WIE VOM WINDE VERWEHT
von Rudolf Attinger
Weihnachten! Das schönste Fest aller Menschen sollte es sein, das Fest der Geburt Christi, das Fest der Kinder. Es könnte auch das Fest aller Priester und Bischöfe sein, wenn sie es noch so auffassen und feiern würden wie vordem. Doch sie glauben, sie können nach ihrem Gutdünken schalten und walten, wie es ihnen beliebt, und sich als Herren über etwas aufspielen, was ihnen nicht gehört. Obwohl viele innerlich davon nicht überzeugt sind, machen sie dennoch, gleichsam auf "höheren Befehl", diese Häresien und Blasphemien nach außen mit. All die älteren Priester sind nach dem Ritus der wahren Kirche auf die tridentinische Messe hin geweiht worden. Würden sie alle, eingedenk ihrer heiligen Weihe, zelebrieren, wahrlich, die Welt sähe um vieles anders aus! Gott ist kein Modemist! Diejenigen unter den Klerikern, die meinen, man solle sich der modernen Welt anpassen, werden schon bald erfahren, wohin sie diese Anbiederei führt.
Ist denn alles verschwunden? Wenn heute das Jesuskind in einer der modernen "Kirchen", in so einer steinernen Öde und Leere, zur Welt kommen müßte, dann würde, wie ich annehme, es sicherlich sagen: damals im Stall zu Bethlehem war es friedlicher und schöner.
Wegen der hohen Ehrung, die Maria zuteil wurde, gebührt der Frau ganz allgemein in Gottes Schöpfung ein hervorragender Platz. Die Menschwerdung Gottes durch Maria ist ein Geheimnis und sollte es bleiben; alle Frauen empfangen von daher ihre eigentliche Würde als Mutter. Aber was ist aus der Würde geworden? Sie ist bloßgestellt! Viele Frauen entehren sich selbst und lassen sich herabwürdigen auf das Niveau primitivster sexueller Lustbefriedigung. Das Kind, das die Freude besonders seiner Mutter sein sollte, wird in dieser modernen Welt als unbequem nicht nur einfach zur Seite geschoben, gewissenlos vernachlässigt, sondern bereits im Mutterleib gemordet, weil es einem die eigene Bequemlichkeit rauben könnte. Viele "ehrbare" Frauen nehmen die Pille, doch am Heiligen Abend möchten sie trotzdem singen: Ihr Kinderlein kommet! Welche Groteske!
Es kommt aber anders als diese Frauen denken. Auch die getöteten Kinder haben eine Seele. Wenn die, die einmal Mutter werden sollte, selbst stirbt und vor Gottes Richterstuhl steht, dann kommen diese getöteten Kinderseelen; sie erheben Anklage: du solltest meine Mutter sein, und bist zu meiner Mörderin geworden.
Diese zeitgemäßen Bemerkungen dienen sicherlich nicht zur Hebung der Weihnachtsfreude, doch leider sind sie wahr.
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