DIE UNTERSTÜTZUNG
von Paul Scortesco
(aus "Lumiere", No.149, übers. von Dr. Ambros Kocher, Solothurn)
Paul VI. und der französische Episkopat haben allen Grund sich zu freuen: sie haben eben eine unerwartete Hilfe bekommen, aber von nun an in offizieller Eigenschaft von Seiten der Soviets. Die "Iswestia" bekämpft in heftiger Weise Mgr. Lefebvre: Er ist rechtsextrem; er ist ein Bischof der OAS, der den europäischen Neofaschismus neu gruppiert.
Zunächst lacht man und freut sich: Die Roten derart offen als Gegner zu haben, beweist, daß man sich auf dem richtigen Weg befindet. Dann aber denkt man weiter, und man entdeckt hinter dem Manöver und dem Einverständnis die zu erwartende Taktik, die man gegen Mgr. Lefebvre anwenden will, und die sich bereits nach der Predigt vom 29. Aug. 76 in Lille abgezeichnet hat. Diese Rede ist eine traditionelle, absolut auf der Linie der hl. katholischen Lehre, bevor der "Sillon" - der von der Kirche von jeher verdammt wurde - und seine blutigen Bastarde der sog. christlichen Demokratie, anno 1945 die Hebel in die Hände genommen haben.
Alle Informationsorgane haben davon bloß Teilauszüge gebracht, welche die Äußerungen des mutigen Bischofs radikalisierten und sie als politische Stellungnahme ohne besondere Nuance darstellten und umwandelten. Die Strategie war ausgesucht: Moskau wird nun die Bewegung leiten, im vollen Einverständnis mit dem Episkopat und - bis auf neue Anweisungen mit dem Vatikan.
Mgr. Lefebvre und die treuen Katholiken werden von nun an als "äußerste Rechte", "Faschisten", und mit Schauder als "Nazis" bezeichnet. Das ergibt ein "besessenes Motiv". Spitzel werden herumgeschickt werden. (Man hat davon bereits einen Vorgeschmack mit dem Flaschen-Attentat gegen Etchegaray, der sich als "Mitterand" des Episkopates darstellen wollte.) Man wird nach dem Wolfe schreien. Man wird Maßnahmen fordern. Es wird sich leicht ein Deutscher finden, der als achtjähriger in der Hitlerjugend kämpfte, oder ein Franzose, der in der Miliz eingestellt war. Man wird verbieten. Man wird drohen. Man wir schlagen.
Ja, auf dem Wege der "Iswestia" erwarten uns die Gefängnisse. Seit mehr als 10 Jahren durchgehen wir wieder diesen vorwarnenden Ausspruch von Georg Bernanons: "Eine neue modernistische Invasion beginnt. Hundert Jahre der Konzessionen, der Doppelzüngigkeit haben es der Anarchie gestattet, den Klerus zu fassen. Das Ordnungsprinzip kann nicht mehr auf die große Zahl dieser Deklassierten rechnen. Nach meiner Ansicht werden unsere Söhne in den "Truppen" der Kirche auf der Seite der Mächte des Todes kämpfen. Ich werde erschossen werden durch Bolschewiki-Priester, welche den "Contra" social" in der Tasche und das Kreuz auf der Brust tragen werden". Diese Priester sind nun zu Bischöfen geworden!
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