56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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1. WEIHNACHTEN!
2. MORD IM VATIKAN
3. DIE LÄSTERUNG DES GEISTES
4. DIE ENTFÜHRUNG VON S.E. MGR. NGO-DINH-THUC
5. 'BRÜDERLICHKEIT' IM BROTHER-JAHR
6. ZUR SOG. 'WIEDERZULASSUNG' DER (TRIDENTINISCHEN) MESSE
7. WELCH EINE SCHANDE!
8. DAS GLAUBENSBEKENNTNIS DES HL. ATHANASIUS
9. DER UNTERGANG DER TITANIC...
10. MITTEILUNGEN DER REDAKTION
WELCH EINE SCHANDE!
 
WELCH EINE SCHANDE!

(Bericht aus der röm. Zeitschrift SI SI NO NO, Mai 1984; übers. von A. Frey; gekürzt)


Vorbemerkung:
Nachfolgend veröffentlichen wir den Kommentar von H.H. Don Francesco Putti ("Quanta vergogna") zur Reise von Wojtyla nach Neu-Guinea und zu dessen Besuch bei Vasana Tera, dem Chef der thailändischen Buddhisten. Der Autor ist ein Traditionalist, der (noch) die offizielle 'Kirchen'-Organisation anerkennt.
E.Heller

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Am 8. Mai in Mount Hagen "hat zum erstenmal in der Geschichte ein Mädchen als 'Verkünderin des Wortes' bei einer Papstmesse agiert. Sie las die erste Lesung und war lediglich mit einem Lendenschurz aus Blättern und 'oben ohne' bekleidet (cf. IL TEMPO 9.5.84). Es handelte sich - wie die römische Tageszeitung präzisiert - um Susan Kenye, eine 18-jährige Studentin des Heiligen Dreifaltigkeitskollegs von Mount Hagen." Keine Wilde also, denn dann hätte sie ja nicht lesen können, sondern eine Schülerin einer kirchlichen Schule. Eine gewollte Darstellung der Nacktheit also, die sicher von den Missionaren der Schule und dem päpstlichen Gefolge programmiert war (und von Wojtyla akzeptiert wurde; Anm.d.Red.). Diese Herren hatten gewiß die Stelle aus Gen. 3,21 vergessen, wo es heißt: (Nach dem Sündenfall) "machte Gott, der Herr, Adam und seinem Weibe Fellröcke und bekleidete sie".

Irgend jemand hat aus dieser unglaublichen 'liturgischen Neuheit' einen Zusammenhang mit der Ansprache konstruiert, die Joh.-Paul II. am Nachmittag über die "Inkulturation" dem Episkopat von Neu-Guinea hielt. Aber die sog. "Inkulturation" hat nie und kann nie die Annahme der Sitten der diversen Völker bedeuten, die Früchte der gefallenen menschlichen Natur sind, wie z.B. der Nudismus. Dies wäre ein Verrat an der Mission der katholischen Kirche. Somit bleibt uns die bittere Feststellung, daß es nach der 'liturgischen Neuheit' der Papstmesse in Mount Hagen für die katholischen Priester noch schwerer sein wird, die Scham, den Anstand und die Keuschheit zu predigen.

Im Verlauf derselben Messe "fand beim Offertorium eine Prozession von rhythmisch tanzenden Trommlern statt, und der Chef der Gruppe blies in Abständen abwechselnd rotes und gelbes Pulver in die Luft, um 'symbolischerweise die bösen Geister zu vertreiben'".

Das Hineinbringen eines abergläubischen heidnischen Rituals in die erhabendste Handlung des katholischen Glaubens (die sollte es sein!, Anm.d.Red.) ist an sich schon eine Profanation. Wenn es dazu noch im Beisein dessen passiert, der die Aufgabe hat, den Glauben zu bestärken, wird es, wie die vorausgehende 'liturgische Neuerung' zu einem Skandal für die Universalkirche.

Ehre oder Schande? - Am 9. Mai war Joh.-Paul II. auf den Salomon-Inseln, wo er lächelnd, (wie das Pressefoto zeigt) der Darbietung einer Gruppe von Bauchtänzerinnen zuschaut. (Cf. IL TEMPO lo.5.84.) Tatsächlich ist es örtlicher Brauch, auf diese Weise die Gäste -zu 'ehren'. Aber weder der Bischof noch der örtliche Klerus, die den Empfang des Papstes organisiert haben, noch das Gefolge des Papstes, das die Aufgabe hätte, alles zu überwachen, hatten - wir wollen nicht sagen genügend Glauben - sondern genügend gesunden Menschenverstand, um zu begreifen, daß ein derartiger Empfang für den Stellvertreter Christi nur eine Schande sein kann.

Die Erniedrigung des Papsttums. - Am lo. Mai war der Papst in Thailand, wo er "Seine Heiligkeit" Vasana Tera, dem allerhöchsten Patriarch des thailändischen Buddhismus einen Besuch abstattete. Anschließend der Bericht der Begegnung in der Reportage des Sonderberichtserstatters des IL TEMPO (11.5.84): "Der ehrwürdige Greis von 87 Jahren, in seinem safranfarbenen Mönchskleid, kniete da in der sog. meditativen Haltung der "Erleuchtung". Auf den Schultern trug er goldene Buddhafiguren. Ein unbewegtes Gesicht. Seit seiner Kindheit hat er die Technik der buddhistischen Meditation gelernt, die darin besteht, jegliches Gefühl, selbst das eigene Ich, zu unterdrücken. Er bewegte sich nicht. Er zeigte nicht das geringste Lächeln, als er seinen 'Kollegen' im weißen Gewand sah. Das Geschrei, der Jubel und die Rührung, die der römische Pontifex sonst in der ganzen Welt hervorruft, konnten diesen "Nirvana", diese Verkörperung außerirdischen Friedens, nicht einmal anritzen, umsomehr als das Gefolge rigoros auf Distanz gehalten wurde. Eine Begegnung zwischen Personen also, die der Trennung vom eigenen Ich und der Kontemplation ergeben sind. Joh.-Paul II. ist in diesen leuchtenden königlichen Tempel eingetreten und mußte vorher die Schuhe ausziehen. Der allerhöchste Patriarch schien ihn keines Blickes zu würdigen. Hingegen verbeugte sich der römische Pontifex vor dem Bonzen (und vor den Buddhafiguren, die er auf den Schultern trug) und setzte sich auf einen Sessel vor ihn hin, der aber auf einer deutlich tieferen Ebene stand, als derjenige der allerhöchsten buddhistischen Autorität."

Die Würde eines Amtes ist eine Sache und die Würde der Person, die das Amt bekleidet, ist eine andere Sache. Ein König, ein Präsident der Republik können sich selbst verdemütigen, aber es ist ihnen nicht erlaubt, die Würde ihres Amtes herabzusetzen. Noch weniger ist es dem Papst erlaubt, die Würde des Amtes des Stellvertreters Christi herabzumindern, denn diese Würde hat ihr Fundament in der Person Christi selbst.

In der Rückschau der päpstliche Besuch am 11.12.83 in der Luther-Kirche in Rom, worüber CAROCCIO am 22.1.84 schrieb: "Weil Joh.-Paul II. beim Abendmahl predigen konnte, hat es lange Abhandlungen gegeben, die noch am Sonntag fortdauerten, als der Papst in der nahen Pfarrei S. Camillo war: Diskussionen über die Länge der Ansprache Joh.-Pauls II. (die gekürzt wiedergegeben wurde), darüber, daß der Papst tiefer sitzen mußte als der Pastor, als wäre er ein gewöhnlicher Lektor. Auch darüber, daß Meyer bei der Gelegenheit mit dem Habit eines Pastors und nicht mit jenem eines Dekans - das ihm aber zustand - bekleidet war. Dies, um das Niveau der Begegnung nicht zu hoch anzusetzen."

Welch eine Erniedrigung! Ein buddhistischer Chef und ein protestantischer Pastor trugen Sorge dazu, daß die nicht existierende Würde ihrer Funktion nicht angetastet werde, währenddessen der Papst die wirkliche und höchste Würde der Stellvertretung Christi öffentlich erniedrigt. Er nahm es hin, daß er im Verlauf seiner offiziellen Reisen den Dienern falscher Religionen gegenüber heruntergesetzt wurde. Wir werden uns nicht enthalten, den Skandal festzustellen, von dem die ganze katholische Welt betroffen ist.

(Soweit die Ausführungen von H.H. Don Putti, der in Wojtyla noch das legitime Oberhaupt der Kirche sieht - und deswegen für uns ein unverdächtiger Zeuge ist. Papst ist natürlich als 'Papst' zu lesen. - Wir fügen hier noch Ausschnitte eines Kommentars zum sog. 'deutschen Katholikentag' in München 1984 zu, den ebenfalls ein unverdächtiger Zeuge, Bernhard Ücker - der sich vor Jahren über unsere Aktivitäten zur Reinerhaltung des Glaubens sehr negativ geäußert hatte und mit uns nichts zu tun haben wollte -, am 14.7.84 im Bayerischen Rundfunk gesprochen hatte. Abdruck nach SCHWARZER BRIEF 33/84):

Verehrte Zuhörer!

Da hatte nun eine hochbetagte Bürgerin ihre Ersparnisse geopfert, um rechtzeitig noch zum Beginn des Deutschen Katholikentages die Neuvergoldung der Madonnenstatue auf Münchens Mariensäule zu ermöglichen und kunstfertige Hände haben das Werk auch pünktlich vollendet. Was hätte dann wohl nähergelegen, als die Eröffnung dieser christlichen Tage vor dem altehrwürdigen Wahrzeichen der bayerischen Landeshauptstadt und geschart um die Patrona Bavariae feierlich zu begehen? Doch dieser Akt spielte auf dem benachbarten Odeonsplatz, inszeniert mit vielen Reden und neukatholischem Tandaradei (...) Wer da gehofft hatte, daß dieses riesige Christenheer gleich den von einem Herzen ausgehenden Strömen mit Wallfahrten und Prozessionen nach allen Himmelsrichtungen gegen die Nöte auch unserer Zeit einen Sturm des Gebetes ins Land hineintragen werde, der sah sich bitter enttäuscht. Die kommerziell betriebene Demoralisierung unserer Jugend ist so eine Not und einem Katholikentag hätte die Überlegung gut angestanden, daß diesem organisierten Seelenmord an bereits geborenen Kindern heute nur das Gebet noch wehren kann. Statt dessen präsentierte das Programm jede Menge Diskussionen. Sie gaben den Ton an und erweckten in ihrem Verlauf mitunter den Eindruck, als müsse sich der Herrgott vor einem Hearing verantworten. (...) So besuchte ich einen Gottesdienst mit liturgischem Tanz und meinte zunächst, ich sei in eine Trimm-Dich-Veranstaltung geraten. Denn vom Zelebranten angeleitet formte die Schar jugendlicher Kirchgänger zum Kommunionempfang ein Dutzend Reigenkreise, über Lautsprecherboxen dröhnte dazu eine Rockband eschatologische Donnerweisen, schlug dann softige Töne an und nun bewegten sich die Händchenhalter besagter Reigenkreise im Schunkelrhythmus, machten Rumpfbeugen oder schlugen die Hände über dem Kopf zusammen. Das alles wurde telegen aufgeführt unter dem Licht gleißender Jupiterlampen und ab hier konnte ich das Gefühl nicht loswerden, daß diese tanzende Masse anstelle des Kreuzes auf dem Altar ohne Protest auch eine Jupiterstatue hingenommen hätte. (...) So ein rechtschaffener bayerischer Christentag liefe nicht wie diesmal in München so hohe Gefahr, ein katholischer Supermarkt mit konfessioneller Selbstbedienung zu werden."
 
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