DIE ZERSTÖRUNG DER HL. MESSE IM SOG. 'N.O.M.'
von
Dr. H.B. Visser
IV. Fortsetzung:
- Das folgende "Domine Jesu Christe" wird jetzt laut gesprochen,
überdies hat man sein Wesen verändert. Früher leitete es den
Friedenskuß ein. Diese Funktion hat es verloren, ohne eine andere dafür
zu erhalten. Es war ein persönliches Gebet des Priesters. Jetzt ist es
nicht mehr in der Einzahl, sondern in der Mehrzahl formuliert, was im
Hinblick auf den Text unsinnig ist.
- Die Vorbereitungsgebete auf die Priesterkommunion sind gekürzt
worden. Früher bereitete sich der Priester auf seine Kommunion mit zwei
(drei) Gebeten vor, jetzt reicht für den Empfang eines unkonsekrierten
Stückes Brot bzw. des unkonsekrierten Weines ein Gebet aus, das dazu
noch der Konklusion entbehrt.
- Danach spricht der Priester zusammen mit den Gläubigen das "Ecce,
agnus Dei". Der Priester wird von seiner eigenen Kommunion (bzw.
'Kommunion') durch das Gemeinschaftsgebet wieder abgelenkt, während es
für die Gläubigen, die erst später 'kommunizieren' zu früh kommt -
früher erfolgte es unmittelbar vor der hl. Kommunion.
- Das "Ecce, agnus Dei" ist durch Hinzufügung eines Satzes erweitert
worden, was völlig unnötig, überdies aber noch ungeschickt war.
- Das darauffolgende "Domine, non sum dignus", wird nur einmal
gesprochen - man beweist damit, daß man für intentionale Steigerungen
im Gebet keinen Sinn mehr hat. Man schlägt sich dabei auch nicht mehr
an die Brust, was die Zerknirschung des Herzens zum Ausdruck bringen
sollte.
- Der Priester erhebt, dem Volk zugewendet die hl. Hostie und den
Kelch, wie wenn die Kommunion unter beiden Gestalten für das gläubige
Volk die normale wäre.
- Die Kommunion des Priesters hat an feierlichem Ernst verloren -
unterstellt möge dabei sein, daß es noch Priester gibt, die an die
wahre Anwesenheit Gottes im Sakrament glauben. Entfallen ist z.B. das
Kreuzzeichen, daß der Priester früher vor der Kommunion mit der hl.
Hostie und dann mit dem Kelch, daraufhin über sich selbst machte;
weggefallen ist die gebeugte Haltung, in der der Priester früher
kommunizierte; entfallen auch, daß er bei der Danksagung die Hände
gefaltet hielt vor seinem Gesicht - nach seinem Vorbild taten es die
Gläubigen auch -; entfallen ist, daß er vor dem Trinken des Kelches das
Gebet "Quid retribuam" spricht.
- In der Formel, die er spricht, ist der Begriff "meine Seele" in
"mich" verändert worden. Auch an anderen Stellen versucht man den
Begriff der Seele zurückzudrängen.
- Das Vorbereitungsgebet der Gläubigen auf den Empfang des
eucharistischen Heilands ist ausgelassen worden. Das "Confiteor" fällt
fort.
- Die Formel bei der Austeilung der Kommunion ist gekürzt worden. Sie
lautet nur noch: "Der Leib Christi". Man wiederholt hier, was schon
vorher (bei der Elevation und dem "Agnus Dei") gesprochen wurde.
- Der Kommunikant antwortet mit "Amen". - Das war bei dem früheren
Empfang - kniend mit dem Mund - überflüssig und beim Empfang selbst
störend. Es könnte aber noch etwas anderes darin verborgen sein: das
"Der Leib Christi" des Priesters und das "Amen" des Kommunikanten
könnte auch noch so eine Schein-Konsekration vorgaukeln, an der der
Gläubige aktiv beteiligt werden soll.
- Die Austeilung der Kommunion an der Kommunionbank - diese wurde heute
weitgehendst aus den Kirchen rausgeschmissen - begann auf der
Epistelseite. Auch diese Vorschrift ist gestrichen worden.
- Die Austeilung erfolgt ohne Kreuzzeichen. Dieses Kreuzzeichen mit der
Hostie, unmittelbar vor dem Kommunionempfang bedeutete dreierlei:
a) man wurde darauf hingewiesen, daß es sich um das himmlische - und nicht das irdische - Brot handelte,
b) Erinnerung an das Kreuzesopfer,
c) eine Segnung mit dem Allerheiligsten.
- Die moderne 'Kommunionausteilung' erfolgt durch Laien. - Warum auch
nicht? wenn es sich um einfaches Brot handelt, das man in einer
Gedächtnis-Mahlfeier gereicht bekommt. Die Überlassung der Austeilung
des Sanktissimums durch Laien würde normalerweise eine ungeheure
Profanierung darstellen, ebenso eine Herabwürdigung des Priestertums,
dessen Handwaschung eine bloße, zwecklose Geste sein würde. Und dann:
ein Laie, der mit seiner Hand einem anderen Laien die Kommunion in den
Mund austeilen würde?!
- Steh- und Handkommunion: sie steht im schroffen Widerspruch zur
gebotenen Ehrfurcht vor dem allerheiligsten Altarsakrament und öffnet
der Verunehrung Tür und Tor.
- Die 'Kommunion' wird auf die linke Hand ausgeteilt, damit sie dann aus dieser mit der rechten Hand zum Mund geführt wird.
- Der 'Kommunionempfang1 unter beiden Gestalten wird gefördert. Die
Kirche hatte schwerwiegende Gründe, den Kommunionempfang unter beiden
Gestalten einzustellen und den Gläubigen nur die Kommunion unter der
Brotsgestalt darzureichen.
- Das Nüchternheitsgebot vor der Kommunion ist auf eine Stunde, ja noch
weniger reduziert worden. (AAS 1973, S.269.) Die vorher bestehende
Regelung war also töricht? Die alte Bestimmung war mit der absoluten
Heiligkeit dieses Sakramentes in völligem Einklang.
- Nach einer schweren Sünde - die es nach moderner Auffassung der
'Theologen' ja fast nicht mehr gibt - darf man nunmehr ohne Beichte zu
den Sakramenten (IG 56). Einmal abgesehen von dem unwürdigen Empfang,
wird mit dieser Bestimmung die Beichte als Sakrament vernichtet! Denn
wenn auch die Befleckung durch schwere Sünden die unmittelbare
Vereinigung mit Gott nicht stören, ist die Beichte überflüssig
geworden. Die Beichtstühle sind dann nur noch für verquetschte
Psychopathen da, denen eine Gelegenheit gegeben wird - ähnlich wie in
der Gruppendynamik - sich seelisch zu entleeren.
- Der Priester rezitiert die "Communio" - wenn er sie spricht -, bevor
er den Gläubigen die 'Kommunion' austeilt (IG 36). So trennt man die
Kommunion des Priesters und die der Gläubigen wieder, die man doch auf
der anderen Seite zusammenbringen wollte. Normalerweise wird die
Kommunion nach dem "Ecce, agnus Dei" ausgeteilt und die "Communio"
nicht dazwischen geschoben.
- Nach der sog. 'Kommunion' sitzt der moderne Katholik (IG 121).
- Priester und Gläubige beobachten eine kurze Zeit der Stille (a.a.O.).
Die Gläubigen machten diese Danksagung in tiefer Versenkung unmittelbar
nach dem Empfang der Kommunion. Eine allgemeine Stille wäre also nicht
nötig. Diese kann nur dazu führen, daß die Kommunikanten nach ihrer
Kommunion nicht mehr persönlich danken und beten, sondern sich einfach
setzen und umherschauen, bis die allgemeine Stille beendet ist.
- Entweder beobachtet man die Stille oder man singt. Die Gläubigen, bis der Priester ihnen das jeweilige Zeichen gibt.
- Gesang unmittelbar nach der 'Kommunion', die als Kommunion noch
ausgegeben wird: welchen Charakter soll der Gesang hier haben? Ein
Kommunionsgesang soll es nicht sein; denn der hat nach den neuen
Bestimmungen schon während der 'Kommunion' stattgefunden (n.b. damit
wird dem Gläubigen auch die letzte Möglichkeit genommen, sich auf die
Kommunion vorzubereiten); es ist auch kein Gesang zur Postcommunio -
die kommt ja erst noch. Was soll er dann sein? Das wird nicht klar.
- Die Reinigung der hl. Gefäße geschieht nicht mehr innerhalb der
Messe, sondern danach am Kredenztisch (IG 12o). Diese Handlung wurde
also aus dem Meßgeschehen herausgeworfen: eine weitere Profanierung.
Der Kelch wird normalem Haushaltsgeschirr angeglichen. Wenn die hl.
Gefäße dennoch innerhalb der Messe bzw. 'Messe' purgiert werden,
handelt es sich um Nostalgie des Zelebranten.
- Die Reinigung von Daumen und Zeigefinger - die die hl. Gestalten
hielten -, entfällt damit auch, ebenso die Purgierung des Korporale. -
Wenn man an keine Wesensverwandlung glaubt, braucht man auch nicht zu
befürchten, daß Partikel der Eucharisie liegengeblieben sind. Auch vom
Purgieren der Finger, wenn der Priester zwischendurch die hl. Gestalten
berührt hat, ist nicht mehr die Rede.
- Bei einer eventuellen Purifikation genügt Wasser allein (IG 238).
Damit wird diese Handlung auf das Niveau von Haushaltstellerspül
herabgezogen und profaniert.
- Es wird nur noch ein Gebet dabei gesprochen, welches auch unterbleiben kann.
- Der Schlußsegen erfolgt vom Ambo oder vom Sessel aus. Man hat einen
anderen Segensgestus eingeführt, wobei der Priester die Hände über die
Gläubigen ausbreitet - als Angleichung an den Gestus der
protestantischen Pastoren.
- Der Segen wird von den Gläubigen im Stehen,und ohne das Kreuzzeichen
zu wiederholen, empfangen - damit gleicht man sich den protestantischen
Gesten an.
- Hinsichtlich der Segensworte hat der Priester freie Hand: es
existieren eine Vielzahl von Segenssprüchen, aus denen er einen
auswählen kann, es ist ihm aber auch gestattet, selbst einen zu
formulieren.
- Das "Ite, missa est" erfolgt nunmehr nach dem Schlußsegen. So wird
also diese Zusammenkunft zwischen Priester und Gemeinde durch die
Erklärung des Vorsitzenden abgeschlossen. Ist aber die hl. Messe eine
solche Zusammenkunft?
- Nach dem "Ite, missa est" antwortet das Volk mit "Amen".
(Fortsetzung folgt) |