DER VERRATENE HEILIGE GEIST
von Eberhard Heller
Nach den Visionen der seligen Anna Katharina Emmerich wurde Christus nach dem Verrat des Judas und der Gefangennahme durch römische Soldaten und Schergen der Hohen Priester durch einen Vorort von Jerusalem gezerrt, in dem viele wehklagend und bitterlich weinend das Schicksal dessen mitansahen, der ihnen allen - meistens waren es arme Leute - seine Barmherzigkeit in überreichem Maße geschenkt hatte: beim Einsturz einer im Bau befindlichen Brücke heilte er alle Arbeiter, die bei diesem Unglück schwer verletzt worden waren. Als sie nun sahen, in welch grausamer und ungerechter Weise Christus abgeschleppt wurde, er, der sich als ihr größter Wohltäter gezeigt hatte, richtete sich ihre ganze Wut gegen die grausamen Schergen und deren Auftraggeber; die römischen Soldaten wurden unsicher, man befürchtete schon Unruhen in der Stadt.
Als aber Christus dann vor den Hohen Priestern stand und vonihnen verurteilt wurde , begannen diese einfachen Leute in ihrem Urteil über Christus schwankend zu werden: Wenn diese - die Hohen Priester - ihn verurteilen, dann wird er wohl doch schuldig sein. Letztlich schlug dann das 'Hosianna' in das 'Kreuziget ihn' um. Das unmittelbare moralische Empfinden, das Gewissen, hatte gegen die mißbrauchte äußere Autorität verloren.
Ein solches Verhalten ist kennzeichnend für die heutige Situation. Den meisten, die noch ein kleinwenig von der Kirche miterlebt haben, ist längst aufgegangen, daß in dieser "modernistischen Kirche" überhaupt nichts mehr stimmt. Auch diejenigen, die aus irgendwelchen sekundären Gründen nichts sehen "dürfen" und selbst noch alles tun, um sich gegenüber der Wirklichkeit abzuschirmen, merken, daß man die Kirche zerstört, um eine freimauerische "Weltreligion" etablieren zu können. Aber dann kommt trotz aller Hellsichtigkeit die bittere Enttäuschung: Was nicht sein soll, kann auch nicht sein! Die Sonne ist schwarz, 4+4=1, etc, weil's der "Heilige Vater" gesagt hat. Selbst wenn er öffentlich behaupten würde, Christus ist nicht Gottes Sohn, würde das nichts nützen, um solche Gemüter hochzuachrecken. "Der 'Heilige Vater' wird doch vom Heiligen Geist geführt, der kann gar nicht irren", bekommt man dann immer noch zu hören. Es wird darum alles, was er sagt, seine Richtigkeit haben. Darum: man erkennt die Modernisten, die einfach so mitlaufen, unmittelbar an ihrem Schwachsinn. Teilweise schreien sie das "Kreuziget ihn" - nämlich den mystischen Leib Christi - aus lauter Blödigkeit mit. Niemand aus den Kreisen dieser "vorsichtig Abwägenden" ist bereit, seinem Gewissen zu folgen, sondern alle brauchen den Rockzipfel eines abgefallenen Hierarchen, an den sie sich dranhängen möchten und an dem ihr selbständiges Denken und Handeln endet.
Aus diesen lieben und netten Leuten, die auf keinen Fall etwas Böses wollen - und darum schlicht leugnen -, rekrutiert sich heute das ungezählte Heer der "mündigen Christen".
Und dabei hat Christus seiner Kirche den Heiligen Geist ; verheißen, der am Pfingstfest zu den Aposteln und seiner Kirche gekommen ist, der uns als Führer und Tröster gegeben wurde: ER ist bei uns, ER den wir nur anzurufen hätten, um seinen Beistand zu erfahren, um die Offenbarkeit der Wahrheit zu sehen! Warum vertrauen so viele lieber einem korrupten Mitrenständer mehr als Ihm?
In einigen Wochen ist Pfingsten, das hochheilige Fest des Heiligen Geistes: "Veni creator Spiritus, mentes tuorum visita!"
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