SEELSORGE ODER OKKUPATION?
von
Alfons Eisele
(aus: SAKA-Informationsblatt, April 81)
Ecóne errichtet ein Priorat in Basel. Gründe dafür werden keine
angegeben, sind aber offensichtlich. Für Basel sind zwei große
Meßzentren zuviel. Wie geht es weiter? Die folgenden Überlegungen geben
einige Hinweise.
Viele von Ihnen erinnern sich an den Artikel "Schutzengelkirche Basel"
in unseren Informationen vom Juli 1979. Darin wurde voll Genugtuung
mitgeteilt, daß die Basler glaubenstreuen Katholiken nun über eine
eigene Kirche verfügten, nachdem ein Lange Jahre dauerndes "Gastrecht"
in einer Pfarrkirche zu Ende gegangen war. Diese Jahre waren voll
schwerer Probleme, Gewissenskonflikte und Unannehmlichkeiten. Mit
enormen Anstrengungen, Mühen, großen Opfern sowie nach vielen
Enttäuschungen und nur durch den Tribut von unentwegter Geduld und
Zähigkeit gelang es uns Basler Katholiken, Räumlichkeiten für eine
würdige Gottesdienststätte zu finden, auszusuchen und einzurichten. So
entstand die Schutzengelkirche in Basel. Und die Freude war groß. "Wir
sind glücklich, und alle Besucher von auswärts sind beeindruckt. 'In
dieser Kirche ist man wieder daheim", hieß es in dem eingangs erwähnten
Artikel.
Nicht nur für die Kirche, Gottesdienste, Religionsunterricht,
Jugendarbeit, Beerdigungen usw. war die SAKA Basel besorgt, sondern sie
hat sich auch auf jede erdenkliche Art und Weise bemüht, eine
treu-katholische Gemeinde zu sammeln und aufzubauen. Das ist unter den
heutigen Umständen sehr schwer, denn die meisten Menschen sind
innerlich dem katholischen Glauben und der katholischen Liturgie
entfremdet; die einen fast ganz, die andern wenigstens soweit, daß sie
sich von der Konziliaren Gesellschaft nicht trennen wollen, zumal ein
solcher Schritt zu einer persönlichen Stellungnahme gegen die große
Masse herausfordert. Man müßte gegen den Strom schwimmen!
In Basel war also ein blühendes Meßzentrum. Dies bis zum Herbst 1979.
Die Schutzengelkirche war derart gut besucht, daß man oft mit Stühlen
zusätzliche Sitzgelegenheiten schaffen mußte.
Anfangs November 1979 kam der Frost! Der mit Ecóne eng verbundene
Stiftungsrat einer in Basel bestehenden Stiftung stoppte von einem
Monat auf den andern die monatliche Zuwendung von Fr. 3ooo.- an die
Schutzengelkirche; Grund: ein im Oktober 1979 durchgeführter Einkehrtag
von P.Dr. Storck, den im übrigen unsere Leser durch die laufend
wiedergegebenen Katechesen kennen und schätzen.
Im Dezember 1979 wurde von den mit EcÙne verbundenen Leuten mit der
Errichtung eines Gegenmeßzentrums gedroht, falls die SAKA ihren Plan
zur Errichtung eines Priesterseminars nicht aufgebe!
Und nun ist es soweit! In der Februar-Nummer des Mitteilungsblattes der
Priesterbruderschaft St. Pius X für den deutschen Sprachraum hat P.
Schmidberger folgende Notiz geschrieben: "Zu unserer großen Freude
nimmt unser neues Priorat in Basel immer mehr gestalt an; in der
kleinen Nebenkapelle wird seit dem Heiligen Abend jeden Sonn- und
Feiertag das heilige Opfer dargebracht. Die große Kapelle wird im
Frühjahr eingeweiht werden können."
Jeder Einheimische weiß, daß zwei große Meßzentren weit zuviel sind für
Basel. Warum muß nun ausgerechnet in Basel ein Priorat mit großer
Kapelle und Vortragsraum errichtet werden, nachdem in so vielen Städten
noch kein Meßzentrum besteht, also noch keine Gemeinde gesammelt ist?
Darüber schweigt sich P. Schmidberger aus. Er schreibt auch nichts
darüber, wie die Leute ständig bearbeitet werden, nicht mehr in die
Schutzengelkirche zu gehen; auch nichts darüber, wie ohne Begründung
Kinder vom Religionsunterricht und Ministranten vom Altardienst
zurückgezogen wurden; nichts darüber, wie durch die Agitation gewisser
mit Ecóne verbundener Leute die ganze Atmosphäre in Basel vergiftet
wird. Für P. Schmidberger ist es eine "große Freude", daß das Priorat
errichtet wird. Im Grunde genommen ist es ein Ärgernis! Ähnliche
Vorkommnisse ereigneten sich an andern Orten. Die Priesterbruderschaft
ist überall bestrebt, bereits bestehende Gemeinden zu übernehmen, wenn
sich diese nicht freiwillig anschließen, wird der Anschluß wenn immer
möglich erzwungen, wobei man in der Auswahl der Mittel nicht allzu
zimperlich ist.
Die SAKA Basel wird dessen ungeachtet treu zu ihren Grundsätzen stehen.
Wir wollen im vollen Sinn des Wortes katholisch bleiben und lehnen es
im Gegensatz zu Ecóne ab, von jenen anerkannt zu werden und uns mit
jenen zu arrangieren, die mit der wahren katholischen Kirche gebrochen
haben; vgl. 2 Jo 9-11. Deshalb werden wir bedrängt. Wahrheit leidet
wohl Not, doch nicht den Tod! Mit Gottes Hilfe halten wir durch!
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