PREDIGT S.E. MGR. LOUIS VEZELIS O.F.M.
ANLÄSSLICH DER FIRMUNG AM 1. ADVENTSSONNTAG 1982
IN ST. MICHAEL/MÜNCHEN, BAADERSTR. 56
Liebe Gläubigen!
Heute beginnt die Zeit des Advents. Sie haben dazu in Deutschland viele
schöne Bräuche, die den Glauben zum Ausdruck bringen. Diese Bräuche
wurden dem Volk von den Priestern gelehrt, um es geistig auf das große
Fest von Weihnachten vorzubereiten. Dies war ebenso der Brauch in der
gesamten katholischen Kirche von ihrem ersten Anfang an. Jetzt, nach
fast zweitausend Jahren Christenheit, sehen wir eine befremdende und
nie dagewesene Zurückweisung von Jesus Christus. Wir sehen einen Jesus
Christus, der von denen verzerrt und verdreht wird, die die erste
Pflicht hätten, Sein Ansehen zu bewahren und Seine Wahrheit frei von
jeglichem Irrtum und jeglicher Verdrehung zu halten.
Wir bereiten uns selbst während der Adventszeit darauf vor, den Fürst
des Friedens zu empfangen. Wir sind deshalb eine Gemeinschaft, die
Frieden und nicht Zerstörung sucht. Wir suchen den Frieden, den Jesus
vor so vielen Jahren versprach, als Er noch auf Erden weilte. Die
grundlegende Botschaft von Weihnachten ist der Friede: "Et in terra pax
hominibus bonae volutatis." - Friede auf Erden, die guten Willens sind!
- Was für einen Frieden können wir uns wünschen, wenn wir laufend für
ihn kämpfen müssen? Ist es nicht ein Widerspruch? Für Frieden zu
kämpfen? Ist es nicht ein Widerspruch, daß diese unsere Welt so viele
Kriege und so viele Leiden hatte - und alles dies im Namen des
Friedens? Haben sie jemals davon gehört, daß jemand den Frieden hält,
damit er Krieg bekomme? Nein. Sie werden nur immer davon hören, daß
gekämpft wird, um den Frieden zu bekommen. Nun, dies ist gewiß sehr
befremdend.
Dies ist befremdend, weil die Welt nichts vom wahren Frieden versteht.
Genauso wie die Welt vor 2ooo Jahren Jesus Christus nicht annahm, als
er zu uns kam als Licht der Welt. Genauso nimmt ihn die Welt von heute
nicht an. Es ist Tatsache, daß die Situation auf der Welt so voller
Gefahren wurde, daß die Leute von Gott verlassen wurden, und er sie der
Lüge überließ. Die Welt ist in der Lüge versunken. Lügen sind das
tägliche Brot, sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen. Das
bedeutet also, daß der Vater der Lügen, der Teufel, Herr der Welt ist.
In dieser Welt der Täuschung und des Irrtums müssen die Kinder des
Lichtes, die wahren Katholiken leben, und müssen durch ihr Beispiel das
Licht von Christus vor den Menschen leuchten lassen. Das ist nicht
leicht.
Heute, ein treuer Katholik zu sein - sogar in einem katholischen Land
wie Deutschland - ist nicht leicht. Aus diesem Grunde können wir, wenn
wir unseren Blick auf die werfen, die heute gefirmt werden, verstehen,
wie groß die Bedeutung des Sakraments der Firmung ist. Die Gnade dieses
Sakraments ist notwendig, damit ein Katholik seinen wahren Glauben
bekennen kann, damit ein Katholik den Glauben verteidigen kann, damit
ein Katholik Jesus Christus treu bleiben kann, der unsere Retttung ist
und die einzige Hoffnung für die ganze Welt.
Die jungen Menschen, die in wenigen Minuten heute gefirmt werden,
werden dadurch Kämpfer für Jesus Christus. Ein Soldat muß mutig; ein
Soldat muß diszipliniert sein, deshalb gibt der Bischof dem Firmling
einen Backenstreich. Dies ist ein Zeichen und eine Erinnerung, daß der
Firmling bereit sein muß, Härten zu ertragen und Opfer auf sich zu
nehmen im Kampf für den Glauben, unsere größte Rüstung in diesem Kampf
ist das Gebet, die Heilige Messe und die Sakramente. Dazu wird uns die
Verehrung der Muttergottes die Kraft geben den Sieg für Christus zu
erstreiten.
Amen
ROSENKRANZGEBET AM 3.3.1983 UM 18 UHR: BETEN WIR UM DIE BERUFUNG VON
PRIESTERN, DIE IN DIESER GEISTIGEN NOT DIE BÜRDE DES AMTES AUF SICH
NEHMEN UND IM WEINBERG DES HERRN ARBEITEN WOLLEN. |