IN MEMORIAM DER EHRW. SCHWESTER JOSEFA BRÜCHLE
von H.H. G.R. Pfr. J.M.
"Herr, Gott, gib uns den Frieden - Du hast ja alles gegeben, den Frieden der Ruhe, den Frieden des Sabbats, den Frieden ohne Abend." (Augustinus, conf. 13.B.) In Seinen Frieden ohne Abend hat Gott der Herr die Ehrw. Schwester Josefa Brüchle (Anm.d.Red.: den Münchner treuen Gläubigen bekannt und Leserin der "Einsicht") am 20. Juli 1978 nach mehr monatlichem schweren Leiden, das sie mit vorbildlichem christlichen Starkmut durchgestanden hat und das zuletzt in die innige Gebetsbitte einmündete, aufgelöst zu werden, um immer beim Herrn sein zu dürfen, heimgeholt.
Ihre Geburtsheimat war München. Sie hing an der "Stadt mit Herz" und an der St. Benno Stadtpfarrkirche, in deren Schatten sie ihre glückliche Kindheit in einem vorbildlichen christlichen Elternhause an der Erzgießereistr. verlebte. Was der gute Vater und die gute Mutter in ihr Herz und Gemüt säten und pflanzten, hegten und pflegten, das reifte in ihr zu dem hochherzigen Entschluß, sich im Dienste des göttlichen Kinderfreundes und Samariters ganz der Sorge und Pflege der Kleinkinder vom Säuglingsalter an und der Pflege kranker älterer Leute zu widmen. Nach dem frühen Tode ihres Vaters führte sie diesen Entschluß durch. Sie erwarb sich Ausbildung und Erfahrung in mehrjähriger Tätigkeit im Krankenhaus in Schwabing. Daraufhin war sie Jahrzehnte im freien Schwesternberuf in der Heimat, vorübergehend - wegen ihrer Tüchtigkeit und gütigen Mütterlichkeit allgemein sehr geschätzt und gesucht - auch bei Familien im Ausland, in Kalifornien, in England und auf der Insel Jersey bis hinein in die Jahre ihres Ruhestandsalters, tätig. Die warmherzigen Dankbriefe, die sie für ihre aufopfernde Pflege noch während ihrer eigenen Erkrankung von Familienangehörigen ihrer einstigen Pflegebefohlenen aus dem In- und Ausland erhielt, bezeugen, wie sie geachtet und geschätzt war.
Sie wollte es nicht wahr haben, wie ihre Berufsenergie, trotz deutlicher Warnzeichen zur Selbstschonung, ihre Kräfte aufzehrten. Der zunehmende Kräfteverfall machte vor vier Jahren einen schweren operativen Eingriff nötig. Im heurigen Februar erlitt sie einen Schlaganfall mit Lähmungsfolgen. Es bedeutete für sie das schwerste Opfer, daß sie von da an das Hl. Meßopfer in der so vertrauten St. Peterskirche in München (Anm.d.Red.: dort wird immer noch zu einer bestimmten Stunde das gültige Meßopfer gefeiert) nicht mehr mitfeiern konnte. Pausenlos war sie and Krankenbett gefesselt. Drei Wochen vor ihrem 75. Geburtstag legte sie ihr Leben, das sie aus der Hand ihres Schöpfers empfangen hatte, in tiefstem Herzensfrieden in die Hände ihres Schöpfers zurück. Ihre sterbliche Hülle harrt im Elterngrabe im Westfriedhof in München unter der Madonnen statue mit dem göttlichen Kinde auf dem Arme der einstigen seligen Auferstehung entgegen. R. I. P.
|