RUNDBRIEF AN ALLE TREU GEBLIEBENEN PRIESTER
Wie sich gezeigt hat, hat unser Rundbrief an die Priester bisher noch nicht alle Geistlichen erreicht, die der Kirche treu gebliebenen sind. Deshalb veröffentlichen wir ihn auch an dieser Stelle und bitten alle Leser, ihn an die betreffenden Geistlichen weiterzuleiten. - Ich darf noch bemerken, daß die Resonanz auf diesen Rundbrief bisher unerwartet stark war. Im Rahmen des Freundeskreises ist in absehbarer Zeit eine Konferenz aller treu gebliebenen Priester geplant, auf der ein gemeinsames Handeln zur Sicherung des sakramentalen Lebens, wie das bereits in München geschehen ist, beraten werden soll. Möge all jenen, die durch den jahrelangen Terror seitens der sog. "Amtskirche" verunsichert sind, das Beispiel des Münchener Pfarrzentrums die Ohnmacht derer zeigen, die es wagten, die hl. Messe abzuschaffen: FREUNDESKREIS e.V. der UNA VOCE - GRUPPE MARIA Eberhard Heller (Redakteur der "Einsicht") 8 München 1, Postfach 610 München, den 16.03. 1976 Hochwürden!
Am 7. März ist die von uns schon lange befürchtete Tatsache Wirklichkeit geworden, daß Paul VI. und fast alle Bischöfe die Hl. Messe abgeschafft haben. Zweifel darüber, ob der sogenannte NOM Paul VI. noch gültig sei oder nicht, sind nach den eingehenden Untersuchungen sowohl in unserer Zeitschrift, der "Einsicht" als auch nach den Veröffentlichungen in "Kyrie Eleison", "Mysterium fidei", im "Fels" - März 1976 (Pater Hermes, in der "Entscheidung", im "Reich Gottes" und von den Professoren Wigand Siebel und Georg May, ganz abgesehen von der Praxis und den Äußerungen von Erzbischof Lefèbvre in Ecône, nicht mehr möglich.
Der Rundbrief an die Dekane von Generalvikar Gruber des Münchener Ordinariat (vgl. "SZ vom 21./22. 2. und "DT" vom 27./28. 2.), in dem er dazu auffordert, Priester, die die Hl. Messe nach dem alten Ritus - womöglich auch geheim! - feiern, seien zu melden, dürfte zur Genüge zeigen, mit welchen Maßnahmen man gegen Gewissensentscheidungen vorgehen wird. Auch eventuelle, von den z.Z. in Augsburg tagenden Bischöfen gegebene Dispensen, den NOM nicht zu feiern, dürften nur vorübergehend sein und zum Ziel haben, so den massiv auftretenden Widerstand der Priester durch brutale:Einzelmaßrahmen zu brechen. Beispiele dafür sind uns genügend bekannt.
Überlegungen, bei der Feier der Hl. Messe aufgrund von falschen Rücksichtsnahmen Kompromisse mit den Modemisten einzugehen, sind in keinem Fall erlaubt!
Sollten vor allem bei älteren Priestern praktische Schwierigkeiten, sei es in finanzieller oder juristischer Hinsicht, entstehen, so möchten wir Sie hiermit bitten, sich vertrauensvoll an uns zu wenden. Ihre Zuschriften werden wir absolut vertraulich behandeln. Wir sind auch gerne zu einem persönlichen Gespräch mit Ihnen bereit.
Zur Durchführung und Sicherung des sakramentalen Lebens bemühen wir uns, vorerst in München, ein Priesterzentrum aufzubauen, das von dem eigens für diese Aufgabe gegründeten Freundeskreis e.V. des Convents Pius VI. getragen wird. Mehrere Priester haben sich den Gläubigen bereits zur Verfügung gestellt.
In diesem Zusammenhang erlauben wir uns die Anfrage, ob Sie bereit sind, weiterhin die Hl. Messe nach dem von Pius V. bestätigten (tridentinischen) Ritus zu zelebrieren und dies gegebenenfalls auch in der öffentlichen Seelsorge zu praktizieren.
DIE HERDE VERMAG DEM HIRTEN ERST ZU FOLGEN; WENN ER VORAUSGEHT I
Mit ehrfurchtsvollen Grüßen bin ich Ihr sehr ergebener gez. E. Heller
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