ZU IHRER INFORMATION:
SAKA SAMMLUNG GLAUBENSTREUER KATHOLIKEN
Einst wird der Herr an dich die Frage stellen: "Was hast du getan für
die Ausbreitung des Reiches Gottes?" - Wäre es nicht gut, du uürdest
dich jetzt schon auf diese Frage vorbereiten?
Dezember 1979 12/79 - 4/1
EIN NEUES PRIESTERSEMINAR
als Ausbildungsstätte für Weltgeistliche
Der Aufruf der SAKA vom 21.11.1975 - siehe auch Info-Blätter vom letzten November - enthielt u.a. folgenden Programmpunkt:
"Bewahrung des ganzen und unverfälschten Romisch-katholischen
Glaubensgutes, insbesondere des Priestertums sowie der nl. Messe,
welche Papst Pius V. nach ältester liturgischer Tradition ausgerichtet
hat"
Dementsprechend hat die SAKA in den letzten 4 Jahren konsequent
gehandelt, trotz aller Schwierigkeiten, Widerwärtigkeiten und
Anfeindungen. Wir erinnern nur an den Aufbau von Messzentren und an
gezielter Information. Unsere Arbeit steht und fällt indes mit dem
priesterlichen Einsatz. Je weniger Priester uns zur Verfügung stehen,
desto wirkungsloser bleiben unsere Bemühungen; je mehr Priester im
Einsatz sind, desto reichlicher und kräftiger fliessen die
Heilsquellen. Gott hat Seiner Kirche die heiligen Sakramente gegeben,
und diese stellen die ordentlichen Heilsmittel dar. Uir müssen alles
tun, damit diese Quellen nicht versiegen. Vor allem jedoch sind wir
Gott jene Verehrung und jenen Kult schuldig, die Ihm nur im Opfer der
heiligen Messe dargeboten werden. Und wer bringt Ihm dieses heilige
Opfer dar?
Die Priester, welche uns ihren priesterlichen Dienst schenken, sind
wenige und vielfach schon betagt. Auch wenn sie uns noch manche Dahre
beistehen können, so gilt für unsere Lage buchstäblich das
Heilandswort: "Die Ernte ist gross, aber der Arbeiter sind wenige!" Das
wissen Sie alle selber am besten. Anstrengungen, um dieser Notlage zu
begegnen, sind mehr als überfällig!
Nun werden Sie sagen: Haben wir nicht schon ein Priesterseminar, in
Ecône und in Zaitzkofen? Gegenfrage: Wenn nun ein junger Mann sich zum
Priestertum berufen fühlt, aber nicht einer religiösen Genossenschaft
angehören will, was soll er dann tun? Die Ausbildungsstätten von Mgr.
Lefebvre sind für seine Priesterbruderschaft bestimmt. Die
Priesterbruderschaft St. Pius X. ist eine geschlossene Gemeinschaft,
entspricht also einer religiösen Genossenschaft.
Bedenken wir, dass die meisten Berufungen schon früher zum sogenannten
Weltklerus hin neigten. Gemäss einer Statistik aus den Dreissiger
Jahren waren von den geschätzten 321'000 Geistlichen der Gesamtkirche
257'000 Weltgeistliche und nur 64'000 Ordensgeistliche. Es ist also
eine dringendste Notwendigkeit, dass wir eine Ausbildungsstätte für
diejenigen Priesteramtskandidaten schaffen, die ihrer Berufung
ausserhalb einer religiösen Genossenschaft oder einer Bruderschaft
nachleben wollen. Sonst gehen uns die meisten Berufungen verloren. Und
das wäre unverantwortlich, gerade heute, in der Zeit also, die den
grössten Priestermangel in der Geschichte der Kirche aufweist1.
Es würde zu weit führen, weitere Gründe für dieses Vorhaben
aufzuzählen, Jedermann sieht ein, dass es die elementarste Pflicht
glaubenstreuer Katholiken ist, für Priesternachwuchs zu sorgen,
infolgedessen gezielt das zu tun, was unabdingbare Voraussetzung für
die Heranbildung von guten Priestern ist. Gott will das, also müssen
wir es tun, und wir dürfen auch überzeugt sein, dass der Segen des
Himmels nicht ausbleibt. Das haben wir in offensichtlicher Weise
bereits in den Vorbereitungsarbeiten erfahren.
Das in Frage stehende Priesterseminar ist nicht nur geplant, sondern
bereits schon im Stadium der Realisierung. Alls wesentlichen Fragen
sind schon zum grossen Teil gelöst. In den kommenden Wochen und Monaten
werden wir das Seminargebäude einrichten, in welchem uns ca. 40
Räumlichkeiten zur Verfügung stehen; es liegt in Süddeutschland, an
einem der bayrischen Seen. Grundlagen, Leitung, Lehrkörper und Geist
des Seminars werden don besten Voraussetzungen genügen, die wir an ein
echt katholisches Priesterseminar im Sinne des ungebrochenen und
unverfälschten vorkonziliaren Glaubens zu stellen haben.
Sie sehen also, dass wir die höchsten Anstrengungen unternehmen, um die
Bedingungen zu schaffen, im Glaubenskampfe nicht nur durchzuhalten,
sondern auch verlorenes Terrain wiederzugewinnen. Es liegt nun auch an
Ihnen allen, uns in dieser Riesenaufgabe beizustehen. Sie alle werden
ja in absehbarer Zeit von den guten Früchten dieses Aufbauwerkes
zehren. Wir appellieren deshalb an Sie:
Helfen Sie uns, es geht ja um so viel! Es geht heute doch um gar alles!
Helfen Sie mit Ihrem täglichen Gebeti Das ist das Allerwichtigste.
Erbitten Sie den Segen Gottes, erbitten Sie Priesterberufa. Nehmen Sie
unsere September-Informationen zur Hand, in welchen wir ein schönes
Gebet um gute Priester veröffentlicht haben.
Und helfen Sie uns auch durch Spenden! Dass dieses Seminar eines
Aufwandes von Hunderttausenden bedarf, ergibt sich ohne weiteres.
Helfen Sie uns jetzt besonders am Anfang, wo uns zudem noch die
Einrichtungskosten belasten. Wir werden sobald als möglich eigene
Konten eröffnen für unser und auch Ihr Priesterseminar. Bis dahin
bitten wir Sie, Ihre Spenden auf unsere Konten zu überweisen, welche
auf der rechten Seite des Kopfes unserer Info-Blätter angegeben sind.
Einzahlungsscheine und Zahlkarten liegen bei.
Wenn all jene, die sich mit der SAKA im heutigen Glaubenskampfe
verbunden fühlen, uns für das Seminar eine Eingangsspende von
durchschnittlich sFr./DM 50-100 zuwenden würden, wäre unsere schwere
finanzielle Bürde ganz wesentlich erleichtert. Es ist uns natürlich
bewusst, dass nicht jedermann einen Beitrag in solcher Hohe auf einmal
tätigen kann, doch gibt es auch wieder Gönner und Wohltäter, die mehr
zu tun vermögen. Wir gehen mit den uns zur Verfügung gestellten Mitteln
äusserst sparsam um; auf das Notwendige dürfen wir aber nicht
verzichten. Es hängt von Ihrer Mithilfe ab, dass wir das Seminargebäude
seinem hohen Zweck angemessen einrichten können.
Es ist Advent. Weihnachten, die Feier der ersten Ankunft unseres Herrn,
steht bevor. Auch die zweite Ankunft des Herrn steht uns bevor;
irgendeinmal, früher oder später, wird Er wiederkommen - den Tag und
die Stunde wissen wir nicht. Aber das wissen wir, dass wir uns darauf
vorbereiten müssen: Unsere Lampe muss mit Oel gefüllt sein, mit dem Oel
der göttlichen Gnade, der göttlichen Huld, unseres guten Willens,
unserer Liebe, unserer Opfer und unserer Bereitschaft, Gutes zu tun,
zumal wenn es sich um etwas handelt, was unmittelbar zur Ehre und
Verherrlichung Gottes, für die Erhaltung und Ausbreitung des
katholischen Glaubens und damit zum Heile der unsterblichen Seelen
dient. Die SAKA bereitet Ihnen mit dem Seminar ein grosses
Weihnachtsgeschenk - schenken Sie ihr auf Ueihnachten auch etwas
Herzhaftes!
Wir danken Ihnen schon jetzt herzlichst für alle Sympathie und alle
Hilfel Wir beten für Sie und aus dem Opfer der heiligen Messe wird
Ihnen der Dank des Himmels zuflisssen. Haben Sie auch Verständnis
dafür, dass wir unsere Mitteilungen übsr das Seminar vorerst noch ganz
allgemein halten, ohne nähere Angaben. Wir stehen ja mit diesem Werk
derart unter Beschuss, dass wir wenigstens den allerersten Aufbau in
einiger Ruhe und Stille tun möchten. Menschliche Kräfte haben ihre
Grenzen! Auch möchten wir Sie bitten, in dieser Phase wenn immer
möglich von persönlichen Rückfragen über das Seminar abzusehen. Die
meisten von Ihnen kennen die SAKA schon manche Jahre; Sie kennen deren
treukatholischen Kurs sowie deren gesunde, ausgewogene und doch ganz
konsequente Haltung. Schenken Sie uns auch für dieses Werk Vertrauen!
Es ist unser aller Auftrag! £}ïï]]
Das SAKA-Informationsblatt vom Januar 1980 fügt diesen Mitteilungen ergänzend hinzu:
1. Das Seminar erhält den Namen "Priesterseminar Heilig Blut".
2. Hinter dem Seminar steht ein Bischof, "eine integre Persönlichkeit,
auch in kirchenrechtlicher Hinsicht, ein 'fidelis servus Dei'", dessen
Name vorerst noch nicht genannt wird.
Sofort nach der Veröffentlichung des Seminarvorhabens wurde die SAKA
besonders aus Kreisen um Mgr. Lefebvre, die ihr traditionalistisches
Monopol gebrochen sahen, heftig angegriffen, und dies, obwohl an den
Erzbischof ein Schreiben mit der Bitte um Zusammenarbeit abgesandt
worden war. Auf Grund dieser Attacken sah sich die SAKA gezwungen,
folgendes, von ihrem Vorsitzenden Herrn Eisele unterzeichnete Flugblatt
zu veröffentlichen:
SAKA SAMMLUNG GLAUBENSTREUER KATHOLIKEN
Liebe Mitkatholiken,
in dem zu Ende gehenden Dahre haben uir alle mit grossen Opfern unser
Messzentrum aufgebaut. In Kürze uird unsere Schutzengelkirche "in
voller Pracht" dastehen. Vermehrte Gottesdienste, wöchentlich mehr ais
einmal Beichtgelegenheit, täglicher Rosenkranz, eine bereits
durchgeführte "Volksmission" und vor allem die tatsächliche Gegenwart
unserss Heilandes im Tabernakel der Kirche lassen die Herzen eines
jeden echten Katholiken höher schlagen. Wir haben allen Grund zur
Dankbarkeit, und jedermann spürt doch die allgemeine Zufriedenheit und
ein Glücksgefühl über das Erreichte, über das also, was uns Gott
geschenkt hat.
Unverständlich ist es deshalb, wenn nun versucht wird, diese
erfreuliche Entwicklung zu stören. Uir wissen, dass wir mit scheelen
Augen beobachtet wurden und werden. "Man" suchte und wartete auf einen
Anlass, gegen uns aktiv zu werden. Und nun meint "man", einen solchen
gefunden zu haben.
Sie kennen die Ankündigung in unserem letzten Informationsblatt. Sie
wissen auch um die Notlage infolge des Priestermangels. Es gibt nur
wenige Orte im deutschen Sprachraum, wo Gelegenheit besteht, dem wahren
heiligen Plessopfer beizuwohnen. Uir in Basel sind in einem solch
glücklichen Ausnahmezustand, obwohl Sie ja auch wissen, dass die
priesterüchen Dienste noch in weitem Classe auszubauen wären.
Voraussetzung dafür ist aber eine genügende Zahl von Seelsorgern, von
Priestern. Unsere erste und qrösste Sorge muss sich deshalb darauf
richten, das uns Plögliche zu tun, damit Priester herangebildet werden.
Wenn nun neben Ecône/Zaitzkofen noch ein weiteres Priesterseminar
eröffnet wird, muss das doch als ein äusserst bedeutsamer Beitrag im
heutigen Glaubenskampf und als wichtige Etappe für den Wiederaufbau der
katholischen Seelsorge gewertet werden. Denn nur ein einziges Seminar
im deutschen Sprachraum ist wie ein Tropfen auf den heissen Stein. Für
all diejenigen, die nicht der Priesterbruderschaft von Ec‘ne angshören
wollen, muss doch ein Ausbildungsweg bestehen, nan bedenke, welche
flöglichkeiten früher den Priesteramtskandidaten offen standen:
Diözesanseminarien sowie die Seminarian der verschiedenen Orden und
Kongregationen. Nicht alle, die sich zum Priestertum hingezogen fühlen,
sind für die gleiche Lebensform und die gleiche Spiritualität
veranlagt!
Und nun behauptet man gegen jede bessere Einsicht und mit falschen
Begründungen, das neue Priesterseminar sei gegen Ec‘ne gerichtet.
Beweise dafür fehlen. Es wird mit Vermutungen, Verdachten,
Unterschiebungen und mit falschen Kombinationen argumentiert. Uenn in
früheren Zeiten ein neuer Orden oder eine neue Kongregation oder ein
neues PriBsterseminar entstanden ist, wäre es den bereits bestehenden
Orden, Kongregationen und den Leitern der vorhandenen Seminarian wohl
kaum eingefallen, den neuen Zweig am Baum der Kirche als gegen sich
gerichtet zu betrachten. Und wenn in der heutigen Notlage, die schwerer
ist als je in der Kirche, eine weitere Priesterausbildungsstätte
entsteht, um dem ungeheuren Priestermangel entgegenzutreten, wer kann
das im Grunde genommen zum vornherein negativ beurteilen? Da gehören
schon böser Wille oder Herrschsucht und Unduldsamkeit dazu! Sollte man
sich nicht eher freuen? Und wenn man sich aus irgend einem Grunds nicht
freuen mag, dann ware es besser zu schweigen, sonst könnte der Eindruck
erweckt werden, Konkurrenzneid und ein ungerechtfertigter
Monopolanspruch wären die Gründe für die Missbilligungi
Diejenigen, welche die SAKA-Arbeit seit Dahren kennen, können
bestätigen, dass uir Wesentliches für Ecône geleistet haben. Es ist
deshalb eine böswillige Verleumdung, uenn heute mit derart billigen
Argumenten versucht wird, uns Schwierigkeiten zu machen. Wir wissen
wohl, wer hinter der Kampagne steht. Uir mussten solche Machenschaften
schon an anderen Orten erfahren. Wir haoen bis jetzt darüber
geschwiegen. Sollten aber die verleumderischen Angriffe gegen unser
nesszentrum in Basel und gegen das im Entstehen begriffene
Priesterseminar nicht aufhören, müssten wir zu unserem grössten
Bedauern über uns wohl bekannte Dunkelmänner-Agitationen berichten, die
schon an andersn Orten durchgeführt wurden. Es wäre dann auch manches
besser verständlichi
Wir bitten Sie also, lassen Sie sich nicht bsirren und durch haltloses
Gerede beeindrucken! Lassen Sie sich auch Ihre Freude an unserem
Messzentrum nicht verderben! Halten wir jetzt umsomehr zusammen: Unsers
gameinsamen Anstrengungen in dieser Notlage dürfen nicht geschwächt
werden! "Der Friede Gottes, der alles Begreifen übersteigt, bewahre
eure Herzen und Gedanken in Christus Jesus, unserem Herrn", sagt dar
Apostel in der heutigen Epistel.
Die SAKA Basel wünscht Ihnen allen sin friedvolles und gnadenreiches Weihnachtsfest!
Dritter Adventssonntag 1979
Für die SAKA Basel:
gez. A. Eisele |