Aus den Ansprachen von Simeon, dem Theologen
berichtet von Nicephorus, dem Einsiedler aus dem 13. Jahrhundert
Von dem Tage an, an dem der Ungehorsam den Menschen vom Paradiese und
dem Verkehr mit Gott ausgeschlossen hat, erhielt der Teufel die Macht,
die Seele des Menschen am Tage und in der Nacht manchmal weniger,
manchmal stärker, zuweilen bis zum äußersten geistig zu beunruhigen.
Das einzige Mittel, sich hier zu schützen, ist die ständige Gegenwart
Gottes. Der Gedanke an Gott, der durch die Kraft des Kreuzes unserem
Gemüte eingeprägt ist, macht den Geist unerschütterlich. Das Ziel des
geistlichen Kampfes besteht darin, daß der Christ sich auf dem
Kampffeld des christlichen Glaubens geradezu austoben muß, weil er ja
dafür ausgerüstet wurde. Wird der Kampf nicht im Glauben geführt, dann
ist er umsonst. Dieser Kampf ist der einzige Sinn der verschiedenen
Tugendübungen, die man um Gottes willen auf sich nimmt. Es handelt sich
darum, Gottes Güte zu rühren, die ursprüngliche Würde wieder zu
erlangen, Christus in uns einzuprägen nach den Worten des Apostels:
»Meine Kinder, noch einmal leide ich Geburtswehen um euch, bis Christus
in euch Gestalt gewinnt« (Gal. 4,I9).
(aus "Kleine Philokalie, Belehrungen der Mönchsväter der Ostkirche über das Gebet" Einsiedeln 1956, S.126 f.)
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