56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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Ausgabe Nr. 11 Monat Dezember 2004
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2005
SPENDENAUFRUF


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Offener Brief an H.H. Bischof M. Pivaruns


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Ad multos annos - Herrn Prof. Dr. D. Wendland zu seinem 80. Geburtstag


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2004
Eberhard Heller: Besuch aus Mexiko


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
Open Letter to most Reverend Bishop M. Pivarunas


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
ROTHKRANZ Y LAS INVESTIGACIONES...


Ausgabe Nr. 10 Monat Dezember 2004
Sobre Monseñor Thuc y Monseñor Carmona


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2005
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN ...


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Offener Brief an H.H. Prof. Dr. August Groß


Ausgabe Nr. 2 Monat März 2003
Wer in der modernen Welt


Ausgabe Nr. 3 Monat April 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2003
The Roman Catholic Diaspora Church


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
Zitate: Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat September 2003
Rothkranz in Untiefen


Ausgabe Nr. 8 Monat October 2003
L’Eglise Catholique-Romaine de la diaspora


Ausgabe Nr. 11 Monat December 2003
De Monseñor Pierre Martin Ngô-dinh-Thuc


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 2 Monat Mars 2002
ES MONSEÑOR LEFEBVRE UN OBISPO ORDENADO VALIDAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat Juli 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 5 Monat September 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Pfarrer Carl Sonnenschein


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
Satanische Tendenzen in der Rock Musik


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 8 Monat December 2002
Is Mgr. Lefebvre a validly consecrated bishop?


Ausgabe Nr. 7 Monat Diciembre 2001
LA IGLESIA CATOLICO-ROMANA EN LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2001
Papsttum als eines Wesens-Elementes der Kirche


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
Über das Papsttum der römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
DIE SCHÖPFUNG - EIN GÖTTLICHER PLAN - Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 8 Monat Januar 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2000
Kurze Antwort auf eine Anfrage zum Sedisvakanzproblem


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
WAR MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 2000
Zum Problem des innerkirchlichen Klerikalismus


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 1999
IN MEMORIAM FRAU ELSE KETTERER


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?- Fortsetzung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
AUS EINEM BRIEF AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1993
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1993
LESERBRIEF


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1994
ZUM PROBLEM DER ERFORDERLICHEN INTENTION BEI DER SAKRAMENTENSPENDUNG


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1995
NUR NOCH AUSLAUFMODELL?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1994
IST MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 11 Monat Juli-Sondernr. 1992
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
DER FALL ESCRIVA


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1992
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RELIGION?


Ausgabe Nr. 4 Monat Mai 2006
DIASPORA


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundes-Republik Deutschland


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundesrepublik Deutschland


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli, Sondernr 2/3 1990
ÜBER DIE GRÜNDUNG DER Una et Sancta ECCLESIA, Vorwort


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1990
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1991
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1991
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1989
MYSTERIUM FIDEI


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1989
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Januar 1989
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE KIRCHE?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1988
LESERBRIEF IN AUSZÜGEN


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Über die christliche Taufe und das Tauf-Sakrament


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
STELLUNGNAHME ZU DEM ARTIKEL DIE KRISE DER APOSTOLISCHEN SUKZESSION...


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Aus EINEM BRIEF VON S.E. MGR. MOÍSES CARMONA


Ausgabe Nr. 3 Monat Sept./Okt. 1987
THEOLOGISCH-PHILOSOPHISCHE REFLEXION ÜBER DEN TRINITARISCHEN GOTT


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1986
Was ist das eigentlich: Die Häresie?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1986
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1986
... DEN LEIB DES HERRN NICHT MEHR UNTERSCHEIDEN...


Ausgabe Nr. 5 Monat Januar 1987
ZUM 'MYSTERIUM FIDEI'


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
... UND SPIEEN IHM INS ANGESICHT ...


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
Die Todsünde der Gotteslästerung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1985
OFFENER BRIEF


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1985
Es WÄRE ZU BEDENKEN


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
EINIGES ÜBER DEN BEGRIFF UND DAS WESEN DES CHRISTLICHEN GLAUBENS


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
BRIEF VON HERRN PROF. DR. D. WENDLAND AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar/März 1986
DAS GLAUBENSBEKENNTNIS DER KIRCHE ?


Ausgabe Nr. 6 Monat Oktober 2006
Der Teufel im Kino


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2006
Und ihr werdet sein wie Gott


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
Y seréis como Dios (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
And thou wilt be like God (Gen. 3,5)


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
Et vous serez comme Dieu


Ausgabe Nr. 11 Monat February 2008
ARE POST CONCILIAR RITES VALID?


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
LA VALIDEZ CE LOS RITOS POSTCONCILIARES CUESTIONADA


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
BIBLIOGRAFIA: VALIDEZ CUESTIONADA DE LOS NUEVOS RITOS POSTCONCILIARES


Ausgabe Nr. 13 Monat Diciembre 2009
L’EGLISE CATHOLIQUE-ROMAINE DE LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2010
Mitteilungen der Redaktion - wichtige Hinweise


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. a-b Ist das sakramentale Priestertum in der Konzilskirche erhalten


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. e-f Die fehlende ‚Intention’ bei der Weihe nach dem Montini-Ritus


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
In memoriam Prof. Wendland


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
Mitteilungen


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
E sarete come Dio (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2011
Zitate aus:Über (...) eine Kirche ohne Papst


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2013
Null und nichtig – der Ritus der Bischofsweihe von 1968


Ausgabe Nr. 3 Monat August 2015
Tuet dies zu meinem Gedächtnis (Lk. 22,19)


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2022
In Erinnerung an Dr. Ante Križić


EINIGES ÜBER DEN BEGRIFF UND DAS WESEN DES CHRISTLICHEN GLAUBENS
 
EINIGES ÜBER DEN BEGRIFF
UND DAS WESEN DES CHRISTLICHEN GLAUBENS



von

Prof.Dr. D. Wendland


Es ist heute bereits so weit gekommen, daß die meisten Katholiken, Priester und Laien, darüber kein Wissen mehr besitzen. Die Hauptschuld an dieser Degeneration trägt das II. Vatikanische Konzil, das sich großspurig als "Pastoralkonzil" bezeichnete, um gläch von Anfang an allen 'Gläubigen' Sand in die Augen zu streuen. Damals wurde auch durch häretische und apostatische 'Päpste' (Roncalli, Montini) und 'Bischöfe' eine 'Kirche', d.h. eine andere und neue Kirche gegründet, die man als die Konzilskirche bezeichnet. Diese beruht auf einem radikalen Bruch mit der "alten, wahren Kirche", d.h. der römischkatholischen des CREDO, einschließlich ihrer Lehr-Überlieferung (Tradition), die noch bis zu dem großen Papst Pius XII. unversehrt erhalten geblieben war. Darum verschwand auch das Wissen um die Heilsnotwendigkeit des wahren Glaubens (der "vera Fides"). Nur noch wenige sind bemüht, dieses Wissen zu bewahren und weiterzugeben (zu tradieren). Aber auch Du gehörst zu diesen Wenigen, die von manchen als die "kleine Herde" bezeichnet werden.

Die Konzilskirche benutzt nur die innere und äußere Struktur und einige Formen des Ritus der alten Kirche, indessen nur zu eigenen Zwecken und um dadurch die Vielzahl, die dumme Masse der Katholiken, leichter täuschen zu können, die dann auch nicht einmal bemerkt, daß ständig eine "neue Lehre", ein "neuer Glaube" oder eine "neue Wahrheit" verkündet wird, die allerdings nichts mehr mit der Offenbarungswahrheit Jesu Christi und Seinen Dogmen zu tun hat. Das alles kann man bei uns geradezu mit Händen greifen. Die Folge davon aber ist ein allgemeiner Glaubensabfall und die überall feststellbare Tatsache, daß Katholiken nicht einmal mehr bemerken, daß sie nicht katholisch sind. Zudem ist die Konzilskirche in ihrem Wesen, was man leicht beweisen kann, eine echte Gegen-Kirche, ja sogar eine solche im Sinne einer Vorläuferin der apokalyptischen "Synagoge Satans", gegen die sich einmal der "Zorn des Lammes" richten wird (vgl. Offenh 2,9 u. 6,17). Darauf gründet sich die Hoffnung aller glaubenstreuen Sedisvakanten und echten Traditionalisten, die darum auch die nötigen praktischen Konsequenzen aus dieser Sachlage gezogen haben, z.B. durch einen rechtswirksamen Austritt aus der Konzils-'Kirche', um dieses Monstrum nicht auch noch finanziell zu unterstützen bei seiner Verkündigung eines unwahren Glaubens, der ins Verderben führt.

Der Glaube (lat.: fides) ist ein spezifisch christlicher Begriff, für den sich nichts Vergleichbares in der Welt finden läßt. Denn er ist in seiner Wirklichkeit übernatürlichen Ursprungs. Es gibt in diesem Sinne keinen jüdischen, buddhistischen oder islamischen Glauben, wie man überall mit lügenhaften Lippen verbreitet; denn was dort darunter verstanden wird, das ist nämlich nichts anderes als ein subjektives Überzeugtsein von etwas, das bis zum Fanatismus gehen kann, oder ein nur natürliches Fürwahr-halten von etwas, ohne eine objektiv begründbare Wahrheitserkenntnis und Gewißheit. Das zeigt sich schon daran, daß man dort entweder überhaupt keinen oder nur einen falschen Gottesbegriff hat. Das gleiche aber gilt heute ebenso für die Mitglieder und 'Gläubigen' der Konzilskirche, die sogar theoretisch und praktisch die Gottheit Jesu Christi leugnen. (Sie reden immer nur von "Jesus", dem lieben Bruder aller Menschen.)

Der christliche Glaube steht nicht im Gegensatz zum Wissen, sondern zum Unglauben - auf eine ähnliche Weise wie das Wissen zum Unwissen. Darum hat er eine Beziehung auf das Wissen und setzt es sogar voraus, so daß er niemals ein blinder, erkenntnisleerer Glaube ist und sein kann (deshalb gibt es dann ja auch den Irrglauben, den Glaubensirrtum, der immer aus dem Denken hervorgeht oder entspringt). Der Glaube ist eine bestimmte Weise geistiger Erkenntnis (nicht jedoch: sinnlicher Vorstellung) und bezieht sich direkt auf den menschlichen Intellekt (Vernunft-Einsicht) und die Ratio (Verstandes-Denken). Darum spricht man ja auch sehr sinnvoll von einer Glaubens- Erkenntnis. Ihr wesenseigenes Objekt (objectum proprium) aber ist die, wie Thomas von Aquin sagt, "veritas prima", d.h. die absolute, unwandelbare Wahrheit, der transzendente Gott, und alles das, was von ihr herstammt bzw. auf sie zurückgeführt werden kann.

Nun aber ist die "veritas prima" als erkannte zugleich auch das höchste Gut (summum bonum) der intellektiven Glaubens-Erkenntnis selbst, so daß diese Wahrheit wegen ihres Gut-Seins, ihrer absoluten Güte gleichzeitig zum Motiv (Beweggrund) des freien Willens wird, nunmehr die ganze menschliche Geist-Seele in ihr Wahr- und Gut-Sein hineinzuziehen - in einen echten und lichtvollen Heils- und Heiligungsprozeß, der sich niemals außerhalb der geistigen Erkenntnis ereignet, sondern sich immer nur durch sie vermittelt (also nicht durch das Gefühl oder sinnliche Erfahrungen oder über irgendwelche Erlebnisse!). Das alles aber verbirgt sich in dem ur-katholischen kleinen Wörtchen vom "vernünftigen Glauben". Und wer davon nichts mehr weiß oder dieses Fundament verdirbt oder verdunkelt, der wird auch niemals verstehen, was das heißt, wenn Christus von sich selbst sagt: "Ich bin der (einzige) Weg, die (absolute) Wahrheit und das (ewige) Leben" (Joh. 14,6). Darum sagt auch der hl. Paulus gegenüber solchen, die sich nur einbildeten, "gläubig" zu sein oder noch gläubiger als er selbst: "Ich weiß, wem (und an wen) ich geglaubt habe" (2 Tim. 1,12). - Der Glaube setzt die geistige Erkenntnis voraus, um sie auf dem Wege und in der besonderen Weise einer Glaubens-Erkenntnis in der Richtung auf die "veritas prima" zu vollenden. Mehr kann der Mensch mit Hilfe der Gnade Gottes in diesem Leben nicht erreichen. Aber das ist schon unendlich viel mehr, als ihm überhaupt zusteht.

Der tiefgreifende Ernst des auf die Vernunft bezogenen christlichen Glaubens, der wie ein zweischneidiges Schwert in die Seele schneidet, um sie zu heilen, kommt in zwei Aussagen der göttlichen Offenbarung zum Ausdruck: a) "Es ist unmöglich, ohne (den) Glauben Gott zu gefallen" (Hebr. 11,6), und b) "Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden" (Mk. 16,16). Mit anderen Worten: der unverfälschte, unversehrte und sich von der "veritas prima" her ermöglichende Glaube ist zum Heil des Menschen notwendig, so daß niemand zum Heil gelangt, der ihn nicht besitzt. Das Heil indessen besteht, wie uns Christus verheißen hat, in der Erreichung des ewigen Lebens, das eine Teilnahme am Leben des trinitarischen Gottes bedeutet mit dem vorzüglichsten Merkmal der "visio beatifica", der beseligenden Anschauung Gottes "von Angesicht zu Angesicht" kraft einer gnadenhaften Erhebung der menschlichen Natur in eine endgültige übernatürliche Existenzweise eines jeden Einzelnen, ähnlich dem auferstandenen göttlichen Menschensohn in seiner Verklärung. Bereits im Tode hört die Glaubenserkenntnis auf und geht bei den Gerechtfertigten in ein intellektives Schauen über gemäß dem Grade ihrer Heiligkeit, so daß die menschliche Geist- Seele sich dann auch so wird erkennen können, wie sie von ihrem Schöpfer-Gott immer schon erkannt (gewesen) ist. Die Verdammten hingegen sinken in das Unheil der Heil-losigkeit und die Finsternis des "zweiten, ewigen Todes", wo es nur noch "Heulen und Zähneknirschen" gibt, in eine Existenzweise dauernder Unseligkeit, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, in das "Feuer der Hölle", das auf eine außernatürliche Weise brennt, ohne jedoch zu verbrennen.

Die Glaubens-Erkenntnis ermöglicht sich durch die erkannte "veritas prima" und wird gnadenhaft erwirkt und auch erfüllt (bereichert) von dem sich in der Menschheitsgeschichte offenbarenden Gott, der sich geoffenbart hat durch die Propheten und letztlich in Jesus Christus, dem inkarnierten LOGOS. Diese Erkenntnis steht genau in der Mitte zwischen der (philosophischen) Evidenz auf Grund einer intellektivrationalen Erkenntnis und dem Erkenntniswert einer Meinung (opinio), die niemals zu einer allgemein-gültigen Wahrheitserkenntnis führt; dazu gehört aber auch die Erfahrung, da sie immer nur partikuläre Erkenntnisse liefert und somit bestenfalls Teilwahrheiten, niemals aber unbedingte. Die meisten "Gläubigen"(auch Priester) bewegen sich in ihrer großartigen Glaubenserkenntnis fast ausschließlich im Geltungsbereich der Meinungen und sind auch nie in der Lage oder fähig, ihren "religiösen Glauben" zu begründen bzw. zu rechtfertigen. Darum fallen sie auch leicht auf jeden "frommen Schwindel" herein. In der Hl. Schrift gibt es viele hübsche Beispiele dafür. Christus stellte einmal an die Apostel die gezielte Frage, die sie ziemlich durcheinander gebracht haben muß: "Für wen halten die Leute den Menschensohn?" (Mt. 16,13-17) Und dann ging es sofort los mit den Meinungen, so daß man sich es leicht vorstellen kann, was da so alles gemeint wurde. Schließlich aber antwortete nur Petrus für sich selbst, da die anderen Apostel es ebenfalls noch nicht wußten, wer dieser Jesus von Nazareth eigentlich ist: "Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes." Aber woher wußte er das und wie konnte er so etwas eigentlich wissen, zumal man bei einem zum Apostel berufenen Manne voraussetzen muß, daß er seinem Lehrmeister gewiß nicht schmeicheln wollte? Nun, Christus selbst gab die Antwort auf diese Frage, die Petrus, der ein einfacher Mann war, gar nicht hätte beantworten können, indem er ihm "entgegnete", d.h. Christus gab eine Antwort, die einen möglichen Irrtum von vornherein ausschloß: "Selig bist du, Simon, Barjona (= Sohn des Jonas); denn nicht Fleisch und Blut (= die natürliche Erkenntnis allein) hat dir das geoffenbart, sondern mein Vater, der im Himmel ist." Das bedeutet: diese sichere Erkenntnis und Gewißheit im Hinblick auf die Erfassung der Gottheit Jesu Christi beruht nicht auf der eigenen natürlichen Kraft der intellektiven Einsicht des Menschen, sondern auf einer dem menschlichen Geist erhellenden und stärkenden Gnaden-Einwirkung Gottes, so daß dadurch eine solche Aussage (ein Erkenntnis-Urteil) auch wirklich und absolut wahr sein kann.

Zudem darf man hier etwas nicht mißverstehen, wie es oft der Fall ist, wenn man keinen klaren Begriff hat vom Wirken der Gnade. Gott der Vater nämlich gab dem Barjona keineswegs diesen Gedanken ein, er suggerieite ihm nichts, sondern er gab ihm nur eine Hilfe durch Hinzufügung eines übernatürlichen Lichtes zum natürlichen Lichte der Erkenntnis und stärkte ihn dadurch in seiner (beginnenden) Glaubens-Erkenntnis. Denn vorher hielt Petrus diesen Jesus auch nur für einen "großen Propheten", größer als Johannes den Täufer und vielleicht noch "größer als Moses". Aber, nun ja, nichts Genaues weiß man nicht; es könnte dieser Jesus von Nazareth möglicherweise der Messias sein' ("wegen seiner Wunder und so"!)... aber vielleicht auch nicht? Die meisten "Gläubigen" von heute sind jedoch noch viel tiefer in die Unwissenheit gefallen als die Juden von damals. Die "vera fides" ist weitgehend verschwunden. An ihre Stelle ist mehr und mehr ein wahnhafter Irrglaube getreten, der zu neuen Sektenbildungen führte, sogar zu Priestersekten innerhalb der Konzilskirche, verständlicherweise, denn diese ist ja selbst nachweislich aus einer bestimmten Häresie hervorgegangen.

Der auf den Intellekt bezogene Glaube (fides) und sein geistiger Akt-Vollzug (das Glauben., credere) hat in der Glaubens-Erkenntnis nichts zu tun mit:

1. einer Meinung: diese ist eine nicht objektiv begründete Erkenntnis und beruht meistenteils auch nur auf einer subjektiven Behauptung ohne Gewißheit: "meiner Meinung nach...". Die Folge davon zeigt sich im Gerede und Geschwätz geistig unreifer Leute.

2. einer Überzeugung: diese führt, auch wenn sie begründet ist, nur zu einer subjektiven Gewißheit. In der Regel aber handelt es sich dabei nur um ein gewolltes Für-wahr-Halten von etwas. Solche Leute sind sogar vom größten Blödsinn überzeugt und dann nur sehr schwer belehrbar. Man findet sie haufenweise in "religiösen" Bereichen, wenn das "Herz" und die "erhabenen Gefühle" die Vernunft, den Verstand und alles Denken aus dem Tempel vertrieben haben. (Anm.d.Red.: der Terminus "Überzeugung" wurde in der EINSICHT meist in einer anderen Begriffsbedeutung verwendet.)

3. einer Vermutung: diese beruht auf einem Wahrscheinlichkeitsurteil oder auf einer Annahme, für die es objektiv Gründe gibt.

4. einem Wissen auf Grund von Erfahrungen: dieses baut sich auf aus ständigen Beobachtungen und induktiven Schlußfolgerungen, z.B. ich weiß, daß es bald regnen wird; denn die Wolken hängen tief; oder: wenn du faul bist, wirst du keinen vernünftigen Beruf ausüben können und dein Leben verfuschen.

5. einem natürlichen Glauben: d.h. im Sinne von: jemandem glauben, weil man das für wahr hält, was er einem berichtet, wie z.B. bei einem Zeugenbeweis vor Gericht. Eine solche Glaubens-Erkenntnis bezeichnet man auch als Zeugnis-Glauben, weil dieser auf der Erkenntnis und dem Wissen eines anderen beruht. Dies aber setzt voraus, daß der andere zuvor als glaubwürdig erkannt wird. Glaubwürdig aber ist ein Mensch nur dann, wenn er nicht lügt und auch nicht lügen will, wenn er über etwas Auskunft gibt. Einem passionierten Lügner oder einem Menschen, von dem man weiß, daß er moralisch nichts taugt, glaubt man nicht und kann ihm auch nicht glauben, es sei denn, man ist selbst nicht moralisch integer.

Nun aber kann ein Mensch begründetermaßen als glaubwürdig beurteilt werden und durchaus wahrhaftig sein (also in einer Aussage oder Mitteilung weder lügen noch lügen wollen)... was jedoch nutzt das alles, wenn er sich irrt oder geirrt hat? Denn irren ist menschlich, da es einen irrtumslosen Menschen nicht gibt. Damit aber bricht der natürliche Glaube, dem man jemandem entgegengebracht hat, in sich zusammen und es löst sich diese Glaubens-Erkenntnis in nichts auf.

Jetzt sollte man sich doch einmal die harte Frage stellen, wie es denn nun mit dem christlichen Glauben, also der Glaubens-Erkenntnis bestellt ist in Bezug auf Jesus Christus, den göttlichen Menschensohn? Dieser Glaube nämlich setzt voraus eine Erkenntnis bzw. ein Wissen um Seine unbedingte Glaubwürdigkeit und absolute Irrtumslosigkeit, die schlechthinnige Unmöglichkeit im Denken zu irren oder etwas Falsches zu tun, so daß dann auch alles, was Er sagt, getan und geboten hat, widerspruchslos im schuldigen Gehorsam angenommen werden muß. ("Ich aber sagte dir - euch -... Wahrlich, wahrlich, Ich sage dir - euch-...") Nun aber verlangt Christus nicht nur, daß man Ihm bedingungslos glaubt, sondern an Ihn glaubt. "An jemanden" glauben aber bedeutet, sich von ihm und nur von ihm das Heil, die Erlösung zu erwarten und zu erhoffen. Darum steht der übernatürliche Glaube auch in einem inneren Zusammenhang mit der Hoffnung. Und weil die Glaubens-Erkenntnis ein menschlicher Akt (actus humanus) ist, d.h. ein freier Akt und Vollzug, da Gott niemanden zum Glauben zwingt, darum nennt man ihn auch eine übernatürliche (gnadenhaft erwirkte) Tugend (virtus). Das Wort "Tugend" kommt dem Begriff nach von Tauglich-sein für etwas und das Befähigt-werden zu etwas. Auch dieser Begriff ist heute aus dem Bewußtsein verschwunden.

Es gibt keinen wahren Glauben (fides) und auch kein wahres_ Glauben (credere) ohne Erkenntnis und Wissen. Ein solcher Glaube hätte überhaupt kein Fundament; er wäre ein Hirngespinst oder ein Phantasieprodukt. Der christliche Glaube ist nur als vernünftiger, als ein auf die Vernunft bezogener Glaube möglich. Daraus aber folgt, daß die Glaubens-Erkenntnis bei den verschiedenen Menschen weder gleich noch gleich klar ist. Das jedoch bedeutet nichts im Hinblick auf die Wahrheit des Glaubens. Denn der Grad der Klarheit verändert nicht die Wahrheit des im Glauben Erkannten. Daraus indessen darf man nicht den falschen Schluß ziehen, es sei gleichgültig, ob man einen klaren oder unklaren Glauben besitzt; irgendwie werde man schon noch in den Himmel kommen. Denn ein konfuser Glaube führt, auch wenn man noch so viel betet, direkt in Glaubensirrtümer hinein. Außerdem ist jeder moralisch verpflichtet, sich um die "vera fides" zu bemühen. Nur klinisch Schwachsinnige und unheilbar Senile sind von dieser Pflicht befreit.

Nun aber lehrt die göttliche Offenbarung, daß Gott keinem Menschen die Glaubens-Gnade, d.h. Seine helfende Gnade zu glauben, vorenthält, wenn er in die Lage versetzt ist, Sein Wort zu hören oder zu lesen, wie es aus der Hl. Schrift und aus der apostolischen Lehre der römisch-katholischen Kirche (bis Papst Pius XII.) an alle ergeht. Bei Betrachtung dieser Wahrheit kann es einem unheimlich werden, wenn man bedenkt, wie es heute in der Welt aussieht und zugeht. Gott zwingt niemanden zum Glauben, sondern läßt jedem die Freiheit, zu denken und zu tun, was er will. Es ist somit auch jedem freigestellt, die Hl. Schrift zu lesen oder auch nicht. Doch liegt hier ein Problem, das von vielen nicht beachtet wird. Denn wer die Hl. Schrift liest wie irgendein anderes Buch, der wird niemals zur göttlichen Offenbarung einen Zugang finden, dem wird sie sich nicht erschließen; denn eine solche Haltung bedeutet eine Mißachtung des Hl. Geistes wegen der Inspiration der Hl. Schrift, durch die Gott zu uns spricht. Darum ist sie im Grunde auch kein Lesebuch, sondern eine Art "Hörbuch", da der Glaube, wie einmal der hl. Paulus sagt, "vom Hören kommt", vom gesprochenen Wort. Darum hat Christus nichts geschrieben. Die Kirchenväter haben die Hl. Schrift "betend gelesen"; gleiches gilt für die Heiligen in ihren Betrachtungen und Kontemplationen, und manchmal geschah es, daß ihnen ein Engel die Tiefen der göttlichen Offenbarung in ihren ewigen Wahrheiten erschloß.

Ohne die göttliche Offenbarung aus der Höhe der "veritas prima" und die Glaubens-Erkenntnis wüßte der Mensch nichts vom trinitarischen Gott und vom göttlichen Menschensohn, der heute weltweit gehaßt wird und gegen den ein unheimlicher Kampf entbrannt ist. Gegen die Gottheit Jesu Christi wird alles aufgebracht, zumal Er von sich gesagt hat: "Ich und der Vater sind Eins", sowie: "Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben. Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber auf den Sohn nicht hört, wird das Leben nicht schauen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm." (Joh. lo,3o; 3,35f.)

Vom Zorne Gottes und dem prophezeiten Strafgericht des göttlichen Menschensohnes aber will heute niemand etwas hören. Dabei stehen die Zeichen auf Sturm.
 
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