56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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Ausgabe Nr. 8 Monat März 1989
AARON LUSTIGER


Ausgabe Nr. 7 Monat März 1984
REFLEXIONEN UND MOMENTE EINER KRITISCHEN ANALYSE


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1981
JUIF ET CHRETIEN: RÉPONSE DE J. M. LUSTIGER À L'AGENCE TÉLÉGRAPHIQUE JUIVE


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1981
JUDE UND CHRIST


Ausgabe Nr. 4 Monat November 2016
Et regnabunt cum Christo mille annis


REFLEXIONEN UND MOMENTE EINER KRITISCHEN ANALYSE
 
REFLEXIONEN UND MOMENTE EINER KRITISCHEN ANALYSE
ÜBER VERSCHIEDENE UMSTÄNDE
IM AUFGEWÜHLTEN GEWÄSSER DES TRADITIONALISMUS ZU SEGELN



von
M. Henault
übers. von Eugen Golla

Unter diesen Arten befindet sich auch die von Mgr. Lefebvre, der zwar alles sagte, aber auch von allem das Gegenteil. Wie soll man siah dieses "Umdrehen des Mantels" erklären? Nach unserem Gefühl zog er es vor, der Versuchung der großen Zahl und des Erfolges zu unterliegen, statt einen Bischof zu weihen, der die Zukunft des Klerus von Econe und der Kirche und zugleich seine eigene Nachfolge gesichert hätte. Als schlimmste Geißel fürchtete er nämlich die 'Exkommunikation', mit der die Besetzer des Apostolischen Stuhles drohen. Mgr. Lefebvre sind die vollen Seminare und die großen Gemeinschaften von heute, deren - in der letzten Nummer des "Briefes an Freunde und Wohltäter" - gezeigtes Schaufenster (in der Person von Abbé Schmidberger) uns übel werden läßt, lieber die geschlossenen Häuser von morgen. Was wird im Falle des Ablebens von Mgr. Lefebvre aus seinem Werk? Außer ihm, den das eigentlich angehen sollte, gibt es niemanden mehr, der sich noch Illusionen über das fatale Ende der Bruderschaft macht.

Aaron Lustiger, der ganz gut die katholische Lehre kennt - die Lehre einer Religion, welche nicht die seinige ist - läßt dieses Ende ahnen in einem Aufruf zur Ordnung an ein Mitglied dieser Bruderschaft, den Besetzer einer Kirche, die seiner 'Jurisdiktion' unterstellt ist. Diese Verwarnung hätte zu anderen Zeiten an Mgr. Lefebvre persönlich gerichtet werden müssen, sein zweites Ich (?!), wenn der Letztgenannte Superior der Bruderschaft geblieben wäre. Aaron Lustiger hat nun den derzeitigen 'Pfarrer' von Saint Nicolas du Chardonnet darauf hingewiesen, daß er erlaubterweise weder Beichte hören noch Trauungen vernehmen dürfe, da er ebenso a divinis suspendiert sei wie der Prälat von Econe, der ihn ordiniert habe. Folglich könne ihm ein Bischof, der in Verbindung mit dem Papst stehe, keine 'missio canonica' erteilen. Hier wäre also in Sachen der Lehre eine bestimmt gehaltene Richtigstellung nötig, wenn sich Aaron und Lefebvre in der gleichen Lage befänden, was auch im entfernsteten nicht zutrifft. Der eine ist ganz mit dem 'Papst' (?!) in der Zerstörung des Glaubensgutes einig. Und ist er nicht sein Landsmann und Joh. Pauls II. Freund, sein 'Küken'? - Der andere hält sich auch für einen Freund - natürlich für einen uneingestandenen -, für ein geheimes Protektionskind eines 'Papstes', der der Gefangene seiner Umgebung sein soll, somit auch von Aaron Lustiger! Was für ein Durcheinander! Man könnte glauben, es handle sich um eine Science-Fiction!! Und dennoch stimmt es, auch wenn es den Irrsinn (die unkontrollierte Freiheit) zeigt, von dem zahlreiche Traditionalisten befallen sind.

Wie mit Mgr. Lefebvre verhält es sich mit Abbé Coache, der soeben eine Abhandlung über den berüchtigten Luther herausgegeben hat. Leider! Der Zickzackläufer hütet sich wohl, Johannes Paul II. anzugreifen, den Hauptverantwortlichen dieser widerwärtigen, schmutzigen und sakrilegischen Rehabilitation. Die Wirkung gleicht einem Schlag ins Wasser: die Ehre von Johannes Paul II. bleibt wieder einmal unangetastet dank der Laschheit des Klerus, der wegen seiner Kapellen oder Geldbeutel - was auf das gleiche hinausläuft - herumschleicht.

Was für die vorgenannte Abhandlung gilt, trifft auch zu auf den "Brief an einige Bischöfe", der auch nichts anderes als ein Schlag ins Wasser ist, wie es schon die Mitverfasser feststellen konnten, die doch von früher her schon die Bestätigung hatten, daß der Bischof ihrer Wahl, Mgr. Castro Meyer, niemals handelt, wenn es zu handeln gilt. Wie kann es auch anders sein, da der Ex-Bischof von Campos ebenso ein Anhänger Johannes Pauls II. ist wie der ehemalige Erzbischof von Dakar? Außer diesen zwei falschen Athanasiussen - oder Hilariussen - hat auch P. Barbara keinen weiteren Bischof mehr gefunden als den Ex-Erzbischof Mgr. Ngo-dinh-Thuc. Warum also nicht die Experimente der andern berücksichtigen? Der Erfolg dieses von P. de BligniËre und Abbé Lucien veröffentlichten Briefes hatte nur den relativen, aber zweifelsohne gesuchten Erfolg des "Liber accusationis" ("Anklageschrift"): dieses reichte hin für eine Show - wohl beabsichtigt - in Ermangelung einer Beweisdarlegung in aller Sachlichkeit.

Es verhält sich mit diesen wie mit den Vorhergehenden, nur mit einem kleinen Unterschied im Zuschnitt: die Abbés von dem untergegangenen Cassicia sind überspannt nach all dem, was sie von ihrem alten Lehrer aus Saulchoir erhalten haben. Aber haben sie sich wahrhaft seine Gedankenwelt angeeignet? Hat nicht die allzu verweltlichte Universitätsausbildung die Oberhand über die Ausbildung in Econe, welche geschädigt wird durch die Freiheit in den kleinen Seminarien und behindert durch den Mangel an Praxis in der Seelsorge? Man hat wohl Recht, dies zu glauben, wenn man ihr Benehmen gegenüber Mgr. Guerard des Lauriers, dem wahren unvergleichlichen Gelehrten der CASSICIACUM-Hefte sieht. Diese Abbes gehen soweit, daß sie zwar die von Mgr. Lefebvre geweihten hl. Öle benützen *), zugleich aber die Schriften von Mgr. Guerard des Lauriers studieren. Was für ein Widerspruch!!! Die Begriffe materialiter und formaliter - von ihnen vor nicht all zu langer Zeit so intensiv benützt - sind für sie definitiv anwendbar, aber im umgekehrten Sinne, als jene sie andern auslegten. - Es ist hier nicht der Ort, darüber zu erstaunen, denn diese 'netten' Abbes - ungefährlich für die Konzils-, Lefebvre- und Coache- Sekten - vermögen nicht zu unterscheiden zwischen Buchstabe und Geist. Mit einigen Ausnahmen sind sie im kirchlichen Recht ebenso wenig bewandert wie in Liturgie und Gregorianik. Sie sind durchdrungen von weltlichen Wissenschaften und haben keinen theologischen Sinn für religiöse Probleme. Sie machten sich lächerlich, sind überspannt.

Faselnd, herumschleichend, überspannt (im Französischen: "Divagante, pervagante, extravagante"), das sind die Hirten des Traditionalismus! Alle verloren den Kopf hinsichtlich der Zukunft ihres Priestertums. Schlimmer noch, sie ließen dies auch die große Mehrheit ihrer Pfarrkinder tun. Aber die Zukunft des Priestertums ist auch die Zukunft der Kirche, dieserhalb schlagen wir uns doch herum seit dem Ende des revolutionären Vatikanums II.

Glücklicherweise trafen wir auf unserm Weg einen, der von der Kirche ist - und nicht von einer Kapelle, wie alle die, welche uns bis heute führen wollten. Es ist Mgr. des Lauriers, der uns den wahren Priester von Chemeré erkennen ließ, der ihm nicht so folgt, wie diejenigen, welche er nur fasziniert. "Confunduntur superbi...". Möge er alle die Hochmütigen zuschanden machen und alle aufklären, die guten Willens bleiben! Trotz alle dem können wir uns nicht von diesen jungen Abbés abwenden, ohne ihnen eine letzte Frage zu stellen: "Wie könnt ihr, die ihr die von Mgr. Lefebvre geweihten heiligen Öle benützt, aber die von Mgr. Guerard des Lauriers geweihten ablehnt, in der Morgenröte dieser Ära des Mischens und Weichknetens, die ihr einleitet, nach dieser Ära einer von anderen eingeleiteten Poly-Kultur, euch noch um die Lehre eines Mgr. des Lauriers bemühen und euch nicht vielmehr angesprochen fühlen von der theologischen Verwarnung des Aaron Lustigers?"

Eure Antwort könnte vielleicht einige von uns hindern, durch eure Schuld Umherirrende zu werden.

Anmerkung:
*) Nach Versicherung von S.E. Mgr. Guerard des Lauriers haben H.H. Bruno Schäfer und Abbé Lucien die hl. Öle in den letzten Jahren von ihm - und nicht von Mgr. Lef. - angefordert.
 
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