Prof. Schwarz ist der Führer der übernationalen Föderation "Pro fide et ecclesia" mit Sitz in Salzburg. Diese Bewegung hat sich zur Aufgabe gestellt - laut Selbstdarstellung -, den selbstzerstörerischen Kräften in der Kirche entgegenzuwirken.
Am gleichen Wochenende, an dem Mgr. Lefebvre nach Friedrichshafen gekommen war, fand in der sogenannten katholischen Akademie in Bayern (München) eine Tagung mit dem Thema "Liturgie und Kirchenspaltung" statt. Bezüglich der immer stärkeren Publizität von Erzbischof Lefebvre meinte Prof. Schwarz (SZ vom 26.10.1976): "Lefebvre sei als ein "Opfer" einer langjährigen Praxis nur partieller Wahrheitsverkündigung zu werten; sein Versuch allerdings, bestimmte Epochen der Kirchengeschichte zu fetischisieren, sei ein historischer Irrtum." So weit mir bekannt ist, lehrt Erzbischof den ganzen Glauben der katholischen Kirche, den Glauben, in dem er vorkonziliar gelebt hat. Auch ist mir nicht bekannt, daß er sich in Econe von einem "Lehrer" wieder einige Glaubenssätze herausoperieren läßt. Sicherlich wird aber Mgr. in den Augen von Schwarz insofern nur partiell die "Wahrheit" verkünden, als er den selbstgestrickten Unsinn von Schwarz nicht mit in die katholische Dogmatik mit aufnimmt. Wie gesagt, Prof. Schwarz ist der Führer der Bewegung "Pro fide et ecclesia". Da fragt man sich unwillkürlich: für welchen Glauben, für welche Kirche? Natürlich für den Modernismus und den "Hl. Vater Paul VI." Wie kann man auch nur bestimmte Epochen - damit meint Schwarz die festgelegte Form der Hl. Messe! der Kirchengeschichte fetischisieren! Nein so etwas tut man nicht, besonders, wenn man Schwarz ist, man ist doch für den "Glauben" und für die "Kirche".
Auf dieser Tagung machte auch ein anderer Redner eine für Kenner recht bemerkenswerte Feststellung. Diesen Herren können wir darum auch gleich vorstellen: "Weihbischof" Prof. Paul Werner Scheele, Fundamentaltheologe, Dogmatiker und Oekumeniker aus Paderborn: Scheele macht die "Einheit" der "Kirche" als deren Wesensinhalt deutlich. (SZ vom 26. 10.1976): "In falsch verstandener Bewahrung dieses freien Geschenkes Gottes an die Kirche habe man bis zum Konzil versucht, die Einheit nach innen durch das Errichten von Mauern nach außen zu bewahren. Nun habe es den Anschein, durch das notwendige Niederreißen dieser Mauern sei der Zusammenhalt im Inneren verloren gegangen. Einheit in Christus aber müsse sich in Freiheit, Vielgestalt und Dynamik bewähren." Es lohnte sich, diese Sätze genauer zu analysieren.
Komme mir ja keiner mit dem Vorwurf, wir würden immer nur irgend etwas in solche Worte hineinlesen, was nicht darin steckt. Wer solche Ungeheuerlichkeiten nicht mehr als das begreift, als was sie gemeint sind, hat keine Chance mehr zu begreifen, daß 3 + 3 = 6 ist.
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JOHANNES, DER "GEHORSAME"
von
Eberhard Heller
Damit keine Mißverständnisse entstehen: ich meine nicht Johannes XXIII., den "Guten", dessen "Gut"-Sein wir schon etliche Male haben herausstellen müssen, sondern einen der geistlichen Betreuer von Wigratzbad im Allgäu, Pater Johannes.
Der kleine Ort Wigratzbad im Allgäu war seit dem letzten Krieg für immer mehr hilfesuchende Menschen zu einem Ort der Gnade und des Gebetes geworden. Viele Pilgergruppen verbrachten dort ihre Sühnenächte. Dieses "Lourdes des Allgäus" galt mit seinen Priestern noch bis vor einiger Zeit als Fels im brandenden Modernismus. Doch als der Tag X herankam und als dann noch der neue "Tempel" von "Bischof" Stimpfle - Augsburg eingeweiht werden sollte, zeigte sich, daß auch dieser Fels längst unterspült und der so konservative Pater Johannes schon längst "gehorsam" geworden war. Natürlich mußte er im Gehorsam gegen den "Hl. Vater" und gegen "Bischof" Stimpfle die neue "Messe" annehmen. Die Gläubigen werden also auch dort in Zukunft mit (verfluchtem) Brot abgefüttert. Das zu erfahren, war für viele ein schmerzlicher Augenblick. An Versuchen, Pater Johannes auf die Ungeheuerlichkeit seines Handelns aufmerksam zu machen, mangelte es nicht. Er war eben schließlich doch "gehorsam".
Nicht gerade so zimperlich ist er allerdings in der ihm aufgegebenen Verpflichtung im Gehorsam, das Evangelium treu zu bewahren. Nicht nur, daß er gefälschte Wandlungsworte benutzt, auch in seiner sonstigen Exegese des Wortes Gottes ist er nicht gerade genau. Da kommt es ihm auf eine Verdrehung nicht an - möge Gott, daß es nur ein Irrtum war - : und schon stimmt wieder alles. So schreibt er doch: "Ich halte mich an den Papst, von dem der Herr verheißen hat: 'Die Pforten der Hölle werden dich nicht überwältigen.' Da gehe ich vollkommen sicher." (Anm.d.Red.: Die Stelle bei Matth. 16,18 lautet richtig: Die Pforten der Hölle werden sie ((die Kirche)) nicht überwältigen. Pater Johannes meint aber tatsächlich unsern "vielgeliebten Sohn, den Hl. Vater Paul VI.") Also so einfach geht das: die Gläubigen, deren Zustrom seit der "Weihe" des neuen "Tempels" schon sichtlich nachgelassen hat, werden um die Gnadenmittel betrogen. Man ist selbstverständlich "gehorsam".
Wenn ich mir noch eine generelle Anmerkung erlauben darf: ich selbst bin 1942 geboren, kenne also das Dritte Reich nur aus dem Windelalter, d.h. ich kenne es unmittelbar gar nicht. Darum habe ich es auch nie begreifen können, wie sich all die Verbrecher des Dritten Reiches, sobald sie sich vor Gericht verantworten mußten, unter Berufung auf ihre Gehorsamspflicht gegenüber dem Führer versuchten zu rechtfertigen. Heute haben wir im religiösen Bereich die gleichen Verhältnisse wie damals im politischen. Man sollte meinen, verschiedene Leute aus der damaligen Zeit hätten etwas dazugelernt. Aber nein! Die Frage, wie solche Greuel damals und heute - am mystischen Leib Christi - möglich waren bzw. sein können, ist recht einfach zu beantworten: man ist nur schlichtweg "gehorsam". - Ich möchte nur wissen, wer irgend wann einmal die vielen 'Persilscheine' ausstellen darf, denn dann waren sicherlich alle dagegen, die "Gehorsamen".