VATER UNSER
von Wolfgang Heller
Vater unser, der Du bist im Himmel,
Ja, Herr, Du bist unser wahrer Vater, Du bist derjenige, der seine Kinder nicht verläßt, Du bist für uns der wahre und in dieser Zeit der einzige Halt; denn hier auf Erden haben wir keinen Vater mehr. Der Stuhl des Apostels Petrus ist verwaist. Er ist zwar für die Augen dieser Welt von einem Papst besetzt. Und so scheint nach außen alles in Ordnung zu sein. Aber in Wahrheit mangelt es uns an einem Hl. Vater, einem Stellvertreter Gottes auf Erden. Montini ist häretisch. Deshalb ist er kein Papst. Die hochgelobte und "liebte Mutter Gottes weint bittere Tränen. Sie sieht Deine Herde verwirrt, getäuscht, verführt und führungslos. Herr, laß ihre Tränen und unsere helfen, auf daß der beschmutzte Stuhl Petri wieder rein gewaschen werde. Geheiligt werde Dein Name,
Da wir auf Erden niemanden mehr haben, oh Herr, der die Anrede Hl. Vater rechtfertigt, so wollen wir uns ganz Dir zu wenden und Dich und Deinen Namen heiligen. Denn allein in Dir ist das Heil. Dein Name steht über allen. Oh Herr, laß uns dies stets vor Augen haben. Laß uns nicht in den Irrtum verfallen, daß wir uns, den Menschen und seine Errungenschaften hoch preisen und loben. Wie überheblich wäre dies, da wir doch wissen, daß Du uns die Macht zu unseren Werken verliehen hast. Laß uns ausschließlich in Deinem Namen und zu Deiner größeren Heiligung und Ehre handeln.
Zu uns komme Dein Reich,
Wahrhaftig, Herr, keine bessere Bitte hättest Du uns zu beten lehren können. Wir sehnen uns in dieser Zeit der Verlassenheit nach Deinem Reich, in dem nur Du und Deine Liebe regieren. Bei Dir wäre sicheres Ausruhen von des Tages Last. In der Welt jedoch, oh Herr, müssen wir stets wachsam sein, ängstlich und stets darauf bedacht, unsere unsterbliche Seele nicht in Irrtümern und Sünden zu verlieren. Demütig bitten wir Dich, hilf uns wachsam sein. Denn am Beispiel der schlafenden Jünger am Ölberg erkennen wir, wie schwer es ist, mit Dir, Du mein Jesus Christus, zu wachen, bis daß Dein Reich in Herrlichkeit komme.
Dein Wille geschehe wie im Himmel also auch auf Erden.
Wenn wir, oh Herr, auch die Lage Deiner verratenen Kirche wehmütig und zornig zugleich beklagen, so wissen wir doch, daß Du diese Ver-wüst-ung zur Prüfung der Kirche zugelassen hast, um ihren wahren inneren Kern um so leuchtender sichtbar werden zu lassen. Wir erinnern uns an die alttestamentarischen Berichte: Nur mit wenigen, aber auserwählten und zuvor geprüften Kriegern - zahlenmäßig dem Feind weit unterlegen - hast Du Deinem Volke den Sieg errungen. Demütig hoffen wir, daß Deine wahre Kirche wie ein Diamant alle Unbill überstrahlen und siegreich bleiben wird. In dieser Hoffnung wollen wir Deinen Willen annehmen.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Diese Bitte haben wir bislang vornehmlich auf die körperliche Nahrung - also auf Brot, Butter, Wurst, Fleisch, Kartoffeln, Gemüse, Obst und Getränke - bezogen. Nun aber, oh Herr, sehen wir den tieferen Sinn dieser Bitte hervortreten: Du bist unser tägliches Brot, Du, das Brot des Lebens. Da wir kaum noch Priester haben, die gültig Brot und Wein in Dein hochheiliges Fleisch und Blut verwandeln und uns zur Speisung reichen, spüren wir diesen Mangel immer stärker. Was noch vor wenigen Jahren selbstverständlich und ohne Schwierigkeiten auf immer erreichbar schien, fehlt uns jetzt. Herr sende uns deshalb Priester, die unsere Seele täglich speisen können. Denn wir sind hungrig nach Dir und Deinen Sakramenten geworden.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigem
Bewahre uns, oh Herr, und alle Menschen, daß wir uns schuldig machen vor Dir. Haben wir aber gefehlt, so hilf uns, unsere Fehler zu erkennen, zu bereuen und wieder gut zu machen. Hilf uns, daß wir darüber nicht selbstgerecht werden. Denn dies ist eine große Gefahr für uns, die wir Dir treu bleiben wollen. Hilf uns deshalb, in jedem Menschen - sei er noch so vom Bösen ergriffen - Dein Abbild zu erkennen, damit wir Dein Gebot der Nächstenliebe um so leichter befolgen können. Bewahre uns davor, daß wir den Mitmenschen verdammen, auf daß auch wir nicht verdammt werden.
Und führe uns nicht in Versuchung,
In dieser Zeit standhaft bei dem zu bleiben, was Du uns offenbart und über die Jahrhunderte als wahr überliefert hast, ist schwer und unbequem geworden. Wieviel leichter ist es, sich den weltlichen und modernistischen Strömungen zu überlassen. Aber diese Strömungen führen nicht in das Lebendige, sondern - da sie Deine Wahrheiten verdünnen, verdrehen, abschwächen, verkehren, verleugnen und relativieren - in den tödlichen Irrtum. Herr, und Du, Gott Hl. Geist, halte uns auf dem schmalen und beschwerlichen Weg. Steuere unsere Bequemlichkeitssucht. Laß uns gegen unsere Schwächen hart werden, damit wir umso leichter zu Dir finden.
Sondern erlöse uns von dem Übel! Amen!
Herr, durch Deinen Kreuzestod hast Du die Menschheit von der Knechtschaft Luzifers erlöst. Aber nur der Mensch, der sich persönlich Deinem Neuen Bund bedingungslos anschließt, ist erlöst und befreit. Nur der kann das Übel, die Knechtschaft Satans, hinter sich lassen. Herr, lehre uns Deinen Bund lieben und das Übel der Welt verabscheuen, auf daß wir stets die Kraft finden, Dir und Deinem Bund treu zu bleiben. Laß uns jede Entfernung von Dir schmerzhaft empfinden. Herr, mit der allerseligsten Jungfrau Mutter Gottes und Deinen Heiligen bitten wir Dich, rotte aus das gegenwärtige Übel in Deiner Kirche. Laß sie uns wieder Heimat werden! Amen
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