZER offizieller Raum ist so abstoßend, so entstellt, (...) daß uns der offizielle Raum der Kirche, die unser Ein und Alles ist, nichts angehen darf, b i s d i e Wende kommt. Es könnte jemand einwenden: 'Aber die Kirche ist doch wesenhaft sichtbar - also gehört auch der offizielle Raum, das offizielle Gebaren wesenhaft zur Kirche.' - Das ist ein Trugschluß. Die Sichtbarkeit der Kirche besteht in der Tatsache gültiger Sakramente, in der leiblichen Existenz der Hierarchen (Papst, Bischöfe, Priester), im feststellbarerweise überlieferten Glaubensgut, in der Heiligen Schrift und in den Dogmen. Aber diese sichtbaren Elemente bzw. die Elemente der wesenhaften Sichtbarkeit der Kirche sind nicht der offizielle Raum. Der offizielle Raum ist das wahrnehmbare WIE der Handhabung, Darstellung und Vorführung der vorgegebenen sichtbaren Elemente, die - in sich gültig - real existieren, deren Existenz aber von ihren Sachwaltern bzw. deren Drahtziehern mißbraucht wird. Dieses WIE der Handhabung und des Gebarens ist der offizielle Raum. Und da wir als treugebliebene katholische Christen mit diesem WIE nichts zu tun haben dürfen, darf uns eben der offizielle Raum nichts angehen - und zwar nichts an diesem Gebaren".

Muß man auf diese theologischen Ungeheuerlichkeiten noch eingehen? Ich weiß, etliche lassen sich noch immer von dem Wortgeklingele überfahren. Diesen möchte ich die Behauptungen von Pfr. Milch in ein verständliches Beispiel übertragen: Jemand ist zum General ernannt worden, verrät sein Vaterland und läuft mit seinen Divisionen zum Feind über. Hat sein Verrat, d.i. seine verräterische Amtsführung, etwas mit seiner legitimen Amtsinhabe zu tun? Keineswegs! Das ist ein Trugschluß! Und wenn er dann seinen Leuten befiehlt, ihre Waffen auf diejenigen zu richten, die ihrem Vaterland treu geblieben sind? Soll man dann immer noch vor ihm stramm stehen und salutieren? Selbstverständlich! Denn auch wenn wir von Verrätern erschossen werden, geht uns das - so der 'Vordenker' und 'Lenker' Milch - gar nichts an.

Eberhard Heller
 
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