56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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Ausgabe Nr. 9 Monat November 2004
Widerstand? - Fehl(er)anzeige!


Ausgabe Nr. 11 Monat Dezember 2004
Die Allerheiligste Dreifaltigkeit


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Joseph Görres


Ausgabe Nr. 6 Monat Oktober 2005
Ein terminologisches Dilemma


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2005
Unfreundliche Betrachtungen


Ausgabe Nr. 11 Monat december 2005
The Holy Trinity


Ausgabe Nr. 11 Monat december 2005
La Sainte Trinité


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2006
Am Scheideweg


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1971
Einige präzise Fragen an Herrn Professor Schmaus


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1971
WAHNSINN


Ausgabe Nr. 2 Monat März 2003
Orthodoxie und europäische Identität


Ausgabe Nr. 3 Monat April 2003
Die Irrtümer des Johannes Rothkranz


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2002
Welche Bedeutung hat der Kanon 1366 § 2 des CIC


Ausgabe Nr. 4 Monat Juli 2002
AN DIE PRIESTER


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2000
Der heilige Anselm von Canterbury


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 2000
Der selige Oliver Plunket


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2000
Linientreue Zwerge


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2000
MITTEILUNGEN DER REDAKTION (dt/espa)


Ausgabe Nr. 7 Monat Oktober 1971
FRIEDRICH HEINRICH JACOBIS


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1999
Warum die Einsicht Ecône unterstützt


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1999
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 1998
ERWIDERUNG AUF DIE STELLUNGNAHME VON DR. E. HELLER


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1998
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1997
Buchbesprechungen


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
Buchbesprechungen


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1997
SEKTIERERTUM ALS VORGABE


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1993
DER HL. ALBERTUS MAGNUS


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1994
ZUM PROBLEM DER ERFORDERLICHEN INTENTION BEI DER SAKRAMENTENSPENDUNG


Ausgabe Nr. 4 Monat November 1996
VERSINKT DER KATHOLISCHE WIDERSTAND... (Anmerkungen)


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1996
Buchbesprechungen


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1995
WELCHE PHILOSOPHIE? - Einleitung


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1995
WELCHE PHILOSOPHIE? -Fortsetzung


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1995
NUR NOCH AUSLAUFMODELL?


Ausgabe Nr. 5 Monat März, Doppelnr. 5-6 1996
WELCHE PHILOSOPHIE? 2. Teil


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
La Santisima Trinidad


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1994
LESERBRIEFE


Ausgabe Nr. 4 Monat Mai 2006
Leserbriefe zu dem Beitrag Am Scheideweg


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2013
Die Irrtümer des II. Vatikanums und ihre Überwindung


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1984
DIE LÄSTERUNG DES GEISTES


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1980
EINSICHT!


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1980
PRÄZISE ZIELE!


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 1980
EINSICHT!!


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1980
DIE KATZE LÄSST DAS MAUSEN NICHT.


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 1981
IM VERTRAUEN AUF GOTT!


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2006
Und ihr werdet sein wie Gott


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1979
DASS (...) DER WAHRHEIT DIE EHRE GEGEBEN WIRD


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1979
UNSCHULD UND SCHULD DER FRAU IN DOSTOJEWSKIJS WERK


Ausgabe Nr. 7 Monat April 1980
JOHANNES PAUL II.


Ausgabe Nr. 7 Monat April 1980
STELLUNGNAHME GEGEN DIE VORWÜRFE, DIE GEGEN DAS VON DER SAKA GEPLANTE SEMINAR GERICHTET SIND.


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
EN LA ENCRUCIJADA


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
À la croisée des chemins


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
At the crossroads


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
Y seréis como Dios (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
And thou wilt be like God (Gen. 3,5)


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1975
DER VERABSCHEUTE DIENST


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 1975
EHE, FAMILIE UND ERZIEHUNG


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
LA SANTISIMA TRINIDAD


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
Et vous serez comme Dieu


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 2008
Zum 50. Todestag des katholischen Dichters Reinhold Schneider


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2008
Die prinzipielle Offenbarung Gottes und die konkrete Offenbarung


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2009
Die Erfassung der Einheit (des Wesens) Gottes


Ausgabe Nr. 2 Monat April 2009
Dokumente zum Fall Williamson


Ausgabe Nr. 3 Monat August 2009
Die Wahrheit ist einfach


Ausgabe Nr. 12 Monat September 2009
The Truth is simple


Ausgabe Nr. 11 Monat giugno 2010
Al crocevia


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 9- 13. a-b Ist das Kirchenvolk in der Konzilskirche erhalten?


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
E sarete come Dio (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
Al crocevia


Ausgabe Nr. 3 Monat Sptember 2011
Das Reich Gottes 'haben wollen'


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
DIE THEORIE DER INTERPERSONALITÄT IM SPÄTWERK J.G. FICHTES


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Einleitung


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel I


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel II


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel II, Forts. 1


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 1


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 2


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 3


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 4


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 5


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 6


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 7


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 8


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 9


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel IV


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2012
Mitteilungen der Redaktion, Hinweise


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2012
Mitteilungen der Redaktion, Hinweise


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 2013
Hinweis: Promotion von Eberhard Heller


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 2013
Neues aus dem finsteren Land Absurdistan


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2014
Wie Christus als Gottes Sohn erkannt werden kann - weiterführende Betrachtungen


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2014
Moderne Sozial- und Schulpolitik


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2015
Gehört der Islam zu Deutschland?


Ausgabe Nr. 4 Monat September 2015
Die Irrtümer des II. Vatikanums und ihre Überwindung durch die Erkenntnis Christi als Sohn Gottes


Ausgabe Nr. 4 Monat September 2015
Fortsetzung I: Wie Christus als Gottes Sohn erkannt werden kann - weiterführende Betrachtungen


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2019
Himmelfahrt Christus im Herzen


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2019
Ich rufe dich bei Deinem Namen: Mein bist Du


Ausgabe Nr. 2 Monat März 2020
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2020
Gedanken zu „Einsicht“, Sept. 2015, Dr. E. Heller


Ausgabe Nr. 4 Monat Juni 2020
The Errors of Vatican II and their defeat through Recognizing Christ as Son of God


Ausgabe Nr. 4 Monat Juni 2020
How Christ can be recognized as Son of God – further reflections


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2020
Los errores del Vaticano II y su superación gracias al conocimiento de Cristo como Hijo de Dios


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2020
Cómo se puede conocer a Cristo como Hijo de Dios: nuevas consideraciones


Ausgabe Nr. 6 Monat Juni 2020
Comment le Christ peut être reconnu comme le Fils de Dieu


Ausgabe Nr. 6 Monat Juni 2020
Les erreurs de Vatican II


Ausgabe Nr. 7 Monat Juli 2020
Buchbesprechung:


Ausgabe Nr. 4 Monat August 2021
Der Herr ist der Geist


Ausgabe Nr. 3 Monat Juni 2022
Zum 80. Geburtstag von Dr. Eberhard Heller


Ausgabe Nr. 4 Monat September 2022
Fanatismus im Islam und im Christentum?


Ausgabe Nr. 5 Monat November 2022
Wie im Islam


Ausgabe Nr. 4 Monat August 2023
Herr und Knecht


Ausgabe Nr. 5 Monat August 2024
Anmerkungen Nur noch Auslaufmodell


Ausgabe Nr. 5 Monat November 2025
Seelsorgerliches Wirken von P. Michael Mutter


Ausgabe Nr. 5 Monat November 2025
Herr und Knecht


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2026
Welche Philosophie? Thomas oder Fichte?


Unfreundliche Betrachtungen
 
Unfreundliche Betrachtungen

von
Eberhard Heller
 
Die Mitschriften von Fichtes Vorlesungen, die er nach seinem Weggang aus Jena (im Herbst 1799) in Berlin hielt, beginnen mit der Abkürzung „E.V.“, womit gemeint ist: „Ehrenwerte Versammlung“. Wie die Fichte-Forschung herausgefunden hat, waren mit dieser Anrede keineswegs die anwesenden Studenten gemeint, sondern das Corps höherer preußischer Beamter, die sich früh morgens - d.h. vor Dienstbeginn! - z.B. der transzendentalen Logik oder der Wissenschaftslehre widmeten, um ihren geistigen Horizont zu erweitern.

An dieses geistige Interesse und intensive Bemühen preußischer Beamten, das sich dann politisch in großen Reformen niederschlug, mußte ich denken, als mir auf mein geäußertes Bedauern, daß in religiös traditionsverpflichteten Kreisen weltweit außer mir niemand das Problem von Ratzingers Wahl zum Nachfolger von Johannes Paul II. theologisch aufgearbeitet habe – sieht man einmal von dem kurzen Kommentar ab, den Herr Dr. Filiberto in "Il nuovo Osservatore Romano" Sept. 2005, unter dem Titel "Habemus Pontificem?" verfaßt hat -, ein mir befreundeter Priester antwortete: „Es kann es von den jungen Priestern auch niemand.“ Die überraschende Antwort hat mich zunächst perplex gemacht und mich dann veranlaßt, einmal einen ‚Kassensturz’ der geistigen Potenzen (oder Impotenzen) unserer Kleriker-Riege vorzunehmen. Gemeint sind jene Kleriker, die sich doch bewußt in einer Zeit tiefster geistiger Verwirrnisse und gezieltem Verrätertum vorgeblich dafür entschieden haben, den Kampf gegen diese Zerstörung aufzunehmen, um das überlieferte Glaubensgut zu bewahren und es an die Gläubigen zu vermitteln, die sich noch vom Reichtum der Tradition angezogen fühlen.

In der Tat, läßt man nur einige aus dieser jungen Kleriker-Riege Revue passieren, kann man nicht umhin festzustellen, daß deren theologisches Engagement (!) mit dem der preußischen Beamten, die sich sozusagen ‚vor dem Frühstück’ die Köpfe mit Rechts- und Moralphilosophie oder Interpersonaltheorie vollstopften, nicht zu vergleichen ist. Welche Voraussetzungen bringen sie mit, um dem hegelianisch geprägten Argumentationsduktus eines Ratzingers zu folgen, geschweige denn ihn zu widerlegen, jenes arianisch denkenden ‚Kardinals’, der z.B. hegelsche kategoriale Elemente von Sein, Nicht-Sein, Werden benutzt, um die Seinsweise Christi, des Gottes-Sohnes zu erklären,... und dessen Wahl von den Econisten als ein Zeichen der Hoffnung angepriesen wird, nachdem auch sie vorher seine theologischen Elaborate kritisiert hatten.

In unseren Kreisen kenne ich niemanden unter den Klerikern, der Ratzinger als Gegner – und als solchen muß ich ihn in seiner Funktion als Chef der ‚Konzils-Kirche’ sehen, die für ein multi-religiöses Gebilde steht, sehen – philosophisch und theologisch gewachsen wäre. Das hängt zum einen an den derzeit gegebenen Ausbildungsmöglichkeiten in den traditionellen Seminaren – es gibt nur Self-made-Seminare mit den entsprechenden wissenschaftlichen Mankos -, zum anderen aber auch an der Bequemlichkeit der Kleriker – die Bezeichnung „Faulheit“ möchte ich vermeiden -, sich weiterzubilden bzw. sich nach der Weihe Spezialstudien zu widmen, aber auch an der naiven Hybris, mit etwas auswendig gelernter thomistischer Philosophie den modernen Konzepten begegnen zu können! Abgesehen von solch ‚akrobatischen’, leider unnützen Veranstaltungen zeugt es nun gerade nicht einmal von einer soliden theologischen Grundausbildung, wenn ein Kleriker nicht einmal mehr weiß, daß eine Kirche der (normale) Raum zur Feier der Liturgie ist. Man fragt sich, was ein solcher Priester davon versteht, der doch jeden Tag beim Lavabo betet: „Domine, dilexi decorem domus tuae et locum habitationis gloriae tuae.“ („Ich liebe, Herr, die Zierde Deines Hauses, die hehre Wohnung Deiner Herrlichkeit.“) In Amerika gibt es eine Gemeinschaft, deren bischöflicher Leiter sich gerne mit den Econern mißt und mit Stolz verkündet, er sei in den Staaten die zweitstärkste Traditionalisten-Gruppe, die sich z. Zt. mit dem hochaktuellen Problem beschäftigt, ob man an Freitagen Walfischfleisch essen dürfe. (Man sollte noch wissen, daß der Fang von Walen weitgehend verboten ist.)

Weiter im ‚Kassensturz’: Die sich schon länger manifestierende Haltung, sich weder um den Wiederaufbau der Kirche zu kümmern, noch die Seelsorge auszuweiten auf die Errichtung wahrer röm.-kath. Kirchengemeinschaften, hat aber noch einen weiteren Grund, der nicht nur in mangelnder Ausbildung zu suchen ist, sondern in fehlendem priesterlich-missionarischem, besonders kirchlichem Interesse, d.h. an dem eindeutigen Interesse, die aktuelle Notlage wirklich zu beheben. Die totale Auswirkung, die die sog. vatikanischen Reformen eingeleitet hatten, nämlich die Verwer-fung der der Kirche von Christus gegebenen Aufgabe, alles zu halten, was Er ihr (der Kirche) anvertraut hatte, sukzessive voranzutreiben, hatten die alten Kleriker im Zuge dieser Umgestaltung geistig realisiert und sich entsprechend darauf eingestellt. Ich kann mich noch an die langen Debatten mit H.H. Dr. Katzer oder H.H. Pfr. Aßmayer erinnern, die wir geführt hatten, als sich durch die entsprechenden Analysen herauskristallisiert hatte, daß die neuen Weiheriten ungültig sind und die apostolische Sukzession in Gefahr geriet. Es wurden verschiedene Modelle durchdiskutiert, wie sie und unter welchen rechtlichen Schwierigkeiten sie zu retten sei. Von solchem Problembewußtsein und dem Willen, den Notstand zu beheben, sind die heutigen Kleriker weit entfernt. Ich frage mich, was all die jungen Leute, die doch Priester unter den heutigen Gegebenheiten geworden sind, die frei sind vom Eingebundensein in irgendwelche Verpflichtungen seitens der Konzils-Kirche, aus deren Einflußsphäre sie sich hätten lösen müssen, warum sie sich dieser zentralen Aufgabe der Restitution der Kirche als Heilsinstitution verschließen und sich darauf beschränken, ein Klientel sakramental zu befriedigen, dessen Heilsegoismus an einer solch sektiererischen Entwicklung sein gehöriges Maß an Mitschuld trägt. Durch diesen Ausschluß spezifisch kirchlicher Interessen verfallen diese Kleriker einer anderen Art der modernistischen Einstellung „extra Ecclesiam salus est“ („auch außerhalb der Kirche gibt es das Heil“). Man müßte in unserem Fall korrekterweise sagen: sine – ohne Kirche! gibt es Heil. Wie soll das zu verstehen sein? Indem sie den Wiederaufbau der Kirche verhindern, führen sie gleichsam eine Pastoral durch im kirchenfreien Raum. Das Argument, die Seelsorge habe Vorrang, über alles andere könne man später reden, kann man nach über 40 Jahren der Zerstörung nur noch als Verbrämung eigener Versäumnisse verstehen.

Daß von dieser bloßen Versorgungsmentalität auch ältere Priester befallen werden, ist insofern noch bedauerlicher, weil ihnen noch ein richtiger Kirchenbegriff vermittelt wurde. Warum sind wohl Priester weltweit unterwegs, um einem eingefleischten, reichen Heilsegoisten die Sakramente zu spenden, der von der derzeitigen Notlage nur so viel versteht, daß es unbedingt vorkonziliare Priester sein müssen, von denen er die Messe lesen läßt. Einer der amerikanischen ‚Vielleicht’-Bischöfe – als Ex-Econer hatte er es abgelehnt, sich sub conditione nachweihen zu lassen – hat die Angewohnheit genau dort, wo die mexikanische Priester-Union Trento ein Zentrum errichtet, ein Gegen-Zentrum aufzubauen... um so zu demonstrieren, wie er die Teilnahme am mystischen Leib versteht. (N.b. ansonsten ist er weniger ehrgeizig hinsichtlich der Bewältigung theologischer Probleme. Da gibt er sich mit der Herausgabe einer Bildzeitung zufrieden, will sagen eines photographischen Journals, in dem er sich beim Bedienen eines Handys ablichten läßt.) Ich habe Hemmung das folgende zu schreiben: einen bedrückten Priester kenne ich, der betet, Gott möge einen Bischof sterben lassen, damit er daran gehindert ist, weitere Skandale zu begehen.

Ein besonders perfides Stück leistete sich der Betrüger Roux, der einfach Weihepapiere gefälscht hatte, um sich als Bischof auszugeben.

Woran erkennt man nun einen wirklich rechtgläubigen Priester? Daran, daß dieser sein pastorales Wirken einordnet in den gleichzeitigen Wiederaufbau der Kirche, der sich notwendigerweise in kleinen, aber trotzdem sichtbaren Schritten vollzieht.

Sieht man nun einmal auf das moralische Verhalten der jungen Kleriker-Riege, so wird man nach dem bisher Geschilderten die Erwartungen vielleicht etwas herabgestuft haben. Es ist auch ratsam. Nun, ich habe bereits einmal erwähnt, daß der allseits bekannte Juden- und Freimaurer-Riecher Rotkranz, der die Gastfreundshaft von Pfr. N. genießt, uns vor Jahren den pädophilen ‚Bischof’ Franck – nachweislich sind seine Weihen ungültig! – als  deutschen Regionalbischof präsentieren wollte. Dieses Vorhaben läßt sich z.Zt. schwerlich realisieren, weil besagter Franck wegen eines entsprechenden Deliktes im Gefängnis sitzt. Inzwischen haben die Kölner sich an die Vorstellung eines pädophilen Priesters schon besser gewöhnt. Auf Druck von Abbé Reiling, den man auch als Pater Seraphim kennt (ebenfalls ein Vielleicht-Priester) und der schon genügend auf sich aufmerksam gemacht hat, haben die Kölner Gläubigen einen Ex-Econer als Pastor geholt, der nicht nur mit dem „Vielleicht“-Merkmal behaftet ist, sondern wegen Pädophilie zwei Jahre im Gefängnis saß... selbstverständlich unschuldig, wie er an den Stufen des Altars erklärte.

In den USA verläßt ein weiterer Vielleicht-Bischof urplötzlich sein Seminar und läßt seine Seminaristen im Stich, um mit einem einzigen jungen Priester – diesmal unterdrücke ich das „Vielleicht“ - gen Süden zu ziehen... Nun ja, man sollte in dieser Aufzählung den ehemaligen, als  „Eyestar“ („Augenstern“) titulierten Intimus des in der amerikanischen Öffentlichkeit bekannten homosexuellen S. nicht vergessen, der in der bush-igen Region nach geistlicher Macht strebt.

Wenn wir früher, als Pfarrer Leutenegger aus der Schweiz zu uns nach München kam, um in St. Michael in der Baaderstr. die hl. Messe zu feiern, ihn mit den neuesten Nachrichten aus der ‚Szene’ versorgten, die damals noch verhältnismäßig harmlos klangen, schüttelte dieser fast neunzigjährige Priester, der auf ein erfolgreiches Wirken zurückblicken konnte, den Kopf und kommentierte: „Sind wir ein Verein!“

Das aufgezeigte Verhalten, das keineswegs nur Einzelfälle widerspiegelt, sondern Symptome skizziert, die sich als tatsächliche Tendenzen festgesetzt haben, hat mit dem, was sich ursprünglich angebahnt und im Laufe der Entwicklung immer präzisere Formen angenommen hatte, nämlich der Bewahrung des gefährdeten Depositum fidei, nichts mehr zu tun. Gestalten wie Erzbischof Ngô-dinh-Thuc, Bischof Blasius Kurz, Bischof Carmona, Pfr. Aßmayr, Dr. Katzer, Pfr. Leutenegger – um nur einige zu nennen – waren Heroen, mit denen sich die Youngsters von heute nicht messen können. Sie sollten sich fragen, warum sie es überhaupt gewagt haben, sich in deren Schatten anzusiedeln und sich in deren Ruhm zu sonnen.

Was hat nun dieser makabre Bericht mit Weihnachten zu tun? Sehr viel! Beim hl. Johannes heißt es lapidar: „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ (Joh. 1, 11) Es heißt ausdrücklich: „Die Seinen.“ Glauben denn die Heilsegoisten, die jedem hinterherlaufen, der in eine Soutane gekleidet ist, ohne dessen Status wirklich geprüft zu haben, daß Christus (oder der Hl. Geist) mit ihnen ist? Nehmen ihn die auf, die sich die schönen Nischen gebaut haben? Was heißt denn: „Ihn aufnehmen?“ Doch wohl, seine Gebote, seine Forderungen anzunehmen, sich in Ge-horsam Ihm zu unterwerfen. Glauben vielleicht jene Kleriker, die nur so eine Klientel von den vorher apostrophierten Heilsegoisten um sich scharen, daß sie Sein Haus neu aufbauen?

Es gibt also keinen Grund, auf die schlimmen Einflüsse, auf die von den „Feinden der Kirche“ verübten Missetaten zu verweisen, womit naive Gemüter gerne die „Freimaurer“ bezeichnen. Wir sind an dem bestehenden Schlamassel selbst schuld. Wir ganz allein! Vielleicht räumt uns der liebe Gott in Seiner unendlichen Güte noch einmal eine Chance ein zur Läuterung und zur Umkehr, wenn wir bescheiden und demütig werden. Wir sollten voll Sehnsucht auf die Hirten schauen, denen Gott das Privileg gewährte, als erste den Gottes Sohn im Stall besuchen zu dürfen. „Denen aber, die Ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, all denen, die an Seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blute, nicht aus dem Verlangen des Fleisches, noch aus dem Wollen des Mannes, sondern aus Gotte geboren sind.“ (Joh. 1, 12 f.)

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, verehrte Leser, ein gnadenreiches Weihnachtsfest und Gottes Segen im Neuen Jahr. Ich bedanke mich ganz herzlich für Ihre Mitarbeit und Ihre Anteilnahme.

Ihr Eberhard Heller
 
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