56. Jahrgang Nr. 4 / Juli 2026
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1. QUELQUES OBSERVATIONS SUR PAUL VI PENDANT LE CONCILE VATICAN II
2. DER NEUE KONZILSGOTT
3. BISCHOFSWEIHE, PRIESTERWEIHE- Curriculum Schäfer
4. LEBENSLAUF S.E. MGR. PIERRE MARTIN NGÔ-DINH-THUC
5. NACHRICHTEN ÜBER UNSERE BISCHÖFE
6. DER FALL BARBARA
7. BRIEF AN S.E. MGR. PIERRE MARTIN NGÔ-DINH-THUC
8. M. LEFEBVRE IN MEXIKO
9. JOHANNES PAUL II. UND DIE UNO
10. OFFENER BRIEF AN MIT-CHRISTEN - AUS USA
11. DER ARIANISMUS
12. DIE PROGRESSISTEN - GEDANKEN EINER MUTTER
13. NACHRUFE
14. NACHRICHTEN NACHRICHTEN
15. MITTEILUNGEN DER REDAKTION
NACHRUFE
 
ZUM TOD VON H.H. PATER GREGORY ZIER


von
Helene Bertholdy


Pater Gregor (Franz) Zier, vor 81 Jahren am Weihnachtstag in Würzburg geboren, starb in Mariannhill / Südafrika am 19. Februar 1982 an einer Herzattacke. Südafrikas großer, großer treuer Priester der wahren Kirche stand gewissenhaft zu seinen Weihegelübden und treu zu seinem Eid gegenüber Gott. Er besaß eine große Nächstenliebe in seinem Herzen und war nie verbittert gegen andere, die ihn verletzt hatten. Er tröstete die, die Kummer hatten, und ging meistens täglich in das etwas entfernt liegende Missionskrankenhaus, um die Kranken und Sterbenden zu besuchen. Die Eingeborenen vom Land reisten Meilen weit an, um geistlichen Trost und seinen Segen zu bekommen, besonders wenn sie mental krank waren. Er hatte ein großes goldenes Herz und war nie abweisend, wenn man ihn zu etwas aufforderte. Er sah immer die gute Seite von jemandem, der unfreundlich zu ihm war, und verletzte, wenn möglich, nie dessen Gefühle. Er fertigte tausend und aber tausend Kruzifixe an, um die Verehrung für das Kreuz zu fördern, besonders unter den Armen. Er war bei allen beliebt; ohne Bedeutung war es, wenn man in den Meinungen differierte. Er war höchst demütig und freundlich. R.I.P.

Anm.d.Red.: Nach Erhalt der Todesnachricht hat S.E. Erzbischof Ngô-dinh-Thuc für den verstorbenen Pater, mit dem wir in brieflichem Kontakt standen, eine hl. Messe gelesen.

***

ZUM TODE UNSERER SCHRIFTFÜHRERIN, FRAU LOTTE MELLER


Nach einem schweren Sturz vom Fahrrad, bei dem sie sich lebensgefährliche Kopfverletzungen zugezogen hatte, verstarb Frau Meiler einige Wochen danach, am 24. März 1982 in der Neurologischen Klinik von Erlangen.

Frau Meller war am 8. Juli 1911 in Darmstadt geboren. Nach dem Krieg war sie zunächst aushilfsweise als Lehrerin in Ilbenstadt bei Darmstadt, später - nachdem ihre Eltern an den Schliersee gezogen waren - auch in Hausham tätig, wo sie Religionsunterricht erteilte. Nach dem Tod ihrer eigenen Eltern übernahm sie die Kreis-Caritasstelle in Miesbach / Oberbayern.

Wir lernten Frau Meiler erst nach ihrer Pensionierung in München kennen, als sie den Gottesdienst in St. Michael in der Baaderstr. besuchte. Nach einem anfänglichen Abtasten hat sie bald gerne ihre Dienste der Redaktion angeboten und darin nach Kräften mitgearbeitet: als Übersetzerin, als Autorin, sie half bei Versandtarbeiten, und sie gewann neue Mitarbeiter aus ihrem Bekannten- und Freundeskreis. (Die Übersetzungen von Bloys "Celle qui pleure" machte ihre engste Freundin!) Vor drei Jahren übernahm sie das Amt des Schriftführers im Freundeskreis.

Die Zusammenarbeit mit Frau Meiler war äußerst angenehm: sie war diskret, selbständig und selbstlos (!), und sicher im Urteil über andere Menschen. Man konnte sie ins Vertrauen ziehen. Für ihren unabhängigen Rat in schwierigen religiösen Sach- und Personalfragen bin ich ihr immer von Herzen dankbar gewesen, auch dann, wenn wir teilweise in unseren Ansichten different blieben. Sie hatte besonders das Verhalten der Kleriker im Dritten Reich beobachtet, sie kannte es aus ihrer beruflichen Laufbahn: sie hatte gesehen, wie die Kirche nach dem II. Vatikanum in eine heillose Krise gesteuert war, und das Versagen des Klerus gegenüber der als Reform getarnten Zerstörung von der intentionalen Seite her voll begriffen. Doch mit den gleichen kritischen Augen besah sie sich auch das Verhalten der sog. 'konservativen' Priester, die sich bezüglich ihrer persönlichen Einstellung in vielen Fällen in nichts von den Modernisten unterschieden. Unvergeßlich sind mir ihre treffenden Charakteristiken.

Darüber hinaus war Frau Melier auch meiner Familie unentbehrlich geworden. Wenn alles zusammenbrechen drohte: Frau Melier half. Wenn der Weihnachtsbaum geschmückt werden mußte, ohne daß es die Kinder sehen durften: Frau Meiler war da. Wenn meine Frau und ich einmal gemeinsam zum Gottesdienst gehen wollten, wer behütete unsere kleine Tochter? Frau Meiler - das hat sonst niemand gemacht. Und sie half auch vielen anderen; Erziehung, Pflege.

Als wir sie im März dieses Jahres besuchen wollten und die Kinder schon Tage vorher ihre kleinen Mitbringsel (für's Kätzchen) verpackt hatten, erfuhren wir durch ihren Sohn von dem schweren Unfall. Als die Todesnachricht bei uns eintraf - eine Woche nach der Verkündigung der "Declaratio" in St. Michael / Baaderstr. -, habe ich Mgr. Ngô-dinh-Thuc gebeten, für das Seelenheil der uns lieb gewordenen Frau Meller zwei hl. Messen zu lesen. R.I.P.

Eberhard Heller


OHNE LIEBE...

Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich,
Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos,
Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart,
Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch,
Klugheit ohne Liebe macht grausam,
Ordnung ohne Liebe macht kleinlich,

Ehre ohne Liebe macht hochmütig,
Besitz ohne Liebe macht geizig,
Glaube ohne Liebe macht fanatisch.
Ein Leben ohne Liebe ist sinnlos.
Doch ein Leben in Liebe ist Glück und Freude.

(aus einer Einsiedelei; nach Rundbrief Nr. 130 von A. Schnitzer)
 
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