56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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Ausgabe Nr. 11 Monat Dezember 2004
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2005
SPENDENAUFRUF


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Offener Brief an H.H. Bischof M. Pivaruns


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Ad multos annos - Herrn Prof. Dr. D. Wendland zu seinem 80. Geburtstag


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2004
Eberhard Heller: Besuch aus Mexiko


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
Open Letter to most Reverend Bishop M. Pivarunas


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
ROTHKRANZ Y LAS INVESTIGACIONES...


Ausgabe Nr. 10 Monat Dezember 2004
Sobre Monseñor Thuc y Monseñor Carmona


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2005
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN ...


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Offener Brief an H.H. Prof. Dr. August Groß


Ausgabe Nr. 2 Monat März 2003
Wer in der modernen Welt


Ausgabe Nr. 3 Monat April 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2003
The Roman Catholic Diaspora Church


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
Zitate: Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat September 2003
Rothkranz in Untiefen


Ausgabe Nr. 8 Monat October 2003
L’Eglise Catholique-Romaine de la diaspora


Ausgabe Nr. 11 Monat December 2003
De Monseñor Pierre Martin Ngô-dinh-Thuc


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 2 Monat Mars 2002
ES MONSEÑOR LEFEBVRE UN OBISPO ORDENADO VALIDAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat Juli 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 5 Monat September 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Pfarrer Carl Sonnenschein


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
Satanische Tendenzen in der Rock Musik


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 8 Monat December 2002
Is Mgr. Lefebvre a validly consecrated bishop?


Ausgabe Nr. 7 Monat Diciembre 2001
LA IGLESIA CATOLICO-ROMANA EN LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2001
Papsttum als eines Wesens-Elementes der Kirche


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
Über das Papsttum der römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
DIE SCHÖPFUNG - EIN GÖTTLICHER PLAN - Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 8 Monat Januar 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2000
Kurze Antwort auf eine Anfrage zum Sedisvakanzproblem


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
WAR MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 2000
Zum Problem des innerkirchlichen Klerikalismus


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 1999
IN MEMORIAM FRAU ELSE KETTERER


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?- Fortsetzung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
AUS EINEM BRIEF AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1993
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1993
LESERBRIEF


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1994
ZUM PROBLEM DER ERFORDERLICHEN INTENTION BEI DER SAKRAMENTENSPENDUNG


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1995
NUR NOCH AUSLAUFMODELL?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1994
IST MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 11 Monat Juli-Sondernr. 1992
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
DER FALL ESCRIVA


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1992
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RELIGION?


Ausgabe Nr. 4 Monat Mai 2006
DIASPORA


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundes-Republik Deutschland


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundesrepublik Deutschland


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli, Sondernr 2/3 1990
ÜBER DIE GRÜNDUNG DER Una et Sancta ECCLESIA, Vorwort


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1990
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1991
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1991
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1989
MYSTERIUM FIDEI


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1989
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Januar 1989
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE KIRCHE?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1988
LESERBRIEF IN AUSZÜGEN


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Über die christliche Taufe und das Tauf-Sakrament


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
STELLUNGNAHME ZU DEM ARTIKEL DIE KRISE DER APOSTOLISCHEN SUKZESSION...


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Aus EINEM BRIEF VON S.E. MGR. MOÍSES CARMONA


Ausgabe Nr. 3 Monat Sept./Okt. 1987
THEOLOGISCH-PHILOSOPHISCHE REFLEXION ÜBER DEN TRINITARISCHEN GOTT


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1986
Was ist das eigentlich: Die Häresie?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1986
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1986
... DEN LEIB DES HERRN NICHT MEHR UNTERSCHEIDEN...


Ausgabe Nr. 5 Monat Januar 1987
ZUM 'MYSTERIUM FIDEI'


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
... UND SPIEEN IHM INS ANGESICHT ...


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
Die Todsünde der Gotteslästerung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1985
OFFENER BRIEF


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1985
Es WÄRE ZU BEDENKEN


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
EINIGES ÜBER DEN BEGRIFF UND DAS WESEN DES CHRISTLICHEN GLAUBENS


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
BRIEF VON HERRN PROF. DR. D. WENDLAND AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar/März 1986
DAS GLAUBENSBEKENNTNIS DER KIRCHE ?


Ausgabe Nr. 6 Monat Oktober 2006
Der Teufel im Kino


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2006
Und ihr werdet sein wie Gott


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
Y seréis como Dios (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
And thou wilt be like God (Gen. 3,5)


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
Et vous serez comme Dieu


Ausgabe Nr. 11 Monat February 2008
ARE POST CONCILIAR RITES VALID?


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
LA VALIDEZ CE LOS RITOS POSTCONCILIARES CUESTIONADA


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
BIBLIOGRAFIA: VALIDEZ CUESTIONADA DE LOS NUEVOS RITOS POSTCONCILIARES


Ausgabe Nr. 13 Monat Diciembre 2009
L’EGLISE CATHOLIQUE-ROMAINE DE LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2010
Mitteilungen der Redaktion - wichtige Hinweise


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. a-b Ist das sakramentale Priestertum in der Konzilskirche erhalten


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. e-f Die fehlende ‚Intention’ bei der Weihe nach dem Montini-Ritus


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
In memoriam Prof. Wendland


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
Mitteilungen


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
E sarete come Dio (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2011
Zitate aus:Über (...) eine Kirche ohne Papst


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2013
Null und nichtig – der Ritus der Bischofsweihe von 1968


Ausgabe Nr. 3 Monat August 2015
Tuet dies zu meinem Gedächtnis (Lk. 22,19)


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2022
In Erinnerung an Dr. Ante Križić


OFFENER BRIEF
 
OFFENER BRIEF

Ass. Prof. Dr. D. Wendland
Dresdnerstr. 4
73oo Esslingen (a.N.)
Tel.: (o71 1)312257

den 5.2.1985
An die
Priesterbruderschaft St. Pius X.
Distrikt für Deutschland, Priorat St. Athanasius
Stuttgarterstr. 24
7ooo Stuttgart 3o (Feuerbach)

Betr.: Römisches Dekret vom 3.lo.1984 des "Summus Pontifex".


Sehr geehrte Herren Patres!

Ihr "Bittgesuch an den Hl. Vater" sowie das "dreifache Anliegen" desselben ist eine grobe Irreführung glaubenstreuer Katholiken, insbesondere aber solcher, die die ganze Sache überhaupt nicht beurteilen können. Ich hatte Ihnen so etwas eigentlich nicht zugetraut (zumindest nicht Mgr. Lefebvre), sondern gehofft, daß Sie sich gerade jetzt klugerweise etwas zurückhalten und zunächst einmal Ihre eigenen Positionen überdenken würden, um zu einem sachlichen Ergebnis zu kommen. Das jedoch scheint nun endgültig vorbei zu sein.

Ich bin bereits im vorigen Jahre von verschiedenen Seiten um eine kurze Stellungnahme zu diesem Dekret gebeten worden, da man eine klare Antwort auf bestimmte Fragen wünschte. Traditionalistische Priester und Laien verwendeten dann (auch) meine Stellungnahme in eigener Regie, um eine nötige Aufklärungsarbeit zu leisten. Das gleiche geschah nach Bekanntwerden eines Schreibens des häretischen "Bischofs von Mainz" an die Laien seiner Diözese. Meine beiden Stellungnahmen lege ich Ihnen zur gfl. Kenntnisnahme bei. Es war erfreulich, dann auch Briefe von bekannten "konservativen Professoren" zu erhalten, die wenigstens damit anfingen, von falschen Problemstellungen abzurücken.

Ihre Unterschriften-Aktion ist schon deswegen rechtlich unmöglich und auch unerlaubt, weil Mgr. Lefebvre keine Jurisdiktion über Laien besitzt. Zuständig sind allein die Diözesan-Bischöfe, die deshalb auch die Ausführungsbestimmungen festzulegen und fristgemäß durchzuführen haben. Von Ihrem Standpunkt aus hätten Sie den Laien nur den dringenden Rat geben können - denn verpflichten können Sie diese zu gar nichts -, Anträge über ihre Gemeindepfarrer direkt zu stellen (nicht aber über den Pfarrgemeinderat oder über den noch schlimmeren "Pastoralrat", falls Sie überhaupt den neuen CIC kennen). Glauben Sie wirkliche, es ließen sich alle Laien, die sich "um die Niederlassungen der Priesterbruderschaft kristallisieren" ein X für ein U vormachen? In welcher irrealen Welt und "Kirche in der Welt von heute" leben Sie eigentlich?

Kein glaubenstreuer Katholik, der zu denken anfängt, kann seine "Dankbarkeit zum Ausdruck" bringen für ein Dekret, das bereits in sich und nicht erst durch seine Zielsetzung rechtlich und moralisch verwerflich ist und das außerdem noch eine Tat-Sünde "ex malitia" impliziert. Ich kann nicht moraltheologisch präsumieren, daß Ihnen die normative Grundbedingung in diesem Betrugs-Dekret und seine notwendige Folge nicht erkennbar sein könnte. Im übrigen hat dieses Dekret als eineklar umrissene "Maßnahme" gar nichts "praktisch unwirksam" gemacht, was nicht durch es selbst erreicht werden sollte. Auch Sie sind dafür ein Beweis. Darüber könnte Sie sogar der geschickte Modernist und Kardinal Ratzinger aufklären, der mit Recht darauf hinwies, daß es weder eine vorkonziliare noch eine nachkonziliare Kirche gäbe, wohl aber eine - doch dies verschwieg er geflissentlich - Konzilskirche, die im übrigen in ihren Wesensmerkmalen eindeutig bestimmt werden kann. Auch Ihre Priesterbruderschaft befindet sich in dieser Kirche, was jetzt sogar "sichtbar" geworden ist.

Das Dekret beinhaltet und intendiert in keinerlei Hinsicht eine "Rückkehr zur überlieferten römischen Messe". Ein solches Wunschdenken, das schon an Aberglauben grenzt, wird bereits ausgeschlossen durch bestimmte, unbedingt verbindliche Lehren des Vatikanums 2, hinter die nicht zurückgegangen werden darf, wie auch JP2 mehrmals ausdrücklich erklärte. Im übrigen ist der NOM keine "nachkonziliare" Erfindung von Montini, was Ihnen doch ebenfalls bekannt sein dürfte. Kein gläubiger Laie kann deshalb, ohne das Prinzip "Omnia instaurare in Christo" aufzugeben, die momentane römische "Heiligkeit ehrfürchtig und kindlich" um etwas bitten, das sie ihm gar nicht gewähren kann. Papst Wojtyla wäre auch politisch dumm oder schlecht beraten, wenn er das täte. Für eine "ansatzweise Öffnung Roms" für irgendwelche "Anliegen der Tradition" fehlt jede Grundlage.

Eine "Rückkehr zur authentischen Tradition in Glauben und Liturgie" (gemeint ist wohl: in Glaube, nicht: im Glauben) ist auf dem Fundament der Konzilskirche und ihren authentischen Lehren prinzipiell unmöglich. Andernfalls würde sie sich selbst aufgeben, was weder erhofft noch erwartet werden kann. Der hochqualifizierte Häretiker Karl Rahner S.J. hatte völlig recht, als er, indem er auch in dieser Beziehung die Katze aus dem Sack ließ, schrieb, daß das Pastoralkonzil, das sich als ökumenisches Konzil konstituiert hatte, "der Anfang eines Anfangs" gewesen war, und zwar präzise im Sinne Hegels. Es blieb Ihnen und leider auch Mgr. Lefebvre vorbehalten, das hier klar Gesehene bis heute nicht begriffen zu haben. Allerdings habe ich jetzt den Eindruck, daß Sie dies auch gar nicht mehr wollen, sondern lieber eine üble Täuschung gutwilliger Katholiken (bestenfalls) in Kauf nehmen, um Ihr eigenes Dilemma zu kaschieren.

Im übrigen ist es hochmütig, unverschämt und unwahr zugleich, den gutgläubigen Meßbesuchern von einer angestrebten Personalprälatur zu berichten, "die dem Generaloberen eine reguläre Autorität über alle Gläubigen verleiht..., die unseren Prioraten und Kapellen verbunden sind". Ja, wissen Sie eigentlich noch, wovon Sie überhaupt reden? Gott möge alle unwissenden Gläubigen vor so etwas beschützen und sie bald erleuchten, damit sie nicht Rattenfängern in die Hände fallen wie denen vom Opus Dei. Eine Personalprälatur ist gemäß ihrer Rechtsfigur nur ein klerikaler Zweck-Verband von Weltgeistlichen, dem auch Laien (d.h. Nicht-Kleriker) angehören oder in dem auch Laien Mit-glieder sein können mit vertraglich festgelegten Rechten und Pflichten. Und wenn eine Personalprälatur in einer Diözese seelsorgerisch oder missionarisch tätig werden will, dann benötigt sie die Zustimmung des betreffenden Diözesanbischofs. Und für alles das sollen heute die gläubigen Laien sogar "intensive Gebete" zum Himmel schicken? Das ist genau so unsinnig, wie wenn sich die von Ihnen aufgerufenen siebenjährigen Kinder in die Antragslisten, die keine sind, einschreiben würden.

Es ist mir unerfindlich, wie Sie eigentlich darauf kommen, daß der häretische und an einem apostatischen Akt partizipierende Bischof Wojtyla der momentane "Stellvertreter Christi" sei? Es wäre angebrachter, Priester würden für ihn beten, auf daß er sich bekehre, bevor ihn der Tod ereilt. Noch besser freilich wäre es, man würde den Herrn der Kirche des Credo, die die Seinige ist, um einen Papst bitten. Ich könnte es mir gut denken, daß dann auch der hl. Papst Pius X. mithilft, ohne über die Priesterbruderschaft seines Namens zu weinen.

Mit besten Empfehlungen i.A. von Laien, die weder Schismatiker noch Häretiker noch Apostaten, aber auch keine Illuminaten sind...

(gez.:) Wendland




"Es GIBT WAHRHEITEN, DIE SICH NICHT GUT SAGEN LASSEN" LEON BLOY.


Und noch mehr, die sich nicht gut anhören lassen. Man muß also eine Auswahl treffen, wozu die Einsicht von Engeln nötig wäre, und welcher Engel!

Eine Wahrheit, die ihren Künder oder Zeugen in Gefahr bringt, ist sicher keine, die sich gut sagen läßt. Zuerst Sicherheit, jedem das Seine, der Bürger ist kein Blutzeuge. Er ist auch kein Bekenner, kein zerknirschter, sich demütigender Büßer; die ihm unbequemen Wahrheiten nimmt er einfach nicht zur Kenntnis.

Ausgezeichnet. Aber nun kommt eine Schwierigkeit. Unterdrückt man die Wahrheiten, die zu sagen gefährlich, und die, die zu hören unbequem ist, was bleibt dann noch übrig? Ich mag suchen, wie ich will, ich sehe keine dritte Gruppe. Machen wir uns doch nichts vor und erklären wir ohne Wimpernzucken: Es gibt keine Wahrheit, die zu sagen gut ist, das ist der wahre Sinn. Vielleicht gibt es überhaupt keine Wahrheit. Pilatus, der ihr von Angesicht zu Angesicht gegenüberstand, war ihrer nicht sicher.

(aus: "Exegese des lieux communs"; dt. v. H. Greifeneder)
 
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