MITTEILUNGEN DER REDAKTION
Verehrte Leser!
Es fällt heute sicherlich vielen schwer, sich unbelastet und voll froher Erwartung von den Engeln den Weg zur Krippe weisen zu lassen wie damals die Hirten - zur Krippe, in der uns das Heil der Welt geboren wurde. Zu tief haben sich Trauer, Bitterkeit, Ohnmacht und Zorn vielfach in uns eingenistet ob des ständigen Meuchelmordes an eben diesem göttlichen Heil, das als Kind in der Krippe lag, als daß man noch in schlichter Freude diesen Tag begehen könnte. Diejenigen, deren Aufgabe es wäre, dieses Heil den Menschen zu bringen, verweigern nicht nur ihre Mission, sondern betrügen die meisten noch in infamster Weise. Wir haben heute den "Greuel an Heiliger Stätte".
Aber ist unsere Situation, die menschlich gesehen, hoffnungslos erscheint, so grundverschieden von der, als Gott Mensch wurde? Wer eilte denn zur Krippe, um das göttliche Kind anzubeten? Etwa die Hohen Priester? "Er kam in Sein Eigentum, doch die Seinen nahmen Ihn nicht auf", heißt es lapidar beim Hl. Johannes. Und zeichnet sich nicht schon in den Umständen, unter denen Jesus geboren wurde - der Mutter Gottes verweigert man selbst unmittelbar vor ihrer Niederkunft eine einfache Herberge, sie muß ihr göttliches Kind in einem Stall gebären; keiner der offiziellen Kirchenvertreter kommt zur Anbetung; die Machthabenden sinnen gleich auf die Ermordung des unliebsamen "Konkurrenten" -, schon die Verlassenheit am Kreuz ab? Doch trotz allen Hasses, den Ihn hier erwartet, ist uns Christus erschienen, "wir haben Seine Herrlichkeit gesehen", nicht in der äußeren Pracht, wie sicherlich viele den Messias erwartet hatten, sondern in der größten Armseligkeit, im Stall. Und da finden wir Ihn heute wieder: nicht in den entweihten Kirchen, sondern in den Provisorien, die heute Seine Herrlichkeit bergen. Das Heil ging vom Stall in Bethlehem, und nicht vom Tempel in Jerusalem aus. Lassen wir uns also in dieser geistigen Nacht wie die Hirten, die bei ihren Herden wachten, von den Engeln in das Allerheiligste führen, das Er sich heute erkoren hat, in der Seine Herrlichkeit um so klarer strahlt' damit wir wie die Hirten vor Ihm niederfallen und Ihn anbeten dürfen. Dann wird auch unsere Freude groß sein. Ihnen allen dankend. wünsche ich Ihnen eine gnadenreiche Adventszeit und frohe Weihnacht
Ihr Eberhard Heller
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