56. Jahrgang Nr. 4 / Juli 2026
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1. QUELQUES OBSERVATIONS SUR PAUL VI PENDANT LE CONCILE VATICAN II
2. DER NEUE KONZILSGOTT
3. BISCHOFSWEIHE, PRIESTERWEIHE- Curriculum Schäfer
4. LEBENSLAUF S.E. MGR. PIERRE MARTIN NGÔ-DINH-THUC
5. NACHRICHTEN ÜBER UNSERE BISCHÖFE
6. DER FALL BARBARA
7. BRIEF AN S.E. MGR. PIERRE MARTIN NGÔ-DINH-THUC
8. M. LEFEBVRE IN MEXIKO
9. JOHANNES PAUL II. UND DIE UNO
10. OFFENER BRIEF AN MIT-CHRISTEN - AUS USA
11. DER ARIANISMUS
12. DIE PROGRESSISTEN - GEDANKEN EINER MUTTER
13. NACHRUFE
14. NACHRICHTEN NACHRICHTEN
15. MITTEILUNGEN DER REDAKTION
M. LEFEBVRE IN MEXIKO
 
M. LEFEBVRE IN MEXIKO

(übers. von Gladys Resch)

Anacleto Gonzales Flores
Av. Ricarte 461

Mexico 14.D.F., 21. Februar 1981


Liebe Freunde in unserm Herrn Jesus Christus!


Hiermit bestätige ich den Empfang Ihres Briefes vom 12. Februar und der Übersetzung des Berichtes in TRENTO (von Gloria Riestra). Nun zu dem Besuch von M. Lefebvre in Mexiko:

Vor einiger Zeit ist Abbé Bolduc an eine in Mexiko wohnende Familie herangetreten, um eine Anleihe für ein Seminar in El Paso / Texas zu erhalten. Diese Familie hatte H.H. Pater Saenz y Arriaga finanziell unterstützt. Obwohl Econe Pater Saenz Einstellung bezüglich der Ungültigkeit des sog. 'N.O.M.' und der Häresie Pauls VI. nicht teilt, hat Bolduc keinen Augenblick gezögert, gerade jene um Geld anzugehen, die Econe selbst als Schismatiker bezeichnet, denn diese Familie betet nicht "una cum Joanne Paulo II". Diese (Bettel)Aktion wurde von J. Jesus Mufioz aus Ciudad Juárez eingefädelt, der ein enger Freund von Bolduc ist. Herr Mufioz ist Mitglied der Geheimorganisation "Muro" - bittere Feinde von Pater Saenz.

Bolducs Vorhaben bezog sich nicht nur auf die eigene finanzielle Unterstützung, sondern er wollte zugleich die genannte Familie veranlassen, ihre materielle Hilfe für die UNION TRENTO einzustellen, da sie - so Bolducs Ansicht - politisch engagiert sei.

Von der genannten Familie wurde Bolduc geraten, M. Lefebvre zukommen zu lassen, daß sein geplanter Besuch in Mexiko nicht erwünscht sei, da sowohl die Priester als auch die Laien der UNION TRENTO nicht willens seien, Lefebvre zu empfangen.

Abbé Bolduc war damit prinzipiell einverstanden, bestand aber auf der finanziellen Forderung mit der Begründung, auf M. Lefebvre seien mehrere Anschläge geplant gewesen. Wie dem auch sei: Jedenfalls hat M. Lefebvre nicht auf den Rat, nicht nach Mexiko zu kommen, geachtet und ist unangemeldet über Ciudad Juárez nach Mexiko gekommen; er flog nach Mexiko City, kam dann zum Flughafen Veracruz, wo er von TRENTO-Anhängern gesichtet wurde. Durch die Zeitungen wurde dieser 'heimliche' Besuch publik gemacht, und so wußte ganz Mexiko Bescheid. M. Lefebvre kam zusammen mit Abbé Bolduc, M. Babinette, M. Faure als Gäste des mexikanischen Priesters Pater Esteban Camacho Baruki, dem öffentliches Ärgernis, Rauschgifthandel und Verkehr mit zweifelhaften Mädchen vorgeworfen wird - außerdem, daß er jüdischer Abstammung ist (Baruki = Baruch). Dieser Pater wurde selbst von der nach-konziliaren 'Kirche' wegen öffentlichen Ärgernis ausgestoßen. Darüber verärgert bot er zunächst unserer Vereinigung seine Kirche an. Doch unser Präsident, H.H. Pater Carmona, lehnte dieses Angebot ab. Daraufhin ging P. Camacho auf Vermittlung der Lefebvre Gruppe in Mexiko City unter Rafael Magallon zu Lefebvre.

Pater Camacho besuchte jene Städte, in denen die UNION TRENTO Kirchen gerettet hatte, und bat, man möge doch Mgr. Lefebvre empfangen und bot sogar Geld zu den Vorbereitungen dafür an. Zum Präsidenten der UNION TRENTO ging P. Camacho nicht, d.h. zu Pater Carmona, sondern versuchte ihn zu umgehen.

P. Camachos Ansuchen wurde mit einem klaren "Nein!" beantwortet, so von H.H. Pater Esteban Lavagnini, einem der Priester der UNION TRENTO im Staate Morelos - der Diözese von Méndez Arceo, in der TRENTO Kirchen gerettet hat, sogar in Cuernavaca City.

In Ojitlán Oaxaca konnte M. Lefebvre Jungen und Mädchen firmen. Das war aber auch der einzige Ort, wo ihm eine Kirche zur Verfügung gestellt wurde. Alle anderen umliegenden Gemeinden verweigerten M. Lefebvre die Benutzung ihrer Kirchen. Zur gleichen Zeit veröffentlichten die Zeitungen von Morelos (Diözese von Méndez Arceo) die Nachricht von einem Interview mit dem 'roten' 'Bischof' Méndez Arceo und Mgr. Lefebvre - man weiß nicht, ob es wirklich stattfand. Aber Méndez Arceo und 'Bischof' Talamas haben öffentlich verlautbaren lassen, die Mexikaner möchten sich gegenüber M. Lefebvre doch tolerant verhalten. Zusätzlich hat ihm unsere Regierung eine Schutzgarde gestellt - die gleiche Regierung, die ihm Jahre zuvor die Einreise verweigerte.

In den Zeitungen von Morelos gab sich jemand als Führer der TRENTO-Leute aus und lud auf diese Weise M. Lefebvre ein, die Kirchen der treuen Gläubigen der UNION TRENTO zu besuchen. Daraufhin veröffentlichten wir in den Spalten der entsprechenden Zeitungen für teures Geld unsere ablehnende Haltung gegenüber Lefebvre, u.a. in der bekanntesten Zeitung von Mexiko-City, dem EXCELSIOR,und in anderen Blättern, die in Cuernavaca erscheinen. An den Kirchen der UNION TRENTO hängten die Leute Schilder auf: WEDER FÜR LEFEBVRE NOCH MÉNDEZ ARCEO, DIES IST EINE KATHOLISCHE KIRCHE!

M. Lefebvre wußte nicht, wohin er gehen sollte. So begann er, die attracktiven Ruinen von Oaxaca zu besuchen, ebenso schaute er sich gleichsam als Tourist die Kirchen aus der Kolonialzeit an. Die Lefebvre-Gruppe um Rafael Magallon in Mexiko-City sandte einen Brief an Abbé Babibette (von der Bruderschaft St. Pius X.), um ihn zu informieren, daß es ihnen unter den gegebenen Umständen unmöglich sei, den Erzbischof Lefebvre zu empfangen. (Dieser Brief wurde dann auch publiziert.)

In einem Presseinterview erklärte M. Lefebvre, daß er die sog. 'neue Messe' für gültig hält und daß er in den Lehraussagen von Johannes Paul II. und Paul VI. keine Abweichungen von der katholischen Doktrin feststellen könne. (Anm.d.Red.: man vergleiche dazu die Aussagen von dem Lefebvre-Freund, Prof. Siebel, zur Enzyklika REDEMPTOR HOMINIS!)

Schließlich lud eine traditionalistische Gruppe von Orizaba Veracruz M. Lefebvre heimlich ein, nach Cordoba zu kommen. Diese Gruppe wird von einer Lehrerin, Ofelia Gomez geleitet. Diese Leute unterrichten die Kinder nach dem vor-konziliaren Katechismus, um sie dann in der nach-konziliaren 'Kirche' zur sog. 'Erstkommunion' gehen zu lassen! Jedenfalls ging der franz. Mgr., der in Mexiko nicht empfangen wurde, nach Cordoba.

Dort muß es zwischen den Mitarbeitern von M. Lefebvre intern zu gewaltigen Spannungen gekommen sein. Pater Camacho fuhr direkt aus der Haut, beschimpfte Journalisten, die die uns bis dahin unbekannte Tatsache veröffentlichten, daß es sichbei P.Camacho um einen freigelassenen Verbrecher handle. Weder in Cordoba noch in Orizaba war eine Kirche verfügbar. Es fanden nur Privatbesuche statt. Daraufhin flog Mgr. Lefebvre wieder nach Mexiko-City, ohne jedoch die Stadt zu besuchen, denn er flog gleich weiter nach Guadalajara, wo er einen Freund, einen amerikanischen Bankier mit einem Sommerhaus in Chápala Lube, besuchte. In Guadalajara konnte er ebenfalls keine Kirche bekommen, da die Ortsgruppe von Pater Campos im geheimen arbeitet. (Pater Campos ist ein Jesuit, der Pater Saenz feindlich gesinnt war. Von ihm stammt ein Buch, in dem er behauptet, daß er in den Texten von Vatikanum II keine Häresien bzw. der Häresie verdächtigen Stellen entdecken könne.) M. Lefebvre konnte darum die Messe nur in einem Raum eines Süßwarengeschäftes zelebrieren.

Er kam daraufhin nach Mexiko zurück. Jemand konnte die derzeitige Regierung dazu bringen, Mgr. Lefebvre freie Beweglichkeit in unserem Lande zu gewähren, ebenso gab sie ihm als Begleitschutz eine Abordnung der Geheim-Polizei mit. Das konnte relativ leicht realisiert werden auf grund der veränderten Einstellung von Lefebvre, wodurch er sich das Wohlwollen unserer freimaurerisch-liberalen Regierung gewonnen hatte.

An einem Samstag strahlte das mexikanische Fernsehen eine Sendung mit H.H. Pater Adolfo Zamora, einem Priester der UNION TRENTO, und einer Gruppe von Laien aus. Die Lefebvreisten weigerten sich, an einer öffentlichen Diskussion teilzunehmen. In dieser Fernsehsendung nun verlasen wir den Brief des Dominikaner-Theologen H.H. Pater Guerard des Lauriers und anderer europäischer Priester, welche nachgewiesen hatten, daß der sog. N.O.M. in der Landessprache (und auch in der lateinischen Fassung!) ungültig ist, daß Paul VI. ein Häretiker gewesen ist, seine Kardinalsernennungen unrechtmäßig sind, ebenso, daß Johannes Paul II. kein legitimer Papst sei. Vor 2o Millionen mexikanischen Zuschauern wiederholten wir den Satz von Pater des Lauriers: Wir akzeptieren die derzeitige Einstellung von Mgr. Lefebvre nicht. Er handelt wie ein Verräter!

Mgr. Lefebvre hatte eine private Aussprache mit dem Historiker Rius Facius, an der sechs Lefebvreisten teilnahmen. M. Lefebvre versuchte seine Einstellung zu erklären, der jedoch Rius Facius öffentlich widersprach. Lefebvre ließ durchblicken, daß er seine Seminarien verlieren würde, wenn er Johannes Paul II. und die neue Religion nicht öffentlich als rechtgläubig und katholisch anerkennen würde. (!) Er gab angeblich zu, daß die sog. 'neue Messe' in der Landessprache ungültig sei. (!) Da bestand Rius Facius darauf zuzugeben, daß es sich also um die 'Messe' handle, die Karol Wojtyla zelebriere.

M. Lefebvre gab zu, daß er auf Anweisung von 'Kard.' Siri, einem sog. Konservativen im (abgefallenen) Rom, handle, und daß Siri und andere sog. reformerische Traditionalisten in Rom jetzt sehr stark vertreten seien und dem hl. Vater Johannes Paul II. sehr nahe stünden. (Ich kann mir das nicht vorstellen, wie das möglich sein soll. Erst kürzlich hat Joh. Paul II. Casaroli zum Staatssekretär und den Architekten der vatikanischen Ostpolitik zum Schatzmeister ernannt; ebenso ernannte Joh. Paul II. den Sohn eines Rabbiners zum 'Erzbischof' von Paris; ferner hate Joh. Paul II. den Ex-Jesuiten Tondi, während des Pontifikats Pius XII. bekannter Spion Moskaus, in seine 'Kirche' wieder aufgenommen, woraufhin Abbé de Nantes sogar einen scharfen Artikel verfaßte.) Jedenfalls ist M. Lefebvre der Meinung, daß es ratsam sei zu warten, bis Joh. Paul II. gestorben ist, bevor man Maßnahmen ergreife. Dies Verhalten erinnert an das der italienischen Flotte im Zweiten Weltkrieg. Sie befürchtete immer schlechtes Wetter und blieb im Hafen von Pantelleria vor Anker liegen, um den Kampf mit der britischen Flotte zu vermeiden ... bis zum 3. Weltkrieg.

Was wir schon immer wußten: M. Lefebvre hat einen schwachen Charakter. Er fürchtet sich, die Wahrheit öffentlich zu bekennen, aus Angst, er könne seine Seminarien verlieren. Unser HERR dagegen starb, weil ER vor dem Sanhédrin die WAHRHEIT bekannte. Die meisten Apostel flohen, aber nicht Seine heilige Mutter und der hl. Johannes und einige Frauen, die an den Herrn glaubten und am Fuß des Kreuzes ausharrten.

Das war also die Absicht seiner Reise: um seinen italienischen Meistern Siri, Felici und anderen der italienischen Vatikan-Flotte zu gefallen, hat m. Lefebvre mit seiner Armee kapituliert und hat alles getan, was in seiner Macht stand, um den katholischen Widerstand in Mexiko zu zerstören.

Ich schreibe Ihnen diesen Brief, da er die Grundlage für einen Bericht abgeben soll, der in den U.S.A. in Umlauf gebracht werden soll. Wir haben erfahren, daß Abbé Bolduc um Geld für seine Arbeit in Mexiko bettelt. Ich glaube nicht, daß amerikanische Katholiken für eine 'Mission' Geld spenden werden, die in den Händen eines korrupten Priesters wie P. Camacho ruht. In der Tat haben die mexikanischen treuen Gläubigen in der Vergangenheit sehr wenig Hilfe von ihren Brüdern in den U.S.A. erhalten. Dieses Mal können die amerikanischen Katholiken uns dadurch helfen, daß sie die Bruderschaft von Lefebvre nicht unterstützen; denn diese fungiert nur als Zweigstelle der nach-konziliaren 'Kirche'. Wir empfehlen Ihnen, Ihre Spenden H.H. Pater des Lauriers in Frankreich, der Gruppe um die Zeitschrift EINSICHT in Deutschland oder H.H. Pater Le Lay in Argentinien zukommen zu lassen.

(von der Red. leicht überarbeitet)
 
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