56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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Ausgabe Nr. 9 Monat November 2004
Widerstand? - Fehl(er)anzeige!


Ausgabe Nr. 11 Monat Dezember 2004
Die Allerheiligste Dreifaltigkeit


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Joseph Görres


Ausgabe Nr. 6 Monat Oktober 2005
Ein terminologisches Dilemma


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2005
Unfreundliche Betrachtungen


Ausgabe Nr. 11 Monat december 2005
The Holy Trinity


Ausgabe Nr. 11 Monat december 2005
La Sainte Trinité


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2006
Am Scheideweg


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1971
Einige präzise Fragen an Herrn Professor Schmaus


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1971
WAHNSINN


Ausgabe Nr. 2 Monat März 2003
Orthodoxie und europäische Identität


Ausgabe Nr. 3 Monat April 2003
Die Irrtümer des Johannes Rothkranz


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2002
Welche Bedeutung hat der Kanon 1366 § 2 des CIC


Ausgabe Nr. 4 Monat Juli 2002
AN DIE PRIESTER


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2000
Der heilige Anselm von Canterbury


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 2000
Der selige Oliver Plunket


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2000
Linientreue Zwerge


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2000
MITTEILUNGEN DER REDAKTION (dt/espa)


Ausgabe Nr. 7 Monat Oktober 1971
FRIEDRICH HEINRICH JACOBIS


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1999
Warum die Einsicht Ecône unterstützt


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1999
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 1998
ERWIDERUNG AUF DIE STELLUNGNAHME VON DR. E. HELLER


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1998
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1997
Buchbesprechungen


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
Buchbesprechungen


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1997
SEKTIERERTUM ALS VORGABE


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1993
DER HL. ALBERTUS MAGNUS


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1994
ZUM PROBLEM DER ERFORDERLICHEN INTENTION BEI DER SAKRAMENTENSPENDUNG


Ausgabe Nr. 4 Monat November 1996
VERSINKT DER KATHOLISCHE WIDERSTAND... (Anmerkungen)


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1996
Buchbesprechungen


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1995
WELCHE PHILOSOPHIE? - Einleitung


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1995
WELCHE PHILOSOPHIE? -Fortsetzung


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1995
NUR NOCH AUSLAUFMODELL?


Ausgabe Nr. 5 Monat März, Doppelnr. 5-6 1996
WELCHE PHILOSOPHIE? 2. Teil


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
La Santisima Trinidad


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1994
LESERBRIEFE


Ausgabe Nr. 4 Monat Mai 2006
Leserbriefe zu dem Beitrag Am Scheideweg


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2013
Die Irrtümer des II. Vatikanums und ihre Überwindung


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1984
DIE LÄSTERUNG DES GEISTES


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1980
EINSICHT!


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1980
PRÄZISE ZIELE!


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 1980
EINSICHT!!


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DIE KATZE LÄSST DAS MAUSEN NICHT.


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 1981
IM VERTRAUEN AUF GOTT!


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2006
Und ihr werdet sein wie Gott


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1979
DASS (...) DER WAHRHEIT DIE EHRE GEGEBEN WIRD


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1979
UNSCHULD UND SCHULD DER FRAU IN DOSTOJEWSKIJS WERK


Ausgabe Nr. 7 Monat April 1980
JOHANNES PAUL II.


Ausgabe Nr. 7 Monat April 1980
STELLUNGNAHME GEGEN DIE VORWÜRFE, DIE GEGEN DAS VON DER SAKA GEPLANTE SEMINAR GERICHTET SIND.


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
EN LA ENCRUCIJADA


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
À la croisée des chemins


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
At the crossroads


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
Y seréis como Dios (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
And thou wilt be like God (Gen. 3,5)


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1975
DER VERABSCHEUTE DIENST


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 1975
EHE, FAMILIE UND ERZIEHUNG


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
LA SANTISIMA TRINIDAD


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
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Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 2008
Zum 50. Todestag des katholischen Dichters Reinhold Schneider


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2008
Die prinzipielle Offenbarung Gottes und die konkrete Offenbarung


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2009
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Dokumente zum Fall Williamson


Ausgabe Nr. 3 Monat August 2009
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A. 9- 13. a-b Ist das Kirchenvolk in der Konzilskirche erhalten?


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
E sarete come Dio (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
Al crocevia


Ausgabe Nr. 3 Monat Sptember 2011
Das Reich Gottes 'haben wollen'


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
DIE THEORIE DER INTERPERSONALITÄT IM SPÄTWERK J.G. FICHTES


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Einleitung


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel I


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel II


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel II, Forts. 1


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 1


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 2


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 3


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 4


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 5


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 6


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 7


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 8


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 9


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel IV


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2012
Mitteilungen der Redaktion, Hinweise


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2012
Mitteilungen der Redaktion, Hinweise


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 2013
Hinweis: Promotion von Eberhard Heller


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 2013
Neues aus dem finsteren Land Absurdistan


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Wie Christus als Gottes Sohn erkannt werden kann - weiterführende Betrachtungen


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2014
Moderne Sozial- und Schulpolitik


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Gehört der Islam zu Deutschland?


Ausgabe Nr. 4 Monat September 2015
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Ausgabe Nr. 4 Monat September 2015
Fortsetzung I: Wie Christus als Gottes Sohn erkannt werden kann - weiterführende Betrachtungen


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2019
Himmelfahrt Christus im Herzen


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2019
Ich rufe dich bei Deinem Namen: Mein bist Du


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Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2020
Gedanken zu „Einsicht“, Sept. 2015, Dr. E. Heller


Ausgabe Nr. 4 Monat Juni 2020
The Errors of Vatican II and their defeat through Recognizing Christ as Son of God


Ausgabe Nr. 4 Monat Juni 2020
How Christ can be recognized as Son of God – further reflections


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2020
Los errores del Vaticano II y su superación gracias al conocimiento de Cristo como Hijo de Dios


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2020
Cómo se puede conocer a Cristo como Hijo de Dios: nuevas consideraciones


Ausgabe Nr. 6 Monat Juni 2020
Comment le Christ peut être reconnu comme le Fils de Dieu


Ausgabe Nr. 6 Monat Juni 2020
Les erreurs de Vatican II


Ausgabe Nr. 7 Monat Juli 2020
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Ausgabe Nr. 4 Monat August 2021
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Zum 80. Geburtstag von Dr. Eberhard Heller


Ausgabe Nr. 4 Monat September 2022
Fanatismus im Islam und im Christentum?


Ausgabe Nr. 5 Monat November 2022
Wie im Islam


Ausgabe Nr. 4 Monat August 2023
Herr und Knecht


Ausgabe Nr. 5 Monat August 2024
Anmerkungen Nur noch Auslaufmodell


Ausgabe Nr. 5 Monat November 2025
Seelsorgerliches Wirken von P. Michael Mutter


Ausgabe Nr. 5 Monat November 2025
Herr und Knecht


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2026
Welche Philosophie? Thomas oder Fichte?


DASS (...) DER WAHRHEIT DIE EHRE GEGEBEN WIRD
 
"DASS (...) DER WAHRHEIT DIE EHRE GEGEBEN WIRD"

von
Eberhard Heller


Als verantwortlichem Redakteur der Zeitschrift, gegen die sich das nebenstehende Flugblatt nach Auskunft eines Unterzeichners desselben richtet, gestatte man mir, daß ich ihm einige Anmerkungen widme. Die "Stellungnahme für Erzbischof Lefebvre" soll, wie ein Stellungnehmer selbst zugibt, eine Co-Produktion von H.H. Schmidberger und Dr. Wilhelm sein und dem Erzbischof vor der Veröffentlichung vorgelegt worden sein. Auf jeden Fall hat Dr. Wilhelm, zumindest den Stuttgarter Gläubigen durch seine 'brüderlichen' Aktionen schon bestens bekannt, die akademische Anhängerschaft von Mgr. Lefebvres Traditionalisten eifrig durchforstet, um Unterschriften für diese "Stellungnahme" zu sammeln.

Aber nun zu den Behauptungen selbst. Man muß leider einige Dinge immer wieder auffrischen, weil sie gern vergessen werden. Wenn für Erzbischof Lefebvre der Glaube keine Angelegenheit des Experimentierens sein soll, warum hat er dann den Apostaten Montini gebeten, jawohl  g e b e t e n :  "Heiligster Vater (...) natürlich wollen wir das Experiment der Tradition weiterführen und beibehalten. Man möge uns doch dieses Experiment machen lassen." (Kyrie Eleison", März 1977, S.71 f.) "Heiligster Vater, ich glaube, Sie haben die Lösung des Problems in Ihren Händen. (...) Sie brauchen den Bischöfen nur ein Wort zu sagen: nehmt in Brüderlichkeit und Friedfertigkeit die Traditionalisten auf, die das Experiment der Tradition bewahren und ausführen wollen." Mgr. Lefebvre führt auch gleich aus, was er damit meint: "Uns das Experiment der Tradition machen zu lassen, das heißt, mein Seminar weiterzuführen, das heißt, uns den Gottesdienst so feiern zu lassen, wie man es früher getan hat, die Sakrament so zu empfangen, wie man sie früher empfing, den Katechismus von früher zu haben. Also das Experiment der Tradition zu machm." ("Kyrie Eleison" Februar 1977, S.42.) Das, was er also unter der Tradition versteht, ist der vorkonziliare wahre Glaube. In Bezug auf die Verhandlungen mit dem Okkupanten der Cathedra Petri, Woj tyla gebraucht Mgr. Lefebvre die gleichen Formulierungen: "Ich werde einmal mehr darum ersuchen, man möge uns gestatten, die Tradition zu erproben", (Badener Tagblatt vom 29.1.79) und: "Was ich verlange, ist ganz einfach: Daß Rom uns erlaubt, in Frieden und Ruhe das Experiment der Tradition weiterzuführen". (Übrigens wird diese Formel vom "Experiment der Tradition" von H.H. Schmidberger - im "Mitteilungsblatt der Priesterbruderschaft St. Pius X." Nr.5, S.3 - ausdrücklich bestätigt.)

Nun weiß aber jeder einfache Gläubige, daß der (dogmatisch festgelegte) Glaube für jeden absolut verbindlich ist , und daß es Häresie ist , ihn als Experiment, wie Mgr. Lefebvre das will, durchführen zu wollen. (Und dieses Experiment erbittet er sich von Apostaten!) Wie können Sie, verehrte Frau Dr. Gerstner, die Sie die "Stellungnahme" mitunterzeichnet haben, bei solch häretischen Forderungen noch "Evviva" schreien. Haben Sie denn vergessen, was Sie selbst einmal schrieben (in Ihrer Zeitschrift "Kyrie Eleison", Dez. 1976, S.40l): "Unsere gegenwärtige enthusiastische Anhänglichkeit gegenüber Mgr. Lefebvre schließt nicht aus, daß wir (...) auch Mgr. Lefebvre nur so lange folgen können, wie er konsequent den römisch-katholischen Standpunkt vertritt. Sollte Mgr. Lefebvre eines Tages unverantwortliche Zugeständnisse machen und die Einheit über die Wahrheit stellen, so würden wir ihn in diesem seinem Tun ebenso sicher verlassen, wie wir ihm heute zur Seite stehen."

Wenn Erzbischof Lefebvre nicht für den sog. "NOM" Pauls VI. ist , warum schreibt er dann am 17.9.1976 an de Saventhem (alias Friedenau): "Für die universale Kirche wünsehe ich wie Sie die friedliche Koexistenz der vor- und nachkonziliaren Riten." ("Kyrie Eleison" vom Dez. 1977, S.385) "Man lasse dann die Priester und Gläubigen die 'Familie der Riten' wählen, der sie vorzugsweise anhängen wollen." ("II Dossier Saventhem") (Man beachte: all diese Äußerungen wurden in Lefebvre freundlichen Organen veröffentlicht!) Daß Sie, Herr Dr. Wilhelm, der Sie erst nach Friedrichshafen wieder katholisch (oder 'katholisch') wurden, diese Äußerungen nicht so alle kennen, glaube ich Ihnen gerne. Aber ich frage Sie, H.H. Schmidberger, hat Mgr. Lefebvre diese Äußerungen getan oder nicht? Warum unterschlagen Sie sie dann bewußt! Die Charakterisierungen, die Mgr. Lefebvre sonst noch getan hat ("Bastardmesse" war die schärfste), sind untheologisch und heben diese zitierte nicht auf.

Was nun die Behauptung angeht, Mgr. Lefebvre habe die "neue Messe" gelesen, so haben wir, d.h. Prof. Lauth das "NOM" in Klammem nicht hinzugesetzt; "messe innovée" wurde mit "neuer Messe" übersetzt, wie sich jeder überzeugen kann. Aber einmal abgesehen von solchen 'kleinlichen' Ungenauigkeiten, haben Sie, H.H. Schmidberger in Ihrer Predigt vom 15.7.1979 hier in München doch selbst zugegeben: "Nun hat in der Tat der Erzbischof eine gewisse Zeit lang Reformen aus dem Jahre 1967 angenommen, eine gewisse Zeit lang, eineinhalb Jahre, bis im Jahre 1971, ohne daß er aber die Kreuzzeichen ausgelassen hätte. Er hat immer alle Kreuzzeichen gemacht, er hat immer alle Kniebeugen gemacht. Aber diese Reformen aus dem Jahre 1967 (...) sind etwas grundsätzlich anderes als die neue Messe." (nach einer Tonbandaufzeichnung.) Bei diesen "Reformen", die Mgr. Lefebvre benutzt hat, kann es sich eigentlich nur um die sog. "Missa normativa" - etwas anderes kommt schwerlich in Betracht! - handeln, die Paul VI. 1967 konzipieren ließ. Abbe des Lauriers spricht von "messe innovée, und nicht von "NOM", wie ihm unterstellt wird. Diese "Missa normativa" von 1967 ist aber entgegen Schmidbergers Behauptung mit dem 1969 promulgierten sog. "NOM" "im wesentlichen identisch". (Vgl. Holzer, Anton: "Novus Ordo Missae . . . " Freiburg 1975, S.14.) Im übrigen verweise ich auf die nochmaligen Äußerungen von Abbé des Lauriers in diesem Heft.

Die H.H, Schmidberger nachgeplapperte Behauptung (möglicherweise hat er sich selbst auch nur wiederholt!), Mgr. Lefebvre habe schwere Kirchenstrafen auf sich genommen, halte ich, bei allem Respekt vor der Person des Erzbischafs, für den Beginn einer Mythenbildung! Er hat sich an keines der Verbote aus Rom gehalten, keine Strafe auf sich genommen und die von Paul VI. verhängte "Suspension a divinis" schlicht ignoriert. Eher ironisch schreibt er selbst (in: "Einige Überlegungen zur 'Suspendierung a divinis'): "Worin besteht sie in Wirklichkeit? Sie beraubt mich des dem Priester und um so mehr dem Bischof innewohnenden Rechts, die heilige Messe zu feiern, die Sakramente zu spenden und an geweihten Stätten zu predigen, d.h. es ist mir verboten, die neue Messe zu feiern, die neuen Sakramente zu spenden und die neue Lehre zu predigen. Weil ich genau diese Neuerungen seit ihrer Einführung ablehne, verbietet man mir jetzt offiziell, sie in Zukunft zu praktizieren. Weil ich die neue Messe ablehne, verbietet man mir, sie zu lesen. Man kann sich vorstellen, wie klein der Schaden ist , der mir durch diese Suspendierung zugefügt wird." ("Kyrie Eleison" Jul/Aug. 1976, S.266) Ja! Frau Dr. Gerstner, wie konnten Sie nur dieses Märchen von den schweren Kirchenstrafen unterschreiben? Haben Sie denn schon am Mittag vergessen, was Sie morgens selbst geschrieben haben?

Wie schauen aber nun die "klärenden' Worte aus Econe und Weißbad zur sog. "neuen Messe" (NOM) aus? Mgr. Lefebvre sagte in seinem Interview mit "L'Aurore": "Er habe weder behauptet, daß sich das Zweite Vatikanum gegen den Glauben richte noch daß die neue Messe eine 'Häresie' und somit ungültig sei." (zitiert nach "Fels" März 1979, S. 92) Und was sagt der ehemalige Regens von Weißbad zur sog. "neuen Messe" (NOM)? "Darum werden wir also alle eine hohe Wertschätzung haben für die Liturgie der Kirche, auch das muß iah hier sagen, daß die Regel die alte Hl. Messe sein muß. Ich will keineswegs behaupten oder fordern, daß man nur die alte Messe hat, äaer wohlgemerkt, als Regel. Als Regel muß uns die alte Messe gelten, und wenn man in die neue Liturgie geht, so sollte das die Ausnahme sein." (Schmidberger in der von seinem Freund Wildfeuer redigierten Zeitschrift "KJB - Der gerade Weg" Nr. 1, Juni 1977, S.13) Es soll aber hier auch nicht verschwiegen werden, daß Schmidberger vor Jahren, d.h. in seiner vor-econeistischen Zeit, als Mitarbeiter der EINSICHT in der Meß- und Papstfrage die gleiche Auffassung vertreten hat, die wir heute noch vertreten. Aber das war einmal... Die hier angeführten Zitate werden Ihnen, sehr geehrter Herr Dr. Wilhelm, sicherlich klärender sein, als Ihnen lieb ist .

Übrigens habe ich nie behauptet, wie mir im nächsten Punkt der "Stellungnahme" unterstellt wird, "ein deutschsprachiger Priester der Priesterbruderschaft lese von Zeit zu Zeit die "Neue Messe' (NOM)". Die gemeinte Stelle lautet wörtlich (EINSICHT IX(l)l0): "Inzwischen soll sogar schon ein Mitglied der Bruderschaft erklärt haben, er könne sich vorstellen, daß er auch einmal im Monat nach dem 'NOM' zelebrieren könne." Bei der von den Unterzeichnern apostrophierten "geistigen Auseinandersetzungen unter Brüdern", unter denen "die Regeln der Fairneß beachtet" werden sollen, hätte man sich sehr leicht überzeugen können, daß die angeführte Behauptung nie gemacht wurde. Aber noch zu meiner Behauptung bezüglich des Priesters, der sich vorstellen kann, daß er auch einmal im Monat nach dem "NOM" zelebrieren könne: diese Information stammte von dem inzwischen verstorbenen H.H. Dr. Katzer, er gab sie uns in Anwesenheit von mehreren Zeugen; die Äußerung soll (ich sage nicht, daß er sie getan hat!) H.H. Biesig gemacht haben.

Soviel zu den von uns verbreiteten "törichsten und unsinnigsten Behauptungen", die wir gemacht haben sollen. Jeder kann sich anhand der angeführten Äußerungen der eigentlich Betroffenen überzeugen, was an "all diesen Gerüchten wahr und was falsch ist."

Nun, da wirklich der Wahrheit die Ehre gegeben wurde und alles geklärt wurde, "was wahr und was falsch ist", gestatten Sie mir, verehrte Unterzeichner, daß ich an Sie selbst folgende Frage stelle - Prof. Siebel möge sich in diesem Punkt nicht angesprochen fühlen, denn seine diesbezüglichen Ausführungen in seinem Buch "Katholisch oder konziliar" sind eindeutig -: Vertreten Sie bezüglich des sog. "NOM" die gleiche Haltung wie Mgr. Lefebvre, der in friedlicher Koexistenz nur eine Sondergenehmigung für die Feier der hl. Messe im Verband der abgefallenen 'Kirchen'organisation anstrebt, oder sind Sie wie Prof. Siebel der Auffassung, daß der sog. "NOM" ungültig ist?

Anerkennen Sie - wie Mgr. Lefebvre - den Häretiker Wojtyla als rechtmäßigen Papst? Diese Frage richtet sich auch an Sie, verehrter Herr Prof. Siebel: meinen Sie, daß jemand, der die ungültige "Messe" liest, rechtmäßiger Papst sein kann? (Wenn Sie das verneinen, (was wir tun) dann frage ich Sie, wie können Sie sich hinter das Programm von Mgr. Lefebvre stellen, der doch in diesem Punkt grundsätzlich anders denkt?)

Wollen Sie - wie Mgr. Lefebvre - der abgefallenen Organisation als (rebellische) rechtgläubige Sekte angehören? - Wenn ja, dann handelt es sich zwischen uns nicht um "Meinungsverschiedenheiten", sondern um dogmatische und kirchenrechtliche Glaubensunterschiede, und der Hinweis auf die "geistige Auseinandersetzung unter Brüdern", die doch sicherlich als Mitglieder einer (Glaub ens)Fami l ie zu verstehen sind, ist eine bewußt falsche Ettikettierung!

Geradezu demagogisch ist Ihrer aller Forderung an die Gläubigen, "wie bisher" Erzbischof Lefebvre zu vertrauen, einer Person, die im besten Fall bloß zweideutige, in vielen Fällen sogar eindeutig falsche, d.h.  h ä r e t i s c h e Stellungnahmen zu den entscheidenden Problemen abgibt. Auch hat er, d.h. Mgr. Lefebvre immer wieder betont, er wolle nicht der Führer der wahren Gläubigen sein. (Vgl. z.B. "Kyrie Eleison" Feb. 77, S.48: "Ich bin nicht der Chef der Traditionalisten. Ich bin nur einer unter den Millionen Katholiken, die genug haben von all den Veränderungen in der Kirche und von der Zerstörung der Kirche".) Das Problem, ob Mgr. Le£ebvie ein "guter und getreuer Hirte" ist , existiert für die Gläubigen nicht: Mgr. Lefebvre will überhaupt nicht Hirte sein! Von einigen der Unterzeichner hätte ich trotz allen persönlichen Wohlwollens für Lefebvre ein wenig mehr Sachverstand in dogmatischen und kirchenrechtlichen Fragen erwartet, auf den ich bei dem Neu-Katholiken und Handlanger von H.H. S chmi db erger, Herrn Dr. Wilhelm nicht rechnen kann.

Auch kann ich Ihren Appell "Vertrauen Sie seinem Werk" d.h. dem Werk von Mgr. Lefebvre, bei dem bekannt gewordenen Vorhaben von Mgr. Lefebvre, sich mit dem abgefallenen Rom wieder zu liieren (Brief Nr. 16) nur als Verhöhnung der wirklichen Gläubigen verstehen!

Alle Unterzeichner der "Stellungnahme" sind Akademiker. Von den Gelehrten sagt der von Ihrer Seite geschmähte Johann Gottlieb Fichte: "Der würdige Gelehrte will kein anderes Leben und Wirken haben, sich gestatten und an sich dulden, ausser dem unmittelbaren Leben und Wirken der göttlichen Idee in ihnw Dieser unveränderliche Grundsatz durchdringt und bestimmt nach sich innerlich sein ganzes Denken; derselbe Grundsatz durchdringt und bestimmt nach sich äusserlich sein Handeln. Was zuvörderst das erste betrifft (...) , so wird begleitet sein ganzes Leben von dem unerschütterlichen Bewusstseyn, dass es einig sey mit dem göttlichen Leben, dass an ihm und in ihm Gottes Werk vollbracht werde, und sein Wille geschehe; er ruhet darum auf demselben mit unaussprechlicher Liebe und mit der unzerstörbaren Ueberzeugung, dass es recht sey und gut. (...) Er hat mit diesem Handeln niemals noch einen anderen Zweck ausser dem, seine Idee auszudrücken, und die erkannte Wahrheit darzustellen in Werk und Wort." ("Ueber das Wesen des Gelehrten" in SW, Bd. 6, Berlin 1971, S.418) Es ist beschämend, daß gerade diejenigen, deren Pflicht die Darstellung der Wahrheit sein sollte, die als Wissenschaftler gelernt haben sollten, ihren Gegenstand systematisch zu reflektieren und die Ergebnisse ihrer Untersuchung auf ihren Wahrheitsgehalt hin kritisch zu prüfen, daß also gerade jene, die zumindest von ihrem Studium her wissen sollten, wie man wissenschaftlich zu arbeiten hat, (im besten Falle blind) einer Fahne hinterherlaufen, ohne zu wissen, was darauf steht. Und Ihnen, sehr geehrter Herr Zeppenfeld - Sie verzeihen mir, wenn ich mich auch an Sie persönlich wende -, mute ich nun die "Geschmacklosigkeit" zu, einmal darüber nachzudenken, ob es bei der Wahrheitsfindung auf das Argument oder die große Zahl (wie Herr Pfarrer Milch meint) ankommt, da ja auch Sie als Unterzeichner auf die "Randgruppe" anspielen - auf eine Randgruppe, gegen die man aber doch, wie man sieht die gesamte intellektuelle Elitetruppe von Lefebvres traditionalistischer Leibgarde ins Feld schicken muß. Man kann nur hoffen, daß sich die Unterzeichner, die sich damit als (freiwillige oder unfreiwillige) Erfüllungsgehilfen der berufsmäßigen Ankuppler zu erkennen gegeben haben, nur aus falsch verstandener Loyalität und Dummheit vor einen Karren gespannt haben, der wegen seiner inneren Widersprüche längst ins Abseits geraten ist .
 
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