56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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1. PREDIGT ZUM WEIHNACHTSFEST
2. IN ERINNERUNG AN S.E. MGR. NGO-DINH-THUC
3. VOM LEID DER ANDEREN
4. DER DREIKÖNIGSKUCHEN
5. EINIGES ÜBER DEN BEGRIFF UND DAS WESEN DES CHRISTLICHEN GLAUBENS
6. PRIMIZ WÄHREND DER FRANZÖSISCHEN REVOLUTION
7. BRIEF VON HERRN PROF. DR. D. WENDLAND AN DIE REDAKTION
8. 'EINTRÄGLICHER' TAUSCHHANDEL
9. DIE PASTORAL-REGELN DES HL. PAPSTES GREGOR D. GR.
10. NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN...
11. MITTEILUNGEN DER REDAKTION
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN...
 
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN...

GENOCID IN CHINA, Leserbrief von Herrn Dr.med. Heinrich Schulte-Wintrop in der DT, 19.4.85 Die drastischen Maßnahmen der kommunistischen, chinesischen Regierung zur Begrenzung ihrer Bevölkerung finden in der westlichen Welt weitgehend Zustimmung, gilt China doch als das Land mit der größten Einwohnerzahl und einer großen Bevölkerungsdichte. Was sich jedoch hinter der als human erscheinenden Geburtenkontrolle verbirgt, stellt die furchtbaren Abtreibungszahlen des Westens noch in den Schatten. Wie die NATIONAL RIGHT TO LIFE NEWS vom 31.1.1985 mitteilt, veröffentlichte der Stanforder Wissenschaftler Steven Mosher 198o einen Bericht über die Massentötungen von Föten und Neugeborenen, der kürzlich in der WASHINGTON POST in einer Artikelserie von Michael Weisskopf bestätigt wurde. Danach sind 53 Millionen Abtreibungen und Kindestötungen seit 1981 zu verzeichnen. Noch in den letzten drei Schwangaschaftsmonaten wird zwangsweise abortiert. Um das Plansoll zu erfüllen - wenn irgend möglich soll die Bevölkerungszahl im Jahre 2ooo auf eine halbe Milliarde reduziert werden -, werden Mütter sogar in der Nacht in ländliche Abtreibungszentren gebracht. Ein Entkommen ist nicht möglich, weil die örtlichen Gesundheitsberater genaue Unterlagen über werdende Mütter besitzen und Repressalien zu befürchten haben, falls die Aktionen fehlschlagen. Das gleiche gilt auch von den Ärzten. Die ersten Berichte von Mosher klangen so unglaublich, daß man den Verfasser als unwissenschaftlich hinstellte und ihm die Promotion versagte. Es steht zu erwarten, daß er nun nach dem Weisskopf-Bericht in der WASHINGTON POST rehabilitiert wird. Wie HUMAN LIFE INTERNATIONAL, eine US-Zeitschrift, die sich energisch für das ungeborene menschliche Leben einsetzt, in der Märzausgabe dieses Jahres mitteilt, wird die Massentötung in China auch durch die Weltbank unterstützt. (...) Traurig stimmt es (...), daß eine Stadt wie Münster i.W. "Pro familia" (besser: "Contra familiam"; denn diese Organisation propagiert die Abtreibung) in diesem Jahr 92ooo DM Zuschuß gewährt hat.

MODERNE RAUBRITTERSPIELE - Nachricht: Wie aus einem Brief von Frl. H. Hagen / Genf vom 8.lo.85 an Herrn Mottet, ebenfalls Genf, hervorgeht, wurde in einer Nacht- und Nebelaktion das Meßzentrum St. Canisius in Fribourg / Schweiz vom Schatzmeister der Econer Bruderschaft, Abbe Denis Roch und einigen Kumpanen ausgeräumt. Man ließ alles mitgehen, was nicht niet- und nagelfest war, und schreckte selbst vor direktem Diebstahl nicht zurück. Die St. Canisius-Kapelle wurde bislang von Herrn N. Schüler - für dessen Affinität zu Econe es n.b. längst keine Entschuldigung mehr geben konnte - verwaltet und dem Lefebvreianer Abbé Maret betreut. Nach dieser Aktion ließ Herr Schüler die Schlösser der Kapelle auswechseln, um weitere Einbrüche zu verhindern. Nun befürchtet die Fribourger Gruppe, daß die Orgel, die sich noch in der Kapelle befindet, von den Econer Wegelagern herausprozessiert werden könnte.
Inzwischen hat Herr Schüler einen gewissen Abbé Maillard gewonnen, in der Kapelle weiterhin die Messe zu lesen. Und wie liest sich nun diese Raubrittergeschichte in der offiziellen Diktion von M. Lefebvre? Im Mitteilungsblatt der Econer Bruderschaft, die den Namen des hl. Pius X. nur mißbraucht, heißt es (November-Heft von 1985, S.7):
"Mitteilungen an die Gläubigen von Freiburg/Schweiz - Das Kirchenrecht und die Tradition der Kirche verlangen, daß die Priester die Freiheit und die Möglichkeit haben, ihre Seelsorge mit voller Verantwortung für das größte Heil der Seelen auszuüben. Leider müssen wir feststellen, daß diese Freiheit und diese Verantwortlichkeit in der Kapelle von Freiburg ständig gehemmt sind und dies seit vielen Jahren. Das ist der Grund, warum wir unsere Priester beauftragt haben, ein anderes Lokal zu suchen, wo sie die volle Freiheit haben werden, ihr Priesteramt nach der Tradition der Kirche in Frieden auszuüben wie in allen von der Priesterbruderschaft gegründeten Zentren, und dies zum größtmöglichen geistlichen Nutzen der Gläubigen.
Econe, am Fest des heiligen Matthäus, 21. September 1985

+ Marcel Lefebvre - in vollem Einverständnis mit der Obrigkeitder Bruderschaft."

Dieser Zynismus ist kaum noch zu überbieten. - In diesem Zusammenhang ist es interessant zu wissen, daß der Econer Prälat Anfang der 7o-er Jahre die Stiftung eines Hauses in München an die Bruderschaft ausschlug, die mit der Auflage verbunden war, daß in diesem Haus nur die von Pius V. kodifizierte hl. Messe gefeiert werden dürfe. N.B. In seinem Antwortschreiben vom 9. lo.85 weist Herr Mottet Frau Hagen darauf hin, daß P. Barbara, bekannt durch seine Verleumdungskampagne gegen den verstorbenen Mgr. Ngo-dinh-Thuc, ähnliche Attaken gegen den Abbé Delmasure und Herrn Denoyelle / Brüssel und die von ihm herausgegebene Zeitschrift MYSTERIUM FIDEI reitet.

WOJTYLANISCHE FEHLBARKEIT - Auf seiner diesjährigen Afrikareise sagte Mgr. Wojtyla in Garoua / Kamerun zu islamischen Zuhörern: "Indem sie ihre Überzeugung bekräftigt, daß Christus der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen ist, achtet die Kirche diejenigen, die ihrem Gewissen nach andere Wege einschlagen, um zu Gott zu gelangen; sie schätzt deren Aufrichtigkeit und deren Edelmut und arbeitet gern mit ihnen zusammen für das allgemeine Wohl." (Vgl. dt. Ausgabe des OSSERVATORE ROMANO vom 13.9.85. - Vgl. auch die Nachricht in der PASSAUER NEUE PRESSE vom 13.8.85 über diese Ansprache; dort heißt es: "Er (Wojtyla) akzeptiere auch jene, die wie die Mohamedaner nicht an Christus als Erlöser glaubten und 'auf anderen Wegen zu Gott kommen'." Dagegen spricht Christus: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben." (Joh. 14,6) In der gleichen Ansprache vermeinte Johannes Paul II. feststellen zu müssen: "In diesem Sinne grüße ich hiermit die Söhne des Islam, die sich dieser wichtigen Feier der Initiation ihrer christlichen Brüder anschließen wollten. Liebe Freunde, wir teilen mit euch den Glauben an den einen lebendigen, barmherzigen und allmächtigen Gott, Schöpfer des Himmels und der Erde (...). Mit euch, liebe Brüder und Schwestern, versuchen wir, in der Wahrheit fortzuschreiten, um zur vollen Einheit zu gelangen." (OSSERVATORE ROMANO vom 13.9.85.)

GERICHTSURTEIL: KEIN RECHT.., AUF VERNICHTUNG DURCH ANDERE. (AP - zitiert nach VOX FIDEI 11/85) Das Landgericht Detmold hat die Klage eines 2-jährigen mongoloiden Kindes, vertreten durch seine Mutter, gegen die die Mutter während der Schwangerschaft behandelnden Ärzte auf Schadenersatz wegen unterlassener Abtreibung abgewiesen. Nach der Begründung des Gerichtes muß der Mensch "grundsätzlich sein Leben so hinnehmen, wie es von der Natur gestaltet ist" und habe kein verbrieftes Recht "auf die Verhütung oder Vernichtung durch andere".

NEUES IM FALL VON FRAU PROF. MERTENSACKER (man vgl. EINSICHT Okt. 85, S.lo5 f.) Nachdem Frau Prof. Mertensacker wegen ihrer Haltung zum ß 218 gekündigt worden war - der Dekan sprach allerdings die Kündigung ohne Angabe von Gründen aus, weswegen Frau Prof. Mertensacker keine rechtliche Handhabe hat, gegen die Kündigung gerichtlich vorzugehen - glaubte der KNA (der Informationsdienst der Reformer-'Kirche') noch einiges 'Hintergrundwissen' zu diesem Fall beitragen zu müssen (KNA-Informationsdienst Nr.4o, S.3/1982 vom 3.lo.1985): "Der Fall ging durch die Presse. Und was bisher geschrieben wurde, läßt sich auf folgenden Nenner bringen: Der Musikpädagogin Prof. Adelgunde Mertensacker sei ihr Lehrauftrag für Entwicklungspsychologie an der Dortmunder Abteilung der Musikhochschule Westfalen-Lippe entzogen worden, weil sie gelehrt habe, menschliches Leben beginne mit der Zeugung und Abtreibung sei Tötung an einem Menschen in der Entwicklung. Ob solcher Berichte ließen bissige Kommentare und Protestnoten an die Adresse des Dortmunder Instituts nicht lange auf sich warten. Indes war aus dem Bistum Münster Zusätzliches zu erfahren. Frau Mertensacker habe Studenten Leistungsscheine verweigert, weil diese nicht expressis verbis und schriftlich erklären wollten, daß sie mit den Auffassungen ihrer Dozentin zur geltenden Fassung des Paragraphen 218 StGB in allen Punkten übereinstimmten. Der Dekan habe Frau Mertensacker daraufhin in einem persönlichen Brief mitgeteilt, daß auf Grund entsprechaider Beschwerden der Studenten und unter Hinweis auf andere geäußerte Bedenken, die sich gegen ihre Lehrmethoden richteten, nicht damit zu rechnen sei, daß sie für das nächste Semester einen Lehrauftrag erhalte. Für Frau Mertensacker, die nach Angaben der Pressestelle des Bistums Münster auf ihrem Grundstück in Liesborn tridentinische Messen ohne Erlaubnis des zuständigen Bischofs von Münster feiern läßt, besteht kein rechtlicher Anspruch auf Fortsetzung des Lehrauftrags. Diesen Sachverhalt bestätigte auch das katholische Büro in Düsseldorf auf Anfrage. Die Institutskonferenz, die mit 24 gegen zwei Stimmen sich dafür ausgesprochen hatte, dem Leiter der Hochschule vorzuschlagen, Frau Mertensacker für das Wintersemester 1985/86 keinen weiteren Lehrauftrag zu erteilen, betonte in einer Stellungnahme ausdrücklich, daß nicht ihre Äußerungen zum Paragraphen 218 StGB Anlaß dieser Entscheidung gewesen seien." Auf diese Darstellung verlangte Frau Prof. Mertensacker unter Hinweis auf § 11, Abs.l U.3 des Pressegesetzes für das Land Nord-Rhein-Westfalen vom 24.5.1966, GVB1 von der KNA folgende Gegendarstellung: "Die Behauptung, ich hätte Studenten Leistungsscheine verweigert, weil diese nicht expressis verbis und schriftlich erklären wollten, daß sie mit den Auffassungen ihrer Dozentin zur geltenden Fassung des Paragraphen 218 StGB in allen Punkten übereinstimmten, entspricht nicht der Wahrheit. Es war vielmehr so, daß ich von den Studenten gefordert habe, daß sie die Informationsschrift der Europäischen Ärzteschaft "Leben oder Tod" zur Kenntnis nehmen sollten. Der Grund: Diese Schrift, die ich im Rahmen des Entwicklungspsychologie-Unterrichts den Studenten und Studentinnen in der Diskussion um die Abtreibungsfrage vorgelegt hatte, wurde mir von diesen während des Unterrichts vor die Füße geworfen und verächtlich als "Pamphlet" beschimpft. Die Studenten hatten außerdem bei meiner Feststellung: 'Der Mensch ist Mensch von Anfang an. Das menschliche Leben beginnt mit der Zeugung. Abtreibung ist Tötung eines Menschen in der Entwicklung,1 und nach Verteilung der erwähnten Informationsschrift unter Protest meinen Unterrichtsraum verlassen, Unterschriften gesammelt und meine Entlassung gefordert. Es stimmt also nicht, daß meine Entlassung nichts mit meiner Äußerung zum Paragraphen 218 StGB zu tun hatte, wie die Institutskonferenz nun behauptet, war doch außerdem einziger Diskussionsgegenstand der Konferenz die Anklage der Studenten: 'Frau Mertensackers Unterricht baut auf einem ihr eigenen christlichen Weltbild auf. Geprägt von ihrem Weltbild sind auch die Diskussionen um den Paragraphen 218. Wir lehnen es ab, von einer Dozentin unterrichtet zu werden, die ihre persönliche Meinung als verbindliche Lehre darstellt." - Meine Haltung zum geltenden Recht (...) war sehr wohl der Grund meiner Entlassung. Die Institutskonferenz hat sich dabei dem Druck der Studenten gebeugt." Es ist nicht weiter verwunderlich, daß sich in die Kampagne gegen Frau Mertensacker auch die sog. KNA einschaltet, denn - wie schrecklich - Frau Mertensacker läßt in einer Kapelle 'verbotenerweise' die hl. Messe lesen. Wie weit aber das Vorgehen gegen Frau Prof. Mertensacker inzwischen zum Skandal ausuferte, geht aus einem Bericht der DEUTSCHEN TAGESPOST vom 12.11.1985 hervor.

KESSELTREIBEN GEGEN FRAU MERTENSACKER - ZUSAMMENSPIEL VON OFFIZIELLEN INFORMATIONEN UND INOFFIZIELLEN FEHLDEUTUNGEN - in dem mit "er" signierten Artikel heißt,es: Für die Musikhochschule Westfalen-Lippe ist der "Fall" Mertensacker abgeschlossen. Die frühere Professorin hat ihren Lehrauftrag nicht verlängert bekommen. Es mehren sich jedoch die Stimmen, die ein Eingreifen der Landesregierung fordern. Diese jedoch hüllt sich in Schweigen, obgleich sie die Dienstaufsichtspflicht über die Hochschule hat. Weder die 'zuständige Ministerin noch Ministerpräsident Rau hat sich bisher offiziell geäußert. Offensichtlich hofft man, daß sich die Öffentlichkeit wieder "beruhigt". Dazu soll auch eine Informationskampagne beitragen, die zum Teil den Charakter eines Kesseltreibens annimmt. Am Ausgangspunkt steht eine offizielle Stellungnahme der 38. Institutskonferenz des Instituts Dortmund und eine sogenannte"Dokumentation" der Staatlichen Hochschule für Musik Westfalen-Lippe. Die Institutskonferenz betont "mit aller Entschiedenheit, daß ihre Entscheidung in keiner Weise von Frau Mertensackers allgemein respektierter Auffassung 'Abtreibung ist Tötung' beeinflußt worden ist." Wie beide Erklärungen betonen, sei ausschlaggebend gewesen eine "doktrinäre Haltung gegenüber Studenten bei nicht mit Frau Mertensacker übereinstimmenden Ansichten, die teilweise bis zur Verweigerung der Leistungsscheine führte" und "von den Studenten erhobene Vorwürfe, den Unterricht nicht regelmäßig und ohne hinreichende Vorbereitung erteilt zu haben." Diese offizielle Stellungnahmen haben in manchen Kreisen ihren Eindruck nicht verfehlt. Im Gegensatz zum Bischof Hengsbach in Essen, der sich zugunsten von Frau Mertensacker engagiert hatte, versicherte nunmehr das Katholische Büro in Düsseldorf dem Leiter der Musikhochschule, daß es "keinerlei Zweifel daran hatte, daß der Schritt der Staatlichen Hochschule für Musik Westfalen-Lippe bzw. der Institutskonferenz... gerechtfertigt war". Der KNA-Informationsdienst vom 3. Oktober ging noch weiter und übertraf sogar die offizielle Stellungnahme der Musikhochschule (...). (Man vgl. dazu den vorstehenden Text; Anm.d.Red.)
Im Bericht der DEUTSCHEN TAGESPOST heißt es zu diesen Erklärungen: Daß es sich hierbei tatsächlich um Fehlinformationen handelt, ergibt sich aus folgenden nachweisbaren Tatsachen:
In dem Schreiben des dritten Semesters vom 5. Juli 1985 mit der Überschrift "Kritik an Frau Mertensackers Unterricht", das Frau Mertensacker vor der entscheidenden Institutskonferenz vom 17. September offiziell übergeben wurde, heißt es, und zwar schreibtechnisch hervorgehoben: "Frau Mertensackers Unterricht baut auf einem ihr eigenen christlichen Weltbild auf... Weiterhin von ihrem Weltbild geprägt war eine mehrmalige 'Diskussion' über den § 218. Wir sind der Meinung, daß der § 218 nicht Gegenstand des Entwicklungspsychologieunterrichtes sein sollte!" Ähnlich heißt es im Schreiben der Studenten des 4. Semesters vom gleichen Tage: "Als Unterrichtsmaterial benutzt Frau Mertensacker ausschließlich Propagandablätter der 'Bewegung für das Leben e.V.'." Sogar der Direktor der Musikhochschule persönlich schreibt am 17. Oktober: "Die Äußerung von Frau Mertensacker zur Abtreibungsproblematik hat allenfalls... den letzten Anstoß dazu gegeben, daß sich lange gestauter Unmut der Studenten... Luft gemacht hat". Daß der gleiche Direktor der Hochschule in einer sogenannten "Dokumentation betont, "daß die Äußerungen von Frau Mertensacker zum ß 218 nicht Anlaß zu der Entscheidung waren" und daß die Institutskonferenz erklärt, "daß ihre Entscheidung in keiner Weise von Frau Mertensackers allgemein respektierten Auffassung 'Abtreibung ist Tötung' beeinflußt worden ist", ist dementsprechend nachweislich falsch. - Wie aus diesem Bericht weiter zu erfahren ist, mußte sich die KNA für ihr Fehlinformation und ihre Diffamierung entschuldigen, was allerdings nur halbherzig geschah. Wie bereits im letzten Heft ausgesprochen, bitten wir auch dieses Mal für Frau Mertensacker zu beten.

WO UNGEHORSAM ZUR PFLICHT WIRD... - "Nur einen Grund haben die Menschen, nicht zu gehorchen, wenn nämlich etwas von ihnen gefordert werden sollte, was dem natürlichen oder göttlichen Gesetze offenbar widerspricht; denn nichts von all dem, wodurch das Naturgesetz oder der Wille Gottes verletzt wird, ist zu gebieten oder zu tun erlaubt." (aus der Enzyklika "Diuturnum illud" von Papst Leo XIII vom 29.6.1881)

UdSSR: Patriarch Pimen, Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche in Moskau, hat gestern (d.i. der 22.7.85) zu seinem 75. Geburtstag vom Präsidenten des Obersten Sowjets der UdSSR für seine "patriotische Tätigkeit bei der Verteidung des Friedens" den hohen sowjetischen "Orden des Roten Arbeit&anners" erhalten. Das meldete die amtliche sowjetische Nachrichtenagentur TASS, (aus: MÜNCHNER MERKUR vom 23.7.1985.)

Deutschland: Die neue Bundesfamilienministerin Rita Süssmuth (CDU) will sich dafür einsetzen, die Verordnung der "Pille" auf Krankenschein zu prüfen. In einem Interview des Südwestfunks räumte sie gestern ein, daß dies wegen der Finanzprobleme der Krankenkassen "zum gegenwärtigen Zeitpunkt" noch nicht zu realisieren sei. Man müsse aber darüber nachdenken, wie man eine verantwortliche Familienplanung erleichtern könne, wenn junge Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt kein Kind wollten. Zugleich sprach sie sich erneut gegen eine Änderung des Abtreibungsparagraphen 218 aus. (MÜNCHNER MERKUR vom 7.lo.85.)

Europa: Das Regionalbüro Europa der Weltgesundheits-Organisation (WHO) hat die bisherige "Familienplanung" aufgegeben und ein neues Programm für die "Sexualität und Familienplanung" festgelegt. In der Begründung dazu heißt es, Sexualität und sexuelle Gesundheit gehörten zu den Themen, die in den kommenden Jahrzehnten größere Aufmerksamkeit beanspruchten. Eine der Thesen (im Wortlaut): "Sexualität beginnt mit der Geburt, wenn nicht sogar schon vorher. Selbstbefriedigung und sexuelle Spiele sind für Kinder normale und gesunde Betätigungen (...). Die Fähigkeit, als sexuelle Wesen Freude zu empfinden, muß bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen gefördert werden." (Nach SB 42/85, S.4.)

Rom: "Seligsprechung von Paul VI. angeregt" Nach einer KNA-Meldung soll 'Kard.' Sebastiano Baggio die Eröffnung des Seligsprechungsprozesses für den vor 7 Jahren verstorbenen Mgr. Montini angeregt haben. Baggio, Camerlengo der Reform-'Kirche' und Rotarier, meinte in einer Predigt am 6.8.85, es sei "mit dem Studium des heroischen Grades der Tugenden Pauls VI. zu beginnen"; viele teilten die Überzeugung, "daß wir einen Heiligen vor uns haben". (nach SAKA-Informationen, Okt. 85.)

Lourdes: Die Quelle von Lourdes, auf die zahlreiche Wunderheilungen zurückgeführt werden, droht zu versiegen. (SB 41/85)

"DDR": Bis zu zwei Jahre Haft droht das "DDR"-Strafgesetzbuch dem an, der pornographische Schriften herstellt und verbreitet. Und die "DDR"-Verordnung zum Schutz der Kinder und Jugendlichen verbietet die Herstellung von Schriften, die "geschlechtliche Verirrungen hervorrufen". Im Westen ist man da ja nicht so pingelig. Im Gegenteil. Die Kapitalisten wären keine Kapitalisten, wenn sie sich diesen umsatzträchtigen Markt entgehen ließen. Und die tugendstrengen SED-Sozialisten wären keine Leninisten, wenn sie der Versuchung widerständen, sich einen devisenträchtigen Marktanteil zu sichern. Zumal man sonst allenthalben Schwierigkeiten mit dem "Weltniveau" und der Konkurrenzfähigkeit im Westhandel hat... Die Großdruckerei und Buchbinderei "Karl Marx" im thüringischen Pößnöck schätz sich glücklich, ihren Plan zu Ehren des soundsovielten Parteitages mit der Produktion von Pornos für Schweden und für Frankreich überzuerfüllen. Und was liegt näher, als den Druckauftrag lohnkostendeckend von der Betriebsberufsschule "Heinz Kapelle" ausführen zu lassen? Die betroffenen Eltern der betroffenen Lehrlinge, im dialektisch-marxistischen Labyrinth der SED-Staatsraison sichtlich unzureichend bewandert, erhoben Beschwerde - und wurden von der Schulleitung belehrt: "... die sollen drucken lernen und nicht während der Arbeitszeit lesen..." Erst die Eingabe eines entsetzten Parteigenossen aus Rudolstadt erwirkte, daß der Druckerlehrling erst 18 Jahre alt werden muß, ehe er bei Porno-Heften und Sex-Bildbänden Hand und Ohren anlegen darf. Denn eine 18jährige, mithin "reife sozialistische Persönlichkeit" weiß natürlich um die staatstragende Devisenträchtigkeit ihres Fleißes ebenso wie um das Erfordernis des proletarischen Internationalismus, den ohnehin bourgeoise-dekadenten Westen nach Kräften zu zersetzen. "Dem Reinen ist alles rein", wußte schon - nein, nicht gerade Lenin. Paulus war's, siehe Titus-Brief 1,15. Na, wenn schon! (Autor: Michael Jach; in: STUDENT Nr.93, Febr. 1981, Würzburg)

EINLADUNG ZU EINEM ALLGEMEINEN SOGENANNTEN "FRIEDENSKONZIL" - Nachricht (nach SCHWARZER BRIEF vom 17.lo.85): Für eine Teilnahme der 'katholischen' 'Kirche' an einem "Friedens-Konzil" der großen Religionsgemeinschaften hat sich die Synode der Diözese Rottenburg-Stuttgart ausgesprochen. Unterstützung fand der Plan für ein sog. ökumenisches "Friedens-Konzil" auch auf einem ökumenischen Studienseminar in Magieburg, wo sich evangelische und reform-'katholische' Mitglieder der Friedensbewegung in der 'DDR' trafen. Die Anregung zu einem "Friedens-Konzil" ging aus von der Vollversammlung des Weltkirchenrates in Upsala 1968. Sie wurde im Juni von dem Physiker Carl Friedrich von Weizsäcker, dem Bruder des derzeitigen Bundespräsidenten, auf dem Evangelischen Kirchentag in Düsseldorf in einem konkreten Plan vorgetragen, der seitdem Gegenstand der Diskussion in den 'Kirchen' ist. Die Grundidee geht zurück auf die Freimaurer, die sich der UNO, des Weltkirchenrates, der Weltkonferenz der Religionen für den Frieden und anderer Gruppen bedienen, um ihr ältestes Vorhaben zu realisieren: Die Ablösung der römisch-katholischen Kirche durch eine unverbindliche Weltreligion.
Die Hochgradlogen haben für die Erreichung ihres Zieles neue Partner gefunden, die Friedensbewegung und die New-Age-Bewegung, die sich als "unwissende Verbündete" bezeichnen. Der sozialistisch gesteuerte Weltkirchenrat war schon seit 196o in den Plan eingebunden. 1968 wurde in Upsala der erste Vorstoß auf der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der 'Kirchen' unternommen. Auf der Vollversammlung in Vancouver wurde 1983 ein schon konkret ausgearbeitetes Konzept beraten, das durch Carl Friedrich von Weizsäcker in der evangelischen 'Kirche' verbreitet wurde. Auf dem Düsseldorfer Kirchentag verteilte die Leitung der Evangelischen 'Kirche' in Hessen/Nassau ein Flugblatt von Prof. v. Weizsäcker, mit dem Unterschriften für das "Friedens-Konzil" gesammelt wurden.
Inhalt: "(...) Der Weltfriede ist heute die erste Überlebensaufgabe der Menschheit. Der Friede ist von Anfang an ein Grundthema der Kirche. Der Weltfriede ist daher das angemessene Thema eines ökumenischen Konzils. (...) Um diese Adressaten mit dem nötigen Nachdruck zu erreichen, ist es notwendig, die verpflichtende Form des Konzils zu wählen und den Frieden zu seinem einzigen Thema zu machen: Jede Zerstreuung der Themen schwächt die Anrede ab. (...) Es wäre historisch verfrüht, ein Konzil der Weltreligionen anzustreben. (...) Selbstverständlich sollen die katholischen und orthodoxen Kirchen aufgefordert sein, in derjenigen Form an dem Konzil teizunehmen, die sie mit ihrem Selbstverständnis vereinbaren können. Sie werden eine solche Forti finden, wenn die Forderung nach dem Konzil vordringlich aus dem Kirchenvolk kommt. (...)."
Es überrascht nicht mehr, daß auch der ranghöchste Kurienkardinal, Agostino Casaroli, bemerkenswerte Gedanken zu diesem Thema äußerte, und zwar in seiner Rede "Der Heilige Stuhl und die internationale Gemeinschaft" am lo.12.1974 in Rom: "Der Heilige Stuhl (damals von Montini okkupiert, Anm.d.Red.) hört nicht auf, nicht nur auf den Nutzen, sondern auch auf die Notwendigkeit einer weltweiten Organisation der Völker, einer von allen anerkannten und respektierten Autorität hinzuweisen, die durch den Beitrag aller Kraft und Leben erhalten müßte. Damit würde die Versuchung wegfallen, eigene Macht- und Vormachtziele gewaltsam durchzusetzen, ebenso wie das harte Gesetz der Verteidigung der eigenen Ehre und berechtigten Interessen, wenn nicht gar der Freiheit und des Lebens. An ihre Stelle träte die Möglichkeit der Berufung auf ein gerechtes, unparteisches Gericht, das in der Lage sein müßte, die Rechte und Pflichten aller zu wahren und festzusetzen." Das ist die "One World"-Idee der Freimaurer in Reinkultur. (Soweit der Herausgeber des SB, der dem konservativen Flügel der Konzilskirche angehört.) - Wie kann man, wenn man schon die Absichten des Vatikans auf politischer Ebene kennt, überhören, daß Joh. Paul II. die "One Religion"-Idee vertritt, u.a. in seiner Enzyklika "Redemptor hominis", wo es heißt, die fes"te religiöse Überzeugung der NichtChristen stamme vom Hl. Geist. (Kap.6,3) - Man vgl. auch seine Rede, die an die Mohammedaner gerichtet ist.

DR. POPOVIC: "JEDES JAHR STIRBT DIE BEVÖLKERUNG VON MÜNSTER" - Abtreibungsgegner aus Deutschland und Österreich demonstrierten am 23. Februar in Köln gegen eine Kundgebung von "Pro Familia" (d.i. eine Organisation zur Beihilfe von Abtreibungen), den "Grünen" und der Gewerkschaft "Erziehung und Wissenschaft", auf der die generelle Straffreiheit der Abtreibung gefordert wurde. Auf der Gegendemonstration von 3oo Christen erklärte der Geschäftsführer der Bundesärztekammer, Dr. Michael Popovic, die hohe Zahl der Abtreibungen sei für die Ärzteschaft "unerträglich". Die als realistisch anzusehende Zahl von 3ooooo Abtreibungen pro Jahr in der Bundesrepublik Deutschland bedeute, daß jährlich die Bevölkerung einer Stadt wie Münster vernichtet würde. Weltweit seien bisher schätzungsweise 55 Millionen ungeborene Kinder ermordet worden. (SB 9/85)

VON STADTHEXEN, URKRÄFTEN UND NEUEN HEIDEN. - idea, Stuttgart. - Hexen, Hexenpriester und 'neue Heiden' sind nach einer Zeit der Abkehr vom Christentum in der Bundesrepublik Deutschland wieder auf dem Vormarsch. Vor dem Hintergrund ökologischer und gesellschaftlicher Probleme wenden sich viele Menschen vorchristlichen Überlieferungen zu. Man suche ein Leben in Harmonie mit den Urkräften der Natur und des Kosmos. Dies sei, so die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungen (EZGW), der Grund für den "Ethnologie-, Kelten- und Schamanismus-Boom" sowie die feministischen "Stadthexen". Die EZGW zitiert dazu die Zeitschrift HEIDENSPASS: " Das Heidentum ist zu einem Faktor geworden, mit dem alle Religionen und politischen Kräfte rechnen müssen." Dabei wird auch an heidnische Elemente des Nationalsozialismus angeknüpft. So soll in Norddeutschland ein Symposium zum loo. Geburtstag des Kulturhistorikers Hermann Wirth, des ersten Präsidenten der NS-Stiftung "Ahnenerbe", stattfinden. (aus: DIE WELT vom 8.5.85)

ÖSTERREICH - JETZT AUCH ÖVP-FRAUEN FÜR PILLE AUF KRANKENSCHEIN - Salzburg (Volksblatt) Rund eine Million Abtreibungen in zehn Jahren seit Einführung der sogenannten Fristenregelung! Die Österreichische Frauenbewegung sieht diese Schreckenszahl als drastische Aufforderung, Maßnahmen zur rapiden Senkung der Zahl ungewollter Schwangerschaften vorzuschlagen. Eine - selbstverständlich nicht die einzige - solche Maßnahme könnte laut Generalsekretärin Bundesrat Rosemarie Bauer das "Verhütungsmittel auf Krankenschein" sein. Darüber sollen nun Expertengespräche geführt werden. Johanna Dohnal (SPÖ) jubelte alsogleich: "Ich begrüße es und freue mich"... (NEUES VOLKSBLATT Nr.34, 9.2.1984 - zit. nach Nachrichten der Vereinigung europ. Bürgerinitiative) - Dazu Herr Martin Humer: "In Österreich ist es gesetzlich verboten, Hormone an Schweine, Kälber oder Hühner zu verfüttern! Was die Tiere nicht fressen sollen, das wollt ihr jungen Frauen füttern?"
 
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