56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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Ausgabe Nr. 9 Monat November 2004
Widerstand? - Fehl(er)anzeige!


Ausgabe Nr. 11 Monat Dezember 2004
Die Allerheiligste Dreifaltigkeit


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Joseph Görres


Ausgabe Nr. 6 Monat Oktober 2005
Ein terminologisches Dilemma


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2005
Unfreundliche Betrachtungen


Ausgabe Nr. 11 Monat december 2005
The Holy Trinity


Ausgabe Nr. 11 Monat december 2005
La Sainte Trinité


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2006
Am Scheideweg


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1971
Einige präzise Fragen an Herrn Professor Schmaus


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1971
WAHNSINN


Ausgabe Nr. 2 Monat März 2003
Orthodoxie und europäische Identität


Ausgabe Nr. 3 Monat April 2003
Die Irrtümer des Johannes Rothkranz


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2002
Welche Bedeutung hat der Kanon 1366 § 2 des CIC


Ausgabe Nr. 4 Monat Juli 2002
AN DIE PRIESTER


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2000
Der heilige Anselm von Canterbury


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 2000
Der selige Oliver Plunket


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2000
Linientreue Zwerge


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2000
MITTEILUNGEN DER REDAKTION (dt/espa)


Ausgabe Nr. 7 Monat Oktober 1971
FRIEDRICH HEINRICH JACOBIS


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1999
Warum die Einsicht Ecône unterstützt


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1999
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 1998
ERWIDERUNG AUF DIE STELLUNGNAHME VON DR. E. HELLER


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1998
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1997
Buchbesprechungen


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
Buchbesprechungen


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1997
SEKTIERERTUM ALS VORGABE


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1993
DER HL. ALBERTUS MAGNUS


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1994
ZUM PROBLEM DER ERFORDERLICHEN INTENTION BEI DER SAKRAMENTENSPENDUNG


Ausgabe Nr. 4 Monat November 1996
VERSINKT DER KATHOLISCHE WIDERSTAND... (Anmerkungen)


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1996
Buchbesprechungen


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1995
WELCHE PHILOSOPHIE? - Einleitung


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1995
WELCHE PHILOSOPHIE? -Fortsetzung


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1995
NUR NOCH AUSLAUFMODELL?


Ausgabe Nr. 5 Monat März, Doppelnr. 5-6 1996
WELCHE PHILOSOPHIE? 2. Teil


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
La Santisima Trinidad


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1994
LESERBRIEFE


Ausgabe Nr. 4 Monat Mai 2006
Leserbriefe zu dem Beitrag Am Scheideweg


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2013
Die Irrtümer des II. Vatikanums und ihre Überwindung


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1984
DIE LÄSTERUNG DES GEISTES


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1980
EINSICHT!


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1980
PRÄZISE ZIELE!


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 1980
EINSICHT!!


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1980
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Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 1981
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Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2006
Und ihr werdet sein wie Gott


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1979
DASS (...) DER WAHRHEIT DIE EHRE GEGEBEN WIRD


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1979
UNSCHULD UND SCHULD DER FRAU IN DOSTOJEWSKIJS WERK


Ausgabe Nr. 7 Monat April 1980
JOHANNES PAUL II.


Ausgabe Nr. 7 Monat April 1980
STELLUNGNAHME GEGEN DIE VORWÜRFE, DIE GEGEN DAS VON DER SAKA GEPLANTE SEMINAR GERICHTET SIND.


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
EN LA ENCRUCIJADA


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
À la croisée des chemins


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
At the crossroads


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
Y seréis como Dios (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
And thou wilt be like God (Gen. 3,5)


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1975
DER VERABSCHEUTE DIENST


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 1975
EHE, FAMILIE UND ERZIEHUNG


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
LA SANTISIMA TRINIDAD


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
Et vous serez comme Dieu


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 2008
Zum 50. Todestag des katholischen Dichters Reinhold Schneider


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2008
Die prinzipielle Offenbarung Gottes und die konkrete Offenbarung


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2009
Die Erfassung der Einheit (des Wesens) Gottes


Ausgabe Nr. 2 Monat April 2009
Dokumente zum Fall Williamson


Ausgabe Nr. 3 Monat August 2009
Die Wahrheit ist einfach


Ausgabe Nr. 12 Monat September 2009
The Truth is simple


Ausgabe Nr. 11 Monat giugno 2010
Al crocevia


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A. 9- 13. a-b Ist das Kirchenvolk in der Konzilskirche erhalten?


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
E sarete come Dio (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
Al crocevia


Ausgabe Nr. 3 Monat Sptember 2011
Das Reich Gottes 'haben wollen'


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
DIE THEORIE DER INTERPERSONALITÄT IM SPÄTWERK J.G. FICHTES


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Einleitung


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel I


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel II


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel II, Forts. 1


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 1


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 2


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 3


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 4


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 5


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 6


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 7


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 8


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 9


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel IV


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2012
Mitteilungen der Redaktion, Hinweise


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2012
Mitteilungen der Redaktion, Hinweise


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 2013
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Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 2013
Neues aus dem finsteren Land Absurdistan


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2014
Wie Christus als Gottes Sohn erkannt werden kann - weiterführende Betrachtungen


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2014
Moderne Sozial- und Schulpolitik


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Ausgabe Nr. 4 Monat September 2015
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Himmelfahrt Christus im Herzen


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2019
Ich rufe dich bei Deinem Namen: Mein bist Du


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Gedanken zu „Einsicht“, Sept. 2015, Dr. E. Heller


Ausgabe Nr. 4 Monat Juni 2020
The Errors of Vatican II and their defeat through Recognizing Christ as Son of God


Ausgabe Nr. 4 Monat Juni 2020
How Christ can be recognized as Son of God – further reflections


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2020
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Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2020
Cómo se puede conocer a Cristo como Hijo de Dios: nuevas consideraciones


Ausgabe Nr. 6 Monat Juni 2020
Comment le Christ peut être reconnu comme le Fils de Dieu


Ausgabe Nr. 6 Monat Juni 2020
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Ausgabe Nr. 7 Monat Juli 2020
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Ausgabe Nr. 3 Monat Juni 2022
Zum 80. Geburtstag von Dr. Eberhard Heller


Ausgabe Nr. 4 Monat September 2022
Fanatismus im Islam und im Christentum?


Ausgabe Nr. 5 Monat November 2022
Wie im Islam


Ausgabe Nr. 4 Monat August 2023
Herr und Knecht


Ausgabe Nr. 5 Monat August 2024
Anmerkungen Nur noch Auslaufmodell


Ausgabe Nr. 5 Monat November 2025
Seelsorgerliches Wirken von P. Michael Mutter


Ausgabe Nr. 5 Monat November 2025
Herr und Knecht


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2026
Welche Philosophie? Thomas oder Fichte?


DIE LÄSTERUNG DES GEISTES
 
"DIE LÄSTERUNG DES GEISTES
WIRD NICHT VERGEBEN WERDEN" (MT 12,31 B).


von
H.H. Pater August Groß
(in abgeänderter Form bereits in KE erschienen)

Am dritten Sonntag in der Fastenzeit hören wir aus dem Evangelium nach Lukas:

"Einmal trieb er einen Dämon aus, der stumm war. Als der Dämon ausgetrieben war, konnte der Stumme reden, so daß sich die Volksscharen verwunderten. Einige von ihnen aber sagten: "Durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen, treibt er die Dämonen aus" (Lk 11,14).

Das Matthäusevangelium berichtet ausführlicher von diesem Ereignis oder von einem ähnlichen Fall. Daraus wird klar, wer dies behauptet, und aus welchem Grund:

"Da brachte man ihm einen Besessenen, der blind und stumm war. Und er heilte ihn, so daß der Stumme reden und sehen konnte. Da gerieten die Volksscharen außer sich und sagten: "Ist dieser etwa der Sohn Davids?" ("Sohn Davids" ist ein Titel des Messias). Als das die Pharisäer hörten sagten sie: "Der treibt die Dämonen nur durch Beelzebul, den Fürsten der Dämonen, aus" (Mt 12,22-24, Text in Klammern von mir).

Die Leute kommen also, wie auch bei anderen Wundern Jesu, auf den richtigen Gedanken, daß Jesus der Messias sein könne. Würde daraus eine sichere Erkenntnis, dann stünden diese Pharisäer bald ohne Bewunderer und Anhänger da. Denn sie wollen Jesus nicht als Messias. Sie erwarten einen Messias, der ihre Frömmigkeit lobt und sie in Spitzenpositionen des messianischen Reiches beruft. Jesus aber entlarvt ihre eingebildete Gerechtigkeit als heuchlerische und gottlose Selbstgerechtigkeit. Anstatt sich zu bekehren, steigern sie ihre Heuchelei. Angeblich aus Sorge um die wahre Gottesverehrung behaupten sie, daß Jesus Gott 'lästere1, indem er durch Krankenheilungen am Sabbat und Verletzung der 'Reinheitsgebote'  'Gesetz und Propheten' mißachte und sogar im 'Bunde mit Beelzebul' sei.

Auf den letzteren Vorwurf eingehend, beweist Jesus, daß ihre Behauptung widersinnig ist und der Religion widerspricht, in der die Pharisärer vorgeben,

Autoritäten zu sein:

"Wenn aber der Satan den Satan austreibt, dann ist er mit sich selbst entzweit. Wie soll dann sein Reich Bestand haben? Wenn ich aber durch Beelzebul die Dämonen austreibe, durch wen treiben dann eure Söhne (die jüdischen Exorzisten, 'Söhne' des eigenen Volkes) (sie) aus? Darum werden sie eure Richter sein" (Mt 12,26+27).

Danach spricht Jesus von der Sünde der "Lästerung des Geistes":

"Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, die Lästerung des Geistes aber wird nicht vergeben werden. Und wer ein Wort wider den Menschensohn sagt, dem wird vergeben werden; wer aber wider den Heiligen Geist spricht, dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt" (Mt 12,31+32)

Wie ist dieses Wort des Herrn zu verstehen? Mit "Menschensohn", was soviel bedeutet wie einfach 'Mensch', meint Jesus sich selbst, den selbst Gutwillige zunächst für den "Sohn Josephs" (Lk 3,23) halten müssen, da das Geheimnis seines Ursprungs ihnen noch nicht geoffenbart ist. Wenn die Pharisäer von Jesus sagen: "Seht den Schlemmer und Trinker, den Freund (Kumpan) der Zöllner und Sünder" (Mt 11,19), dann lästern sie zunächst 'nur' den 'Menschen Jesus'. Es gibt Menschen, die Schlemmer und Trinker sind. Es ist also möglich, einen Menschen irrtümlich für einen solchen zu halten. Das ist durch bessere Erkenntnis korrigierbar. Wider besseres Wissen über einen Mensch so zu urteilen, ist ein Unrecht. Das kann man bereuen und wiedergutmachen. Dann wird einem die Schuld vergeben.

Die Pharisäer lästern aber nicht nur wider besseres Wissen den Menschen Jesus wegen eines menschlichen Tuns. Sie gehen so weit, sein Werk, das eindeutig kraft der Heiligkeit Gottes geschieht, dem Satan zuzuschreiben. Über die Heiligkeit Gottes aber können die Pharisäer, welche die Offenbarung Gottes kennen und anzuerkennen behaupten, nicht in einem entschuldbaren Irrtum sein, so wie man über die Tugendhaftigkeit eins bestimmten Menschen schuldlos irren kann. Ihr Urteil kann nur aus Bosheit stammen. Ein solcher Abgrund der Bosheit entsteht in einem Menschenherzen nicht in einem Augenblick. Diese Pharisäer müssen sich von Bosheit zu immer größerer Bosheit entwickelt haben, schon lange und sehr oft der Gnade Gottes widerstehend.

Gewiß kann Gott in seiner Allmacht auch den größten Sünder bekehren. Seine Allmacht ist aber in seiner Vorsehung untrennbar mit seiner Barmherzigkeit und Gerechtigkeit verbunden. Ist das Maß der in Barmherzigkeit gewährten und zur Bekehrung ausreichenden Gnadenanregungen ausgeschöpft, so fordert die Gerechtigkeit als den Beginn der Strafe, solche Menschen endgültig der Bosheit ihres Herzen zu überlassen. Das gilt auch für die Ewigkeit: "An der Stelle, wohin der Baum fällt, da bleibt er liegen" (Prd 11,3). Deswegen ist die Strafe für ihre Bosheit im Jenseits eine ewige Strafe und nicht eine zeitlich begrenzte Sühne- und Besserungsstrafe. Das ist der Sinn der Worte des Herrn:

"Darum habe ich euch gesagt, daß ihr in euren Sünden sterben werdet" (Jo 8,24). Und: "Wer aber gegen den Heiligen Geist spricht, dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt" (Mt 12,32).

Hat es Lästerungen Gottes wie die der Pharisäer nur zu der Zeit gegeben, als Jesus 'im Fleisch1 unter den Menschen weilte? Leider mußten wir in jüngster Zeit hören und lesen, daß der Geist der Wahrheit mit folgenden Worten gelästert wird (Übersetzung und Hervorhebungen von mir):

"Dasselbe, wenn auch anders und mit den zu machenden Unterscheidungen, ist zu sagen zu der Bemühung, sich denen anzunähern, welche nichtchristliche Religionen vertreten (qui religiones non Christianas repraesentant), durch Gespräche, Gemeinsamkeit (communicando), gemeinsames Gebet (simul orando), Suche nach den Reichtümern der menschlichen Religiosität, die, wie wir wohl wissen, auch den Anhängern dieser Religionen nicht fehlen. Beschämt vielleicht nicht manchmal die feste (beharrliche, standhafte) Überzeugung der Bekenner nichtchristlicher Religionen - die ja auch vom Geist der Wahrheit ausgeht, der außerhalb der sichtbaren Grenzen des mystischen Leibes wirkt - die Christen, die oft so geneigt sind, an den von Gott geoffenbarten und von der Kirche verkündeten Wahrheiten zu zweifeln, und so begierig, die Grundsätze der Morallehre aufzuweichen und den Weg zu bahnen für die Erlaubnis, auf ethischem Gebiet alles zuzulassen?"

Diese Gotteslästerung wird von einem Mann vorgetragen, der sich 'Papst Johannes Paul II.' nennt, und von Unwissenden auch dafür gehalten wird. Er spricht so in seiner ersten Enzyklika "Redemptor hominis" vom 4.März 1979 im letzten Abschnitt des Kapitels über den Okumenismus, der von der 'ökumenischen Gemeinschaft der Kirche mit den Nichtchristen' handelt. Untersuchen wir, was für eine Lehre über die Offenbarung Gottes diesem ükumenismus der Enzyklika zugrunde liegt.

Der Autor der Enzyklika befiehlt den Katholiken zur 'ökumenischen Annäherung1 an die Nichtchristen "Gemeinsamkeit", z.B. "gemeinsames Gebet". Man nennt so etwas "Communicatio in sacris", "tätige Teilnahme von Katholiken an Kulthandlungen von Nichtkatholiken". Der Autor erklärt nicht, wie das möglich sein soll. Er hält es offenbar für 'die selbstverständlichste Sache der Welt1. Früher galt das als ein Zeichen des Glaubensabfalls. War das ein Irrtum? Ein tödlicher Irrtum für die Christen, die sich weigerten, dem römischen Kaiser als Repräsentanten der obersten Staatsgottheit, den aufsteigenden Weihrauch, Sinnbild der Anbetung, darzubringen? Waren sie Opfer eines Falscnen Glaubensverständnisses? Früher galt es als Gebot Gottes: "Du sollst keine anderen Götter neben mir haben" (Ex 20,3), d.h. du sollst nicht außer mir auch noch 'andere Götter' verehren.

Das ist auch einsichtig. Das 'Gesetz des Glaubens1 ist 'Gesetz für das Beten'. Gebet ist begründet im Glauben an Gott; Anrede, Sinn und Inhalt der Gebete ist begründet in der Glaubenslehre über Gott. Gemeinsames Beten ist also die gemeinsame 'Praktizierung' (vgl. die Formulierung 'praktizierender Katholik') einer gemeinsamen Religion. Ein Katholik, der gemeinsam mit Nichtchristen betet, muB aus der Voraussetzung handeln, daß die Nichtchristen ebenso wie die Katholiken an den wahren Gott glauben, daß auch die nichtchristlichen Religionen, ebenso wie die katholische Religion, von Gott übernatürlich geoffenbarte, wahre Religionen sind. Das ist aber die Leugnung der grundlegenden Wahrheit der katholischen Religion, daß sie die einzige von Gott geoffenbarte, die einzig wahre und deshalb auch die einzige von Gott gewollte Religion ist.

Die logische Grundlage gemeinsamen Betens mit Nichtchristen ist also gänzlicher Abfall von der wahren Religion durch Indifferentismus, d.i. Nichtunterscheidung der wahren Religion von falschen Religionen. Die Pharisäer waren der Lästerung des Geistes schuldig, indem sie Werke des Heiligen Geistes dem Satan zuschrieben. Der Autor der Enzyklika ist der Lästerung des Geistes der Wahrheit schuldig, indem er Religionen Gott zugeschreibt, die nicht göttlichen Ursprungs sind, eher vom "Vater der Lüge" und "Menschenmörder von Anbeginn"(vgl. Jo 8,44) ausgehen, da sie über Gottes Wesen und Wirken Irrtümer lehren!

Ist es vielleicht falsch und ungerecht, dem Befürworter gemeinsamen Betens zu unterstellen, er müsse dann auch gemeinsame Gläubigkeit und gemeinsame Glaubenslehre voraussetzen? Untersuchen wir, was der Autor selbst im folgenden Satz über die nichtchristlichen Religionen aussagt. Wegen der Wichtigkeit dieses Satzes sei der Originaltext zitiert:

Nonne interdum firma persuasio non Christianas religiones profitentium quae et ipsa procedit a Spiritu veritatis, extra fines aspectabiles Corporis mystici operante - forsitan confundat Christianos, ad dubitandum de veritatibus a Deo revelatis et ab Ecclesia nuntiatis saepe tam proclives ac tam pronos ad infirmanda principia doctrinae moralis et ad aperiendam viam licentiae cuneta in re ethica permittendi? ("Ioannis Pauli PP.II Summi Pontificis Litterae Encyclicae", Libreria editrice Vaticana, MCMLXXIX, pag.l3).

Der Satz beginnt mit "nonne" ("nicht"), das eine rhetorische Frage einleitet, d.h. eine Behauptung in Form einer Frage, die der Leser bei sich selber mit "Ja, so ist es!" zu beantworten hat. Der rhetorische Fragesinn von 'nonne' ist noch verstärkt durch "forsitan", "vielleicht": "Beschämt vielleicht nicht ..?" - "Allerdings!" Der Sinn der Aussage dürfte damit klar sein. Uns interessiert nicht, ob Nichtchristen tatsächlich mit größerer Festigkeit glauben als Christen, womit wir, entgegen allgemeinem und falschem Sprachgebrauch, immer Katholiken meinen. Es muß aber - außerhalb unseres Themas - bemerkt werden, daß die ungläubigen 'Christen' sich gewiß wegen ihres Unglaubens schämen sollten. Nicht aber vor 'gläubigen' Nichtchristen. Denn deren Gläubigkeit kann für Christen nicht Vorbild sein, da sie nicht vernunftgemäß ist.

Dagegen ist die wahre christliche Gläubigkeit vernunftgemäß. Es ist nämlich an den Wundern, welche die christliche Religion ständig begleiten, mit der Vernunft erkennbar, daß sie wirklich und nicht nur vermeintlich von Gott geoffenbart ist.

Die offizielle deutsche Übersetzung grade dieser Stelle ist sehr merkwürdig. - Anscheinend auch andere offizielle Übersetzungen. - Deswegen soll hier auf einige Formulierungen dieser Übersetzung eingegangen werden. Wir lesen da (Hervorhebung von mir):

"Geschieht es nicht manchmal, daß die starken religösen Überzeugungen der Anhänger der nichtchristlichen Religionen - Überzeugungen die auch schon vom Geist der Wahrheit berührt worden sind, der über die sichtbaren Grenzen des Mystischen Leibes hinaus wirksam ist - die Christen beschämen, die ihrerseits oft so leichtfertig die von Gott geoffenbarten und von der Kirche verkündeten Wahrheiten in Zweifel ziehen und so sehr dazu neigen, die Grundsätze der Moral aufzuweichen und dem ethischen Permissivismus die Wege zu öffnen?" ("Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls" 6, S.12; Herausgeber: Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz)

"Überzeugungen" entspricht nicht dem Originaltext. Vermutlich wollte man dadurch Übereinstimmung zur Mehrzahl "Bekenner" herstellen. Das ist aber falsch. In Übereinstimmung mit der Tatsache, daß jeder der Bekenner eine Überzeugung von einer Religion hat, muß man den Satzteil logisch richtig so formulieren: "Beschämt vielleicht nicht manchmal die feste Überzeugung der Bekenner einer (unbestimmer Artikel) nichtchristlichen Religion .." Doch das sind Probleme der Sprachlogik und nicht solche der wahren Religion. - Obwohl vielleicht die unlogische Ausdrucksweise des Autors und noch mehr die des Übersetzers bezeichnend ist. -

Jetzt bleibt noch die Frage, ob die Übersetzung des entscheidenden ersten Teiles des Satzes wenigstens sinngemäß richtig ist. Am auffälligsten ist, daß "procedit" mit "berührt worden sind" übersetzt wird. Der Plural kommt dabei von dem eben besprochenen Plural "Überzeugungen". Aus dem lateinischen Credo der Hl.Messe weiß jeder, daß "qui ex Patre Filioque procedit" in deutscher Sprache heißt: "Der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht". Steht jetzt in den neusten liturgischen Büchern für die 'Mahlfeier' in deutscher Sprache: "Der aus dem Vater und dem Sohn berührt worden ist"?

Zwischen "ausgehen von" und "berührt werden" besteht nicht einmal irgend eine Sinnverwandtschaft. Die Ursächlichkeit ist verschieden. Was "ausgeht von" jemandem oder von etwas, ist ganz von dem bestimmt, von dem es ausgeht. Durch "Berührung" wird etwas, das schon besteht, und zwar u.U. durch eine andere Ursache als die "berührende", allenfalls irgendwie verändert.

Nun ist es unmöglich, daß der/die Übersetzer und die Bischöfe insgesamt nicht wüßten, was "procedit" auf Deutsch heißt. Man hat also absichtlich falsch übersetzt. Aber welchen Sinn hat die Aussage, eine "Überzeugung", ein "überzeugtsein" sei vom Geist der Wahrheit "berührt" worden. Wer es weiß, melde sich! Wollte man das falsche 'päpstliche' "hervorgeht von" durch ein vermeintlich richtiges "berührt.worden sind" ersetzen? Oder wollte man nur einen mißverständlichen Ausdruck durch einen eindeutigen ersetzen? Im zweiten Fall hätte man das Gegenteil getan. Im ersten Fall hätte man die Gotteslästerung nicht beseitigt. Denn, was auch gemeint und bezweckt sein mag, ob gesagt wird "vom Geist der Wahrheit geht aus" oder "von ihm sind berührt worden", in beiden Fällen wird gesagt, Gott bewirke die feste Überzeugung von der Wahrheit religiöser Irrtümer. Es wird ja gesagt, daß er außerhalb der sichtbaren Grenzen des mystischen Leibes wirke. Es bleibt also in der offiziellen deutschen Übersetzung die Lästerung des Geistes der Wahrheit.

Oder handelt es sich gar nicht um religiöse Irrtümer? Das ist tatsächlich gemeint! Es wird ja gesagt, daß die feste Überzeugung der Nichtchristen gleichfalls vom Geist der Wahrheit ausgehe, der außerhalb, der sichtbaren Grenzen des mystischen Leibes wirke. Was ist wem gleich? Das "außerhalb" weist die Antwort. Das Wirken des Geistes ist außerhalb der sichtbaren Grenzen des mystischen Leibes gleich dem Wirken innerhalb dieser Grenzen.

Nun ist die feste Überzeugung der Christen ihre von Gott geschenkte Gläubigkeit, die übernatürliche Glaubensqnade. Von Lehren, die für den Menschen einsichtig sind, kann er sich durch seinen eigenen Verstand überzeugen. Die Lehren der wahren Religion aber sind übernatürlich. Sie betreffen Gottes übernatürliches, d.h. alle geschaffenen Wesen unendlich überragendes und deshalb auch dem Verstand der Geschöpfe unerreichbares, Wesen und Wollen. Z.B. seine Dreieinigkeit und die Berufung der geistigen Geschöpfe zur Anschauung Gottes. Selbst die Aussagesätze in menschlicher Sprache, in denen Gott sein Wissen offenbart, sind für Menschen nicht einsichtig. Nur glaubend, eine Aussage für wahr haltend, kann der Mensch sie in seine Erkenntniskraft, den Verstand, aufnehmen. Und auch das nur, indem Gott den Verstand des Menschen zu dieser übernatürlichen Leistung befähigt. Das Überzeugtsein ist also eine ungeschuldete (es ist unmöglich, daß Gott jemandem etwas schulde) Gabe Gottes, eben die übernatürliche Glaubensqnade. - Die Möglichkeit zu glauben, bekommen alle, denen der wahre Glaube verkündigt wird. Wenn daraus keine Wirklickeit wird, liegt dieses Versagen allein am Menschen.
 
Der Verfasser der Enzyklika lehrt nun, daß Gott dies gleichfalls in den Nichtchristen wirke. Ihre feste Überzeugung wäre also gleichfalls übernatürliche Glaubensgnade. Und diese hätte keinen Sinn, wenn nicht gleichfalls als Befähigung, eine gleichfalls übernatürliche Offenbahrungslehre zu glauben.

Die Aussage über "die feste Überzeugung" der Nichtchristen hat dieselbe Voraussetzung wie die über "gemeinsames Beten": Alle nichtchristlichen Religionen sind von Gott qeoffenbart, übernatürlich und, selbstverständlich, wahr.

Vielleicht wendet man ein, daß dies nicht wörtlich in der Enzyklika stehe. Es sei nicht zulässig, sie an dem zu messen, was einschlußweise ausgesagt sei. Nun, was wörtlich gesagt wird, ist deutlich genug unkatholisch. Außerdem ist ohne diese Methode, eine Aussage im Zusammenhang mit anderen Aussagen zu sehen, ein gründliches Verständnis irgendeines Textes unmöglich. Das gilt z.B. auch für die Glaubenslehre. Ohne dieses Verfahren gäbe es keine Dogmenentwicklung. Wenn jemand sich als katholisch ausgibt, wie der Verfasser der Enzyklika, dann ist es nicht falsch oder unfair, katholische Glaubenslehren heranzuziehen, um im Licht des wahren Glaubens nicht nur zu verstehen, daß dessen Aussagen falsch sind, sondern auch, warum sie falsch sind, d.h. welcher Grundirrtum vorausgeht.

Die Lehre der Enzyklika ist natürlich nicht eine nur persönliche Meinung ihres Autors. Sie ist enthalten in der "Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen" ("Nostra aetate"). Sie wurde verfaßt von einer Versammlung, die sich "II. Vatikanisches Konzil" nannte, und von Unwissenden auch dafür gehalten wird.

Auch das Konzil hat diese Lehre nicht selbst erfunden, wohl als eine Lehre der Kirche. Das zeigen folgende Worte Papst Pius' XI. in der Enzyklika "Mortalium animos" vom 6.Januar 1928:

"Wohl zu keiner anderen Zeit hat die Herzen der Menschen ein solcher Eifer ergriffen, das Band der brüderlichen Verbundenheit, durch das wir alle auf Grund unseres gleichen Ursprungs und der gleichen Natur miteinander verknüpft und verkettet sind, zu bestärken und zum Wohl der ganzen menschlichen Gesellschaft immer weiter auszudehnen, als wir in es in unseren Tagen beobachten können.

Die Völker genießen noch nicht in vollem Maß die Segnungen des Eriedens... Andererseits zweifelt niemand mehr an der Einheit des Menschengeschlechtes. So versteht man leicht, weshalb so viele den lebhaften Wunsch hegen, die Völker möchten, bewogen durch ihre gemeinsame brüderliche Verbundenheit, die Bande ihrer gegenseitigen Zusammengehörigkeit von Tag zu Tag enger knüpfen. Ganz ähnlich wollen nun einige auch auf dem Gebiet vorgehen, das der von Christus dem Herrn festgelegten Ordnung des Neuen Bundes unterliegt.

Durch die Erkenntnis der Tatsache, daß es nur sehr wenige Menschen gibt, denen jeder religiöse Sinn abgeht, glauben sie sich zu der Hoffnung berechtigt, es werde sich bei aller Verschiedenheit der Völker in den religiösen Ansichten doch ohne Schwierigkeit eine brüderliche Übereinstimmung im Bekenntnis gewisser Wahrheiten als gemeinsamer Grundlage des religiösen Lebens erreichen lassen.

Zu diesem Zweck halten sie vor einer zahlreichen Zuhörerschaft Konferenzen, Versammlungen und Vorträge, zu denen sie alle ohne Unterschied zur Aussprache einladen: Heiden jeder Art und Christen, und endlich auch jene, die unseliger Weise von Christus abgefallen sind oder die seine göttliche Natur und seine göttliche Sendung erbittert und hartnäckig bekämpfen.

Derartige Versuche können von den Katholiken in keiner Weise gebilligt werden. Sie gehen ja von der falschen Meinung jener aus, die da glauben, alle Religionen seien gleich gut und lobenswert, weil alle, wenn auch in verschiedenen Formen, doch gleichermaßen dem uns angeborenen und natürlichen Sinn Ausdruck geben, durch den wir nach Gott verlangen und uns seiner Oberherrschaft gehorsam unterwerfen.

Die Vertreter solcher Ansichten sind nun nicht nur in Irrtum und Selbsttäuschung befangen, sondern sie lehnen auch die wahre Religion ab, indem sie ihren Begriff verfälschen. Auf diese Weise kommen sie Schritt für Schritt zum Naturalismus und Atheismus.

In "Nostra aetate" (zitiert nach Rahner-Vorgrimler "Kleines Konzilskompendium") lesen wir:

"In unserer Zeit, da sich das Menschengeschlecht von Tag zu Tag enger zusammenschließt und die Beziehungen unter den verschiedenen Völkern sich mehren, erwägt die Kirche mit umso größerer Aufmerksamkeit, in welchem Verhältnis sie zu den nichtchristlichen Religionen steht. Gemäß ihrer Aufgabe, Einheit und Liebe unter den Menschen und damit auch unter den Völkern zu fördern, faßt sie vor allem das ins Auge, was den Menschen gemeinsam ist und sie zur Gemeinschaft untereinander führt. Alle Vöker sind ja eine einzige Gemeinschaft, sie haben denselben Ursprung, da Gott das ganze Menschengeschlecht auf dem gesamten Erdkreis wohnen ließ."

Wie man sieht, sind das die gleichen Gedankengänge wie sie zu Zeiten Papst Pius' XI. vorgetragen wurden. Beteiligung der Kirche an den Einheits- und Friedensbemühungen auf dem Gebiet, "das der von Christus dem Herrn festgelegten Ordnung des Neuen Bundes unterliegt". Der Text des letzten Zitates wird fortgesetzt mit der vermeintlich theologischen Begründung für die Einheitsbemühungen:

"(...) auch haben sie Gott als ein und dasselbe letzte Ziel. Seine Vorsehung, die Bezeugung seiner Güte und seine Heilsratschlüsse erstrecken sich auf alle Menschen"...

Zu den "Heilsratschlüssen" findet sich in einer Fußnote des Textes von Rahner-Vorgrimler ein Hinweis auf  1 Tim 2,4: "Gott .., der will, daß alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen." Man könnte dem hinzufügen Rom 3,29-30: "Oder ist Gott etwa nur Gott der Juden und nicht auch der Heiden? Gewiß auch der Heiden. Es ist ja nur der eine Gott der rechtfertigt: die beschnittenen Juden auf Grund des Glaubens und die unbeschnittenen Heiden durch den Glauben."

Das Konzil mißversteht diese Aussagen auf merkwürdige Weise. Aus der, etwas abgewandelten, Aussage des Paulus: "Der Gott der Christen ist auch der Gott der Nichtchristen und beide werden gerechtfertigt (von Gott zu Gerechten gemacht) durch den Glauben (an Jesus Christus)", macht das Konzil sozusagen: "Der Gott der christlichen Religion ist auch der Gott der nichtchristlichen Religionen" und "die Christen wie die Nichtchristen werden gerechtfertigt durch jeweils ihren Glauben".

In der "Dogmatischen Konstitution über die Kirche" (Lumen gentium) wird über das Heil derer gesprochen, die nicht zur Kirche gehören:

"Diejenigen endlich, die das Evangelium noch nicht empfangen haben, sind auf das Gottesvolk auf verschiedene Weise hingeordnet. In erster Linie das Volk, dem der Bund und die Verheißungen gegeben worden sind."

In "Nostra aetate" wird das Thema wieder aufgegriffen:

"Bei ihrer Besinnung auf das Geheimnis der Kirche gedenkt die Heilige Synode des Bandes, wodurch das Volk des Neuen Bundes mit dem Stamme Abrahams geistlich verbunden ist. So anerkennt die Kirche Christi, daß nach dem Heilsgeheimnis Gottes die Anfänge ihres Glaubens und ihrer Erwählung sich schon bei den Patriarchen, bei Moses und den Propheten finden... Denn die Kirche glaubt, daß Christus, unser Friede, Juden und Heiden durch das Kreuz versöhnt und beide sich vereinigt hat..."

So weit, so gut, scheint es. Das Konzil folgert daraus:

"Da also das Christen und Juden gemeinsame geistliche Erbe so" reich ist, Im Bewußtsein des Erbes, das sie (die Kirche) mit den Juden qemeinsam hat..."

Es wird aber auch, und zwar richtig gesagt:

"Wie die Schrift bezeugt, hat Jerusalem die Zeit seiner Heimsuchung nicht erkannt, und ein großer Teil der Juden hat das Evangelium nicht angenommen, ja nicht wenige haben sich seiner Ausbreitung widersetzt."

Trotzdem sollen die jetzigen Juden, die ja auch das Evangelium nicht angenommen haben - und mit denen will man ja 'Einheit' -, mit den Christen den Alten Bund Gottes gemeinsam haben? Das Konzil verschweigt, was Jesus zu den ungläubigen Juden sagt:

"Denn wenn ihr dem Moses glauben würdet, würdet ihr auch mir glauben. Denn von mir hat jener geschrieben. Wenn (Da) ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?! (Jo 5,46f)."

Aber was kümmert schon das Konzils ein Wort des Herrn?! Auf diejenigen, die das Konzil 'gemacht' haben, trifft auch zu, was der Herr zu eben diesen ungläubigen Juden gesagt hat:

"Warum versteht ihr meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt. Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes. Deshalb hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid" (Jo 8, 43.47).

In "Lumen gentium" lesen wir:

"Der Heilswille umfaßt aber auch die, welche den Schöpfer anerkennen, unter ihnen besonders die Muslim, die sich zum Glauben Abrahams bekennen und mit uns den einen Gott anbeten, den barmherzigen, der die Menschen am jüngsten Tag richten wird."

Diese Aussage ist haarsträubend! Die Muslim: "Unsere Brüder im Glauben"! Wie oft mußten wir das aus 'päpstlichem Munde' hören! Da hat Mohammed bei Christen und/oder Juden etwas von Abraham und dem einen Schöpfergott aufgeschnappt und trägt eine ihm angeblich von diesem Gott geoffenbarte Lehre vor, in der auch Abraham als erster Prophet vorkommt. Ihm glauben schließlich die arabischen Stämme und im Laufe der Zeit auch viele andere Völker. Jetzt glaubt ihm sogar ein 'Konzil der katholischen Kirche', daß Abraham der 'Vater' des islamischen Glaubens sei, d.h. der Erste in der Reihe der Empfänger der Offenbarung Gottes, die er mit den Offenbarungen an Mohammed (569-632 nach Christi Geburt!) vollendet habe!

Dabei sagt das Konzil selbst in "Nostra aetate":

"Jesus, den sie allerdings nicht als Gott anerkennen, verehren sie doch als Propheten .." (Wie erfreulich für die Konzilskirche!!)

Es wird aber nicht gesagt, daß sie das deswegen nicht tun, weil sie in ihrem 'Offenbarungsbuch' lesen:

"Einhunderzwölfte Sure". "Die Verehrung Gottes in unverfälschter Reinheit": "Im Namen Allahs (Allah=Gott), des Erbarmers, des Barmherzigen!":

"Sprich (der 'Prophet' Mohammed ist gemeint): "Er ist der eine, Allah, der Alleinige; er zeugt nicht und wird nicht gezeugt, und keiner ist ihm gleich."

Das ist gegen die Christen gesagt. Weil Mohammed an der wirklichen Glaubenslehre nicht interessiert war, sondern selbst Religionsgründer werden wollte, warf er nach eigenem Gutdünken die Begriffe von Trinität und Inkarnation, also 'Gottvater1, 'Sohn Gottes', 'Gottesmutter', durcheinander und verwarf dann diese angebliche Lehre der Christen als Polytheismus. Was wird über die Religionen der übrigen Nichtchristen gesagt? Hören wir zuerst wieder "Lumen gentium", Art.16:

"Was sich nämlich an Gutem und Wahrem bei ihnen findet, wird von der Kirche als Vorbereitung für die Frohbotscnatt und als Gabe dessen geschätzt, der jeden Menschen erleuchtet, damit er schließlich das Leben habe."

Was das "Wahre" und "Gute" sogar "Heilige" ist, das von dem "ausgeht", "der jeden Menschen erleuchtet", finden wir wiederum in "Nostra aetate":

"Von den ältesten Zeiten bis zu unseren Tagen findet sich bei den verschiedenen Völkern eine gewisse Wahrnehmung jener verborgenen Macht, die dem Lauf der Welt und den Ereignissen des menschlichen Lebens gegenwärtig ist, und nicht selten findet sich auch die Anerkenntnis einer höchsten Gottheit oder sogar eines Vaters. .. Im Zusammenhang mit dem Fortschreiten der Kultur suchen die Religionen mit genaueren Begriffen und in einer mehr durchgebildeten Sprache Antwort auf die gleichen Fragen. So erforschen im Hinduismus die Menschen das göttliche Geheimnis und bringen es in einem unerschöpflichen Reichtum von Mythen zum Ausdruck. In den verschiedenen Formen des Buddhismus wird .. ein Weg gelehrt, auf dem die Menschen .. den Zustand vollkommener Befreiung zu erreichen oder .. zur höchsten Erleuchtung zu gelangen vermögen."

Man beachte, daß hier so gesprochen wird, als wenn es sich in diesen Religionen um den wirklichen Gott handele. Ein Katholik müßte doch sagen: "Sie meinen irrtümlich, mit einer "höchsten Gottheit" - unter anderen 'Göttern' -, den wahren Gott erkannt zu haben. Sie meinen irrtümlich, mit einem "Vater der Götter und Menschen", wie die Griechen Gott (Zeus, mit lat. Deus verwandt = Gott) nannten, den wahren Gott zu kennen und zu verehren. Sie meinen irrtümlich, so Hindus, Buddhisten und Schintoisten, ein unendliches, unpersönliches Wesen als 'Gott' erkannt zu haben, das allein wirklich ist (Monismus), da sie den Schöpfungsbegriff nicht kennen. Sie meinen irrtümlich, daß aus diesem 'Gott' in einem Naturprozeß die nur scheinbar wirklichen Dinge unserer Erfahrung - auch der Mensch und sein Ichbewußtsein - 'herausfließen', so wie Tropfen auf den Wellenkämmen des Meeres, aus ihm entstehend und in ihm wieder vergehend, die doch nichts anderes sind als das Meer selbst. Die Buddhisten meinen irrtümlich, in einem Bewußtseinszustand, den sie für die 'höchste Erleuchtung' halten, ihre Identität mit dem unendlichen und unpersönlichen Wesen zu erfahren."

Die Ausdrucksweise des Konzils aber bedeutet, daß eben in den Lehren dieser Nichtchristen wenigstens auch Wahrheiten über Gott und in ihren Religionen heilige Riten der Verehrung des wahren Gottes gegeben sind. Das sagen sie denn auch ausdrücklich:

"Die Kirche lehnt nichts von alledem ab, was in diesen Religionen wahr und heilig ist."
 
Auf sie trifft also zu, was schon Papst Pius XI. sagte: "Sie gehen ja von der falschen Meinung aus, alle Religionen seien gleich" - oder wenigstens auch - "gut und lobenswert..."

So meint man den 'Frieden in der Welt' fördern zu können, ja schon gefördert zu haben, indem man behauptet, nach katholischer Lehre sei "eine brüderliche Übereinstimmung im Bekenntnis gewisser Wahrheiten" "als gemeinsamer Grundlage des religiösen Lebens" ( siehe "gemeinsames Gebet" in der Enzyklika), bereits vorhanden. Jetzt müsse nur noch erreicht werden, daß die Anderen es vom Standpunkt ihrer Religion auch so sehen. Dann sei wenigstens der 'religiöse Friede' in der Welt erreicht durch 'Einheit aller Religionen'. Um welchen Preis? In dem man alle Religionen für 'göttlich' und nur unwesentlich verschieden erklärt. Wie sagte Paul VI., angeblich und vermeintlich Papst, vor den "Vereinten Nationen"? Was die UN auf politischer Ebene erstrebe, das erstrebe die Kirche auf religiöser Ebene. Also strebt er eine antichristliche 'Einheit im Glauben' an. Sie ist nämlich der gottgewollten Einheit der Menschen im wahren Glauben feindlich.

Diese Auffassung ist auch 'naturalistisch'. Da die geistbegabten Geschöpfe zur Teilnahme am Göttlichen Leben berufen sind, ist bei ihnen alles, was wirklich heilig ist, im übernatürlichen Sinn heilig. Zu sagen, in falschen Religionen, die höchstens natürlich-menschlichen Ursprungs sein können, gebe es geoffenbarte Wahrheiten und heilige Riten, zerstört den wahren Begriff des "übernatürlichen". Das ist der Naturalismus, den Papst Pius XI. bei dem 'katholischen ökumenismus mit nichtchristlichen Religionen' feststellte und verurteilte.

Die naturalistische Mentalität zeigt sich auch darin, daß man Religionen, von denen man sagt, daß sie göttlich Wahres und Heiliges enthalten - daß dies nicht stimmt, ist in diesem Zusammenhang unwichtig -, als Teil menschlicherKulturaktivität sieht; wie diese sich entwickelnd von primitivsten Anfängen in den "ältesten Zeiten" zu höheren Formen bis zur "höchsten Erleuchtung" im Buddhismus (Religonsdarwinismus). Das Wort der Enzyklika von den "Reichtümern der menschlichen Religiosität" kommt auch aus diesem Naturalismus.Das Konzil und die Enzyklika trifft ferner, was Papst Pius XI. sagt: "Sie lehnen auch die wahre Religion ab, indem sie ihren Begriff verfälschen." Die wahre Religion ist nämlich Offenbarungsreligion. Wer nun sagt, daß Juden, Muslim und andere Nichtchristen Teile der Offenbarungsreligion haben, der behauptet, eine göttliche Offenbarung brauche nicht gänzlich, sondern könne auch nur teilweise und dennoch gültig geglaubt werden. Wenn man sich für einen Bekenner und Lehrer einer Offenbarungsreligion ausgibt, was die Männer des Konzils doch wohl tun, dann darf man nicht sagen, man könne rechtens und gültig nur einen Teil der Lehre glauben. Gott muß man alles glauben, da er niemals irrt oder lügt.

Eine teilweise Übereinstimmung von 'Religionen' oder 'Konfesssionen' im Bekenntnis einer Offenbarungsreligion ist ein logischer Widerspruch und die

Verneinung des Offenbarungscharakters dieser Religion. Die auf dem Konzil oder in der Enzyklika so reden, sind in katholischer Religionslehre wissenschaftlich ausgebildet. Sie müssen die ständige Lehre der Kirche über diesen Punkt des Glaubens kennen. Wenn sie nun so reden wie sie reden, so wissen sie, was sie tun. Sie wollen aus liberalistischer Toleranz, 'um des Friedens in der Welt willen1 eine andere Religion und eine andere Kirche.

Deswegen "verfälschen sie den Begriff der wahren Religion", wie mit Recht Papst Pius im Jahre 1928 von den Ökumenikern sagte.

Die Vertreter solcher Ansichten kommen auch Schritt für Schritt zum Atheismus, sagt Papst Pius XI. Warum ist das eine unausweichliche Folge? Dazu müssen wir uns fragen, was denn für ein 'Gott' übrigbleibt, wenn man mit Nichtchristen 'teilweise im Glauben einig' ist. Nehmen wir als Beispiel die Muslim. "Nostra aetate" sagt von ihnen, daß sie "den Schöpfer Himmels und der Erde anbeten", also auch an ihn glauben. Denn man kann, wie oben gesagt, nur gemäß dem eigenen Glauben beten. Nach ihrer Religion hat dieser Schöpfer seine Offenbarung an die Menschen mit Abraham begonnen und mit Mohammed vollendet und diesem geoffenbart, daß er "keinen Sohn h,abe". Auch die Katholiken glauben an Gott, den Schöpfer Himmels und der Erde. Auch sie glauben, daß er, nachdem seine Offenbarung an das erste Menschenpaar in der Menschheit in Vergessenheit geraten war, sich zuerst dem Abraham geoffenbart hat. Sie glauben aber, daß er seine Offenbarung vollendet hat durch sein Ewiges Wort, den menschgewordenen Sohn des Vaters. Was ist nun der gemeinsame 'Teiler' dieser 'Gleichung'? "Schöpfer Himmels und der Erde, der sich dem Abraham geoffenbart hat". Aber diesen Gott gibt es gar nicht! Er ist weder für die Christen, noch für die Muslim der 'Gott ihres Glaubens'. Er 'wäre' für sie nur ein Begriff von Gott.

Was ist ein Begriff? Z.B. bedeutet 'Mensch' als Begriff das, was damit gemeint ist, wenn wir sagen 'Peter ist ein Mensch'. Was damit gemeint ist, wissen wir aus der Erfahrung mit uns selbst und anderen, die so sind wie wir: Körperlich-geistige Lebewesen, in Körperbau, Erkenntnis- und anderen Aktivitäten verschieden von anderen körperlichen Lebewesen. 'Mensch' wird 'allgemein' von allen diesen Wesen ausgesagt. Es ist ein Allgemeinbegriff, wie alle Begriffe.

Wie ist das möglich, denn alle diese Wesen, die mit einem und gleichen Begriff benannt werden, sind doch verschieden. Das ist dadurch möglich, daß Begriffe 'abstrakt' sind. Das 'Begriffliche' wird durch eine besondere menschliche Erkenntnisfähigkeit, die 'von Natur aus' und ohne bewußtes Wollen tätig ist, vom sinnenhaft erfaßten Einzelobjekt 'abgezogen' (lat. trahere= ziehen), 'abgehoben'. Dies abgehobene Abbild des Wirklichen, ist dann im erkennenden Geist die Abbildung aller Wesen dieser Art. 'Mensch' ist z.B. deswegen ein Wesensbegriff, der ausdrückt, was in allen Menschen wirklich ist und sie eben zu Menschen macht. Entscheidend ist nun, daß bei dieser Abstraktion die individuellen Eigenschaften jedes Einzelwesens nicht geleugnet oder verneint werden. Sie sind in Unbestimmtheit mitgemeint. Ihre Bestimmtheit wird 'offen' gelassen. Oft kann man ja auch, etwa aus großer Entfernung oder im Nebel, tatsächlich nicht erkennen, ob ein Wesen, das eindeutig als Mensch zu erkennnen ist, ein Mann oder eine Frau ist. Die individuellen Eigenschaften werden auch abstrakt erkannt: Da ist ein Mann, ein Alter, ein 'Weißer' usw.

Ein Begriff, z.B. "Mensch" kann nun nicht in der physischen, wie man sagt, Wirklichkeit, existieren. Es kann ja keinen Menschen geben, bei dem die individuellen körperlichen und seelischen Eigenschaften in Wirklickeit unbestimmt wären. Ein Begriff kann auch nicht ein körperliches Abbild sein, da es ebenfalls körperliche Eigenschaften nicht unbestimmt lassen kann. In einem Gesundheitslexikon z.B. muß 'Der Mensch1 zweimal abgebildet werden, als Mann und als Frau, in Europa 'Weiße' und in Afrika 'Schwarze' usw. - Daraus ist übrigens leicht zu erkennen, daß der Mensch geistige Erkenntnisfähigkeit hat. Der Begriff ist eine wirkliche und unkörperliche, d.h. geistige, Abbildung körperlicher Wirklichkeit, die nur wirklich sein kann in einer gleichfalls unkörperlichen, d.h. geistigen Fähigkeit des geistigen Wesensteiles des Menschen, im geistigen Verstand der geistigen Seele. - Nun wieder zu dem 'Gott', der Christen und Muslim gemeinsam sein müßte, wenn sie gemeinsam an ihn glauben und zu ihm beten sollen. Er wäre "Schöpfer Himmels und der Erde, der sich dem Abraham geoffenbart hat". Er müßte wirklich durch seinen menschgewordenen Sohn seine in Abraham begonnene Offenbarung vollendet haben und hätte es zugleich nicht, sondern erst durch Mohammed. Und durch diesen hätte er geoffenbart, daß er 'keinen Sohn hat' und hätte dementsprechend wirklich keinen Sohn. Ein solcher 'Gott' kann so wenig wirklich sein, wie ein Mensch, der zugleich Mann und Frau, 'Weißer' und 'Schwarzer' wäre.

Gemeinsam wäre den Religionen, und zwar polytheistischen, nur ein abstrakter Allgemeinbegriff "Gott". Er wäre, wie eben ein Begriff, durch Abstraktion des 'Wesens' unter 'Offenlassen' der verschiedenen individuellen Eigenschaften der 'Götter' gebildet, und so aussagbar von 'allen Göttern', wie der Begriff 'Mensch' von allen Menschen. Der 'gemeinsame Gott' würde, als Begriff, nicht in Wirklichkeit existieren, sondern nur im Verstand, wie der Begriff 'Mensch'. Der 'Gott' der 'Religion des Konzils und der Enzyklika' ist etwas nur 'Gedachtes ', nur eine 'Idee'. Diese 'Religion' ist, erkenntniskritisch gesehen, 'Idealismus ', wie der Marxismus richtig von den falschen und fälschlich von der wahren christlichen Religion sagt. Diese 'Religion' wäre, was sogar dem religiösen Gespür auf die Dauer nicht verborgen bleiben würde, in Wirklichkeit ohne Gott, also atheistisch. So sagte es schon Papst Pius XI.:

"Auf diese Weise kommen sie Schritt für Schritt zum Atheismus. Daraus ergibt sich dann ganz klar die Folgerung, daß jeder, der solchen Ansichten und Bemühungen beipfichtet, den Boden der von Gott geoffenbarten Religion vollständig verläßt."

Noch haben wir nicht die perverseste Lästerung des Geistes der Wahrheit gesehen.

Als ersten Satz aus der Enzylika "Redemptor hominis" zitierte ich: "Das Gleiche, wenn auch anders und mit den nötigen Unterscheidungen, ist zu sagen zu den Bemühungen sich denen anzunähern, die nichtchristliche Religionen vertreten." "Das Gleiche" war das, was der Autor zur Verteidigung des 'Ökumenismus der Christen untereinander' gesagt hatte. Er zitiert in der Enzyklika die Bedenken gegen den Ökumenismus. Er "schade der Sache des Evangeliums", "verwirre die Begriffe des Glaubens und der Moral" und "führe vereinzelt zum Indifferentismus". Bedenken, die offenbar auf dem Konzil vorgebracht worden waren und zur Zeit der Enzyklika selbst in der Konzilskirche noch nicht ganz verstummt waren. Heute ist der Okumenismus, den das Konzil beschlossen hat, durch die Praxis längst 'überholt'.

Der Autor hatte am Anfang des Kapitels zur Begründung des Ökumenismus, wie man das ja immer tut, auf das Gebet Christi verwiesen: "Ich bitte ... Vater ..., daß alle eins seien" (Jo 17,21). Zu Unrecht natürlich. Das erkennt jeder, der diese Stelle mit eigenem Geist liest, und sich nicht blind von anderen 'Geistern' etwas 'vorlesen' läßt, wer immer sie sein mögen!

Man lese den ganzen Satz:

"Ich bitte aber nicht allein für diese (d.i. die Apostel), sondern auch für jene, die durch ihr Wort an mich glauben werden, daß sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir; daß sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, daß du mich gesandt hast" (Jo 17, 20+21).

Die Ökumeniker verstehen die Stelle so: Jesus bittet, daß alle, "die glauben werden" "im Glauben eins" sein mögen. Es ist jedoch selbstverständlich, daß diejenigen, "die glauben werden", dadurch, eo ipso, "im Glauben eins sein" werden. Sie alle werden nämlich alle Lehren glauben. 'Einiger' im Glauben können sie nicht sein! Nur diejenigen, die das nicht tun, sondern eine Auswahl (Häresie) machen, sind untereinander uneins. Sie gehören aber auch nicht zu denen, "die glauben werden". Es ist nämlich unmöglich, man kann es nicht oft genug sagen, Gott nur teilweise zu glauben. Man ist also schon Häretiker, wenn man diese Stelle so versteht, als wenn Jesus um Glaubenseinheit betete. Doppelt Häretiker, wenn man mit den Worten dieser Bitte die 'ökumenische Scheineinheit sich widersprechender Religionen' begründen will. Das würde voraussetzen, Jesus habe in seinem Hohepriesterlichen Gebet den Vater um diesen 'ökumenischen Einheitsbetrug' gebeten. Das bedeutet, den Herrn zu lästern.

Wirklich Gläubige sind also selbstverständlich im Glauben eins. Jesus bittet den Vater darum, daß sie besonders auch "eins seien" in der tätigen Liebe untereinander.

Zum Schluß jenes Absatzes holt der Autor zum 'entscheidenden Schlag' gegen die Gegner des 'Ökumenismus aller Christen' aus:

Alle, die, aus welchem Grund auch, der Kirche abraten möchten, die umfassende Einheit der Christen (communem Christianorum unitatem) anzustreben, sind noch einmal zu fragen: Ist es uns etwa erlaubt, es zu unterlassen? Können wir etwa - trotz der menschlichen Schwachheit und der Irrtümer der früheren Jahrhunderte - der Gnade unseres Herrn nicht vertrauen, die in den letzten Zeiten durch das Wort des Heiligen Geistes deutlich geworden ist, das wir auf dem Konzil gehört haben? "Das Gleiche" gilt den Gegnern des 'Okumenismus aller Religionen1. Der Autor weiß also ganz klar, daß die Kirche früher etwas anderes gelehrt hat. Das erklärt er, mit dem Konzil, kurzerhand zu einem Irrtum aus menschlicher Schwachheit. Gleich am Anfang hätte dann die Kirche sich geirrt. So der hl. Paulus: "Wie wir es zuvor gesagt haben, so sage ich's jetzt nochmals: wenn jemand ein anderes Evangelium verkündet, als ihr empfangen habt verflucht sei er". Sehr ausdrücklich, ausführlich und schlimm hätte noch Papst Pius XI. 1928 in seiner Enzyklika "Mortalium animos" geirrt. Fast zwei Jahrtausende hätte die Kirche in der Frage der "Einheit im Glauben" geirrt. Erst das Konzil von 1962-1965 hätte die Wahrheit verkündet, und zwar durch das Wort des Heiligen Geistes!

Das Wort, das den Ökumensimus befohlen hat, ist letztlich gewiß das Wort eines Geistes. Es ist ein Wort des "Vaters der Lüge", wie der Herr diesen Geist nennt. Kann man schlimmer den Geist der Wahrheit verleumden als durch die Behauptung, das Wort Satans zur Zerstörung der göttlichen Wahrheit und der Kirche sei ein Wort des Heiligen Geistes, des Hüters der göttlichen Wahrheit in der Kirche (vgl. Jo 14, 16-17)? Eine bösere Lästerung des Heiligen Geistes, als des Geistes der Wahrheit ist nicht denkbar!

"Wer aber gegen den Heiligen Geist lästert,
findet in Ewigkeit keine Vergebung,
ondern ist ewiger Sünde schuldig." (Markus 3,29)

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NÄCHSTES ROSENKRANZGEBET: AH 6.12.84 UM 18 UHR. BETEN WIR BESONDERS FÜR DAS GEISTIGE WOHL UNSERER KLNDER UND DER JÜNGEREN GENERATION, DAMIT SIE NICHT MUTLOS WERDEN UND AN DIESER ARMSELIGEN WELT VERZWEIFELN.
 
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