BRUCH MIT DER PSEUDO-HIERARCHIE !
von Joseph R. Jansen
Es ist höchste Zeit, daß unsere Rechtgläubigen aufwachen und sich endlich darüber klar werden, daß die sogenannte Amtskirche heute mit der wahren Kirche Jesu Christi so wenig zu tun hat, wie seinerzeit die Hohen Priester und Pharisäer mit der jungen Kirche von Jerusalem! Das ist nicht übertrieben,.sondern trifft genau den Sachverhalt. Es kann keine Identität bestehen zwischen der Braut Jesu und der Hure Babylon, als welche sich die moderne "Kirche" erweist. Schon die äußere Struktur ist völlig anders. Was an die Stelle der vormaligen Kirche getreten ist, gleicht auf's Haar weltlichen Institutionen, ja zeigt sich als wüst aufgeblähter Verwaltungsapparat bolschewistischer Bauart: Räte-System! So gibt es nun offiziell den Diözesan-Pastoralrat, Priesterrat, Katholikenrat, Dekanatsrat, Pfarrverbandsrat, Pfarrgemeinderat. Je mehr die Ratlosigkeit infolge Glaubensverlust ihre erschreckenden Ausmaße zeigte, um so mehr Basen wurden für Schwätzer errichtet, die nun anstelle der Beter das große Wort im Munde fahren. Diese Systemveränderung war notwendig, damit der Geist des Antichrist siegreich in alle Bereiche einziehen konnte, und zwar mit Hilfe der Diskussion, Manipulation und Überrumpelung zaghafter Priester und Laien, wobei die neue "Theologie" und sogenanntes "neues" Denken jeweils die Weichenstellung besorgten.
So ist ja tatsächlich alles radikal anders geworden. Die Sprache der Anti-Kirche ist anti-katholisch, verworren, unklar, modisch. Die neuen Bibelübersetzangen geben sich ungehemmt blasphemisch, die Katechismen häretisch, die Aktivitäten weltdienerisch, die "Gebete" verraten den Geist des Menschenkultes: ihr werdet sein wie Gott. Die Methoden der Reformer sind bekanntlich hinterhältig bis brutal, das immer noch geübte, weil photogene Lächeln der Zerstörer auf den geschändeten Bischofsstühlen erstarrt mehr und mehr zur Grimasse. Mit einer solchen Reform-"Kirche" kann es keinerlei Zusammenarbeit mehr geben. Das hat nun auch eine bestimmte Sammelbewegung eingesehen und errichtet gegen den ; Willen der Anti-Bischöfe Meßzentren. In Paris hat sich bereits ein offener Bruch vollzogen, Gott sei Dank. Die Kirchenbesetzung seit dem 27. Februar ist ein weithin sichtbares Fanal, an dem so manche Träumer von einer "Aussöhnung mit Rom" ihre Phantasien so schnell wie möglich begraben sollten, wenn sie sich nicht im Angesicht der bei Verstand Gebliebenen lächerlich machen wollen. Wir müssen heute ganz auf eigenen Füßen stehen und selber Initiativen starten, während ein Starren auf Rom oder Hoffen auf einen "gemäßigten" neuen Papst eine furchtbare Täuschung bedeuten. Ebenso verhängnisvoll wäre es gewesen, wenn P. Hermes vom "Fels" sich von "Kardinal" Höffner hätte vorschreiben lassen, was er veröffentlichen darf und was nicht. Diese Henker der Kirche haben uns absolut nichts zu sagen, geschweige denn dürften wir sie anbetteln um irgendeine Gunst, etwa um eine Kirche zur Abhaltung wahrer Hl. Messen. Diese Herren müssen ganz klar wissen, daß sie selber unrechtmäßig über unsere Gotteshäuser verfügen, daß diese ganz allein uns, den Rechtgläubigen gehören. Die Kirchenbesetzer von Paris haben also im Grunde etwas Selbstverständliches getan, was bereits lange vorher fällig war. Leider hat Abbè Coache nun den Fehler gemacht, "Kardinal" Marty zu bitten, den Traditionalisten eine Kirche im Zentrum von Paris zu überlassen. Das ist den Reformern schon zuviel Ehre angetan! Zudem haben die Pariser ja wieder eine Kirche. Wenn sie zu klein geworden ist, müßten die versuchen, eine zweite zu besetzen usw. Vor Apostaten zu bitten und zu betteln, steht uns schlecht an, wir sollten doch mehr katholische Würde zeigen.
Die Verworrenheit leider auch im Lager der Rechtgläubigen hat darin ihren Hauptgrund, daß man zu sehr auf die abgefallene Hierarchie schielt und nur auf dieselbe reagiert, anstatt männlich zu handeln, um der abgrundtiefen Not der Gläubigen wirksam zu begegnen. Kaplan Walter Dettmann hat in dieser Zeitschrift schon vor zwei Jahren eine Papstwahl gefordert, damit die zerstreute Herde endlich einen Hirten bekäme, der ein wahrer Stellvertreter Christi ist. Die verbliebenen Reste des rechtgläubigen Klerus könnten realistischerweise nur unter der Führung des H.H. Erzbischofs M. Lefebvre zusammengerufen werten. Dettmann schrieb: "Eine Papstwahl wäre jetzt auch deshalb dringend erforderlich, weil die Zahl der guten Priester immer kleiner wird, während gleichzeitig die Not der Gläubigen von Tag zu Tag wächst." Hier spricht ein wahrer Seelsorger. Ohne Hierarchie geht es nun einmal nicht in der Kirche, wie die tägliche Erfahrung lehrt.
Bitten wir Gott, Er möge den H.H. Erzbischof Lefebvre erleuchten, damit er erkennt, daß er seine Aufgabe unmöglich auf die Heranbildung von Priesteramtskandidaten beschränken kann. Ein wahrer Hirte muß auch um die legitime Führung der Kirche bemüht sein.
Nichts fürchten die Reformer so sehr wie den offenen Bruch und damit das Eingeständnis des Scheiterns der "Reform". Wer also bemüht ist, die entstandene Kluft zu verkleistern und herabzuspielen, der hilft bewußt oder unbewußt den Zerstörern. Der Kirche hilft man nur durch entschiedenen Bruch mit jeglicher Häresie, mit Abfall und deren Urhebern und Verantwortlichen. Wer das allen Tatsachen zum Trotz nicht einsehen will, muß sich leider sagen lassen, daß er die traurige Rolle eines Aufweichlers oder gar Verführers spielt.
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