WEN ODER WAS WIRD DER TEUFEL HOLEN?
von H.H. Walter W.E. Dettmann
In der Zeitung "Münchner Merkur" vom Freitag, 29. April 1977 stand die gesamte Seite 7 unter der Schlagzeile: "Soll alte Pfarrhöfe der Teufel holen?" - Es handelt sich dabei um viele alte Gebäude im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben, der ganz ausgefüllt wird von der Diözese Augsburg. - 98 historische Pfarrhöfe, die z.T noch ins 16. Jahrhundert reichen, stehen leer. 47 davon sind vom Abbruch bedroht. Zu den 98 leerstehenden Häusern kommen noch 62 Pfarrhöfe, die ganz an fremde Personen, das heißt nicht an Geistliche, vermietet sind. Das ist die Bilanz 30. Jahr nach der Augsburger Bistumssynode von 1947! Damals wurde unter dem donnernden Beifall der Geistlichen die Parole auagegeben: "Wir werden in Bayern kein Lourdes und kein Fatima dulden!" - Als auf den Tag genau zwei Jahre später die Ereignisse von Heroldsbach begannen und Tausende von Gläubigen dort den Rosenkranz beteten, begann zugleich ein fanatischer Kampf von fast allen Kanzeln herunter gegen das gläubige Volk, wobei Unwahrheit und Verleumdung triumphierten. Es kam auch zu zahlreichen Exkommunikationen. Aber mit solchen Methoden konnte man die Lücken, die der zweite Weltkrieg in die Reihen der Priester und Priesterkandidaten gerissen hatte, nicht ausfüllen. Wenn heute nach dreißig Jahren des sinnlosesten Kampfes die Frage gestellt wird: "Soll der Teufel die alten Pfarrhöfe holen?", dann drängt sich einem Kenner der Verhältnisse die Frage auf, ob der Teufel nicht noch viel mehr als nur die alten leeren Gebäude holt! Wäre es für Bischof Stimpfle nicht höchste Zeit, sich zu besinnen, bevor der Teufel das ganze Bistum Augsburg und das ganze deutsche Bischofskollegium holt? In einer süddeutsche Stadt wurde vor wenigen Tagen auf dem Flohmarkt eine ganze Kommunionbank versteigert! Wollen die deutschen Bischöfe heute ebenso blind und stur gegen Erzbischof Marcel Lefebvre anrennen, wie sie vor 30 Jahren gegen die Gläubigen in Marienfried und Heroldsbach losgehauen haben? Dieselben Bischöfe und Pfarrer, die im geheimen über Papst Pius XII. spotte en und sich über seine Anordnungen betreffs der hl. Messe lustig machten, schleuderten Blitz und Donner gegen die angeblich ungehorsamen Gläubigen, die in Heroldsbach den Rosenkranz beteten. "Ehebrecher sind uns lieber, als solche Leute, die nach Heroldsbach fahren", schrien die Kapuziner in Augsburg sowie die Franziskaner in Ulm und in Fulda. - Heute gibt es mehr als doppelt soviel Kardinäle wie vor 30 Jahren. Auch die Zahl der Bischöfe hat sich in Deutschland mehr als verdoppelt: Wir haben eine ganze Brigade von Weibbischöfen, aber keine Pfarrer mehr. Die leeren Pfarrhäuser überläßt man dem Teufel. - Dies ist ein ernster Hinweis darauf, daß der Teufel sich nicht nur mit leeren Gebäuden begnügen wird. Er holt mit Vorliebe jene Würdenträger, die nicht nur die Pfarrhöfe sondern den gesamten römisch-katholischen Glauben zugrundegehen lassen, besonders den Glauben an das hl. Meßopfer.
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