56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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Ausgabe Nr. 11 Monat Dezember 2004
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2005
SPENDENAUFRUF


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Offener Brief an H.H. Bischof M. Pivaruns


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Ad multos annos - Herrn Prof. Dr. D. Wendland zu seinem 80. Geburtstag


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2004
Eberhard Heller: Besuch aus Mexiko


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
Open Letter to most Reverend Bishop M. Pivarunas


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
ROTHKRANZ Y LAS INVESTIGACIONES...


Ausgabe Nr. 10 Monat Dezember 2004
Sobre Monseñor Thuc y Monseñor Carmona


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2005
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN ...


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Offener Brief an H.H. Prof. Dr. August Groß


Ausgabe Nr. 2 Monat März 2003
Wer in der modernen Welt


Ausgabe Nr. 3 Monat April 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2003
The Roman Catholic Diaspora Church


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
Zitate: Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat September 2003
Rothkranz in Untiefen


Ausgabe Nr. 8 Monat October 2003
L’Eglise Catholique-Romaine de la diaspora


Ausgabe Nr. 11 Monat December 2003
De Monseñor Pierre Martin Ngô-dinh-Thuc


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 2 Monat Mars 2002
ES MONSEÑOR LEFEBVRE UN OBISPO ORDENADO VALIDAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat Juli 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 5 Monat September 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Pfarrer Carl Sonnenschein


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
Satanische Tendenzen in der Rock Musik


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 8 Monat December 2002
Is Mgr. Lefebvre a validly consecrated bishop?


Ausgabe Nr. 7 Monat Diciembre 2001
LA IGLESIA CATOLICO-ROMANA EN LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2001
Papsttum als eines Wesens-Elementes der Kirche


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
Über das Papsttum der römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
DIE SCHÖPFUNG - EIN GÖTTLICHER PLAN - Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 8 Monat Januar 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2000
Kurze Antwort auf eine Anfrage zum Sedisvakanzproblem


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
WAR MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 2000
Zum Problem des innerkirchlichen Klerikalismus


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 1999
IN MEMORIAM FRAU ELSE KETTERER


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?- Fortsetzung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
AUS EINEM BRIEF AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1993
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1993
LESERBRIEF


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1994
ZUM PROBLEM DER ERFORDERLICHEN INTENTION BEI DER SAKRAMENTENSPENDUNG


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1995
NUR NOCH AUSLAUFMODELL?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1994
IST MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 11 Monat Juli-Sondernr. 1992
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
DER FALL ESCRIVA


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1992
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RELIGION?


Ausgabe Nr. 4 Monat Mai 2006
DIASPORA


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundes-Republik Deutschland


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundesrepublik Deutschland


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli, Sondernr 2/3 1990
ÜBER DIE GRÜNDUNG DER Una et Sancta ECCLESIA, Vorwort


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1990
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1991
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1991
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1989
MYSTERIUM FIDEI


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1989
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Januar 1989
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE KIRCHE?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1988
LESERBRIEF IN AUSZÜGEN


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Über die christliche Taufe und das Tauf-Sakrament


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
STELLUNGNAHME ZU DEM ARTIKEL DIE KRISE DER APOSTOLISCHEN SUKZESSION...


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Aus EINEM BRIEF VON S.E. MGR. MOÍSES CARMONA


Ausgabe Nr. 3 Monat Sept./Okt. 1987
THEOLOGISCH-PHILOSOPHISCHE REFLEXION ÜBER DEN TRINITARISCHEN GOTT


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1986
Was ist das eigentlich: Die Häresie?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1986
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1986
... DEN LEIB DES HERRN NICHT MEHR UNTERSCHEIDEN...


Ausgabe Nr. 5 Monat Januar 1987
ZUM 'MYSTERIUM FIDEI'


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
... UND SPIEEN IHM INS ANGESICHT ...


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
Die Todsünde der Gotteslästerung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1985
OFFENER BRIEF


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1985
Es WÄRE ZU BEDENKEN


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
EINIGES ÜBER DEN BEGRIFF UND DAS WESEN DES CHRISTLICHEN GLAUBENS


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
BRIEF VON HERRN PROF. DR. D. WENDLAND AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar/März 1986
DAS GLAUBENSBEKENNTNIS DER KIRCHE ?


Ausgabe Nr. 6 Monat Oktober 2006
Der Teufel im Kino


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2006
Und ihr werdet sein wie Gott


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
Y seréis como Dios (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
And thou wilt be like God (Gen. 3,5)


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
Et vous serez comme Dieu


Ausgabe Nr. 11 Monat February 2008
ARE POST CONCILIAR RITES VALID?


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
LA VALIDEZ CE LOS RITOS POSTCONCILIARES CUESTIONADA


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
BIBLIOGRAFIA: VALIDEZ CUESTIONADA DE LOS NUEVOS RITOS POSTCONCILIARES


Ausgabe Nr. 13 Monat Diciembre 2009
L’EGLISE CATHOLIQUE-ROMAINE DE LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2010
Mitteilungen der Redaktion - wichtige Hinweise


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. a-b Ist das sakramentale Priestertum in der Konzilskirche erhalten


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. e-f Die fehlende ‚Intention’ bei der Weihe nach dem Montini-Ritus


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
In memoriam Prof. Wendland


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
Mitteilungen


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
E sarete come Dio (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2011
Zitate aus:Über (...) eine Kirche ohne Papst


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2013
Null und nichtig – der Ritus der Bischofsweihe von 1968


Ausgabe Nr. 3 Monat August 2015
Tuet dies zu meinem Gedächtnis (Lk. 22,19)


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2022
In Erinnerung an Dr. Ante Križić


Der Teufel im Kino
 
Der Teufel im Kino

Warum der Film "Requiem" an seinem Stoff scheitern mußte

Im November 2005 lief - von Kritik und Publikum leider fast unbeachtet - der US-Film "Der Exorzismus von Emily Rose" in den Kinos. Basierend auf dem Buch der deutsch-amerikanischen Kulturanthropologin Felicitas D.Goodman "Anneliese Michel und ihre Dämonen" (Stein a. Rhein, 1980) erzählt der Film die Geschichte einer Studentin, die von schrecklichen Visionen heimgesucht und von dämonischen Mächten attackiert wird. Nachdem die römisch-katholische Kirche in Gestalt ihrer zuständigen Diözese die offensichtliche Besessenheit der jungen Frau als echt anerkannt hat, unterzieht sie sich einem Exorzismus durch einen Priester, stirbt dann jedoch tragischerweise. Wegen "fahrlässiger Tötung" vor Gericht gestellt, wird der Geistliche zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, kann jedoch seine Verteidigerin, eine gestandene Agnostikerin, davon überzeugen, daß die Studentin wahrhaftig besessen war und keineswegs an den Folgen des Exorzismus, sondern mit allergrößter Wahrscheinlichkeit an den ihr seit Jahren völlig grundlos verabreichten Anti-Epileptika starb.

Frau Goodman, deren Spezialgebiet die transkulturelle Religionsforschung ist, wirkte als Beraterin an dem Film mit. Die langjährigen Feldforschungen, die sie bei verschiedenen Völkern betrieben hat, sind für sie Beweis genug, daß dämonische Besessenheit nichts mit sogenannten psychopathologischen Phänomen, psychogenen Geisteskrankheiten, hirnorganischen Psychosyndromen oder gar epileptischen Anfallsleiden zu tun hat, sondern eine in allen Kulturen vorkommende höchst reale Erscheinung ist. In dem o.g. Film zugrunde liegenden Besessenheitsfalle der Pädagogikstudentin Anneliese Michel aus dem mainfränkischen Städtchen Klingenberg, die kurz vor ihrem sechzehnten Geburtstag im September 1968 erstmals einen dämonischen Angriff erlebte, bis sie schließlich am 1. Juli 1976 im Alter von 23 Jahren starb, hat Felicitas D.Goodman dankenswerter auf die evidenten Unterschiede zwischen echter Besessenheit und Geisteskrankheit hingewiesen. Daß die allermeisten Mediziner, Juristen, Journalisten und leider auch Kleriker mit einem solchen Wissen nichts anfangen können ist eine Sache, eine andere ist, daß die modernistischen Theologen, die heutzutage in der Konzilskirche den Ton angeben, die Existenz des personhaften Bösen schlichtweg leugnen. Während der Aufklärer Voltaire und Nietzsche noch wußten, das dies die Substanz der christlichen Religion ausmacht, ist unserer - dank staatlicher Indoktrination, falscher Theologie und massen-medialer Manipulation - inzwischen völlig pervertierten Gesellschaft das Wissen vom Bösen und damit auch die Furcht vor einer gerechten Vergeltung Gottes mit Erfolg ausgetrieben worden.

Als Protestantin sind Felicitas D.Goodman bei ihrer wissenschaftlichen Untersuchung des "Falles Klingenberg" allerdings einige Fehleinschätzungen unterlaufen. So ist ein Exorzismus keine "alte Heilmethode" sondern ein "Sakramentale mit imperativem Charakter ohne physische Wirkung und Gewalt", und natürlich ist ein Besessenheitsfall auch kein "religiöser Ausnahmezustand", sondern "steht immer in einem größeren historischen Zusammenhang", und ist im speziellen Fall von Anneliese Michel "ein einzigartiges Mahnzeichen in einer wirren Zeit, in der viele Menschen, die überzeugt sind, Christen zu sein, in erschreckendem Ausmaß nicht nur der Häresie, sondern auch der Apostasie verfallen, obwohl ihnen ständig das reine Gegenteil eingeredet wird", wie Prof. Dr. Diether Wendland in seinem 1983 erschienenen Werk "Der Besessenheitsfall von Klingenberg oder Der Teufel, die Justiz und die Kirche" schreibt. Sein ausführlicher Bericht, den er nach über siebenjähriger wissenschaftlicher Recherche vorlegte, und der zum Besten und Grundlegendsten gehört, was es über Exorzismus im allgemeinen und den Besessenheitsfall von Klingenberg im speziellen gibt, befaßt sich vor allem mit dem wahrhaft skandalösen Strafprozeß gegen die beiden Exorzisten von Anneliese Michel, Pfarrer Alt und Pater Renz, die wegen angeblich "unterlassener Hilfeleistung" von einem nicht zuständigen Gericht verurteilt und einer sensationslüsternen Meute quasi zum Fraß vorgeworfen wurden. Im Rundfunk wurde Bayern als das Land, "wo die Dämonen heulen" bezeichnet. Presseschlagzeilen forderten: "Das Unwesen muß ausgerottet werden!"

Daß in der zweitausendjährigen Geschichte der römisch-katholischen Kirche noch kein einziger Possedierter durch einen nach dem Rituale Romanum ordnungsgemäß durchgeführten Exorzismus zu Tode kam, wohl aber die Anzahl der Opfer von Arzneimitteln die Zahl der Verkehrstoten inzwischen weit übersteigt, spielte in diesem Schauprozeß keine Rolle. Darüber mag man sich jedoch kaum noch wundern, wenn man weiß, daß selbst in konzilskirchlichen Kreisen offenbar völlig unbekannt ist, daß der heutige gültige Exorzismus auf Papst Pius XII., zurückgeht, der bekanntlich den Wissenschaften gegenüber höchst aufgeschlossen war. Daß der Auftrag, Besessene zu exorzieren, von Jesus Christus selbst kommt, der übrigens zahllose Besessene von ihren Dämonen befreite, davon haben deutsche Richter und Staatsanwälte zwar nicht den blassen Schimmer eines blauen Dunstes, maßen sich jedoch in ihrem Hochmut an über den katholischen Glauben zu urteilen. Von der Gefährlichkeit gewisser Medikamente, wie z.B. dem Anti-Epileptikum "Tegretal", mit dem Anneliese Michel jahrelang traktiert wurde, obwohl bei ihr - wie zahlreiche medizinische Untersuchungen zeigten - überhaupt keine Epilepsie vorlag, war den Herren Juristen und den ansonsten so kritischen und aufgeklärten Journalisten offensichtlich auch nichts bekannt. Tatsächlich ruft dieses Medikament bei langjähriger Einnahme irreversible Leber- und Hirnschäden und zudem - was noch viel gravierender ist - Schädigungen der roten Blutkörperchen hervor. Der Verfasser dieser Zeilen hat besagtes Medikament vor ca. dreißig Jahren im Verlauf einer äußerst schmerzhaften Trigeminus-Neuralgie am eigenen Leib kennengelernt und mußte es bereits nach ein paar Tagen wegen erheblicher Nebenwirkungen absetzen - selbst eine normale Büroarbeit war nicht mehr möglich - und nahm lieber die massiven Schmerzen in Kauf.

Vier Monate nach Scott Derricksons sehenswertem Film "Der Exorzismus der Emily Rose" kam nun der auf der 56. Berlinale mit einem "Silbernen Bären" für die schauspielerische Leistung der Hauptdarstellerin Sandra Hüller ausgezeichnete deutsche Spielfilm "Requiem" in die Kinos. Auch er basiert auf dem "Fall Klingenberg". Anneliese Michel heißt hier Michaela Klingler, leidet an epilepsieformen Anfällen, beginnt jedoch gegen den Willen ihrer tiefgläubigen Eltern ein Pädagogikstudium in Tübingen. Nachdem sich die Anfälle der seit ihrer Kindheit gesundheitlich fragilen jungen Frau häufen und sich auch mit schweren chemischen Keulen nur schlecht kontrollieren lassen, erfahren wir, daß sie keine Ärzte mehr konsultiert und sich stattdessen ihrem alten Dorfpfarrer offenbart. Dieser verweist sie an einen jüngeren Kleriker, der sie mit Unterstützung des alten Priesters einem von der Diözese schließlich genehmigten Großen Exorzismus unterzieht. Der Film endet mit der erzwungenen Rückkehr in ihr Elternhaus, von ihrem Tod erfährt der Zuschauer durch ein eingeblendetes Schriftbild.

Man muß Hans-Christian Schmids "Requiem" zugute halten, daß der Film auf alles vordergründig Spektakuläre verzichtet, ein sogenannter Genrefilm wie z.B. William Friedkins Klassiker "Der Exorzist", der übrigens völlig zu Unrecht als bloßer Horrorfilm unterschätzt wurde, ist er gewiß nicht. Und er hat eine großartige Hauptdarstellerin: Sandra Hüller in der heiklen Rolle der Michaela Klingler. Mehr Gutes läßt sich allerdings über den Film nicht sagen, denn leider stimmt fast nichts an der Geschichte, die er erzählt. So litt die junge Frau, wie Felizitas D.Goodman anhand der von ihr recherchierten ärztlichen Untersuchungsberichte herausfand, weder an Epilepsie noch an einer Psychose, und ihre Eltern waren auch keineswegs gegen das Studium in Würzburg, sondern unterstützten sie in ihrer Absicht, Lehrerin zu werden. Vollkommen falsch ist ebenfalls, daß sie keine Ärzte mehr konsultiert hätte, ganz im Gegenteil hatte sie eine wahre Odyssee durch das deutsche Medizinsystem hinter sich, doch die ihr über Jahre hinweg unkontrolliert verabreichten chemischen Keulen - ohne daß zuvor jemals irgendwelche krankhaften Befunde erhoben wurden -, erreichten nur, daß ihre geistig-seelische Abwehrkraft gegen die dämonische Besessenheit zum Schluß gegen Null tendierte. Und die junge Frau war natürlich auch nicht im Haus ihrer Eltern eingesperrt, wie der Film suggeriert, sondern reiste in den Intervallen, in denen sie sich absolut wohl fühlte, immer wieder - die Exorzismen dadurch unterbrechend - zum Studium nach Würzburg.

Es gibt zwei annehmbare Thesen, was nun tatsächlich zum Tode von Anneliese Michel führte. Sowohl die These von Felicitas D.Goodman, daß die jahrelange, grundlose Verabreichung härtester Anti-Epileptika wie "Tegretal" ihren Tod herbeigeführt haben kann, wie auch die These von Prof. Dr.Dieter Wendland, daß der in A.M.´s Besessenheit real gegenwärtige signifikante Dämon, dem es im Gegensatz zu den bereits ausgetriebenen Dämonen gelungen war die beiden Exorzisten zu täuschen, schließlich ihren Tod verursachte und diesen sogar zeitlich exakt vorhersagte ("Im Sommer geht's wieder rund, wenn's kracht!") dürfen als glaubhaft und nicht widerlegbar angesehen werden. Sehr wahrscheinlich ist auch ein Zusammenspiel dieser beiden Faktoren. Für den Film und seine von der FAZ bis zur "Jungen Freiheit" unkritisch-begeisterten Kritiker steht indes glasklar fest, daß die Exorzismen zu ihrem Tod führten. Daß dies gar nicht möglich ist, da es in der gesamten Kirchengeschichte keinen einzigen Fall gibt, in der ein Besessener durch einen Exorzismus zu Tode kam, haben wir bereits schlüssig dargelegt. Was bei dem ganzen "Fall" völlig offen bleibt ist die Frage, warum weder in dem berüchtigten Schauprozeß noch in dem hochgelobten Film "Requiem" von den vierzig Tonbandcassetten, die die beiden Priester von den Exorzismen aufgenommen hatten, überhaupt keine Rede mehr ist. Der US-Film "Der Exorzismus von Emily Rose" thematisiert dies dank der Beratung durch Frau Goodman, die die Tonbandcassetten einer wissenschaftlichen Analyse unterzogen hatte, nach der sie zu dem Schluß kam, daß hier ein echter Besessenheitsfall vorlag, nämlich durchaus. Aber "Requiem" ist eben ein deutscher Film, der den Stand heutiger politik-kultureller und religiöser Korrektheit nie aus den Augen verliert und sich gerade dadurch an seinem schwierigen Stoff so gräßlich verhebt und verrenkt, daß man ihn nur als rundum gescheitert bezeichnen kann. Kenntnisarm, wie er ist, ist er aber vor allem eines nicht geworden: Anneliese Michels Requiem.

Werner Olles
 
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