EXORZISMUS
von Luise von Weymarn
Mit der Amtsniederlegung des "Bischof" von Würzburg, Josef Stangl ist auch wieder das Thema Exorzismus für nachfestliche Schlagzeilen willkommen.
Nun wird dabei eine grundlegende Tatsache verschwiegen, vielleicht in Unkenntnis esotherischer Zusammenhänge, sicherlich vielfach aber auch wider besseres Wissen und in vorsätzlicher Ignoranz. Kein katholischer Priester kann eine Amtshandlung von sich aus vollziehen, sondern immer nur im Raum und im Auftrag der Kirche. Wie aber will ein Priester dieser "Kirche von heute" den Teufel wo immer und aus wem immer "austreiben", dem ein "Papst" - Paul VI. - bestätigt hat, daß Satan bereits in die Kirche eingedrungen ist" ??
Es ist - ganz abgesehen von sicherlich berechtigten medizinischen Kriterien zu diesem Fall, die auf einer anderen Ebene liegen - nicht dieser mißglückte, höchst dilettantische Versuch eines Exorzismus der Skandal des Jahrhunderts in der "Kirche", sondern die Tatsache, daß bis heute noch nicht einer der z. Teil sicherlich noch gültig geweihten Bischöfe einschließlich Stangl - Würzburg und auch Lefèbvre den Mut aufgebracht haben, reinen Tisch zu machen. Spätestens nach dieser Satansbestätigung aus seinem eigenen Mund war der Prozeß gegen Paul VI. überfällig, die Feststellung, daß ein solcher "Papst" sich selbst als depositus dargestellt hat.
Wenn der Teufel der Vater der Lüge ist, dann hat er mit Hilfe Paul VI. sich selbst unter Beweis gestellt, wenn mit der Einführung der Volkssprache zum NOM die Wandlungsworte "pro multis" mit "für alle" Tag für Tag verfälscht werden. Jeder Lateinschüler in der ersten Klasse lacht darüber und jeder Dolmetscher bei Gericht oder sonstwo in der Welt könnte sich mit der permanenten Behauptung einer solchen Verfälschung nicht nur sein Schulgeld herauszahlen lassen, er würde sich u.a. sogar der fortgesetzten fahrlässigen Fälschung von Dokumenten schuldig und damit strafbar machen. Auch im Raum Würzburg ist dieser NOM die Norm.
Oder: Wie will ein Priester den Exorzismus im Namen der "Kirche" wirksam werden lassen, wenn er gleichzeitig, womöglich am selben Tag das Sakrament der Taufe zu spenden vorgibt, bei welchem der bisher vor der Spendung des eigentlichen Sakramentes (- also der Aufnahme des Täuflings in die Kirche Jesu Christi und in den Stand der heiligmachenden Gnade -) vorgeschriebene Exorzismus durch denselben Paul VI. abgeschafft ist!!
Als einem Zeitgenossen des Hl. Thomas v. Aquin, dem Löwener Dominikanerprior Thomas de Chantimpré, der vor einer Bischofsynode predigen sollte, der Teufel erschien, sprach er: "Sage ihnen, die Fürsten der höllischen Finsternis entbieten den Fürsten der Kirche ihren Gruß. Wir sprechen ihnen freudig unseren Dank aus dafür, daß sie uns durch ihre Nachlässigkeit ihre Schutzbefohlenen zuführen und fast die ganze Welt der Finsternis anheimfällt." (Prof. Josef Pieper: Hinführung zu Thomas v. Aquin).
Daß in der Schar dieser "Hilfsarbeiter" auch einmal Päpste - also über das Maß persönlicher, oft höchster Sündhaftigkeit hinaus - Verräter am mystischen Leib Christi sein würden, d a s wagte selbst der Teufel nicht zu sagen. Das müssen wir Kinder des 20. Jahrhunderts erleben!
Wie lange noch ?
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Nachfolgend eine Erklärung von "Bischof" Stangl, die dieser im Zusammenhang mit dem Tod der Anneliese Michel und dem an ihr durchgeführten Exorzismus am 11.8.1976 gegeben hat (nach SZ vom 18.8.1976)
Was lehrt die Kirche über Teufel und Dämonen? Das Neue Testament sagt, Jesus habe Dämonen ausgetrieben. In einigen kirchlichen Lehräußerungen ist von Teufel die Rede. Für solche Aussagen gilt, was bei allem menschlichen Reden berücksichtigt werden muß:
Es ist zu verstehen auf dem Hintergrund der jeweiligen Zeit und aus dem Zusammenhang, in dem es steht.
1) Ein Blick auf das Weltbild der Bibel zeigt, daß sich der Mensch des biblischen Kulturraumes die Welt ohne Dämonen nicht vorstellen konnte. Neben anderen Einflüssen mag dazu auch das unmittelbare Erleben beigetragen haben, daß den Menschen das Böse oft wie eine unentrinnbare Macht anfüllt, daß der Mensch in sich nicht selten einen Drang zum Bösen verspürt. Diese Weltbild wird auch von entsprechenden späteren kirchlichen Äußerungen vorausgesetzt, ohne daß es im einzelnen als verpflichtender Teil der kirchlichen Lehre selbst angesehen werden muß.
2) Berücksichtigt man den Zusammenhang, in dem solche Aussagen stehen, dann zeigt sich, daß es, wo von Teufeln oder Dämonen die Rede ist, letztlich immer um die Macht Gottes geht. Bibel wie kirchliche Lehräußerungen wollen also nicht eine Lehre über den Bösen, eine Satanologie, entfalten es geht ihnen vielmehr einzig darum, zu sagen, daß Gott und nur Gott stärker ist als alles Böse.
3) Aussagen über das Böse oder den Teufel sind demnach dort falsch und widerstreiten dem Geist des Neuen Testaments und der kirchlichen Überlieferung, wo sie differenziert etwas über das Wesen und Verhalten von Teufeln oder Dämonen zu wissen glauben, oder wo sie eine Drohbotschaft beabsichtigen, den Menschen also Schrecken einjagen anstatt Vertrauen zu einem Gott zu wecken, der keinen ernsthaften Konkurrenten in dieser Welt haben kann.
Was versteht die Kirche unter Bessenheit Die Vorstellung von ,Besessenheit' bat in der Geschichtete der Kirche zeitweilig eine verhängnisvolle Rolle gespielt. Dies war damals - abgesehen von anderen kulturgeschichtlichen Gründen - nur möglich, weil fundamentale Wahrheiten christlichen Glaubens vernachlässigt wurden.
1) Die Kirche lehrt, daß der Mensch durch Glaube und Taufe im Heil Gottes ist und W auch die Nichtgetauften am Heil Gottes teilhaben. So ist der Mensch grundsätzlich der Macht des Bösen entzogen. Es widerspricht deshalb ausdrücklich dem Glauben der Kirche, von einem Menschen zu behaupten, er sei etwa schon im Mutterleib verflucht worden oder es seien die bösen Geister stärker als die guten
2) Das, was man als Besessenheit bezeichnete, kann nach heutiger Sicht zwei Tatumstände umfassen: Es kann - und das war es wohl meist - eine schwere Erkrankung sein. Es kann auch - solche Erfahrungen der Mystik lassen sich kaum leugnen - ein besonders tiefes Eintauchen des Menschen in den Leidensweg Jesu sein, der nach Aussage der Bibel bis ins Erlebnis der Gottverlassenheit ging. Beispiele dafür sind aus dem Leben der Heiligen bekannt.
3) Unter Exorzismus ist deshalb nicht eine mit magischen Mitteln arbeitende Tenfelsaustreibung zu verstehen. Exorzismus ist nichts anderes als das Gebet der Kirche im Namen Jesu für einen Menschen, der seiner nicht mehr mächtig ist, sich ausgeliefert fühlt, sogar selbes nicht mehr beten kann. Wer den Exorzismus anders versteht oder vollzieht, steht gegen das Glaubensverständnis der Kirche.
4) Dieses Gebet schließt selbstverständlich medizinische Hilfeleistung niemals aus, es verpflichtet sogar dazu. Beten heißt nämlich nach christlichem Verständnis nicht, Gott etwas abzuzwingen, sondern sich in den Willen Gottes stellen. Gott will aber, daß ein Mensch dem Anderen Menschen mit allen Mitteln hilft. Zu diesen Mitteln gehört für einen Kranken die medizinische Hilfe. Für jemanden beten, ihm aber eine Heilbehandlung vorenthalten, ist unchristlich.
In diesen Äußerungen leugnet Stangl also die personale Existenz des Teufels und scheint bei Prof. Haag Nachhilfestunde erhalten zu haben. Nach Lehre der Kirche sind die Teufel die ursprünglich guten, aber durch ihre Sünde in Teufel verkehrten Engel. (Vgl. Joh. 8, 44 wo Christus selbst sagt: "Jener hielt nicht stand in der Wahrheit".) Zur Lehre der Kirche über die Teufel vgl. Denzinger Nr.237, Nr.427 und 428, ebenso die Nr. 383, 1261 und 1923. Es wäre ja auch sonderbar, wenn die übrigen Häresien bloße "Zufallsprodukte" wären: das ganze System der Reformer ist durch und durch häretisch, kein Stein steht mehr an seiner Stelle. Und es ist geradezu lächerlich, immer wieder zu sagen: Ja, die Bischöfe sind zu schwach, sonst würden sie schon eingreifen. Quatsch, sie allesamt vertreten diese Irrlehren selbst! und darum bleiben die Haags, Rahners etc. alle da, von wo sie eigentlich schon längst weggefegt sein sollten.
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