56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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Ausgabe Nr. 9 Monat November 2004
Widerstand? - Fehl(er)anzeige!


Ausgabe Nr. 11 Monat Dezember 2004
Die Allerheiligste Dreifaltigkeit


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Joseph Görres


Ausgabe Nr. 6 Monat Oktober 2005
Ein terminologisches Dilemma


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2005
Unfreundliche Betrachtungen


Ausgabe Nr. 11 Monat december 2005
The Holy Trinity


Ausgabe Nr. 11 Monat december 2005
La Sainte Trinité


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2006
Am Scheideweg


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1971
Einige präzise Fragen an Herrn Professor Schmaus


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1971
WAHNSINN


Ausgabe Nr. 2 Monat März 2003
Orthodoxie und europäische Identität


Ausgabe Nr. 3 Monat April 2003
Die Irrtümer des Johannes Rothkranz


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2002
Welche Bedeutung hat der Kanon 1366 § 2 des CIC


Ausgabe Nr. 4 Monat Juli 2002
AN DIE PRIESTER


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2000
Der heilige Anselm von Canterbury


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 2000
Der selige Oliver Plunket


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2000
Linientreue Zwerge


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2000
MITTEILUNGEN DER REDAKTION (dt/espa)


Ausgabe Nr. 7 Monat Oktober 1971
FRIEDRICH HEINRICH JACOBIS


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1999
Warum die Einsicht Ecône unterstützt


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1999
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 1998
ERWIDERUNG AUF DIE STELLUNGNAHME VON DR. E. HELLER


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1998
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1997
Buchbesprechungen


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
Buchbesprechungen


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1997
SEKTIERERTUM ALS VORGABE


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1993
DER HL. ALBERTUS MAGNUS


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1994
ZUM PROBLEM DER ERFORDERLICHEN INTENTION BEI DER SAKRAMENTENSPENDUNG


Ausgabe Nr. 4 Monat November 1996
VERSINKT DER KATHOLISCHE WIDERSTAND... (Anmerkungen)


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1996
Buchbesprechungen


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1995
WELCHE PHILOSOPHIE? - Einleitung


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1995
WELCHE PHILOSOPHIE? -Fortsetzung


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1995
NUR NOCH AUSLAUFMODELL?


Ausgabe Nr. 5 Monat März, Doppelnr. 5-6 1996
WELCHE PHILOSOPHIE? 2. Teil


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
La Santisima Trinidad


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1994
LESERBRIEFE


Ausgabe Nr. 4 Monat Mai 2006
Leserbriefe zu dem Beitrag Am Scheideweg


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2013
Die Irrtümer des II. Vatikanums und ihre Überwindung


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1984
DIE LÄSTERUNG DES GEISTES


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1980
EINSICHT!


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1980
PRÄZISE ZIELE!


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 1980
EINSICHT!!


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Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 1981
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Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2006
Und ihr werdet sein wie Gott


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1979
DASS (...) DER WAHRHEIT DIE EHRE GEGEBEN WIRD


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1979
UNSCHULD UND SCHULD DER FRAU IN DOSTOJEWSKIJS WERK


Ausgabe Nr. 7 Monat April 1980
JOHANNES PAUL II.


Ausgabe Nr. 7 Monat April 1980
STELLUNGNAHME GEGEN DIE VORWÜRFE, DIE GEGEN DAS VON DER SAKA GEPLANTE SEMINAR GERICHTET SIND.


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
EN LA ENCRUCIJADA


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
À la croisée des chemins


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
At the crossroads


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
Y seréis como Dios (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
And thou wilt be like God (Gen. 3,5)


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1975
DER VERABSCHEUTE DIENST


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EHE, FAMILIE UND ERZIEHUNG


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
LA SANTISIMA TRINIDAD


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
Et vous serez comme Dieu


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 2008
Zum 50. Todestag des katholischen Dichters Reinhold Schneider


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2008
Die prinzipielle Offenbarung Gottes und die konkrete Offenbarung


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2009
Die Erfassung der Einheit (des Wesens) Gottes


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Dokumente zum Fall Williamson


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Die Wahrheit ist einfach


Ausgabe Nr. 12 Monat September 2009
The Truth is simple


Ausgabe Nr. 11 Monat giugno 2010
Al crocevia


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 9- 13. a-b Ist das Kirchenvolk in der Konzilskirche erhalten?


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
E sarete come Dio (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
Al crocevia


Ausgabe Nr. 3 Monat Sptember 2011
Das Reich Gottes 'haben wollen'


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
DIE THEORIE DER INTERPERSONALITÄT IM SPÄTWERK J.G. FICHTES


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Einleitung


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel I


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel II


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel II, Forts. 1


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 1


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 2


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 3


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 4


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 5


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 6


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 7


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 8


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 9


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel IV


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2012
Mitteilungen der Redaktion, Hinweise


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2012
Mitteilungen der Redaktion, Hinweise


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 2013
Hinweis: Promotion von Eberhard Heller


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 2013
Neues aus dem finsteren Land Absurdistan


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2014
Wie Christus als Gottes Sohn erkannt werden kann - weiterführende Betrachtungen


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2014
Moderne Sozial- und Schulpolitik


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2015
Gehört der Islam zu Deutschland?


Ausgabe Nr. 4 Monat September 2015
Die Irrtümer des II. Vatikanums und ihre Überwindung durch die Erkenntnis Christi als Sohn Gottes


Ausgabe Nr. 4 Monat September 2015
Fortsetzung I: Wie Christus als Gottes Sohn erkannt werden kann - weiterführende Betrachtungen


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2019
Himmelfahrt Christus im Herzen


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2019
Ich rufe dich bei Deinem Namen: Mein bist Du


Ausgabe Nr. 2 Monat März 2020
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2020
Gedanken zu „Einsicht“, Sept. 2015, Dr. E. Heller


Ausgabe Nr. 4 Monat Juni 2020
The Errors of Vatican II and their defeat through Recognizing Christ as Son of God


Ausgabe Nr. 4 Monat Juni 2020
How Christ can be recognized as Son of God – further reflections


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2020
Los errores del Vaticano II y su superación gracias al conocimiento de Cristo como Hijo de Dios


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2020
Cómo se puede conocer a Cristo como Hijo de Dios: nuevas consideraciones


Ausgabe Nr. 6 Monat Juni 2020
Comment le Christ peut être reconnu comme le Fils de Dieu


Ausgabe Nr. 6 Monat Juni 2020
Les erreurs de Vatican II


Ausgabe Nr. 7 Monat Juli 2020
Buchbesprechung:


Ausgabe Nr. 4 Monat August 2021
Der Herr ist der Geist


Ausgabe Nr. 3 Monat Juni 2022
Zum 80. Geburtstag von Dr. Eberhard Heller


Ausgabe Nr. 4 Monat September 2022
Fanatismus im Islam und im Christentum?


Ausgabe Nr. 5 Monat November 2022
Wie im Islam


Ausgabe Nr. 4 Monat August 2023
Herr und Knecht


Ausgabe Nr. 5 Monat August 2024
Anmerkungen Nur noch Auslaufmodell


Ausgabe Nr. 5 Monat November 2025
Seelsorgerliches Wirken von P. Michael Mutter


Ausgabe Nr. 5 Monat November 2025
Herr und Knecht


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2026
Welche Philosophie? Thomas oder Fichte?


Am Scheideweg
 
Am Scheideweg

von
Eberhard Heller


Wenn man noch das Gefühl, wohlgemerkt das Gefühl! haben konnte, es gäbe so etwas wie einen Widerstand gegen die sog. vatikanischen Reformen - von einem Wiederaufbau der Kirche, von einer Restitution als Heilsinstitution war schon lange keine Rede mehr -, so hat sich dieses Gefühl seit dem Amtsantritt von Ratzinger/Benedikt XVI. "wie Nebel vor der Sonne" schnell verflüchtigt. Fast alle, die vorher noch Kritik an Johannes Paul II. geübt, Mißstände aufgedeckt hatten, haben sich nicht nur darauf geeinigt, daß er legitimer Inhaber der Kathedra Petri, sondern auch ein konservativer Papst sei, obwohl die gleichen Personen bzw. Gruppierungen ähnliche Vorwürfe gegen seine Theologie erhoben hatten wie wir. Man hat sich also arrangiert. Wenn unter Johannes Paul II. hin und wieder so etwas wie das Ringen um Rechtgläubigkeit zu vernehmen war, so lag das daran, daß dieser genügend Zündstoff und Skandale bot - z.B. das Küssen des Korans, was für einen Muslim die Unterwerfung unter den Islam signalisierte! -, an denen sich nicht nur der Zorn konservativer Christen entzündete, sondern auch das Unverständnis so arrivierter Vatikan-Journalisten wie etwa Messori. Diese Zeiten ständiger Skandale sind unter Ratzingers Ägide vorbei... und mit ihnen auch das 'Gefühl' von Opposition.

Nachdem nun auch die Econer ihre Federn vor ihm krümmen und sich anmaßen, ihren Papst Benedikt XVI. zur Orthodoxie zurückzuführen, soll noch vor Ostern ein Abkommen mit ihm unterschriftsreif sein. Das sähe dann wohl eine Wiederzulassung der alten Messe vor, was Ratzinger, der selbst die liturgischen Reformen im Zuge des II. Vatikanums als "Greuel" bezeichnet hatte, keine Schwierigkeiten bereiten dürfte. (Im Gegenzug müßten wohl die Econer ihr Gegrummel gegen die Beschlüsse von Vatikanum II einstellen.)

Man kann angesichts des allgemeinen Einknickens heute kaum noch jemand verständlich machen, daß wir an unserer Behauptung festhalten, Ratzinger sei nicht legitimer Papst. Auch wenn man uns noch interessiert zuhört, wie wir diese mit Ratzingers theologischer Position begründen, so macht der Vorwurf des Arianismus auf niemanden mehr Eindruck. Das sei theologische Spekulation, die die Legitimität dieses gebildeten, kultivierten, entgegenkommenden, verständnisvollen und großzügigen Papstes nicht tangiere. Wie sollte sie auch!

Nun hat er gerade seine erste Enzyklika "Deus caritas est" veröffentlicht, in der er so schöne Sentenzen über die Liebe vorträgt: "'Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm' (1 Joh 4, 16). In diesen Worten aus dem Ersten Johannesbrief ist die Mitte des christlichen Glaubens, das christliche Gottesbild und auch das daraus folgende Bild des Menschen und seines Weges in einzigartiger Klarheit ausgesprochen." Oder wenn er aus der Liebe Gottes zu den Menschen auch das Wesen der Kirche bestimmt:
"25. An diesem Punkt halten wir zwei wesentliche Erkenntnisse aus unseren Überlegungen fest:
a) Das Wesen der Kirche drückt sich in einem dreifachen Auftrag aus: Verkündigung von Gottes Wort (kerygma-martyria), Feier der Sakramente (leiturgia), Dienst der Liebe (diakonia). Es sind Aufgaben, die sich gegenseitig bedingen und sich nicht voneinander trennen lassen. Der Liebesdienst ist für die Kirche nicht eine Art Wohlfahrtsaktivität, die man auch anderen überlassen könnte, sondern er gehört zu ihrem Wesen, ist unverzichtbarer Wesensausdruck ihrer selbst.
b) Die Kirche ist Gottes Familie in der Welt. In dieser Familie darf es keine Notleidenden geben. Zugleich aber überschreitet Caritas-Agape die Grenzen der Kirche: Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter bleibt Maßstab, gebietet die Universalität der Liebe, die sich dem Bedürftigen zuwendet, dem man 'zufällig' (vgl. Lk 10, 31) begegnet, wer immer er auch sei. Unbeschadet dieser Universalität des Liebesgebotes gibt es aber doch einen spezifisch kirchlichen Auftrag — eben den, daß in der Kirche selbst als einer Familie kein Kind Not leiden darf. In diesem Sinn gilt das Wort aus dem Galaterbrief: 'Deshalb wollen wir, solange wir noch Zeit haben, allen Menschen Gutes tun, besonders aber den Hausgenossen des Glaubens' (6, 10)." (www.vatican.va/offices/papal_docs_list_ge.html)

Wer will angesichts solcher Zeilen von Häresie reden? Ist es nicht sogar so, daß Ratzinger hier etwas zu Recht fordert, nämlich die Nächstenliebe unter den Christen und auch gegenüber Nicht-Christen? Wo wird sie in den Kreisen der Traditionalisten gepflegt? Ich denke nur an die unzähligen Verleumdungen, denen man aus dem Kreis seiner 'Freunde' ständig ausgesetzt ist.

Und wenn man darauf hinweist, Ratzingers Idee von der "Polyphonie" der christlichen Kirchen und Bekenntnisse in einer 'kirchlichen Einheit' würde das Depositum relativieren und gegen den Absolutheitsanspruch der Kirche verstoßen, außerhalb derer es kein Heil gäbe, ja würde diese Kirche in der Konsequenz auflösen, weicht der moderne Katholik aus auf die christliche Tugend der Bescheidenheit, die ja Ratzinger wohl auch gemeint habe, daß es nämlich Anmaßung sei, sich als einzigen Besitzer der Wahheit zu sehen. Oder man spricht von der Freiheit des persönlichen Bekenntnisses, der Religionsfreiheit. Ratzinger täte demnach sogar gut daran, wenn er den Dialog zwischen den Christen ... und natürlich auch mit den Juden förderte - man vgl. seine diesbezügliche Botschaft an 'Kard.' Kasper zum 40. Jahrestag der Unterzeichnung und Verabschiedung von "Nostra Aetate" am 27.10. letzten Jahres, worin er Kasper explizit anwies, daß der "Dialog zwischen Christen und Juden" fortgesetzt werden müsse.

Und kommt dann die allgemeine Zulassung der alten Messe - gleich der Eröffnung eines bis dahin für den allgemeinen Besuch gesperrten Museums... aber wer kennt selbst von den Klerikern diese Liturgie noch? - ja was bleibt den Traditionalisten dann noch zu fordern übrig? Nichts! Denn man hat den Kirchenkampf entweder auf die Zulassung der alten Messe fokussiert - unter Vernachlässigung der übrigen Zerstörung der Kirche - oder man hat sehr wohl die angerichtete Verwüstung gesehen und auch beschrieben, aber nicht am Wiederaufbau der Kirche gearbeitet, sondern man hat sich auch nur auf das Lesen der alten Messe beschränkt, was auf's gleiche hinausläuft. (Als ich im Jahre 2000 in Mexiko weilte, um unsere Anschluß-Erklärung an die Declaration von S.E. Mgr. Ngô-dinh-Thuc zu erläutern, in der es um das Programm der Restitution der Kirche als Heilsinstitution ging, wurde ich vom Leiter der Priesterunion darauf hingewiesen, daß Bischof Pivarunas z.B. eine Papstwahl strikt ablehnen würde, weshalb auch die Union Trento keinen Alleingang in dieser Richtung unternehmen wolle.

So zeigt sich angesichts des theologisch versierten Chefs der Konzilskirche,
- daß die vorgeblichen Sedisvakantisten, vornehmlich die jüngeren Kleriker keinerlei weiterreichendes Programm haben, als die alte Messe zu lesen,
- daß sie an einem Wiederaufbau der Kirche kein Interesse haben,
- daß ihnen - wie auch ihren modernistischen Kontrahenten - der Wille zu missionieren gänzlich abgeht, weshalb solche Kleriker vor sich dahinsektierern... mit je eigener Klientel und
- daß sie dem Modernismus, besonders wenn dieser in einer auch philosophisch so kompetenten Form, wie sie durch Ratzinger vorgelegt wurde, theologisch und philosophisch (!) nicht gewachsen sind.
Nicht nur, daß sie sich um eine theologische Aufarbeitung und Widerlegung der Konzilsdokumente und die eingeleiteten sog. Reformen mit ihren protestantisierenden Tendenzen wenig bzw. unzureichend gekümmert haben, sie haben auch keine Ahnung, warum eine moderne Theologie überhaupt hat entstehen können. 1) Zu sehr schwelgte man in dem Besitz der ewigen und absoluten Wahrheiten, philosophisch eingebettet in den Thomismus, eine Philosophie, die jedoch systematischem Denken und erkenntnis-theoretischen Anforderungen - d.i. einer durchgehenden Wissensbegründung, wie sie Fichte in seinen verschiedenen Versionen der "Wissenschaftslehre" versucht hat zu liefern - nicht mehr genügen konnte. Es hat sich außerdem herumgesprochen, das dessen eherne Säulen, die thomistischen Gottesbeweise, die bekannten "quinque viae" ins Wanken geraten waren: jeder Philosophiestudent im 2. Semester kann sie als Tautologien entlarven. Hier war Klärung nötig.

Es ist einfach nachzuweisen, daß nun Ratzingers Auffassung von der Gottessohnschaft Christi arianisch geprägt ist. Aber was wollte Ratzinger? Er wollte das Dogma von den zwei Naturen in Jesus Christus - das Gott-Sein und das Mensch-Sein - erklären... mit den hegelschen Kategorien von Sein - Nicht-Sein - Werden. Gott = Sein, Christus-Mensch = Nicht-Sein; Sohn Gottes = Werden durch Erfüllung und Aneignung des väterlichen Willens.

Man beginne hier nicht, gegen Hegel zu polemisieren! Wenn man etwas tun will, sollte man ihn studieren, um sich gegen ihn zu behaupten. Beide Richtungen, sowohl die mittelalterliche Scholastik als auch die moderne Fundamentaltheologie, haben zur theologischen Interpretation ein philosophisches Konzept adaptiert und nicht selbst eines systematisch entwickelt. Um dem vordringenden Islam in Europa, besonders in Spanien, welches von den Mauren besetzt war, dessen philosophische Überlegenheit abzugewinnen, integrierten auf päpstliches Geheiß der hl. Albert und später der hl. Thomas aristotelische Begriffe in die christliche Theologie, was damals teilweise als häretisch empfunden wurde, so z.B. vom hl. Bonaventura. Die Modernisten, denen die Scholastik kein eigenes System bot, entwickelten aus der Fundamentaltheologie genuin auch keine eigenständige Religionsphilosophie, um von da zu einem durchgeprägten philosophischen System zu gelangen, sondern adaptierten hegelsche Schemata... mit dem aufgezeigten 'Erfolg'.

Wir stehen heute endgültig an einem Wendepunkt. Das Modell Ratzinger hat alle Blößen, die die angeblichen Sedisvakantisten haben, aufgedeckt, hat sie praktisch als bloße Traditionalisten und Sektierer entlarvt, auch wenn manche in ihren Reden über einen bloßen Konservativismus hinausgegangen sind. Meine "Unfreundlichen Betrachtungen" im Dezember-Heft des letzten Jahres wurden auch nur von wenigen als "Netzbeschmutzung" aufgefaßt. Viele haben sie verstanden, als was sie gemeint waren: eine klare Grenzziehung!

Sie, verehrte Leser, wollen das nicht glauben? Sie meinen, es hat wirkliche Aufbauarbeit eingesetzt, die zur Bildung christlicher Gemeinden geführt hat? Mag sein, aber ganz vereinzelt. Versuchen Sie doch einmal, einen Bekannten, der sich für die alte Liturgie interessiert, mit in die Messe zu nehmen. Wo wollen Sie mit ihm hingehen? Entweder muß man sich schämen, ihm als 'Kirche' nur eine Wirtsstube (mit nebenräumlicher Geräuschkulisse) zu präsentieren oder man führt ihn häufig in eine Kirche, wobei man weibliche Bekannte bitten muß, sich vorher um- oder zu verkleiden, denn ohne Kopftuch findet man dort keinen Einlaß. Man kann es einem Außenstehenden nicht verübeln, wenn er solches Gebaren als Mummenschanz und Sektierertum bezeichnet. Und dann werden Kleriker, die sich wirklich um Seelsorge bemühen, die das 'System' durchlässig machen und auf einen formalen Kleider-Rigorismus verzichten, als 'liberal' verleumdet.

Was wird also passieren, wenn Ratzinger die alte Messe allgemein wieder zuläßt? Es wird das Aus für alle katholisierenden Grüppchen sein. Denn diejenigen Gläubigen, die an der alten Liturgie noch Interesse haben, werden sie dort besuchen, wo sie ein Priester öffentlich in einer Kirche zelebriert. Ja, aber dieser Besuch wäre doch unzulässig, weil er im Rahmen der 'Amtskirche' stattfinden würde, könnte man einwenden. Aber, aber haben Sie, Hochwürden, diese Gläubigen eines Besseren belehrt, haben Sie ihnen klar gemacht, daß solches Verdikt auch für die Messen gilt, die von den Econern gelesen werden. Haben Sie eine wirkliche Alternative angeboten, eine Gemeinde mit durchgehender Katechese aufgebaut?

Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: ich rede hier von den Klerikern, die bisher in den diversen Zentren die Messe gefeiert haben. Von dem Heer der Vaganten und "Mitrenständer" mit ungültigen bzw. zweifelhaften Weihen spreche ich hier nicht, die überhaupt kein Interesse an der Bewältigung der unglaublichen geistigen Krise haben, die sie meist nicht einmal bemerkt haben, diese ungebildeten Gestalten, welche ihr Treiben mit dem Hinweis auf die sog. "Thuc-Linie" als religiös und gerechtferigt kaschieren. Und dieses Vaganten-Heer vermehrt sich von Tag zu Tag. Überall tauchen Nachahmer von dem Betrüger Roux - auch bekannt als Mgr. Tartuffe - auf, der einfach Weihepapiere fälschte, um sich als Bischof auszugeben, und der sich von einer fingierten "Saint Synode Orthodoxe des Indes" (sic!) den wunderschönen Titel eines "Prince Jean (Gérard Charles Laurent) Roux Laurenti Lascaris Vintimiglia Commene Negri Maggi, Grand Prince de Numidie Mauritaine et Cyrénaïque, Prince de Melitene, évêque Titulaire syro Orthodoxe d'Ascolon" (vgl. http://www. geocities.com/Paris/8919/html/tartuffe/curricul.htm) verleihen ließ.

Um es kurz zu fassen: Den wirklichen Widerstand leisten nur noch wenige Kleriker und eine Reihe in der Diaspora lebende Laien, die auch den Willen zum Wiederaufbau haben, die nicht ihren Rücken vor dem Kulturpapst krümmen und ihm auch keinen "Weihrauch streuen".

Es geht darum, daß sich diese Priester und Gläubigen outen, um sich zu einer gemeinsamen Form des geistigen Überlebens zusammenzuschließen. Ich habe deshalb bei genügendem Interesse in Erwägung gezogen, in einer für den Herbst dieses Jahres geplanten Konferenz in diesem Kreis bewußter Christen das weitere Vorgehen zu diskutieren. In diesem Sinne bitte ich Sie, verehrte Leser, um Ihre Stellungnahme.

Vom Gelingen dieses Versuches einer Bewegung für die Erhaltung des christlichen Glaubens hängt auch das Schicksal dieses Organs ab. Soll und muß es sich dann verändern? Sollte es nur noch als Rundbrief, Mitteilungsblatt oder als Nachrichtenbörse in verkleinertem Umfang erscheinen? Auch wenn eine ganze Reihe von Lesern der EINSICHT nicht ungeteilt hinter uns steht, sondern diese Zeitschrift mit ihren Beiträgen benutzt, um die wahren, d.h. die geistig-religiösen Zeichen der Zeit und des Verfalls zu entziffern, so versteht sich die EINSICHT vorrangig als Organ des Widerstandes und des Wiederaufbaues. Auch in dieser Hinsicht erwarte ich Ihre Vorschläge.

Hoffen und beten wir, daß Gott uns trotz aller persönlichen Schwächen und Unzulänglichkeiten in dieser Not Seinen Beistand gewährt.

Anmerkung:
1) Anstatt die theoretischen Grundlagen des Modernismus zu studieren, wozu auch eine Durchdringung und Aufarbeitung des Illuminatismus gehören würde, denn er ist der eigentliche Ideengeber für die vatikani-sche Revolution von oben - und nicht der Judaismus! -, haben sich einige Autoren in die Niederungen angeblicher Hintergrundsaufklärung begeben und einen literarischer Fraß produziert, der gedacht ist, die Neugier der Leser zu ködern, dessen Darstellung aber eher als geistige Pornographie zu bezeichnen ist und dessen Lektüre eigentlich gebeichtet werden müßte.
 
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