56. Jahrgang Nr. 4 / Juli 2026
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1. Die Ereignisse der beiden letzten Jahre
2. LEBENSLAUF S.E. MGR. PIERRE MARTIN NGÔ-DINH-THUC
3. DIE BISCHOFSWEIHEN
4. EIN BRIEF VON BISCHOF MOISES CARMONA
5. LEBENSLAUF VON MGR. GEORGE MUSEY
6. BISCHOFSWEIHEN VON BRAVO, MARTINEZ, VEZELIS
7. EINIGE ANMERKUNGEN ZU DEN VON MGR. NGO-DINH-THUC UND MGR. CARMONA GESPENDETEN BISCHOFSWEIHEN
8. DIE WEIHE EINES BISCHOFS
9. DIE ANGRIFFE
10. DER FALL BARBARA
11. ERZBISCHOF PETER MARTIN NGO-DINH-THUC
12. ECONES WARNUNG AN TRADITIONALISTISCHE KATHOLIKEN BETREFFS FALSCHER HIRTEN
13. EIN SCHLECHTER PAPST
14. WIE DIE SCHEMATA ZUR LITURGIEREFORM UNTERZEICHNET WURDEN
15. UNSERE AKTIVITÄTEN
16. WO STEHEN WIR?
DIE WEIHE EINES BISCHOFS
 
DIE WEIHE EINES BISCHOFS


(aus: THE SERAPH, Vol.III. Nr.1, September 1982;
hrsg. v. S.E. Bischof Louis Vezelis, Rochester, N.Y., U.S.A. - Leicht gekürzt; übers. v. Eugen Golla)



Immer haben nur sehr venig Menschen die Gelegenheit, Zeugen der Weihe eines römischkatholischen Bischofs zu sein; so war es schon vor dem großen Abfall. Derzeit trifft dies noch mehr zu, da die katholische Kirche auf eine so kleine Zahl vermindert worden ist. Man ist erschüttert bei der Betrachtung einer Weltkirche, die einst Millionen von Gläubigen zählte und die in kurzer Zeit auf einige wenige vermindert wurde. Indem einerseits mittels eines psychologischen Prozesses der Geist stufenweise in den gewünschten Zustand gebracht wurde und andererseits unvermeidlich Gott seine Gnade entzog, war die Zerstörung der katholischen Kirche beinahe sicher.

Der Klerus, der an einem bequemen Leben interessiert war, war zu weich, um dem, was sich ihm darbot, Widerstand zu leisten. Rechtfertigung, Rationalisierung und Abschieben der Verantwortung befreiten leicht jedermann, ob Kardinal, Bischof oder Priester, Mönche und Laien von der Pflicht der Verteidigung des Glaubens.

Jede Art von erfolgreichem Widerstand schien neutralisiert durch Massen von Priestern aller Rangstufen und Laienführern mit ihren 'Gefühls-Trainings'-Programmen, die nichts mehr als ärmlich verhüllte Gehirnwäsche Sitzungen waren. Die wenigen widerstrebenden 'Reaktionäre' würden ja doch zur rechten Zeit erledigt sein. Die alten Menschen wurden beschwatzt und umschmeichelt, eine Schwindelmesse anzunehmen, die, wie man sagte, nur eine 'modernisierte Form' der alten ist. Eine Messe ist eine Messe, dieses Argument ging um.

Junge Männer, ausgebildet in umstürzlerischen Seminaren wurden schon durch ihre Professoren in ihrem Glauben geschädigt. Sie werden auftauchen als Soziologen und überqualifizierte und unterbezahlte Diener des Humanismus. Sie werden die Irrtümer ihrer Lehrer mit voreingenommener Loyalität in die Öffentlichkeit bringen.

Ein einzigartiges 'Ökumenisches Konzil' hat dies alles auf die Bühne gebracht. Der sog.'sichtbare Stellvertreter' Christi (ein Mann für die Welt sichtbar sowie ein Stellvertreter Christi) wird nun - verfälschte - Dokumente unterzeichnen und daher vor der Welt den Anschein der Gesetzmäßigkeit und Amtlichkeit erwecken. Jeder wird also mit dem Finger auf den 'sichtbaren Stellvertreter Christi' zeigen können und teilnehmen dürfen an der Zerstörung des Glaubens und der katholischen Kirche mit der Überzeugung, hierbei Gottes Segen zu haben. In der Tat: "Sie werden euch töten und dabei glauben, Gott zu ehren ..." so lautet eine Bemerkung Christi.

Das Priestertum, das durch falsche Riten und falsche Lehren über seine Natur verdorben ist, sichert die endgültige Zerstörung des katholischen Priestertums. Ohne dieses gibt es nicht das erlösende Opfer der Messe in Zeit und Raum. Diese ist das letzte Ziel, aber sie kann nur durch Zerstören des Priestertums zerstört werden. Das ist etwas, was viele vergessen - gerade die, welche die wahre Messe besuchen und zugleich die Verleumder der Priester unterstützen. Sie können nicht den Zweck solcher Verunglimpfungen verstehen: die noch übriggebliebenen treuen Geistlichen zur Unwirksamkeit zu verurteilen. Das Volk von seinen Priestern zu entfernen ist ihr Ziel.

Viele - Priester und Laien - hatten große Achtung und schätzten sehr denjenigen, der gleichsam die einzige sichtbare Hoffnung für die katholische Kirche der Zukunft zu sein schien: Erzbischof Marcel Lefebvre. Er hatte - mit wenigen Ausnahmen, wenn es überhaupt solche gab - die moralische Unterstützung aller, welche die wirkliche Gefahr in der Kirche sahen. Jedermann weiß, daß sein Seminar illegal ist, ebenso die Priesterbruderscbaft des hl. Pius X. und daß sie weder "de facto" noch "de jure" in der katholischen Kirche existiert. Sie besteht aber auch nicht in der Konzilskirche. Ich sage, daß all dies erfahrenen Katholiken bekannt war und noch ist. Aber man achtete nicht darauf. Die außergewöhnliche Zeit, rechtfertigte alles. Das war und ist die Meinung in vielen Kreisen.

Die Anträge, die Erzbischof Lefebvre dem Oberhaupt der Konzilskirche machte, sowie seine ständigen Ausflüchte hinsichtlich seiner wahren Stellung haben es eifrigen Beobachtern klargemacht, daß Erzbischof Lefebvre oberflächlich (besser: bewußt inkonsequent; Anm.d.Red.) handelt.

Die Zeit zum Handeln ist gekommen. Die gegenwärtigen und zukünftigen Nöte der Kirche veranlaßten Erzbischof Thuc, mehrere Bischöfe zu weihen. Die gegenwärtige Not der katholischen Kirche verlangt die sichtbare Gegenwart von gültig geweihten Bischöfen, um das auf göttlicher Einrichtung beruhende Amt eines Bischofs auszuüben. Ein Bischof richtet, erklärt, weiht, ordnet an, opfert, tauft und firmt.

Zunehmendes Chaos und wachsende Anarchie, von manchen absichtlich aufgezogen und von anderen ausgenützt, machen aus der katholischen Kirche ein Ärgernis für viele und einen Sorgenquell für alle.

Satans Plan der Vernichtung des mystischen Leibes Christi ist daher durch die Weihe der Bischöfe vereitelt. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie diese unheiligen Horden der Hölle sich anstrengen werden, um so eine Weihe zu sabotieren. Gerade die, welche sich über dieses Anzeichen eines geistigen Ostern in der Kirche freuen sollten, sind infolge menschlicher Schwäche dazu verführt worden, zu negieren, was Gott gewähren ließ.

Die durch die Bewohner des Vatikans verursachte unmögliche Lage, sowie der endgültige Verrat von Erzbischof Lefebvre riefen die energische und wirksame Tat von Erzbischof Thuc hervor. Dieser kampferprobte Erzbischof kennt das Spiel und den Preis.

Die Weihe des zum Bischof erwählten Louis Vezelis O.F.M. erhöhte die Zahl der bekannten und rechtgläubigen römisch-katholischen Bischöfe in den Vereinigten Staaten auf zwei. Es gibt nur zwei loyale römisch katholische Bischöfe in den Vereinigten Staaten, an welche sich die römischen Katholiken mit vollem Vertrauen zwecks Übernahme der Führung wenden können. Die Kirchengeschichte erläutert umfangreich, daß der einzige Unterschied zwischen der gegenwärtigen Lage der Kirche und ähnlichen in der Vergangenheit, in der Größe des Abfalls liegt. Gegenwärtig hat er Ausmaße erreicht, von denen man sich bisher gar keine Vorstellung machen konnte. Trotz dem in jedem Zeitalter herrschenden Durcheinander, blieb immer eine kleine Schar treuer Katholiken um ihre Bischöfe und Priester geschart. Die katholische Kirche kann auf ein absolutes Minimum verkleinert werden: einen Bischof und einen Laien; sie wird immer noch die von Jesus Christus gegründete katholische Kirche sein, wider die die Pforten der Hölle niemals die Oberhand gewinnen können. Wie in der Vergangenheit, kann sich die beinahe ausgelöschte Kirch´ aus ihrer Asche wieder erheben, so wie sie war. Das ist es, was sie tut.

Durch diese Weihe sind wir Zeugen einer übernatürlichen Tat geworden. Nur allzu oft verfehlen auch die Gläubigen diese überaus wichtige Wahrheit. Es ist dies eine Tat, welche auch der Gipfel menschlicher Bosheit nicht rückgängig machen, und die Raserei Satans nicht verhindern kann.

***

DAS HEILIGE OFFIZIUM ÜBER DIE ÄNDERUNG
DER KONSEKRATIONSWORTE DES KELCHES



Am 24. Juli 1958, wenige Wochen vor dem Tode Pius XII. erließ das hl. Offizium folgende Mahnung (monitum), laut welcher es strikte untersagt ist, die Form der Konsekration des Kelches zu ändern oder auch nur die geringste Änderung in der Materie und Form der Sakramente überhaupt einzuführen:

"Diese heilige Kongregation hat erfahren, daß in der Übersetzung der neuen Karwochenordnung in die Volkssprache die Worte 'Mysterium fidei' in der Form der Konsekration des Kelches ausgelassen worden sind. Zudem ist berichtet worden, daß manche Priester diese Worte bei der Zelebration der Messe selbst auslassen.

Daher macht diese höchste Kongregation darauf aufmerksam, daß es nicht erlaubt ist (monet nefas esse), in eine so heilige Sache Änderungen einzuführen und die Ausgaben der liturgischen Bücher zu verstümmeln und zu fälschen (vgl. Can.1399, n.lo) (in rem tarn sanctam immutationes inducere et editiones liturgicorum librorum mutilare vel interpolare).

Die Bischöfe sollen also dafür sorgen, nach dem Sinn der Mahnung des hl. Offiziums vom 14. Februar 1958, daß die Vorschriften der hl. Kanones über den Gottesdienst gewissenhaft beobachtet werden, und sollen eifrig darüber wachen, daß es niemand wagt, auch nur die geringste Änderung in die Materie und Form der Sakramente einzuführen. (Current Episcopi... ut praescripta sacrorum canonum de cultu divino stricte serventur atque sedulo advigilent, ne quis audeat immutationem vel minimum in materiam et formam Sacramentorum inducere.) - Übers, nach: Majer, Neueste Kirchenrechtssammlung IV, S.363. Das Monitum selbst s.b. AAS 5o, 1958, S.536.
 
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