56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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Ausgabe Nr. 11 Monat Dezember 2004
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2005
SPENDENAUFRUF


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Offener Brief an H.H. Bischof M. Pivaruns


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Ad multos annos - Herrn Prof. Dr. D. Wendland zu seinem 80. Geburtstag


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2004
Eberhard Heller: Besuch aus Mexiko


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
Open Letter to most Reverend Bishop M. Pivarunas


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
ROTHKRANZ Y LAS INVESTIGACIONES...


Ausgabe Nr. 10 Monat Dezember 2004
Sobre Monseñor Thuc y Monseñor Carmona


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2005
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN ...


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Offener Brief an H.H. Prof. Dr. August Groß


Ausgabe Nr. 2 Monat März 2003
Wer in der modernen Welt


Ausgabe Nr. 3 Monat April 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2003
The Roman Catholic Diaspora Church


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
Zitate: Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat September 2003
Rothkranz in Untiefen


Ausgabe Nr. 8 Monat October 2003
L’Eglise Catholique-Romaine de la diaspora


Ausgabe Nr. 11 Monat December 2003
De Monseñor Pierre Martin Ngô-dinh-Thuc


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 2 Monat Mars 2002
ES MONSEÑOR LEFEBVRE UN OBISPO ORDENADO VALIDAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat Juli 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 5 Monat September 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Pfarrer Carl Sonnenschein


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
Satanische Tendenzen in der Rock Musik


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 8 Monat December 2002
Is Mgr. Lefebvre a validly consecrated bishop?


Ausgabe Nr. 7 Monat Diciembre 2001
LA IGLESIA CATOLICO-ROMANA EN LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2001
Papsttum als eines Wesens-Elementes der Kirche


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
Über das Papsttum der römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
DIE SCHÖPFUNG - EIN GÖTTLICHER PLAN - Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 8 Monat Januar 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2000
Kurze Antwort auf eine Anfrage zum Sedisvakanzproblem


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
WAR MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 2000
Zum Problem des innerkirchlichen Klerikalismus


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 1999
IN MEMORIAM FRAU ELSE KETTERER


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?- Fortsetzung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
AUS EINEM BRIEF AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1993
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1993
LESERBRIEF


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1994
ZUM PROBLEM DER ERFORDERLICHEN INTENTION BEI DER SAKRAMENTENSPENDUNG


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1995
NUR NOCH AUSLAUFMODELL?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1994
IST MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 11 Monat Juli-Sondernr. 1992
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
DER FALL ESCRIVA


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1992
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RELIGION?


Ausgabe Nr. 4 Monat Mai 2006
DIASPORA


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundes-Republik Deutschland


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundesrepublik Deutschland


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli, Sondernr 2/3 1990
ÜBER DIE GRÜNDUNG DER Una et Sancta ECCLESIA, Vorwort


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1990
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1991
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1991
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1989
MYSTERIUM FIDEI


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1989
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Januar 1989
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE KIRCHE?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1988
LESERBRIEF IN AUSZÜGEN


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Über die christliche Taufe und das Tauf-Sakrament


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
STELLUNGNAHME ZU DEM ARTIKEL DIE KRISE DER APOSTOLISCHEN SUKZESSION...


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Aus EINEM BRIEF VON S.E. MGR. MOÍSES CARMONA


Ausgabe Nr. 3 Monat Sept./Okt. 1987
THEOLOGISCH-PHILOSOPHISCHE REFLEXION ÜBER DEN TRINITARISCHEN GOTT


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1986
Was ist das eigentlich: Die Häresie?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1986
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1986
... DEN LEIB DES HERRN NICHT MEHR UNTERSCHEIDEN...


Ausgabe Nr. 5 Monat Januar 1987
ZUM 'MYSTERIUM FIDEI'


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
... UND SPIEEN IHM INS ANGESICHT ...


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
Die Todsünde der Gotteslästerung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1985
OFFENER BRIEF


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1985
Es WÄRE ZU BEDENKEN


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
EINIGES ÜBER DEN BEGRIFF UND DAS WESEN DES CHRISTLICHEN GLAUBENS


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
BRIEF VON HERRN PROF. DR. D. WENDLAND AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar/März 1986
DAS GLAUBENSBEKENNTNIS DER KIRCHE ?


Ausgabe Nr. 6 Monat Oktober 2006
Der Teufel im Kino


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2006
Und ihr werdet sein wie Gott


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
Y seréis como Dios (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
And thou wilt be like God (Gen. 3,5)


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
Et vous serez comme Dieu


Ausgabe Nr. 11 Monat February 2008
ARE POST CONCILIAR RITES VALID?


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
LA VALIDEZ CE LOS RITOS POSTCONCILIARES CUESTIONADA


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
BIBLIOGRAFIA: VALIDEZ CUESTIONADA DE LOS NUEVOS RITOS POSTCONCILIARES


Ausgabe Nr. 13 Monat Diciembre 2009
L’EGLISE CATHOLIQUE-ROMAINE DE LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2010
Mitteilungen der Redaktion - wichtige Hinweise


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. a-b Ist das sakramentale Priestertum in der Konzilskirche erhalten


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. e-f Die fehlende ‚Intention’ bei der Weihe nach dem Montini-Ritus


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
In memoriam Prof. Wendland


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
Mitteilungen


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
E sarete come Dio (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2011
Zitate aus:Über (...) eine Kirche ohne Papst


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2013
Null und nichtig – der Ritus der Bischofsweihe von 1968


Ausgabe Nr. 3 Monat August 2015
Tuet dies zu meinem Gedächtnis (Lk. 22,19)


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2022
In Erinnerung an Dr. Ante Križić


Es WÄRE ZU BEDENKEN
 
Es WÄRE ZU BEDENKEN...


von
Prof. Dr. D. Wendland


Wenn man die mit viel Akribie und großem Eifer geschriebenen "Milchprodukte" von Herrn Holzer in KYRIE ELEISON aufmerksam liest, dann stellen sich einem nachdenklichen Leser zwangsläufig einige Fragen, insbesondere folgende: Worauf will er eigentlich hinaus? Was bezweckt er mit seiner Diskussion, die offensichtlich einseitig bleibt? Sollte sein Bemühen nicht doch an die falsche Adresse gehen und auch als Nebenwirkung, vielleicht gedacht als eine Hilfe für andere Priester, ebenfalls fruchtlos bleiben?... Denn eines dürfte ziemlich sicher sein, nämlich: daß ein Mann wie Pfr. Milch in bezug auf den einzig entscheidenden Punkt, d.h. den Sedisvakanz-Sachverhalt, unbelehrbar und dadurch eben auch "unbekehrbar" ist. Das hat mehrere Gründe, die bereits aus seinen "Rundbriefen" ersichtlich sind. Einer von diesen Gründen ist seine Bewußtseinslage, welche genau dem eines emotionalen Voluntaristen entspricht und welchem bekanntlich die nüchterne rationale Reflexion und ein systematisches Denken abgeht. Darum greifen abstrakte Argumente auch nur sehr schwer. Gewiß trifft Pfr. Milch hie und da, aber dann vorwiegend nur punktuell, das Richtige und manchmal sogar etwas Bedeutsames, trotz seiner weitgehend nicht begrifflich klaren Sprache und Wortwahl. Er ist beileibe kein "Wissenschaftler", weder im Philosophischen noch im Theologischen, sondern in allem, was er redet, denkt und schreibt, ein Prediger, der sich wie ein "Rufer in der Wüste" fühlt und dann dazu neigt, wild um sich zu schlagen und, weniger wortgewaltig als laut, mit Droh- und Warngebärden aufzutreten, jener "großen Gebärde", die er bei den Bischöfen vermißt. Darum verwendet auch auch so oft Superlative und sprachliche Hyperbeln. "Heilig" ist sein großes Wort, das er bis zum Überdruß gebraucht. Er ist das reine Gegenteil eines abgeklärten Denkers, dem es eigentümlich ist, seine Gedanken ruhig zu entwickeln und die Phänomene distanziert und sorgfältig zu beschreiben. Wenn es die katholische Dogmatik oder die authentische Lehre der Kirche nicht gäbe, dann würde ein solcher Mann in gerader Linie vom Himmel herunter auf der Plattform von Sektenpredigern landen, losgelöst vom Haken einer höheren Autorität, an dem er sich festhält. Damit aber erklärt sich auch sein Bestreben als Gründer und geistig-geistlicher Führer einer "Gebets- und Kampforganisation", von einem "rechtmäßigen Bischof" anerkannt zu werden, und schließlich seine Freude, endlich anerkannt worden zu sein. Schlagenster Beweis: dieser zum Trost für seine Schäflein veröffentlichte Privatbrief vom Mgr. Lefebvre an ihn persönlich. Nun sei es, so versichert er, endlich so weit: "Wir haben unseren rechtmäßigen Bischof!". Es ist mir nicht bekannt, daß Pfr. Milch kirchenrechtlich unter der Jurisdiktion des Gründers der Priesterbruderschaft St. Pius X. steht. Sollte das nicht der Fall sein, dann bezeichnet man so etwas schlicht als Betrug. Die Schafe seiner ihm lauschenden Herde sollten ihn danach fragen.

Mir scheint, daß Herr Holzer diesen Priester, dessen moralische Bewertung hier nicht zur Diskussion steht, viel zu ernst nimmt und sich vor allem nicht auf seine heilsgeschichtliche Prognose von der "großen, gewaltsamen und plötzlichen Wende" einlassen sollte. Denn eine solche kann aus ganz bestimmten Gründen gar nicht eintreten. Es ist an der Zeit, hierzu einiges zu sagen, weil auch unter Traditionalisten strengerer Observanz diese Rede umgeht, als seien manche von allen guten Geistern verlassen worden.

Wir befinden uns nicht mehr in der heilsgeschichtlichen Zeit des Alten Testamentes, ein kleines Volk Gottes, umringt von machthungrigen Völkern und nicht selten selbst tanzend um das goldene Kalb wie die Israeliten, ganz abgesehen davon, daß das Wirken Gottes in der Geschichte niemals so verläuft, wie wir uns das gerne wünschen. Die Heilsgeschichte geht ihre eigenen und unerforschlichen Wege, und nur die Unheilsgeschichte läßt sich für einen kurzen Zeitraum vorhersehen, wenn man aus der Vergangenheit zu lernen bereit ist und die Gegenwart nicht mutwillig mißdeutet. Zuerst aber sollte bei dem Problem einer von nicht wenigen erhofften "Wende" deutlich erkannt werden, daß Christus in keinerlei Hinsicht "gegebenenfalls Gewalt" will, da nur IHM "alle Gewalt" gegeben ist im Himmel und auf Erden und unter der Erde! Es zeugt von einer unglaublichen Verwirrung im Denken, sich als Prophet aufzuspielen und dann wie ein Sektenprediger den ihm gläubig lauschenden Schafen zu verkünden: "Ein (einziger) unerwarteter GEWALTAKT seitens des obersten Hirten wird die Wende sein - sonst gar nichts." Hier wird ein Akt und Vollzug vernunftwidriger und dadurch "nackter" Gewalt eines Oberhirten erhofft, der sich zudem noch wie ein Phönix aus der Asche erheben werde, unerwartet von seiten eines gläubigen Publikums. So also wird es geschehen, verkündet der falsche Prophet seinen Gläubigen, die ihm sicherlich geglaubt haben werden. Es wäre nicht ganz uninteressant zu erfahren, was wohl Mgr. Lefebvre dazu sagen würde, der doch so viel Hoffnung auf Johannes Paul II. gesetzt hat und immer noch setzt.

Die einzige Analogie hinsichtlich der erhofften Wende, die seit der Etablierung des NOM und der Abschafffung des kirchlichen Gesetzbuches von 1917 eine Drehung um 180 Grad sein müßte, findet man nur im gewöhnlichen und allgemeinen Wirken der Gnade, weil sich heilsgeschichtlich ein gewaltsames "Damaskus" niemals wiederholt. Ein solches Ereignis wäre nicht nur gegenstandslos, sondern auch überflüssig und damit zugleich ein Widerspruch im Wesen der göttlichen Vorsehung, die nicht dasselbe ist wie das Vorher- oder Vorauswissen Gottes. Das schon lange währende Spiel mit einem unklaren, mehrdeutigen und zwielichtigen Gewalt-Begriff (gleich dem des Friedens) auf internationaler Ebene, innerkirchlich und außerkirchlich, scheint nicht wenigen den Verstand verdunkelt zu haben, so daß es gar nicht verwunderlich ist, wenn heute so viele Christgläubigen auch nichts mehr mit dem Begriff der Allmacht Gottes anfangen können. Wenn man sie darauf anspricht, dann werden sie verlegen wie ertappte schamhafte Sünder. Gewalt ist ein Modus der Macht, nicht aber umgekehrt, und physischer Zwang ist nur ein Modus der Gewalt. Zudem hat sich bekanntlich schon kurz vor dem sog. "Pastoralkonzil" eine Revolution in der Kirche von innen heraus ereignet, die nicht von außen in sie hineingetragen wurde (wie manche meinen), und zwar eine Revolution "von oben", von der Spitze ausgehend; ein Vorgang übrigens, den es in dieser Art im staatlich organisierten Gesellschaftsbereich weder gibt noch geben kann, so daß die Wende nur als eine Konterrevolution "von unten" möglich sein und eintreten kann - christlich-religiös betrachtet -, von den "Schwachen" ausgehend, nicht aber von den Starken und denen Christus keine Frohbrotschaft verkündet hat, sondern eine Drohbotschaft: "Wehe euch, ihr Natterngezücht...!" Es ist jedoch müßig und nicht minder überheblich, jetzt nach dem Wie zu fragen oder darüber zu spekulieren. Das kann in einer Weise geschehen, die man sich noch gar nicht vorzustellen vermag, weil die Zeit dafür "noch nicht reif ist" (wie sich die Revolutionsanalytiker ausdrücken). Gott wirkt in Seiner Schöpfung nicht gegen die Natur der Dinge und schon gar nicht gegen die von Ihm selbst erschaffene und gewollte Freiheit des Menschen. Der trinitarische Gott ist weder ein germanischer Wodan noch ein Allah mit der Brechstange und auch ansonsten niemand Sein Prophet, am wenigsten ein Traditionalist wie Herr Pfarrer Milch mit seiner verheißungsträchtigen Denkungsart. "Mit Gewalt" jedenfalls wird weder etwas geschehen noch durchgesetzt werden können, zumal selbst der Glaube nicht erzwingbar ist, gleichgültig, ob es sich nun bei den Päpsten oder Bischöfen um Häretiker oder Schismatikern handelt. Bei Apostaten ist sowieso Hopfen und Malz verloren; diese Zeitgenossen sind bereits gerichtet; es fehlt nur noch der Strafvollzug.

Christus will keine Gewalt in der Kirche, weder die illegitime Gewalttätigkeit, die den physischen und geistigen Terror im Gefolge hat, noch die legitime Gewaltsamkeit, die zum Wesen des Staates gehört, sondern nur den unbeugsamen Machtvollzug legitimer Autorität in Seiner streng gebotenen Nachfolfe und die freie Unterwerfung unter Seinen Willen allein. Man darf das alles nicht vermystifizieren oder in den Sphären eines vernunftentrückten religiösen Glaubens ansiedeln. Denn die Kirche ist zwar nicht von der Welt, aber sie lebt in der Welt und sogar als "societas perfecta" zu einem Teil von ihr - in einem analogen Verhältnis zum göttlichen Menschensohn. In der philosophischen Metaphysik nennt man ein solches Verhältnis eine Proportionalitäts-Analogie. Es ist ein Irrtum zu meinen, man könne das alles nicht mit natürlicher Vernunft erkennen. Dazu bedürfe es einer besonderen "Erleuchtung". Das Gegenteil ist gerade wahr! Alle, die hier auf den Glauben verweisen, fischen im Trüben und täuschen die einfachen, gutwilligen Gläubigen, an denen Gott sein Wohlgefallen hat.

Nun aber braucht jeder Papst einer "streitenden Kirche" (die es heute nicht mehr gibt bzw. die in den Untergrund abgedrängt wurde) immer "gläubige" Gefolgsleute und Mitstreiter, angefangen bei den Bischöfen, und dies auf eine ähnliche Weise wie ein Feldherr eines Königs Offiziere und Soldaten nötig hat, alle versammelt unter einem Haupt, welches in unserem Fall einzig und allein der göttliche Menschensohn ist. Niemand sonst, auch nicht der Heilige Geist oder die Gottesmutter, was man erkennen und beachten sollte. Was sich seit 3o Jahren im Bereich der Macht abspielt, ist eine dämonische Nachahmung eines innerkirchlichen Machtverhältnisses, aufruhend auf einem rationalen Sachverhalt, der noch bis Pius XII., den bespuckten und verleumdeten Papst, deutlich in Erscheinung trat. Geblieben ist nur die einheitlich geprägte gesellschaftliche Struktur desselben mit einem Pseudo-Papst an der Spitze, einer echten Revolutionskanaille höherer Ordnung, und einer wogenden Masse von 'Gläubigen1, deren Glaubensakt sozusagen nur als Akt aus früheren Zeiten stammt und sich (noch) tradiert - im Gegensatz zum Akt-Inhalt, der sich mehr und mehr auflöst. Und in dieses Offen-werden, in diese Leere hinein stürmt mit Macht ein "neuer Glaube", den man heute überall leicht feststellen kann. Man braucht nur an diese Gläubigen, Kleriker und Laien, die harte Frage zu stellen zum Zwecke einer klaren Antwort mit Einschluß der sich daraus ergebenden Konsequenzen: Ist Jesus von Nazareth Gott oder nicht?! Jeder, der sich Predigten von konziliaren Bischöfen und Priestern anhört, kennt die ständige Rede vom "Offen-werden im Glauben" oder vom vertrauensvollen "Sich-öffnen im Glauben" oder vom hinhörenden "dialogischen Offensein" für den Glauben anderer etc. In der Tat, man sollte hier genau zuhören und sich nicht bloß berieseln lassen.

Dieser ganze Prozeß, der ein revolutionäres Machtphänomen ist, kann nicht durch ein plötzliches Ereignis gewaltsam gestoppt oder durch einen Rechtsentscheid außer Kraft gesetzt werden. Denn Macht und Recht sind nur in Gott identisch. Beim Menschen fallen diese Entitäten auseinander, immer und grundsätzlich; das lehrt schon die einfache Erfahrung. Vielmehr muß dieser Prozeß wie ein inoperables Krebsgeschwür mit seinen Metastasen aus einem Organismus von innen heraus ausgeschieden werden. Die erhoffte große Wende oder diese Drehung um 18o Grad kann deshalb weder ein plötzlicher noch ein gewalttätiger Vorgang sein. Und wer sich nach einem Wunder sehnt oder nach einem Zeichen vom Himmel ruft, der dürfte die Vernunft nicht auf seiner Seite haben. Wir leben nicht mehr in den Zeiten der alten Juden und Heiden, sondern der neuen...!

Die angeblichen "Pilgerreisen" in jede nur mögliche Himmelsrichtung sind ein hektischer Machtvollzug vorgetäuschter legitimer Autorität nach innen und nach außen, ein Circus-maximus-Syndrom und eine Ersatzhandlung, um einer zerbrochenen und leerlaufenden Sendung entgegenzuwirken. Das zeigt sich ganz deutlich daran, daß keine sechs Monate später die Dinge schlimmer stehen als vorher und die ganze Sache einfach verpufft ist, "als ob der Papst überhaupt nicht dagewesen wäre" (so jammern überall die Bischöfe und Prälaten in ihrer Kirchenpresse). Zurück blieb kein spiritueller Aufbruch, kein gewaltiger Neubeginn, sondern eine Verödung und Leere. Aber das kommt davon, wenn man dem Wahn verfallen ist, man könne in der Kirche etwas ohne den HERRN tun oder es sogar besser machen als ER selbst! Ja, mehr noch, nämlich etwas gegen IHN ins Werk zu setzen!! Wenigstens diese Situation sollte man in ihrer tieferen Bedeutung erkennen und in ihrer Zielrichtung durchschauen. Die Fakten liegen auf der Hand.

Die konziliaren 'Päpste'sind einer uralten Versuchung Satans erlegen, die sich bereits im Paradiese abspielte, nämlich Macht gewinnen zu wollen über das Gute und das Böse, anbetend den "Geist des Konzils" d.h. die Göttin der Selbsterlösung, an deren Brüsten auch die Befreiungs-"Theologie" saugt. Das ist ein äußerst subtiler Sachverhalt im Innern eines apostatischen Aktes, der sich zugleich gegen Jesus Christus als den göttlichen Menschensohn und Welten-Richter wendet. Darum spricht man ja auch so oft von "Jesus, unser aller Bruder", weil ein Bruder niemals Richter seines Bruders sein kann. Jesus Christus wird nicht gepriesen und gepredit als Gott der Sohn oder als Sohn Gottes, sondern als ein numinos-vergöttlichter Sohn des Menschen, geboren "von der Jungfrau Maria", eine schon fast alles demaskierende Formulierung. (Hierzu wäre viel zu sagen in Verbindung mit der verwirrenden und konfusen "Dogmatischen Konstitution über die göttliche Offenbarung"; man sollte den lateinischen Text dieses Machwerkes sehr genau lesen.) - Für einen derartigen apostatischen Macht-Akt und -Vollzug eines Papstes (ja sogar: von jetzt nunmehr vier "Päpsten" hintereinander) findet sich in der ganzen Kirchengeschichte keine Parallele, ja nicht einmal ein analoger Fall. Es ist fürwahr ein seltsames Phänomen, eine vom Haupt und Herrn der Kirche verliehen und gewährte Macht gegen Seine Rechte behalten und ausüben zu wollen und sie ebenso gegen Seinen kompromißlosen Sendungsauftrag harnäckig und boshaft zu vollziehen, ohne Rücksicht auf das Wohl Seiner Kirche und das Heil der eigenen Seele. Von daher aber erklärt sich dann auch das ständige Buhlen mit dem Volke bis hin zur Lächerlichkeit, um den Einfluß nicht zu verlieren, aber auch um sich einen erhofften Machtzuwachs zu sichern. Denn was wäre wohl ein Oberhirte ohne Unterhirten und Schafe? Es gibt jedoch nur einen einzigen, von dem gesagt werden kann, er sei der "gute Hirt" und den im übrigen nur seine Schafe kennen, nicht jedoch fremde. Anders ausgedrückt: ein konturloses neues "Volk Gottes", sitzend oder tanzend um einen Tisch herum, der kein Opfer-Altar ist, steht im logischen und realen Widerspruch zur Kirche Jesu Christi.

Ein durch die konziliaren Päpste und Bischöfe tiefkrank gemachter,nicht von sich aus krank gewordener, Corpus Jesu Christi Mysticum kann nicht plötzlich gesunden, sondern nur allmählich und nur von innen heraus durch eine Art Selbstregeneration. Denn das eine und katholische Ganze ist durch Akte der Gewalttätigkeit betroffen, nicht bloß Teile oder Glieder desselben. Das religiöse und mystische Phänomen dieses Corupus trägt in seinem geistig-sinnlichen Bilde das Zeichen der Geißelung und Dornen-Krönung Jesu Christi an sich, ein weit- und heilsgeschichtlicher Vorgang am Anfang eines langen Weges, auf dem der zerschlagene göttliche Menschensohn schweigend, aber nicht ohnmächtig, duldete. Am Ende jedoch stand der Strafvollzug eines Justiz-Mordes. Und ist es denn nicht aufschlußreich, daß damals kein einziger seiner Jünger aus dem"auserwählten Volke" auch nur den Versuch machte, dem blutenden, erschöpften und hinfallenden Jesus sein Kreuz tragen zu helfen? Nicht einmal das! Wo sind denn heute diejenigen, welche im Anblick der konziliaren Schergen in aller Öffentlichkeit mit erhobenen Händen schreien: "0 Jesus, Sohn des allmächtigen Gottes, Barmherzigkeit!"? Damit aber erhebt sich die Frage, wie weit wohl noch die Päpste, Bischöfe, Priester und Pastoralassistenten der Konzilskirche gehen werden? Gott hat zwar eine unendliche Geduld, aber keine ewige ...! Dennoch gibt es immer noch eine Menge kluger Theologen, die nichts anderes zu tun zu haben scheinen, als sich mit einer pervertierten Liturgiereform zu beschäftigen, als ob es nur darum gegangen wäre. Sie verhalten sich wie abgemagerte Hunde, denen man einen saftigen Knochen hingeworfen hat, damit sie sich um ihn streiten, währenddessen die Räuber im "Haus Gottes" die Möbel, Ölgemälde, heiligen Gefäße und alte, wertvolle Bücher ausräumen. Ihre letzte Weisheit erschöpft sich in der Frage: darf ein Papst die Liturgie ändern und wenn ja, inwieweit? Der Vollzug und die Mitfeier des NOM hat sie offensichtlich um den Verstand gebracht.

Es sollte sich niemand einbilden, wissen zu können, wie und wodurch sich eine "Wende" ereignen werde. Christus will keine Gewalt. Das steht fest. Daraus aber folgt nicht, daß er uns dann auf den Weg einer geistig-umnachteten und doch nur vorgeheuchelten Gewaltlosigkeit verweisen würde im Sinne eines Machtverzichts. Denn jede Religion, auch die irrsinnigste, ist ein Machtphänomen. Macht hinwiederum kann auch dadurch ausgeübt werden - und dazu ist sogar jeder einzelne getreue Katholik fähig -, daß man sich dem Gehorsamsanspruch einer illegitimen (ständig eindeutig Unwahres verkündenden und darauf beharrenden) Autorität wirklich, nicht bloß verbal, und total, nicht bloß teilweise, entzieht^ und welche immer Macht gegen das Recht einer höheren Autorität ausübt. Das liegt in ihrem Wesen, solange sie einfachhin existiert, d.h., religiös gesprochen, von Gott im Sein erhalten wird. Ähnliches tut auch der Teufel, der "Fürst dieses Äons" in seinem Reich auf Erden. Nur in der Hölle herrscht der verzweifelte Zustand einer totalen Gewalttätigkeit aller gegen alle und wo es dann immer nur Heulen und Zähneknirsehen gibt. Es gehört in das Reich der Phantasie, wenn der geistliche Führer der "actio spes unica" seine gläubigen Anhänger lehrt, daß bereits der Antichrist im "offiziellen Raum der Kirche herrsche". Welche seltsame Vorstellung muß man wohl haben von dieser in der Apokalypse fixierten historischen Person, geboren "von" einer christlichen Hure und gezeugt von einem "messianischen Juden" (ein Gedanke, der viel für sich hat), einem echten Anti-"Christus", bekleidet mit täuschend-ähnlichen Attributen Christi und die Dämonen mit Beelzebub austreibend?! Soll das etwa Johannes Paul II. sein, wie man von anderen Traditionalisten bereits zu hören bekommt? Man kann diesen herumpilgernden Hirten bestenfalls für einen polnischen Vorläufer des Antichrist halten (von Gnaden finanzkräftiger europäischer Kardinale), vor allem wegen seiner Verfälschung des Wesens der Erlösung und der tiefgreifenden Lästerungen des Heiligen Geistes, eingenebelt in "marianischen" Weihrauch. Es gibt bereits Seher mit Privatoffenbarungen, die sogar von einem "marianischen Papst" faseln.

Pfr. Milch und seine Freunde innerhalb und außerhalb der Priesterbruderschaft Pius X. sind ein bemerksnwertes Gegenstück zu jenem "Kreis katholischer Priester", mit dem sich Herr P. Groß in seinem Artikel "Identitätskrise" auseinandergesetzt hat und schließlich zur sicheren Überzeugung gelangte: "Indem die Priester versichern, daß sie treu zum 'Heiligen Vater' und den mit ihm verbundenen 'Bischöfen' stehen werden, meinen sie, der wahren Kirche treu zu sein. Sie irren sich gründlich; gründlicher geht's nicht." Das ist sicherlich richtig. Dennoch aber stellen sich hier nicht bloß eine, sondern zwei Fragen:
1. warum sie wohl irren in Anbetracht doch so einleuchtender Dinge und
2. woraus eigentlich ihre Schwierigkeiten entstehen, die sie ganz offensichtlich "mit der Kirche" haben, was man nicht übersehen sollte.

P. Groß setzt bei diesen, doch einen Ausweg suchenden Priestern, gewiß nicht einen bösen Willen voraus (wie bereits geäußert wurde), sondern hinsichtlich der ersten Frage nur eine Unkenntnis wichtiger Lehrdokumente und wohl auch einen Mangel an Denken. Beides kann zutreffen, wie schon die Erfahrung lehrt, wenn man auf solche Priester trifft. Indessen befürchte ich, daß es nur bei dem drigenden Rat bleibt, Vergleiche bestimmter Lehrtexte anzustellen, um auf Widersprüche oder sich ausschließende Positionen zu stoßen. Denn sie werden es kaum erkennen und es noch viel weniger wissen, warum "die 'Hirten1 und der 'Oberhirt1 dieser faisehen'katholischen Kirche'" nicht nur nicht Hirten und Oberhirt "der wahren Kirche sein können", sondern dies auch gar nicht mehr wollen. Zudem ist keiner von den wirklichen Trägern der Konzilskirche "bona fide"; denn alle haben ein zureichendes Wissen darüber, was das bedeutet: "Haec Ecclesia, in hoc mundo ut societas constituÌa et ordinata, subsistit in Ecclesia catholica" (und worüber sie auf dem "Pastoralkonzil" von heiligem Geiste (!) nachdrücklich belehrt wurden, wie schon damals versichert wurde); aber nicht alle Bischöfe wissen genau, was das alles impliziert, weil ihr theologisch-philosophisches Reflexionsvermögen mit Einschluß der "praeambula fidei" äußerst mangelhaft ist, manchmal sogar erschütternd. Mgr. Lefebvre macht hier keine Ausnahme, leider! Hier liegt auch die Ursache dafür, daß er schon Paul VI. als "Papst" nicht zu durchschauen vermochte, geschweige denn Johannes Paul II., der noch viel geschickter in Wort und Tat operiert. Den Priestern dieses Kreises, der wie eine Bürgerinitiative innerhalb der Kirche als einer "societas perfecta in mundo" aussieht, wird es noch viel schlechter ergehen, weil sie annehmen, die sie weidenden Hirten hätten keine genügende Kenntnis von der "gegenwärtigen Situation der katholischen Kirche in Deutschland"; sie verhalten sich kein Jota anders als diejenigen, welche einmal meinten, "der Führer kann es gar nicht wissen", was seine Getreuen im Volke veranstalten, denn wenn er das wüßte, dann würde er sofort die Übel beseitigen. Auf einem solchen Erkenntnisniveau bewegt sich dieser Priester-Appell an die Bischöfe und denen es gewiß nicht unbekannt ist, daß ihre Konzilskirche objektiv "nicht subjektidentisch" ist mit der von Christus gegründeten katholischen Kirche, weder in Deutschland noch anderswo. Doch ist das eben nur ein Wesensmerkmal der ganzen Sache, das nicht ausreicht, um die Erkenntnisnot solcher Priester zu beheben. Man muß ihnen auch andere Perspektiven eröffnen, damit sie erkennen können, auf welchem Boden sie stehen.

Nicht wenige Schwierigkeiten dieser Priester (aber auch anderer in einer ähnlichen Geistesverfassung und worunter es sogar Traditionalisten gibt) gehen aus erstaunlich primitiven Wurzeln hervor, die man bald zu entdecken vermag, wenn man hier nachbohrt und dabei die Frage nach dem "wahren Glauben" zunächst einmal ausklammert. Denn sie "glauben", d.h. sie meinen, ihn zu haben und sind davon felsenfest überzeugt, so daß sie sich sogar mit einer öffentlichen Erklärung an die Bischöfe heranwagten. Sie wunderten sich nur über ihr undurchsichtiges Reden und anstößiges Verhalten in Ansehung ihres sicherlich doch auch "wahren Glaubens" (denn man hatte ja mal etwas gehört "von Amtsgnade und so"). Mehr steckt hier nicht drin, wenn man die Sache genau betrachtet. Diese Priester sind das, was man in der Psychologie wertfrei als autoritätsgläubig und geistig (intellektuell) infantil bezeichnet. Hinzu kommt, daß sie schon im Bereich der natürlichen Erkenntnis mit der Erfassung "geistiger Realitäten" ihre Schwierigkeiten haben, weil sie diese als "überrational" mißverstehen, und auch im Umgang mit ihnen eine nur geringe persönliche Erfahrung besitzen. Auffällig ist ferner eine erstaunliche Ungebildetheit in Dingen der Religion überhaupt sowie hinsichtlich bestimmter "res fidei", die heute auf einem Schlachtfeld verhandelt werden. Man wird es nicht für möglich halten, aber es ist leider so, daß Priester dieser Art, obwohl sie profanem Gebiet belesen sind, z.B. keinen klaren Begriff von der Kirche und ihrem Wesen haben. Darum können sie kaum etwas anfangen mit Worten wie "wahre" oder "falsche Kirche" und verstehen das nur im moralischen Sinne. Kirche ist für sie nicht viel mehr als eine höhere Lebensweise und Organisationsform, zu der sie sich verpflichtet haben und in der sie einen besonderen Stand (Berufsstand) bilden, heute in brüderlicher Gemeinschaft mit den Laien, die in der "Gemeinde" sogar als "Räte" in eine bedeutende Stellung aufgerückt sind. ("Auch auf sie sollt ihr hören", denn sie besitzen Charismata, besonders die Frauen! Das alles hat man diese Priester lange gelehrt und das sitzt fest in ihrer Seele, d.h. in ihrer Erinnerung, denn eine subsistierende Seele soll es ja auch nicht mehr geben.) Schon die von P. Groß zitierte Formulierung ist aufschlußreich: sie und andere Priester befänden sich "in einer echten Identitätskrise mit der katholischen Kirche" (auch ohne den Zusatz "in Deutschland"), als seien Priester und Kirche jemals ein und dasselbe gewesen. Noch verräterischer aber ist ihr Zweifel, es könne sich nicht mehr um dieselbe Kirche handeln, "auf die" sie einst "geweiht" worden sind, eine im übrigen sinnlose Aussage. Aber man versteht schon, was hier unterschwellig unter "Weihe" begriffen bzw. nicht begriffen wird. Es ist nicht mehr Christus, der weiht ..., sondern ein Herr Bischof N.N., auf den sie sich eingeschworen haben und der ein Etwas in der Welt vertritt, welchem sie sich "im Gehorsam verpflichtet" hatten, Kirche genannt. Es ist jedoch gar nicht so schwierig, ihnen ihren aus dem Denken entsprungenen Irrglauben, der noch kein Unglaube  zu sein braucht, bewußt zu machen.

Priester von der Art dieses Kreises, die man nicht vorschnell abservieren sollte, wenn sie gültig geweiht worden sind, sind ganz verblüfft, wenn man es ihnen deutlich macht, daß die von Christus gestiftete, gegründete und in der Welt aufgerichtete Kirche als die einzige Heils-Anstalt (numerische Identität!) in erster Linie ein vom Gottmenschen und in Analogie zu ihm gewolltes Wirklichkeits- und Macht- Phänomen ist - nicht aber eine irgendwo über Wolken schwebende nebulose "Gemeinschaft der Heiligen" oder ein allgemeines demokratisches "Volk Gottes" sein kann. Denn zuerst kommt bei allen von Gott erschaffenen Realitäten das Sein des Seienden und dam in logischer Reihenfolge untrennbar die Einheit (unitas, nicht unio), die Wahrheit und das Gute. Die Macht jedoch erfließt dem Sein und haftet an ihm und ist da zum Gebrauch (wie auch das Recht). Niemand kann leugnen, daß die Konzilskirche in allen sie tragenden Gliedern von der Macht weltweit Gebrauch macht, einer Macht - und das sollte man erkennen, ohne davor zu erschrecken - die sich notwendigerweise vom Haupt der Kirche, Christus, herleitet und die dann gegen das Haupt gerichtet oder gewendet wird, um sich von ihm, dem göttlichen Menschensohn, loszulösen und schließlich zu trennen. Die Konzilskirche will, philosophisch ausgedrückt, aus sich selbst, nicht bloß durch sich selbst (per se), subsistieren. Das alles läßt sich nicht unter dem bekannten Begriff vom Schisma begreifen, auch wenn man ihn noch so sehr biegt. Hier liegt ein einzigartiger Sachverhalt vor. Denn es wird die fundamentale Einheit der Kirche (Credo unam ... mitnichten angegriffen, sondern im Gegenteil ständig und geradezu beschworen und wodurch das Ganze in ein Zwielicht getaucht wird. Dieses Zwielicht erkennen gar nicht so wenige, auch in der Konzilskirche, aber sie verstehen das nicht. Sie wissen nicht, was Macht ist und wie sich Macht äußern kann. Paul VI. war es, der plötzlich und wohlüberlegt die mehrschichtige große Lüge von der "Selbstzerstörung der Kirche" in die Welt setzte, eine schlaue Desinformationsparole und eindeutig ein Wort satanischen Ursprungs, das nichts destoweniger auf dem ganzen Erdkreis blind nachgebetet wurde, auch in der Meinung, er beklage die "Mißstände" oder "GlaubensSchwund" in der Kirche. Eine große Lüge und Heuchelei muß einzelne Wahrheiten benutzen, um wirkmächtig zu bleiben. Die Kirche Jesu Christi kann sich gar nicht selbst zerstören, selbst zerfleischen oder Selbstmord begehen. Paul VI. erkannte klar die Gefahr einer Selbstzerstörung der Konzilskirche und wurde dann selbst zunehmend schizophren, nicht bloß geistig, sondern im Sinne eines psychopathologischen klinischen Falls. Das kommt auch in seiner Physiognomie zum Ende seines Lebens zum Ausdruck. Er wurde auch nicht durch Freimaurer-Kardinäle vergiftet, wie unter mir bekannnten Ordenpriestern gemunkelt wurde. Das war gar nicht nötig.

Die Auszeugung einer "neuen" (nicht: sicher erneuernden) Kirche, einer echten (weil seins- und wirkmächtigen) Gegen-Kirche aus dem Schöße der "alten" wahren Kirche - das Wort "echt" ist nicht gleichbedeutend mit "wahr", worauf schon Thomas von Aquin in einer anderen Sache hingewiesen hat - kann sich nur über die Macht vermitteln auf dem Wege und aufgrund einer Usurpation der Macht des göttlichen Herrn der Kirche. Religiös betrachtet: ein nur dem Sosein nach apostolischer Nachfolger Petri begehrt auf gegen die Stellvertretung Christi auf Erden, und zwar "aus Eigenem" im wahnhaften Rausche einer nur verliehenen Machtvollkommenheit. Eine genaue Analyse dieses Machtphänomens läßt daran nicht den mindesten Zweifel aufkommen. Das hat es in der ganzen Kirchengeschichte noch niemals gegeben. Das ist wirklich neu. Indessen erklärt sich dann noch etwas anderes, was sonst gänzlich unverstehbar bleiben muß, nämlich die einmalige Vielzahl "amtlich verkündeter" Häresien und die geradezu in die Augen springende Immunität aller konziliaren Bischöfe gegen den von vielen Seiten erhobenen Häresievorwurf, eine Anklage, die nicht schlimmer sein kann. Dennoch prallt sie ab wie von einer Gummiwand und greift nicht mehr. Fällt das denn niemandem auf? Warum stellt man sich nicht die doch so nahe liegende Frage nach den Ursachen eines solchen Zustandes? Man stelle sich einmal vor, jemand würde einem Richter in aller Öffentlichkeit Rechtsbeugung in vielen Fällen vorwerfen! Es käme zu einem Aufruhr und die Mühlen der Justiz würden sich in Bewegung setzen. Denn Macht und Recht sind aufeinander bezogen. Im staatlichen Bereich weiß man das noch; im kirchlichen dagegen offenbar nicht mehr.

Ein "Papst" allein wäre zu einem derartigen Gewaltakt der Gründung einer "Gegen-Kirche, die niemals geheim bleiben konnte, gar nicht in der Lage gewesen. Darum brauchte man dazu unbedingt ein "Pastoralkonzil" (Karl Rahner hatte vorgegeben, er wisse nicht genau, was darunter gemeint sei und könne sein Wesen nicht bestimmen), also eine Hirten-Versammlung der gesamten Weltkirche bis hin zunletzten "armen Hund" aus den Entwicklungsländern, dem es gewiß Freude gemacht haben wird, nicht nur gewisse Geschenke erhalten zu haben, sondern jetzt auch einmal so richtig mit-regieren zu können, auch wenn er nicht verstand, was da beabsichtigt wurde und vor sich ging. Zudem benötigte man eine durch das Fernsehen (ein Dr. Joseph Goebbels hätte gejubelt ob solcher Möglichkeiten) ins richtige Licht gesetzte Heerschau von höheren Offizieren und einen noch besser ausgesuchten Generalstab von Kardinalen, wozu der Tod RoncaUis die beste Gelegenheit bot, um der Welt nachdrücklich vorzulügen, die Waffen niedergelegt zu haben. Hatte denn nicht schon Jesus, der so menschliche und menschenfreundliche Bruder aller Menschen, geboten: "stecke das (!) Schwert in die Scheide" und "liebet einander"?! Schaut uns doch an, so sind wir heute und dazu aufrichtig entschlossen, damit allseitig Friede sei! Gleichzeitig aber wurde dem neu entdeckten "Volk Gottes" auf der ganzen Welt "horizontal" und dem Klerus, insbesondere von den Gemeinde-Pastoren "vertikal" abwärts heuchlerisch versichert, eine nur verschüttete uralte Tradition wieder aufzunehmen (wir sind die echten Traditionalisten!) - nicht gegen die Tradition, o nein, sondern aus ihr heraus oder neben ihr sich findenden - durch einen "rückgreifenden Vorgriff" auf ein uns neu verheißenes Land, auf ein (frei nach Heidegger) "sich schon zeigendes" Land der Hoffnung und der Liebe, wo noch etwas mehr als Milch und Honig fließen wird. Dort werden dann alle-alle leicht und unbeschwert, zumal dort die "spaltende" Wahrheitsfrage nicht mehr aufzukommen braucht, "eins sein" können in gottgewollter seliger Freiheit, weil doch alle schon durch Jesus, unseren außergewöhnlichen Bruder (was jeder anständige Freimaurer ebenfalls bejaht), im Prinzip und ohne jede Bedingung "erlöst" sind. Den Rest im Hinblick darauf, was da noch an vollkommener Erlösung fehlt, werden wir alle besorgen, d.h. letztlich der sich ständig auf ein Höheres hin entwickelnde Mensch aufgrund und kraft eines in ihm liegenden "transzendentalen ictus (Stoß, Impuls) cordis", wovon angeblich schon der hl. Augustinus gesprochen haben soll, der Mann des "Gottesstaates". Das alles, so versichert uns auch Johannes Paul II., haben wir bereits "auf dem Konzil gehört", angeregt durch den pfingstlerischen großen Papst Roncalli mit seinem besonderen Charisma. Damals schon wurde das "taktische Losungswort", d.h. eine revolutionstypische Desinformationsparole, ausgegeben vom "guten", ja sogar vom "charismatischen Papst".

Auf alles das fielen erschreckend viele Priester glatt herein und machten dann widerstandslos und manchmal sogar auf eine groteske Weise "in Liturgiereform", als ob es nur darum gegangen wäre und was sie dem Kirchenvolk ständig einzureden suchten, zugegebenermaßen mit Erfolg. Dieses Volk wurde zum Objekt einer weltweiten Manipulation gemacht und brutal in die Konzilskirche eingegliedert. Denn ohne Volk, ohne knetbare Masse von "Glaubenden", läßt sich das Vorhaben einer Gründung einer Gegen-Kirche auf Dauer nicht durchhalten. Das lehrt jede echte Revolution, die nicht dasselbe ist wie eine Rebellion oder der Putsch einer Kaste. Das hat auch Mgr. Lefebvre bis heute nicht begriffen, wie aus seinen Schriften und Predigten hervorgeht, und den man zu Unrecht einen Rebellen nennt, denn er hat ja den Akt der Unterwerfung unter das "sichtbare Oberhaupt der Kirche" sogar mehrmals geleistet. Dadurch befindet sich aber auch seine Priesterbruderschaft in der Konzilskirche, ob sie das wahr haben will oder nicht. Der o.g. Kreis katholischer Priester hingegen ist fest und voll in ihr integriert, ohne zu wissen, was das bedeutet. Das ist fürwahr eine Tragödie.

Der göttliche Menschensohn, um den es heute in der Hauptsache geht ("Jesus Superstar" plärren sogar die Jugendlichen in ihren babylonischen Rhythmen unter dem wohlwollenden Grinsen konziliarer Bischöfe und Kulturprälaten), hat niemals gesagt: Ich bin der Weg, die Hoffnung und die Liebe. Ist das nicht merkwürdig und erstaunlich genug? Hätte er nämlich dies von sich gesagt, dann würde daraus folgen, daß ER auf "alle Gewalt" verzichtet und sie an jemand Anderen oder an Andere, vielleicht an ein "Kollegium"?, abgetreten habe. Aber warum und wozu ER dann einmal wiederkommen wollte ..., ja, nun das kann wohl nur ein ausgemachter Gnostiker vom Format eines Marcion mit Berufung auf eine "Geheimoffenbarung" und "Geheimsendung" Christi verstehen. Schon der paradiesische Sündenfall stand unter dem Zeichen der Macht mit Bezug auf das ganze Menschengeschlecht, worauf Theodor Haecker hinzuweisen nicht müde wurde, und was die Liebe betrifft, die man ständig im Munde führt, wenn man nichts "aufzulichten" vermag, so ist sie ganz gewiß nicht eine "Himmelsmacht", sondern eindeutig eine stille, geduldige, duldende und schmerzensreiche MAGD des HERRN. Sie ist auch nicht stärker als der Tod, wie überall gepredigt wird, sondern nur "stark wie der Tod". Die Macht kommt nicht vom Teufel und ist auch nicht böse, wie manche meinen; wohl aber kann sie faszinierend und dämonisch werden und unter vielerlei Gestalten erscheinen, z.B. in Gestalt einer falschen, unbegründeten und unerfüllbarer Hoffnung oder einer geheuchelten Liebe, verbunden mit dem "Trost Satans", wie es im Exerzitienbuch des hl. Ignatius von Loyola heißt, eine Sache, über die man gerade heute nachdenken sollte - lange und betend. Die Konzilskirche tröstet ständig, da es in ihr nur noch "Frohbotschaft" gibt; gleichzeitig aber ist es ihr in dreißig Jahren gelungen, daß bei unglaublich vielen Christen das Bewußtsein der Erlösungsbedürftigkeit des Menschen einfach verschwunden ist. So wirkt Macht, obwohl sie mißbraucht wird.

Wer sich der Konzilskirche freiwillig ausliefert, kann nicht mehr umkehren, weil sich in ihr durch "ihr Wort" noch vor dem Zerbrechen der übernatürlichen Tugend des Glaubens der menschliche Geist in seinem Erkennen und Denken verwirrt und dadurch wiederum eine Lähmung eines sinnvollen, wahren Tuns in bezug auf sich selbst und den Nächsten eintritt. Die aktiven Mitglieder dieser Kirche, Kleriker und Laien (alle fühlen sich als "Geistliche"), bemerken es nicht einmal, daß sie in Knechtschaft geführt werden, nachdem, man sie vom Joche Christi befreit hat. Sie halten sich für die "mündigen Christen" und fühlen sich frei, nicht selten sogar frei von Sünde. Wer sich mit den Phänomenen, Strukturen und Bewegungen der Macht beschäftigt, der analysiert die Konzilskirche und ihre Methodik aus einer anderen Perspektive (als z.B. nur unter einem dogmatischen Gesichtspunkt) und entdeckt dann leichter die Wesensmerkmale einer konkreten echten Gegen-Kirche mit ihren Päpsten und Bischöfen. Hier beruhigt man sich nicht in Ansehung des Tatbestandes einer ungewöhnlichen, außerordentlichen Sedisvakanz und regt sich auch nicht mehr sonderlich auf über die vielen Häresien. Vielmehr zieht man bei diesen geistigen Realitäten nur ganz bestimmte in die Reflexion, gleichgültig ob nun eine Aussage formell oder materiell häretisch ist-oder bloß nach Häresie schmeckt. Denn manchmal ist sogar ein nur häresieverdächtiger Satz, wenn er dauernd und von vielen wiederholt wird, weitaus gefährlicher für den wahren Glauben und das religiöse Leben als eine blanke Häresie. Solange die Konzilskirche nicht als eine existierende Gegen-Kirche erkannt wird, die außerdem noch alle Eigenschaften einer Kirche als "societas(nicht: communitas) perfecta" besitzt, kann weder ihre Macht verständlich gemacht noch die eigentliche Gefahr, die von ihr ausgeht, erkannt werden. Der oben genannte Kreis katholischer Priester mit ihrem Appell an die (ihre) Bischöfe ist dafür ein gutes Beispiel. Leider gibt es auch Traditionalisten, die im Grunde keine sind, sondern nur meinen, es zu sein, indessen in einem ähnlichen Dilemma stecken.
 
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