56. Jahrgang Nr. 5 / September 2026
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1. Enzyklika Humani generis
2. Enzyklika Humani generis, Fortsetzung
3. SCHADE, JAMMERSCHADE...
4. NUR FUR SEIN REICH
5. SEELSORGE IN MEXIKO
6. CHRISTLICHE BEWÄHRUNG
7. FORMEN, WIE DAS KIRCHLICHE RECHT ANZUWENDEN IST.
8. OFFENER BRIEF
9. DAS TURINER LEICHENTUCH
10. AUS DEM JUNI-RUNDSCHREIBEN VON HERRN DR. GRÖSSLER
11. VON DEN NICHT-WÄHLERN DER 'CDU INS STAMMBUCH GESCHRIEBEN
12. MEINUNG DES LESERS: EIN INTERVIEW MIT HERRN JOSEF MÜLLER
13. DIE PASTORAL-REGELN DES HL. PAPSTES GREGOR D.GR.
14. NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN
15. MITTEILUNGEN DER REDAKTION
MITTEILUNGEN DER REDAKTION
 
MITTEILUNGEN DER REDAKTION

München, am Vortage des Festes der Apostelfürsten Petrus und Paulus

Verehrte Leser,

vor kurzem mußten wir zur Vorlage beim Finanzamt eine Aufstellung der Ausgaben und der Spendeneinnahmen vornehmen. Für mich erstaunlich und erfreulich dabei war, daß trotz der deprimierenden Situation, die für viele schon alle Anzeichen der Trostlosigkeit an sich trägt, das Spendenaufkommen in etwa gleich geblieben ist, d.h. daß das Interesse an unserer kirchlich-religiösen Arbeit ungebrochen anhält. An dieser Stelle sei deshalb einmal ganz herzlich all jenen gedankt, die uns - teilweise sehr hochherzig - ihre Unterstützung zuteil werden lassen. Besonders sei auch denen gedankt, die für die Durchführung unserer Aufgaben Gottes Hilfe und Segen erflehen.

Gestatten Sie mir bitte, daß ich mich im Rahmen dieser "Mitteilungen", die eher den Charakter von internen Auslassungen denn den einer offiziellen Erklärung haben, mit einem Problem an Sie wende, welches mir schon länger auf den Nägeln brennt. Nicht wenige der Leser beurteilen die Erlaubtheit der Bischofsweihen, die Mgr. Ngo-dinh-Thuc zur Erhaltung der apostolischen Sukzession gespendet hat, an den "Früchten", die durch sie hervorgebracht wurden. Und wenn man sich heute fragt: Hat der Widerstand durch diese Weihen an Schlagkraft gewonnen? Ist die Seelsorge verbessert worden? Herrscht unter den Gläubigen Einheit und Disziplin? Hat man etwa versucht, verlorenes Terrain zurückzugewinnen, d.h. hat man begonnen, die Sichtbarkeit und Hohheit der Kirche wieder aufzubauen? Auf all diese Fragen muß man mit einem glatten "Nein" antworten.

Auf der einen Seite kann man zwar durch geduldige Aufklärung und gezielte Information den einen oder anderen zu bestimmten Einsichten führen, manchen werden vielfach die Fehlpositionen der Reformer und ihrer traditionalistischen Helfer à la Lefebvre immer offenkundiger, andererseits sind wir selbst aber unfähig, diesen Gläubigen eine geistige Heimat zu gewähren. Warum das so ist? In vielen Fällen mangelt es an wirklicher Kooperationsbereitschaft, besonders unter den Klerikern, die teilweise persönliche Interesse in den Vordergrund schieben. Das gilt leider auch für die neuen Bischöfe, die sich gegenseitig belasten. Ich komme eigens auf diese Tatsachen zurück, weil bestimmte Verdächtigungen ausgestreut worden sind, die besonders lähmend wirken, die man aber besser ausräumt als vertuscht. Und gäbe es in der Spitze Einheit, würde sie sich nach unten hin auch realisieren lassen.

In Amerika machen sich besonders Mgr. Musey und Mgr. Vezelis gegenseitig Vorwürfe, die ihre persönliche bzw. kirchliche Integrität betreffen. Mgr. Altenbach soll vor seiner Weihe mit Obskuranten und Schismatikern zusammen gearbeitet haben. Träfe das zu, würde die Kirche ihn verurteilen, ähnlich wie Mgr. Storck, von dem mir nicht bekannt ist, daß er seine Verfehlungen inzwischen öffentlich bedauert hat. In Mexiko wird die Seelsorge ebenfalls durch Zwist zwischen Mgr. Zamora und Mgr. Carmona belastet. Und Mgr. Guerard des Lauriers muß sich fragen lassen, warum er einen Priester zum Bischof geweiht hat, obwohl er von seinem Mitbruder Bischof Vezelis darüber unterrichtet worden war, daß der Kandidat mit Weihehindernissen behaftet war. Die Folge all dieser Dissonanzen ist das völlige Fehlen einer einheitlichen Pastoral. Jeder bildet seine eigene Anhängerschaft (mit erheblich sektiererischen Tendenzen). Die bei (und zwischen) den Bischöfen aufgetauchten Probleme müssen in einer allgemein akzeptablen Form gelöst werden, wobei es mir sehr wichtig erscheint, daß dabei die Würde des Amtes und der Person gewählt bleiben.

Es ist Ferienzeit. Da haben wir Gelegenheit, uns zu besinnen... und zu beten, daß Gott sich unserer erbarme, besonders aber jener, die durch unser Verhalten abgeschreckt, den Weg zur Kirche nicht zurückfinden.

Ich wünsche Ihnen eine erholsame Zeit.

Ihr Eberhard Heller




VERSTORBEN SIND:

Frau Lucia Thiel aus Frankfurt / M. Anfang Mai im Alter von 67 Jahren; Frau Leopoldine Apfelthaler aus Krems / Österreich (sie hat sowohl den Freundeskreis der Una-voce-Gruppe Maria als auch den Convent Pius VI. regelmäßig unterstützt); am 9. Juni starbe im Alter von fast 71 Jahren Frau Katharina Boehlen aus Inden bei Aachen; am 2o. Mai wurde ebenfalls Herr Gabriel Chabot aus Lausanne / Schweiz von Gott in die Ewigkeit abberufen. Beten wir, daß Gott sich der Seelen der Verstorbenen erbarme und ihnen den ewigen Frieden schenken möge. R.i.p.


HINWEIS AUF ZWEI BÜCHER:

1.) Goritschewa, Tatjana: "Die Rettung der Verlorenen" Wuppertal (Brockhaus) 1982.
2.) Goritschewa, Tatjana: "Von Gott zu reden ist gefährlich" Freiburg (Herder)1984.
Beide Bücher wurden den Lesern schon durch zitierte Stellen aus ihnen vorgestellt.

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REDAKTIONSSCHLUSS: 29.6.1985.

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HL. MESSE IN ST. MICHAEL, WESTENDSTR. 19,'MÜNCHEN: SONN- UND FEIERTAGS JEWEILS UM 9 UHR, AN BESTIMMTEN WERKTAGEN UM 9,3O UHR; VORHER BEICHTE.


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KORREKTUR:
Im Dezember-Heft der EINSICHT von 1984 ist uns ein gravierender Fehler unterlaufen, auf den uns kürzlich H.H. P. Groß dankenswerterweise aufmerksam gemacht hatte: S.123 heißt es von der Inkarnation Gottes: "Wir glauben, daß dieser Körper und diese Seele im Augenblick der Erschaffung dem ewigen Wort Gottes einverleibt worden war, derart, daß, wenn auch verschieden, die göttliche und menschliche Natur nicht zwei Naturen bildeten, sondern eine einzige, die Person des Gottessohn." Es muß natürlich heißen - wie es auch im Originaltext richtig von Mgr. Cannona formuliert wurde -: "... die göttliche und menschliche Natur nicht zwei Personen bildeten, sondern eine einzige, die Person des Gottmenschen." Wir bedauern, daß durch dieses Versehen, welches wir die Leser zu entschuldigen bitten, der Eindruck entstehen konnte, Mgr. Carmona verträte den häretischen Monophysitismus. (Im Original: "... no forman dos personas, sino una solo, la persona del Hijo de Dios.") Wir sind unseren Lesern sehr verbunden, wenn sie uns in ähnlichen Fällen, die wir uns zwar alle Mühe geben sie zu vermeiden, auf Fehler theologischer Art aufmerksam machen. E. H.
 
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