CÄSAREA PHILIPPI
von H.H. Walter W.E. Dettmann
Bei Cäsarea Philippi fragte Jesus seine Jünger: "Für wen halten die Leute den Menschensohn?" Sie antworteten: "Die einen für Johannes den Täufer, die anderen für Elias, wieder andere für Jeremias oder einen von den Propheten". Da sprach Jesus zu ihnen: "Für wen haltet ihr mich?" - Simon Petrus antwortete: "Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes", worauf Jesus ihm entgegnete: "Selig bist du, Simon, Sohn des Jonas. Denn nicht Fleisch und Blut haben dir das geoffenbart sondern mein Vater, der im Himmel ist. Und ich sage dir: Du bist Petrus, das heißt der Fels, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Und dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben: Alles, was du auf Erden binden wirst, wird im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, wird im Himmel gelöst sein".
Aus diesen Worten ergibt sich, daß die Jünger und das Volk von Seiten der damaligen Priester in Israel nicht erfahren konnten, wer Jesus war. Dem Petrus wird ja vom Herrn eigens bestätigt, daß nicht "Fleisch und Blut" ihm die Erkenntnis gegeben hätten sondern der Vater im Himmel.
Damals konnten die Menschen die Wahrheit über Jesus nicht erfahren. Heute dagegen wollen weder die katholischen Bischöfe und Priester die Wahrheit über Jesus sagen noch wollen die wenigsten Getauften die Wahrheit über Jesus hören.
Das sog. Zweite Vatikanische Konzil mit Johannes XXIII. und Paul VI. an der Spitze gab die Parole aus, sich der Welt anzupassen. Es sollte kein neues Dogma mehr verkündet werden: Nicht deshalb, weil keines vorbereitet gewesen wäre sondern deshalb, weil die Wahrheit über Jesus und seine heiligste Mutter nicht mehr in der Form der bisherigen unfehlbaren Glaubenssätze sondern nur noch in unverbindlichen ökumenischen Redensarten verkündet werden sollte.
Der Unterschied zwischen damals und heute ist also dieser: Damals konnten die gläubigen Juden von ihren Zeitgenossen nicht erfahren, wer Jesus war, und heute, nachdem die katholische Kirche fast zweitausend Jahre lang gebetet und gepredigt hat "Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist", wollen Bischöfe und Priester den getauften Kindern plötzlich nicht mehr verkünden, wer Jesus ist: Sie wollen keine Kniebeugung mehr vor dem heiligsten Altarssakrament machen, und sie wollen diese Zeremonie langsam aber sich zusammen mit den alten Gläubigen aussterben lassen, und nur die Einfältigen meinen, dies habe der "Doppelgänger" getan!
Unter diesen Umständen bleibt nichts anderes übrig, als daß Jesus selbst endlich kommt und ausnahmslos allen Menschen, ob sie wollen oder nicht, auf dem göttlichen Richterstuhl seine ewige Macht und Majestät kundtut, so daß im Namen Jesu sich jedes Knie beugen muß: Derer, die im Himmel, auf Erden und unter der Erde sind (Phil. 2,10).
Damals sagte Jesus zu Petrus: "Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Alles, was du auf Erden binden wirst, wird im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, wird im Himmel gelöst sein".
Es ist klar und selbstverständlich, daß diese Worte unmöglich für die heutige Bindung der Kirche an die Welt gelten, und sie gelten auch nicht für die Auflösung der alten Glaubenssätze und des hl. Meßopfers. Die neue Liturgie Pauls VI. ist weder auf Erden noch im Himmel "gebunden". d.h. verpflichtend, und das alte heilige Meßopfer kann von Paul VI. weder auf Erden noch im Himmel gelöst und verboten werden, weil nicht ein bloßes "Mahl" sondern das Opfer des Melchisedech gemäß dem Schwur des Herrn für ewige Zeiten Geltung besitzt.
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