56. Jahrgang Nr. 5 / September 2026
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1. Enzyklika Humani generis
2. Enzyklika Humani generis, Fortsetzung
3. SCHADE, JAMMERSCHADE...
4. NUR FUR SEIN REICH
5. SEELSORGE IN MEXIKO
6. CHRISTLICHE BEWÄHRUNG
7. FORMEN, WIE DAS KIRCHLICHE RECHT ANZUWENDEN IST.
8. OFFENER BRIEF
9. DAS TURINER LEICHENTUCH
10. AUS DEM JUNI-RUNDSCHREIBEN VON HERRN DR. GRÖSSLER
11. VON DEN NICHT-WÄHLERN DER 'CDU INS STAMMBUCH GESCHRIEBEN
12. MEINUNG DES LESERS: EIN INTERVIEW MIT HERRN JOSEF MÜLLER
13. DIE PASTORAL-REGELN DES HL. PAPSTES GREGOR D.GR.
14. NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN
15. MITTEILUNGEN DER REDAKTION
VON DEN NICHT-WÄHLERN DER 'CDU INS STAMMBUCH GESCHRIEBEN
 
VON DEN NICHT-WÄHLERN
DER 'C'DU INS STAMMBUCH GESCHRIEBEN


Vorbemerkung:
Es ist normalerweise nicht Sache unserer Zeitschrift, politische Ereignisse zu kommentieren. Wenn wir im folgenden den unverdächtigen Kommentar der FAZ - einer Zeitung, die sicherlich keine christliche Positionen vertritt - zum schlechten Abschneiden der 'C'DU bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen vom 12.5.85 abdrucken, dann nur, um zu demonstrieren, wo eine ehemals christliche Partei landet, die ihre ureigensten Prinzipien verraten hat: im Aus, denn ihre ehemaligen Wähler sind parteipolitisch heimatlos geworden. Hier zeigt sich eine Parallele zur sog. 'Amtskirche1: die wahren Gläubigen sind gezwungen, sie zu verlassen.
E Heller

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AUCH EIN ERFOLG DER NICHTWÄHLER (aus FAZ vom 14.5.85). - In den katholischen Landesteilen Nordrhein-Westfalens - und diese ziehen sich wie ein nur gelegentlich durchbrochener Kranz um das Ruhrgebiet herum - gibt es zwei Sieger: die Sozialdemokraten und die Nicht-Wähler. Gegen beide hat die CDU verloren. Ihre Niederlage, soweit durch die SPD verursacht, mag sie zu einem reichlichen Anteil auf den unglücklichen Spitzenkandidaten Worms und auf die kaum glücklichere Darstellung der Politik in Bonn zurückführen. Aber bei der Niederlage, die der CDU die Nicht-Wähler bereitet haben, ist das nicht möglich. Und diese Niederlage ist die weitaus schlimmere. Diese Landtagswahl hat drastisch sichtbar gemacht, daß die CDU die Bindung an die katholische Kirche verloren hat. Das Erbe, das nach 1945 die CDU im Rheinland und in Westfalen vom Zentrum übernommen hatte und das sie lange Jahre hindurch in kluger interkonfessioneller Praxis wahren und mehren konnte, scheint nun verspielt zu sein. Das politische Denken der Katholiken und das politische Erscheinungsbild der CDU gehen nicht mehr zusammen. Konservative Katholiken lehnen die CDU-Politik wegen des Nichtstuns in der Abtreibungsfrage ab. Progressive Katholiken haben sich wegen der Themen Ausländerpolitik und Rüstungspolitik der Partei entfremdet. Ganz entgegengesetzte Weisen, als Katholik politische Verantwortung zu erkennen und wahrzunehmen, führen oft zu demselben Ergebnis: Abkehr von der CDU. Es scheint, als habe diese Partei in ihren beiden Stammländern den Boden unter den Füßen verloren. Ohne den Dialog mit den katholischen Christen steht die CDU geistig im leeren Raum. Die SPD lebt von der Tradition der Arbeiterbewegung und einer sich mit ihr verbunden habenden Fortsetzung der Aufklärung. Die FDP lebt von dem Anspruch, den sie auf die Tradition des Liberalismus erhebt. Für die CDU aber gibt es keinen Konservatismus, der so selbstverständlich auftreten könnte wie etwa die Tories in England. Für die CDU gibt es außerhalb der älteren Verbindung Kirche - Zentrum kein historisch ausgewiesenes konservatives Lager aus der Zeit vor 1945, vor 1933, vor 1914. Traditionsbildung, Stammwählerbildung für die CDU hat auf die Grundlagen angewiesen, die sie nach 1945 gelegt hat, vor allem in Nordrhein- Westfalen. Diese Grundlagen hat die CDU vernachlässigt, vergessen. Hier und jetzt wird eine Wende in der CDU nötig sein. (J.B.)

Zur Erläuterung: Die CDU hat die Wahlen u.a. deshalb verloren, weil ca. eine halbe Millionen ehemalige CDU-Wähler den Gang zur Urne nicht mehr angetreten hatten.
 
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